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Schach - Eröffnungsarchiv

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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #1 (permalink)  
Alt 02.05.2010, 18:45
Okan50
Einsteiger
 
Registriert seit: 08.2009
Beiträge: 16
Welche Eröffnung mit schwarz?

Welche Eröffnung empfiehlt ihr mir mit schwarz gegen e4 und d4? Ich kann mit offenen und halboffenen Stellungen gut umgehen. Geschlossene Eröffnungen sind nichts für mich. Würde gerne am Königsflügel angreifen können
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #2 (permalink)  
Alt 02.05.2010, 19:50
Benutzerbild von Erathostines
Erathostines
Forumsprofi
DWZ/Elo: ~2100
 
Registriert seit: 08.2006
Ort: Sachsen (Keis Chemnitz)
Beiträge: 204
Auf e4 empfehle ich, wie üblich den Franzosen (e6). Das lässt den sonst so toll erscheinenden e4 (meiner Meinung nacht) etwas verpuffen. Aber damit mir nicht gleich wieder einer aufs Dach steigt, möchte ich auch den Sizilianer nicht zu kurz kommen lassen. Auf d4 einfach Tarrasch spielen. Der ist solide. Den Angriff am Königsflügel in der Eröffnung möchte ich dir nicht empfehlen, der scheint mir in den meisten Eröffnungen einfach zu absurd. Aber zu jeder Eröffnung gibt es Bücher, oder das Internet. Belies dich ruhig ein bisschen, lerne und probiere aus. Das ist die besste Medizin.
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #3 (permalink)  
Alt 02.05.2010, 20:24
Okan50
Einsteiger
 
Registriert seit: 08.2009
Beiträge: 16
Die Abtauschvariante finde ich aber irgendwie langweilig :-) Ein Angsthase tauscht da sofort ab. Dann kann weiß ein Remis nach Hause schieben.
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #4 (permalink)  
Alt 03.05.2010, 19:21
Wolfgang01
Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1779/1806
 
Registriert seit: 05.2007
Beiträge: 75
Wie wäre es mit Holländisch oder Königs- bzw. Grünfeldindisch?

Das Wolgagambit ist etwas für Wagemutige; ist jedoch häufig eine Überraschung für Weißspieler. Der schwarze Druck am Damenflügel ist doch sehr deutlich!

Gegen e4 ist auch Aljechins Verteidigung eine interessante Alternative. Ein Springer auf f6 ist immer brauchbar, wenn Weiss sich nicht auf Springerjagd begibt.
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #5 (permalink)  
Alt 11.08.2010, 20:54
Dede
Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 2122/----
 
Registriert seit: 08.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 83
Etwas für Schwarz gegen 1. e4 oder 1. d4

