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07.03.2005, 16:40
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Neuling
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Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 4
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Schach in der Sonderschule
Hallo,
ich bin lehramtsstudent und arbeite nebenbei in einer sonderschule, die man neuerdings förderzentrum nennt, als übungsleiter.
neulich haben wir als belohnung eine spielstunde gemacht, wobei mich dann überraschenderweise einer der schüler gefragt hat, ob wir eine runde schach spielen. ich hatte schon öfters den gedanken, einmal denen schach beizubringen, aber da es den schüler sehr stark an konzentrationswillen mangelt, dachte ich immer, das sei nur frustrierend für die.
also hab ich mit ihm schach gespielt, und war auch sehr überrascht, dass er gar nicht mal so schlecht spielte. ich selber bin auch nicht sehr gut, ich spiele erst seit ca. 3 monaten, wobei ich die regeln schon seit ich klein bin kenne, hab aber schon im verein und durch bücher und internet ein bischen gelernt.
nun plane ich, dort eine schach ag anzubieten, nachdem weitere schüler ihr interesse anmerkten.
meine frage ist nun, wie man mit sonderschülern am besten eine übungstunde gestalten kann. also meine wenigen fähigkeiten sollten zunächste ausreichen.
ich habe keine materialien, wobei schachbretter noch einfach zu besorgen seien dürften. kann mir einer tips geben, wie man denen ein wenig beibringen könnte?
eines der probleme ist auch, das viele der kinder sogenannte schwererziehbare sind. sie werden schnell unruhig, agressiv, sind ungeduldig, und werfen auch gerne mit gegenständen, wie zb. schachfiguren.
daher ist schon einer meiner gedanken, das nicht zuviel geredet werden sollte, und es müssen sich einigermassen schnell erfolgsergebnisse einstellen, sonst geben viele sofort auf.
hat vielleicht jemand von euch schon erfahrungen mit solchen oder ähnlichen schülern beim schach?
vielen dank schonmal
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07.03.2005, 22:00
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CM des Forums
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Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 355
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tut mir leid, da kenne ich mich für meinen teil nciht aus, aber ich würde dazu raten die ag klein zu halten, d.h. wenig mitglieder zu unterrichten.in meinem verein im jugendtrainung( ca. 25 leute, 2 /3 trainer) sind die jüngeren immmer absolut laut und die trainer können den lärmpegel oft nciht senken.
im übrigen finde ich es gar nciht so verwunderlich, dass smanche sonderschüler sogar recht gut im schach sein könneno
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08.03.2005, 10:32
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Schachjournalist
DWZ/Elo: ~1750
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Registriert seit: 11.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 267
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wer weiß, vielleicht ist ja ein schachgenie dabei ;-)
ich hab keine erfahrung damit, würde es aber so machen, daß die aktiv mitarbeiten können und nicht nur zuhören müssen. vielleicht einfache mattbilder oder so
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08.03.2005, 11:44
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Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
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Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
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Hallo!
Selbst mit verwöhnten Großstadt-Gymnasiasten ist Schach-AG nicht sehr einfach! Weiß ich aus eigener Erfahrung zu berichten. An der Sonderschule ist das zugegebenermaßen wohl noch etwas schwieriger, aber vielleicht auch eine größere Herausforderung und bei Erfolg lohnender.
Schach ist natürlich ein halbwegs kompliziertes Spiel, etwa im Vergleich mit Fußball ("das Runde ins Eckige"). Man braucht wohl (gerade in der Gruppe) etwa 10-30 Stunden, bevor man einigermaßen regelkonform spielt. Und einige (Schach-) Didaktiker sagen, daß erst nach etwa 2-3 Jahren der eigentliche "strategische Groschen" fällt. Dies ist natürlich eine viel zu lange Zeit, denn Kinder (gerade schwererziehbare) verlieren da mangels sofortiger und sichtbarer Erfolge die Motivation.
Im Zweifelsfalle würde ich da erstmal mit "abgespecktem" Schach anfangen, etwa nur Könige, Türme und Bauern (Umwandlung nur in Türme). Meinetwegen auch noch die Damen dazu. Dann kommt man auf jeden Fall schneller dahin, eine ganze Partie zu spielen.
Es ist natürlich schade und ganz traditionsbrechend, das schöne Schachspiel so zu verhunzen. Und vielleicht enttäuscht dies auch diejenigen, die das "richtige Schach" schon kennen!? Mein Geheimtip daher, auch allgemein für Anfängerunterricht: Erstmal Dame spielen !!
Das Brett ist dasselbe (obwohl international sowohl 8x8 als auch 10x10 üblich ist: "checkers"/"draughts"; über die genauen Regeln informiere man sich!). Es gibt zwar auch Dame-Steine, ein Satz Dame läßt sich aber gut durch zwei Sätze Schach (Bauern, Läufer) ersetzen. Bzw. sogar 2 Sätze Dame durch drei Sätze Schach. Muß man natürlich irgendwann wieder gut sortieren. Für Fortgeschrittene kann man Uhr und Partieformular genauso vom Schach übernehmen.
