Irgendwie ist es ein ziemliches Dilemma!
Zuerst habe ich auf den Servern live gespielt, Blitz und manchmal auch längere Partien, sowohl auf ICC und auf schach.de (playchess.com). Hat gravierende Nachteile! Zum einen verlernt man beim Blitzen, da Zeit der omnidominante Faktor ist, mit der Zeit "echtes" Schach - ein Bauer Vorteil, der OTB eine halbe Welt ist, ist in einer 3/0 Partie meist nicht viel wert. Zum anderen ist man für seine Umgebung während einer Live Partie nicht ansprechbar (meine Frau hat immer vom Nebenzimmer hinübergerufen: "Spielst du oder kann ich mit dir reden?" (!)
Was macht man etwa, wenn das Telefon klingelt

OK, dann habe ich rübergewechselt zum correspondence chess. Gameknot, Redhotpawn, Kingchess.de und Konsorten. Hat anfangs wirklich Spaß gemacht. Schön langsam lerne ich aber die ätzenden Seiten der Fernschachserver kennen: etwa Leute, die 400 Punkte unter mir auf Gameknot geratet sind, aber natürlich auch Datenbanken verwenden (auf diesen corr. Servern ist die Verwendung von Software wie FRITZ untersagt, Datenbanken werden aber extensiv verwendet) und mir irgendwelche GM-Partien um die Ohren hauen! Was soll das? 400 Punkte unter mir, und hat mich in eine Variante im Rossolimo hineingebracht, in dem ich entweder von der einzigen Datenbank-Partie abweichen und verlieren kann, oder der Partie folgen und verlieren kann. Irgendwie ist für mich - zumindest vom Sinn her - die Verwendung von Datenbanken nichts anderes als die legitime Variante des Cheatens, so oder so werden die wirklichen Schach-Fähigkeiten manipuliert.
Irgendwie ist jeder Schach-Server, so toll die Seiten heutzutage technisch und von den Möglichkeiten beieinander sind, mit einer starken Achilles-Ferse behaftet.
Man müsste einen Hybrid erfinden!!! Einen Server, turnbased chess, der aber die Verwendung aller Hilfsmittel verbietet. Ich weiß, schachtrainer.de bietet das in den meisten Turnieren an, aber die haben einfach noch zu wenig Traffic. In der Realität scheitert diese Variante außerdem natürlich daran, dass niemand aufgrund ökonomischer Gegebenheiten die Einhaltung dieser Prämisse wirklich kontrollieren kann.
Alles in allem: es ist wie immer im Leben, jede Rose hat ihren Dorn