Hi Okan50,
ich weiß ja nicht, ob du noch einer Antwort bedarfst (immerhin ist deine Frage gut drei Monate alt), aber ich bin erst seit heute hier Teilnehmer, weshalb ich erst jetzt meinen Senf dazu geben kann.
Zunächst einmal muss ich sagen, dass es nicht leicht ist, eine so pauschal gestellte Frage zu beantworten. Was du mit Schwarz gegen 1. e4 oder 1. d4 spielen solltest, hängt von vielen Parametern ab. Wie stark bist du, wie stark sind deine Gegner? Zu welchem Anlass findet die Partie statt usw. usf. Soll heißen: Als besserer Spieler kannst du ruhig mal was gegen einen Schwächeren riskieren. Genauso in einer freien Partie. Gegen bessere Leute oder in Turnierpartien bzw. Mannschaftskämpfen musst du dagegen eventuell vorsichtiger sein.
Doch jetzt konkreter: Mein Vorschlag gegen 1. e4...
Zunächst möchte ich Erathostines widersprechen und gerade nicht Französisch oder Sizilianisch (und auch nicht Caro-Kann oder Pirc) empfehlen. Sicher, alle diese Eröffnungen haben ihre Meriten und in der Hand eines erfahrenen Spielers können das fürchterliche Waffen sein. Aber es sind Konter-Eröffnungen. Ich meine damit, dass du in der Regel eine Auffangstellung einnimmst, eine weiße Initiative oder einen Angriff zulässt, dann diese(n) abwehrst und erst zum Schluss durch ein Konterspiel gegen die Schwächen des Anziehenden, die während seiner Angriffsbemühungen entstanden sind, zurückschlägst und dann das Endspiel gewinnst. Aber wenn ich dich recht verstanden habe, ist das nicht unbedingt dein Ding.
Du schreibst, dass du am Königsflügel angreifen möchtest. Ich gehe einmal davon aus, dass du nicht prinzipiell den Königsflügel meinst, sondern den Flügel, auf dem sich der gegnerische König aufhält. Ferner schreibst du, dass du offene und halboffene Stellungen ganz gut spielst, während du mit "geschlossenen Eröffnungen" nichts anfangen kannst. Auch hier gehe ich einmal davon aus, dass du die Position (Bauernkonstellation; Figurenspiel) meinst und nicht das grobe Einteilungsraster für Eröffnungen. Wenn ich dich in diesem Punkt richtig verstehe, dann sind halboffene Partieanfänge eher nichts für dich. Vielleicht mit Ausnahme von 1. e4 Sf6 (Aljechin) oder 1. e4 d5 (Skandinavisch). Meine Kenntnisse zu Skandinavisch sind nicht fundiert genug, um mir ein Urteil dazu erlauben zu können. Meinem oberflächlichen Eindruck nach könnte das etwas für dich sein... Was die Aljechin-Verteidigung angeht, so ist sie sicherlich interessant, aber im Hinblick auf die oben skizzierte Konterspielproblematik ebenfalls eher "schuldig im Sinne der Anklage". Darum mein Rat: Antworte auf 1. e2-e4 mit e7-e5.
A) Auf 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 spielst du 3. ... Sf6, das Zweispringerspiel (Preußisch).
A1) Den Ausfall 4. Sg5 beantwortest du mit 4. ... d5 5. exd5 b5!? (Ulvestad-Variante). Deine Gegner müssen dann gute Kenntnisse haben, um zu wissen, dass nun 6. Lf1! der beste Zug ist (worauf du mit 6. ... h6 reagierst). Alle anderen (unerfahrenen und überraschten) Gegner werden eher auf b5 oder c6 schlagen, was dir in beiden Fällen ein sehr gutes Spiel gibt, z.B. 6. Lxb5 Dxd5 7. Lxc6† Dxc6 8. 0-0 Lb7 9. f3 Lc5† 10. Kh1 h6 11. Sh3 0-0-0 nebst g7-g5-g4 und mörderischem Angriff. Na, wenn das nicht eine Stellung so recht nach deinem Herzen ist, dann weiß ich ja auch nicht...
A2) Auf 4. d4 spielst du 4. ... exd4 und gehst nach
A2a) 5. 0-0 mit 5. ... Lc5 auf den Max-Lange-Angriff ein: 6. e5 d5 7. exf6 dxc4 8. Te1† Le6 9. Sg5 Dd5 10. Sc3 Df5. Das musst du dann natürlich kennen (dein Gegner allerdings auch).
