SCHACH!

Distelrath,S - Spiekermann,T [B33]
Ford Köln II-Dormagen I 1998
[Spiekermann,T]

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Sd5 Sxd5 8.exd5 Sb8 9.c4 Le7

sLe7

[besser 9... a6! Da 10.Da4 auf 9....a6 nicht zu fürchten ist, kann man mit diesem Zug alle Eventualitäten, wie z.B. 10. c5 oder den Textzug vermeiden. Man sehe:
9...a6 10.Da4 Sd7 11.c5 Tb8 12.Sxd6+ Lxd6 13.cxd6 0-0 14.Le3 Sf6 15.La7 Ta8 16.Lc5 b6 17.La3 Lb7 18.Td1 (18.d7 b5 19.Db3 Lxd5 20.Dc3 Se4 21.De3 Da5+ 22.b4 Dc7) 18...b5 19.Db3 Db6 20.Le2 Lxd5 21.Txd5 Sxd5 22.Dxd5 b4.
Auch möglich, aber nicht nötig scheint 9...Sd7 10.b4 a6 11.Da4 (11.Sc3) 11...Le7 12.c5 0-0 13.cxd6 Lf6 14.Le3 Sb6 15.Da5 Sxd5 16.Sc7 Sxe3 17.fxe3 Dxd6 18.Sxa8 e4]
10.Le3
[wird sich in der Folge bei der weissen Aufstellung als Tempoverlust erweisen. Wen man den Zug f4 als Antwort auf schwarzes f5 plant, hält man den Läufer auf c1, um später in einem Rutsch auf f4 schlagen zu können. Auch nach 10.c5 0-0 11.Le2 Sa6 12.cxd6 Lxd6 und der Schwarze hat nichts zu fürchten]
10...a6 11.Sc3
[11.Da4 0-0 12.Ld3 Sd7 13.0-0 Sb6 14.Da3 Tb8 (14...f5)]
11...Sd7 12.Le2 0-0 13.0-0 f5 14.f4

wBf4

[der eben erwähnte Tempoverlust. Logischer wäre hier mit f3 eine Auffangstellung einzunehmen, obgleich Weiss den anderen Läufer dann üblicherweise auf d3 postiert]
14...Lf6 15.Dc2 exf4 16.Lxf4 Le5 17.Ld3 Df6 18.Lxe5 Sxe5 19.Tae1

wTae1

[eine andere gute Möglichkeit war 19.Se4 mit verteiltem Spiel, z.B. nach 19...Dh4 20.Sf2 Ld7 21.Db3 b5 22.cxb5 Sxd3 23.Sxd3 Lxb5 24.Tf4 Dg5 25.Taf1 Tab8]
19...Dh4

[droht natürlich mit dem Damenschach auf d4 den Ld3 zu erobern und verunsichert den Weissem mit einer Pseudoattacke auf den Bc4.]
20.Kh1
[20.Lxf5?? scheitert an 20.... 20...Lxf5 21.Txf5 Dxe1+]
20...f4

sBf4

[gibt dem Weissen das Feld e4, verhindert jedoch g3, schafft dem Springer einen Gabelplatz auf e3 und aktiviert den Damenflügel; alles in allem ein gutes Geschäft
20...Sxc4?? 21.g3 Dd4 22.Tf4, oder 20...Sg4!? 21.g3 gefielen mir nicht]
21.Le2 f3 22.Lxf3
[22.gxf3 Lh3 23.Tg1 Sg4 A) 24.fxg4 Tf2 25.Ld3 (25.Se4 Txh2+ 26.Kxh2 Lf1#) 25...Lg2+ 26.Txg2 Txc2 27.Txc2 Dxe1+; B) 24.Txg4 24...Lxg4]
22...Sxf3 23.gxf3 Lh3 24.Df2

wDf2

24....Dh5

[hier war wegen der weissen Gegenmatts eine genaue Berechnung nötig. Andererseits wollte ich das Spiel auch nicht verflachen lassen, da ich das Endspiel Springer gegen Läufer nicht einschätzen konnte.]
25.Tg1 Txf3
[25...Dxf3+ 26.Dxf3 Txf3 27.Te7 (27.Te6; 27.Tg3) 27...Tf7 schien mir zu krämerhft und auch riskant]
26.Dd4 Df7 27.Se4 Te8!!

sTe8

28.Sg3

[Weiss hatte drei Gabeln auf d6, f6 und g5, dazu ein Turmopfer auf g7 und nichts davon geht. Bitte sehr:

Als einziges geht scheinbar noch 28.Te3 aber mit z.B. 28...Txe3 29.Dxe3 Ld7 (gegen Sf6+ gerichtet) 30.De2 (30.Dd3 Lf5 -+, oder 30.Dd4 Df3+ 31.Tg2 Te5 und es droht sowohl das Schlagen auf e4, als auch Lh3) 30...Df4 31.Te1 Te5 32.De3 Dh4 kann Schwarz die unglückliche Position des Se4 ausnutzen - Der Textzug verliert indes umgehend]
28...Txe1 29.Txe1 Txg3

sTg3

und wegen 30.hxg3 De4+
0-1

Ich gebe zu, ich habe nicht jede Variante bis zum Ende gesehen, aber dieser irre Schluss zeigt, dass in einer guten Stellung immer etwas geht. Dies ist mit Sicherheit eine meiner Lieblingspartien.

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