Dame ist nicht ganz so komplex wie Schach, nach etwa einer Stunde sollten die Regeln sitzen (sind ja wirklich nicht schwer). Und dann kann man eben sofort ganze Partien spielen, was m.E. sehr wichtig ist. Vor allem das Spielen mit der Uhr (3-30min) kann man früh anfangen und praktische Kompetenzen wie Entschlußfreude, Zeitmanagement, Disziplin (berührt-geführt!) usw. entwickeln und üben. Viele Dinge wie taktische Berechnungen, Zugzwang, positionelles Remis, elementare Endspiele gibt es genauso wie im Schach. Im Zweifelsfall ist Dame noch taktischer und weniger strategisch als Schach, was Schülern entgegenkommt, die nicht ganz so "sophisticated" sind; bißchen Strategie bleibt aber immer. Auch jemand, der schon hundertmal Dame gespielt hat (die meisten von uns werden über dieses Stadium nie hinausgekommen sein), kann sich durch Training noch sehr wesentlich verbessern. Anspruchsvolle Bücher über Eröffnungen, Mittelspiel, Endspiel und Computer-Dame gibt es notfalls auch. Ggf. kann man nach einigen Wochen/Monaten auf Schach überwechseln.
Ich hoffe, mein Vorschlag ist nicht allzu ketzerisch. Alle praktischen und psychologischen Momente des Schachspiels tauchen bei Dame genauso auf. Dame ist nicht allzu einfach oder gar lösbar. Andererseits längst nicht so kompliziert wie Schach: selbst an Sonderschulen oder Vorschulen sollte es nach 2-5 Stunden möglich sein, die Schüler selbstständig ganze Partien mit Uhr spielen zu lassen.
Aber bitte auf stabile Uhren und angemessene Handhabung achten!! Da bei Dame meist eine kurze Bedenkzeit pro Zug reicht, kann man es auch mit Sanduhren (da gibt es ganz stabile (teure) 30sec-Dinger) oder Gegner-bis-20-zählen-lassen probieren. Oder auch ohne Uhr.
War nur ´ne Idee. - tracke 
PS: Anand haßt angeblich Kartenspielabende in der Hotel-Lobby mit russisch-sprachiger Konversation. Dann sucht er sich lieber einen Gegner, um noch bißchen Dame zu blitzen. Mit Iwantschuk soll er häufig gesehen worden sein.
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08.03.2005, 13:49
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beinahe ein Schachjournalist
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Registriert seit: 01.2005
Ort: Bergheim
Beiträge: 254
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Hey Nixkönner...meine Frau arbeitet als Lehrerin an einer Sonderschule für Erziehungsschwierige Kinder.
Neulich hatte Sie mal ein Magazin wo ein großer Bericht über Schach als Instrument zur Förderung von Sonderschülern drin war.
Wenn Du magst schau ich mal nach ob wir das noch haben....
Gruß
Calli
An was für einer Schule bist Du denn? LB, GB , E ???
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08.03.2005, 14:40
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Neuling
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Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 4
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danke für die antworten
hallo und vielen dank erstmal für die schnellen antworten.
also zum dame spielen muss ich erstmal sagen, dass ich es selber nicht kann und es mir erst aneignen müsste. und dann müsste ich auch erstmal einige sicherheit bekommen um es auch anderen beizubringen. aber ansonsten klingt die idee sehr gut, ich kann mir aber auch vorstellen, das die schüler, die bisher interesse gezeigt haben, die ja auch schon schach spielen können, dann wieder sauer sind, dass wir erst dame spielen, weil sie ja zum schach gekommen sind.
das mit den mattbildern is auch ne gute idee, ich hab auch schon bedacht, dass möglichst wenig spiellose zeit aufkommen sollte, da dann wider die motivation sinkt.
was für eine schule das ist kann ich nicht genauer definieren, es ist eine ganztagschule für förderschüler, ich kann aller dings nichts mit den begriffen wie LB oder G anfangen. das mit den materialien linkt aber verlockend. würde mir bestimmt helfen.
das traurige an den schülern ist ja, dass dort echt ein schach- oder sonstiges genie stecken könnte, weil die alle nicht dumm sind. das problem ist immer das schlechte elternhaus. die kinder lernen leider zuhause nichts ausser fernsehen gucken und die eltern nicht mit fragen zu nerven. das einige nebenbei noch irgendwo die schachregeln begebracht bekommen haben, ist schon ein wunder. ich schätze mal es waren bekannte oder grosseltern.
die partien, die ich mit den schülern gespielt habe, waren auch nicht schelcht. ich habe gemerkt, dass sie nicht einfahc nur die figuren nahc den regeln ziehen, sondern sich wirklich einen plan mahcen, nach fallen des gegners suchen und sogar am anfang bedenken, mit den bauern vorteilhaft zu ziehen. die probleme der schulischen leistungen liegen nur daran , dass keiner sich die zeit nimmt, auch nur einmal mit ihnen zuhause vernünftig zureden. die wenigsten können sich, auch die deutschen, normal ausdrücken.
es gibt ja auch die seltenen fälle, das wirkliche genies an sonderschulen landen, weil sie mit den anforderungen der anderen schulen unterfordert waren, und dadurch hibbelig und auffällig wurden.
was auch gegen wirkliche interessen wie zb das schachspielen anwirkt, sind auch die ganzen videospiele, die diese kinder zuhause tonnenweise haben und den ganzen tag konsumieren. diese gaukeln den kindern schnell und auf einfachem weg erfolgserlebnisse vor, die ihnen sonst versagt bleiben, aber ihnen nichts für das leben geben.
ich selber kenn das nur zugut. ich spiele selber gerne pc spiele, und merke dann schnell, wenn es wieder einaml zu lange sessions werden, dass es andere bedürfnisse total abtötet. wenn ich 5 stunden world of warcraft gespielt habe und in dem spiel etwas "erreicht" habe, dann gibt mir das nicht annähernd die befriedigung wie ein kurzes match schach auch schach.de oder gegen einen freund.
ihr merkt schon ,ich schweife ab, aber irgendwie fällt mir das immer wieder auf.
über weitere antworten und kommentare würde ich mich sehr freuen
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