A2b) 5. Sxd4 Sxe4! 6. Lxf7† (6. Dh5 Df6 7. Sxc6 bxc6 8. 0-0 Le7 mit schwarzem Mehrbauern) 6. ... Kxf7 7. Dh5† g6 8. Dd5† Kg7 9. Sxc6 bxc6 10. Dxe4 De8! 11. Dxe8 Lb4† 12. c3 Txe8† verschafft dir das Läuferpaar bei offener Stellung; leichter Vorteil für Schwarz würde ich sagen.
A2c) 5. c3 (Göring-Gambit) 5. ... dxc3 6. Sxc3 Lb4 7. 0-0 Lxc3 8. bxc3 d6 und du hast erst einmal einen Mehrbauern.
B) 2. Sf3 Sc6 3. Sc3 Sf6 führt zum Vierspringerspiel.
B1) Auf 4. Lb5 kannst du neben der Hauptfortsetzung 4. ... Lb4 auch pseudobescheiden 4. ... d6 spielen. Die Idee ist, dass Weiß nicht zu früh rochieren darf, weil er am Königsflügel sonst in eine prekäre Lage geraten kann, z.B. 5. 0-0?! Lg4 6. h3 Lh5 7. d3? Dd7 8. Lg5 Le7 nebst 0-0-0, h7-h6 und g7-g5(-g4) und mörderischem Angriff. Das ist natürlich nicht forciert, zeigt aber, wie gefährlich es für Weiß werden kann. Damit wirst du etliche Patzer kriegen...
B2) Der Übergang ins Schottische Vierspringerspiel mittels 4. d4 konterst du unerschrocken mit 4. ... exd4.
B2a) 5. Sxd4 Lb4 6. Sxc6 bxc6 7. Ld3 0-0 8. 0-0 d5 9. exd5 cxd5 guckst du dir in der einschlägigen Eröffnungsliteratur an.
B2b) 5. Sd5 (Belgrader Gambit) ist gefährlich. Du lässt dich auf nichts ein (Finger weg von 5. ... Sxe4, was zwar spielbar ist, was du aber verteufelt gut kennen musst) und spielst 5. ... Le7. Das frustriert viele Gambitspieler. Nach 6. Lf4 0-0!? muss schon Weiß beweisen, dass er nicht nur die Hauptvarianten kennt: 7. Lxc7 (7. Sxc7? Sh5 8. Sd5 Sxf4 9. Sxf4 Lb4† 10. Sd2 Te8 nebst d7-d5 und Vorteil für Schwarz.) 7. ... De8 und es ist nicht ganz trivial für Weiß, die beste Fortsetzung 8. Le2 zu finden.
B3) 4. Sxe5 (Halloween-Gambit) ist viel gefährlicher als es zunächst aussieht: 4. ... Sxe5 5. d4 und nun sind
B3a) 5. ... Sg6 6. e5 Sg8 7. Lc4 d5 8. Lxd5 c6 oder
B3b) 5. ... Sc6 6. d5 Se5 7. f4 Sg6 8. e5 Sg8 9. d6 cxd6 10. exd6 Df6 oder
B3c) 5. ... Sc6 6. d5 Lb4 7. dxc6 Sxe4 8. Dd4 De7 brauchbare Aufstellungen (aber wenn du's überheblich angehst, verlierst du schneller als du denkst...)
C) 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 (Spanisch) beantwortest du mit 3. ... a6 und versuchst, in folgendes Abspiel zu kommen:
C1) 4. La4 Sf6 5. 0-0 b5 6. Lb3 Lb7 (Archangelsker Variante). Idee: Läuferentwicklung nach c5 (b6), Druck gegen e4, Behauptung und Stabilisierung von e5 mit d7-d6. Siehe: 7. Te1 Lc5 8. c3 d6 9. d4 Lb6 10. Lg5 h6 11. Lh4 und nun kannst du eventuell mit 11. ... Dd7!? auf Königsangriff spielen (das Schlagen auf f6 öffnet dir die g-Linie; deine Läufer könnten nach Öffnung der Mitte sehr schnell sehr gefährlich werden.
C2) 4. Lxc6 dxc6 5. 0-0 macht dem ein Strich durch die Rechnung. Schau dir mal die Varianten mit 5. ... Lg4 6. h3 h5!? an. Gegen schwächere Gegner kann das zu raschen Siegen führen, à la 7. hxg4? hxg4 8. Sxe5? Dh4 9. f4 g3 nebst Matt auf h1.
D) 2. Sc3 beantwortest du am besten symmetrisch mit 2. ... Sc6 (und eventuellem Übergang ins Vierspringerspiel).
E) Auf das Königsgambit 2. f4 schlage ich zwei Varianten vor:
E1) Klassisch 2. ... exf4 3. Sf3 d6 (Fischer) 4. d4 g5 5. h4 g4 6. Sg1 Lh6 7. Sc3 Sc6 mit gutem Spiel für Schwarz. Oder
E2) verwegen 2. ... Df6!? (Nordwalder Variante). Musst du dir mal anschauen.
F) Das Mittelgambit (bzw. Nordische Gambit) 2. d4 nimmst du an: 2. ... exd4 3. c3 d4xc3 4. Lc4 cxb2 5. Lxb2 und nun führt
F1) 5. ... d5 6. Lxd5 Sf6 7. Lxf7† wohl annähernd zu gleichem Spiel (minimal besser für Schwarz), aber ehrgeiziger geschieht
F2) 5. ... d6 6. Db3 De7 7. Sc3 c6 8. Sf3 Sd7 nebst Sd7-c5 und Lc8-e6 Schwarz steht zwar zunächst etwas gedrückt und passiv, aber nach und nach wird er sich befreien und Weiß wird es schwer haben, Kompensation für zwei Bauern nachzuweisen.

