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08.09.2008 bis 09.10.2015
Benutzerbild von Robert74
Robert74
Kenner
 
Registriert seit: 10.2006
Beiträge: 105
Notationen Erklärung

Einige neue unter uns wissen vielleicht nicht, oder noch nicht ganz verstanden wie die Notation eines Schachspiels aussieht.
Daher haben wir hier eine kleine anleitung , um das System kurz zu erklären. Ist nicht wirklich schwer!

Man schreibt Züge immer in der Form:
Nr.; Zug von Weiß; Zug von Schwarz z. B. 1. e2-e4 e7-e5

Dabei wird ausgeschrieben von welchem Feld auf welches Feld die Figur gesetzt wird. Die Zahlen vor den Notationen geben immer an, welcher Zug es ist. Die Notationen in Klammern geben Varianten an, die man vielleicht sonst noch hätte spielen können. Z. B. 1. e2-e4 e7-e5 (1. ...c7-c5) Die drei Punkte bedeuten, dass der weiße Zug weggelassen wird, also Schwarz am Zug ist.

Dabei ist zu beachten, dass man bei allen Figuren, außer dem Bauern, die Figur mit an gibt. Dabei wird jeweils der Anfangsbuchstabe der Figur dem Zug vorangestellt. Also z. B. 1. Sb1-c3 ( für Springer zieht von b1 nach c3)
(S = Springer, L = Läufer, T = Turm, D = Dame, K = König, ohne Buchstabe = Bauer)

So, außerdem gibt es noch eine Kurzform. Da es im Allgemeinen nur einen Figur gleichen Typs gibt, die auf ein bestimmtes Feld besetzen kann, lässt man das Ursprungsfeld oft weg. z. B. Sc3 anstatt Sb1-c3

Gibt es doch mehrere Figuren gleichen Typs, die auf ein und das selbe Feld ziehen könnten, so schreibt man es leicht anders.
z. B. leeres Feld + Türme auf a1 und c1. = Ta-b1 anstatt Ta1-b1
z. B. leeres Feld + Türme auf a1 und a3. = T1-a2 anstatt Ta1-a2

x in der Notation bedeutet nimmt oder schlägt
+ bedeutet Schach
# bedeutet Schachmatt
bei der Bauernumwandlung schreibt man hinter den Zug noch die Figur, in die sich der Bauer verwandelt hat.

Ok, was gibt es sonst noch? Ach ja - noch ein paar Sonderfälle (ohne Zugnummer):
0-0 = kurze Rochade
0-0-0 = lange Rochade
e5xf6 = Bauer e5 schlägt auf f6
exf6 = Bauer e5 schlägt auf f6 (andere Möglichkeit)
exf5 e.p. Bauer e5 schlägt Bauern f5 im Vorbeigehen und steht nun auf f6
e7-e8D Bauer e7 zieht auf die gegnerische Grundreihe und verwandelt sich in eine Dame
e7-e8S Bauer e7 zieht auf die gegnerische Grundreihe und verwandelt sich in einen Springer
e7-e8L Bauer e7 zieht auf die gegnerische Grundreihe und verwandelt sich in einen Läufer
Lb4+ = Läufer setzt auf b4 Schach
Lb4++ = Läufer gibt auf b4 Doppelschach
Lb4# = Läufer setzt auf b4 Schachmatt

Dann gibt es noch Zugbewertung, die dem Zug immer ganz hinten angestellt werden:
Sc3?? = Springer nach c3 ist ein grober Fehler
Sc3? = Springer nach c3 ist ein Fehler
Sc3?! = Springer nach c3 ist ein seltsamer Zug, eher schlecht
Sc3!? = Springer nach c3 ist ein interessanter Zug
Sc3! = Springer nach c3 ist ein guter Zug
Sc3!! = Springer nach c3 ist ein sehr guter Zug

Alle Sachen kann man auch beliebig kombinieren, z. B.
Dd1xSd5+?!
(Die Dame auf d1 schlägt den Springer auf d5 mit Schach - dies ist ein komischer Zug), usw.



Ich habe jetzt, denke ich, fast alles wichtige gesamt. Es gibt natürlich noch ein paar Sachen mehr. Aber damit solltest Du erst einmal zu Recht kommen!


Solide bedeutet einfach, der Zug oder die Fortsetzung war solide. Verfressen bedeutet, dass der Spieler eher auf Materialgewinn gespielt hat, anstatt einen anderen Zug zu spielen oder seinen Plan zu verfolgen, was vielleicht besser gewesen wäre. Der Spieler dachte aber nur an das Material, war also verfressen. Material=alle Figuren auf dem Brett, außer dem König. Im Angriff stehen bedeutet, eine Figur wird von eine gegnerischen Figur angegriffen, das heißt, sie könnte im nächsten Zug geschlagen werden. Offizier= Dame, Springer, Läufer und Turm; Zentrum= Brettmitte, meist d4, e4, d5 und e5; Zentralbauern= Bauern auf der e- und d-Linie; Flankenbauern=die restlichen Bauern; Damenflügel=Linien von a-d; Königsflügel= Linien von e-h; Grundreihe= für Weiß die erste Reihe, für Schwarz die achte. Tempo= Zeit, wird in Zügen gemessen, also Schwarz verliert ein Tempo heißt, er vergeudet einen Zug; entwickeln= seine Offiziere an die richtige Stelle setzen. Gambit=ursprünglich ein Begriff für eine Eröffnung, in der eine Figur geopfert wird (meist ein Flankenbauer), um Tepi zu gewinnen. Qualität=der Unterschied der verglichenen Figuren im Wert: Wenn jemand einen Springer gegen eine Dame hergibt, hat er Qualität gewonnen. Einstellen= einen Bauern/Offizier unbewusst verschleudern, "wegwerfen". Inkorrektes Opfer= Ein Spieler hat einen Opferzug falsch eingeschätzt, er hat geringe/keine Kompensation dafür bekommen. Kompensation=Gegenwert; bei genügend Gegenwert gleichen sich die hinzugewonnenen Vor-und Nachteile beider Spieler wieder aus, ähnliche Verwendung gibt es auch für die Stellungsbeurteilung; Weiß steht auf Gewinn=Weiß kann jetzt mühelos gewinnen.

Bis auf den Angriffsbegriff ist keiner dieser Wörter offiziell, aber im Grunde werden die meisten davon von der Mehrheit der Schachspieler gleich verstanden.

Bei Stellungsangaben wird die Farbe, die Figur und die Koordinaten genannt, zum Beispiel:

Weiß: Kc8, Lg8
Schwarz: Ka7

zeigt den Standpunkt der Figuren bei der Ausgangsstellung.

Ab und zu taucht auch die englische Notation auf. Dort gilt: K (King=König) ; Q (Queen=Dame) B (Bishop=Läufer) N (Knight=Springer); Der Bauer hat auch hier keinen Namen.


0-1 Weiß verliert, Schwarz gewinnt
1-0 Weiß gewinnt, Schwarz verliert
1/2-1/2 bedeutet remis
remis=unentschieden

Außerdem gibt es noch andere Punktesysteme, z. B. das ein Sieg dreifach zählt.

Stellungsbewertungen:

Die häufigsten Zeichen für Stellungsbewertungen sind (+/-) = Weiß im Vorteil; (=) ausgeglichen und (-/+)= Schwarz im Vorteil; -= ganz leichter Vorteil für Weiß usw. Daneben gibt es noch einige "erfundene" Zeichen, um in internationalen Tunieren die Gedanken der Spieler zu vestehen.


skpdb/Jumbo/Cpt. Bligh

 
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