Meine Empfehlung gegen 1. d4:
Ganz klar: Holländisch! Genauer: Das Leningrader System. Kauf dir das vorzügliche Buch von Stefan Kindermann. Dort findest du alles, was du wissen musst. Der Vorteil von Holländisch ist, du kannst es gegen 1. d4, 1. c4 und 1. Sf3 spielen.
Wenn dir das nicht zusagt, so kannst du auch Modernes Benoni (1.d4 Sf6 2. c4 c5) versuchen.

Ansonsten finde ich den Ratschlag von Erathostines nicht verkehrt: Besorg dir ein Buch mit einem Überblick über Eröffnungen, schau nach, was dir gefällt, probiere es aus und sammle deine Erfahrungen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass du dein Eröffnungsrepertoire noch mehrmals wechseln bzw. erweitern wirst, bis du deinen Weg gefunden hast. Viel Spaß dabei. Bis dahin mag dir mein Rat hilfreich sein...
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #6 (permalink)  
Alt 30.08.2010, 23:30
Benutzerbild von Killerkeks
Killerkeks
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DWZ/Elo: 1329
 
Registriert seit: 08.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 40
Also ich bin ja noch nicht so stark, aber mir wurde auf:

1. d4 d5
2. c4 e6
3. Sf3 c6

empfohlen. ich kenne den namne der eröffnung nicht, aber das wurde mir von einem 2000+ empfohlen.

Dann kann man als Schwazer, zwar mit einem kleinen entwicklungsnachteils, aber dennoch eine Solide und recht ruhige Eröffnung über Sf6 Sbd7 Ld6 De7 0-0 usw spielen.

Sollte ich mich irren bitte ich um berichtigung^^
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #7 (permalink)  
Alt 31.08.2010, 00:28
Dede
Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 2122/----
 
Registriert seit: 08.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 83
@ Killerkeks:
Klar kann man so spielen (nennt sich Halbslawisch) und ist wohl auch solider als meine Vorschläge Holländisch oder Benoni. Es ist nur so, dass man bis sagen wir mal DWZ 2200 in einer Liga spielt, in der die Partien meist nicht so sehr wegen einer zweifelhaften Eröffnung in die Hose gehen. Darum finde ich, dass man es ruhig wagen kann Eröffnungen zu probieren, die möglicherweise gewagt sind, die dafür aber ein gewisses Gewinnpotenzial in sich bergen.
Und Holländisch oder Benoni spielt man, weil man auch mit Schwarz gewinnen will!
Was deinen Vorschlag angeht, Halbslawisch zu spielen, so ist das - wie gesagt - sicherlich eine gesunde Wahl. Aber es wird dir hier schwerer fallen zu gewinnen als mit Holländisch oder Benoni. Andererseits ist das Verlustrisiko auch geringer. Das hängt wohl vom Spielertyp ab. Ich jedenfalls will gewinnen, wenn ich mich ans Brett setze; egal ob mit Weiß oder Schwarz. Darum bevorzuge ich Eröffnungen, in denen gleich oder zumindest bald etwas los ist und ich nicht erst etwas klammere, um dann auf den Fehler des Gegners warten zu müssen, um auf Gewinn spielen zu können. Vermutlich wäre ich erfolgreicher, wenn ich anders verfahren würde, aber so macht es mir einfach mehr Spaß (mitunter sehr zum Leidwesen meiner Mannschaftskammeraden)...
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #8 (permalink)  
Alt 31.08.2010, 10:44
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 475
Nun ja, Killerkeks' Eröffnung kann ja noch viel Gewinnpotential bieten:
zB. 4. Sc3 dxc4!? (Noteboomvariante) und schon wirds spannend
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #9 (permalink)  
Alt 31.08.2010, 16:10
maxquick
Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
 
Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
@ Dede:

Aus den gleichen Gründen, wie von dir erwähnt, habe ich angefangen den Leningrader zu spielen und spiel es immer noch. Ich will den König angreifen. Ich habe dazu das Buch von Beim gelesen und "Starting out: the Dutch" von McDonald.
Ich musste aber feststellen, dass laut der theorie Schwarz in den Hauptvarianten in der Regel am Damenflügel spielt.



Hiernach spielt Weiß in 70% der Fälle d4-d5 und man muss sich mit Sa6-Tb8-c6 (oder c5) -b5 begnügen. Von königsangriff keine Spur...
http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1105764

Auch gegen Systeme mit frühem b2-b3 ist Sa6 ect. auch das Standardverfahren: http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1085546

Deswegen habe ich schon überlegt zu Königsindisch zu wechseln.

Hier also meine Frage:
Wie spielst du das Leningrader System und kannst du ein paar Tips geben, wie man zu einem Königsangriff kommt?
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #10 (permalink)  
Alt 31.08.2010, 23:27
maxquick
Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
 
Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
Sogar Rybka spielt das Leningrader System: http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1584794
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #11 (permalink)  
Alt 01.09.2010, 12:54
Dede
Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 2122/----
 
Registriert seit: 08.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 83
Mit dem Leningrader System...

@ Fälix,
moin, moin, jaaaa! Du hast natürlich recht. Auch mit Slawisch oder Halbslawisch kann man prima Stellungen mit Gewinnpotenzial aufs Brett kriegen. Tatsächlich habe ich - als ich noch auf Bücher und starke Vereinsspieler gehört habe und deshalb meine heimliche Liebe Holländisch nicht anzuwenden wagte - tatsächlich also habe ich früher selbst sehr gerne Slawisch gespielt. Leider haben das im Moment einige führende Weltklassespieler für sich entdeckt (Anand lässt grüßen). Und das ist auch der Grund, warum ich das derzeit nicht empfehlen würde. Es gibt einfach so irrsinnig viele Theoriejünger, die immer alle Modesachen und neuste Trends viel besser kennen als ich. Darum bleibe ich bei Holländisch oder Benoni...
@ maxquick,
hallo erstmal. Es stimmt schon. Im Leningrader spielt Schwarz oft am Damenflügel. Mich persönlich stört das nicht. Wenn ich schrieb, dass ich gewinnen will, wenn ich mich ans Brett setze, dann meinte ich damit nicht unbedingt ergänzend "im wilden Königsangriff". Natürlich ist das auch meine große Liebe. So ein schöner Königsangriff ist etwas, was mich begeistert. Aber wenn mir mein Gegner durch den Eröffnungsverlauf eher eine Chance auf dem Damenflügel einräumt, so ist mir das auch recht.
Entsprechend spiele ich gerne die von dir angegebene Hauptfortsetzung 7. ... De8. Die Idee, mit der Dame nach f7 zu gehen um eventuell gegen c4 Druck zu machen, ist ja nicht der einzige Sinn. Die Frage ist doch, wo will Weiß eigentlich spielen? Richtig, im Zentrum! Das versucht er normalerweise, indem er e2-e4 durchsetzt. Aber gerade das wird nicht ganz einfach mit einer schwarzen Dame auf f7, weil auf Schablonenzüge wie Tf1-e1 der Punkt f2 verwundbar wird und Sf6-e4 geht.
Aber das Leningrader System ist ein gutes Beispiel für meine eingangs gemachte These, dass man in meiner Spielstärke durchaus auch anrüchige Varianten wählen kann. So könntest du z.B. anstelle von 7. ... De8 die alte Hauptvariante 7. ... Sc6 auspacken. Bei völlig korrektem Spiel erhält Weiß einen gewissen Vorteil, aber was heißt das schon? Das bedeutet doch in der Regel nur, dass Großmeister solche Stellungen zu einem Sieg verdichten können. Aber ich als Normalpatzer gewinne eben gegen andere Normalpatzer auch mit der schlechteren Stellung genügend oft, weil unsere Fehler sich auf einer viel gröberen Ebene abspielen und mit der Eröffnungsvariante eher selten etwas zu tun haben. Nach 7. ... Sc6 8. d5 Se5!? 9. Sxe5 dxe5 entsteht eine Stellung, in der du sehr wohl am Königsflügel spielst und zum Angriff kommst. Ich habe jedenfalls schon so manches Pünktchen damit geholt, selbst wenn meine Gegner noch die Theorie-Empfehlung 10. e4 f4 11. gxf4 exf4 fanden. Nun ist 12. Lxf4 nicht gut wegen 12. ... Sxe4 und f4 hängt (13. Lxc7? Sxc3 14. Lxd8 Sxd1 15. Lxe7 Te8 und Schwarz behält ein Stück mehr...). Aber wenn Weiß nicht auf f4 nehmen kann, hast du g6-g5 und spielst wie gewünscht am Königsflügel. Die Kehrseite ist, dass Weiß gute Gegenchancen am Damenflügel erhält, aber wie gesagt, viele von uns Entchen können damit oft nur wenig anfangen.
Was deine Überlegung angeht, zu Königsindisch zu wechseln, so bin ich da noch aus Jugendtagen ein gebranntes Kind. Damals spielte "man" auf 1. d4 "natürlich" Königsindisch und auf 1. e4 "selbstverständlich" Sizilianisch! Beides habe ich damals nicht verstanden und nie sauber erlernt. Irgendwie verlor ich mit diesen Eröffnungen sehr oft - auch gegen nominell schwächere Gegner. Das wirkt bis heute in mir nach. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass ich, bei entsprechendem Zeitaufwand, durchaus in der Lage wäre, beide Eröffnungen heute viel besser verinnerlichen und dadurch erfolgreich anwenden zu können, ist in mir immer dieses dum(m)pfe Unbehagen, in schlechten Verteidigungsstellungen zu landen. Ja, ja, die Psyche... Ich schnallte sehr schnell, dass ich nicht das spielen sollte, was "man" spielt, sondern das, was mir liegt.
Wir können gerne noch ein bisschen über Holländisch diskutieren, aber im Moment bin ich auf der Arbeit und ohne Brett ausgestattet. Deshalb möchte ich jetzt keine Zugfolgen aus dem Gedächtnis rezitieren, um dann von euch nachher lesen zu müssen, dass ich hier und da dies und jenes verzapft habe, nur weil ich beim Blindspiel einen Zug vergessen habe aufzuschreiben. Darum wartet ein bisschen, bis ich wieder zu Hause bin und etwas Zeit finde...
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #12 (permalink)  
Alt 01.09.2010, 21:31
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 475
Zitat:
Zitat von maxquick Beitrag anzeigen
Ich will den König angreifen.

[...]

Deswegen habe ich schon überlegt zu Königsindisch zu wechseln.
Mag sein, dass das wenig aussagekräftig ist, da ich nicht alle Varianten in Königsindisch genau kenne. Aber ich habe vor einem Jahr angefangen, mir die Varianten von Königsindisch anzuschauen (ich hatte dazu auch einen Thread aufgemacht). Ich habe nicht sonderlich viel Spielpraxis, ich schätze, dass ich bisher 3 Turnierpartien und etwa 50 Internetpartien (mit Schwarz) gespielt habe. Das Niveau war etwa 1700-1900. In den Turnierpartien wurde einmal der 4Bauernangriff und zweimal Nebenvarianten gespielt. In den Internetpartien wurde gegen mich vielleicht 2 mal das klassische System gespielt. Das klassische System ist aber (glaube ich) das einzige, bei dem es den klassischen Königsangriff gibt. Es kann sein, dass es auch bei der Sämisch Variante ist, aber ich spiele da 6. ...c5, da ist nix mit Königsangriff. Bei allen anderen Varianten (4 Bauern, Awerbach, h3-Systeme, Fianchetto, usw.) spielt Schwarz eher am Damenflügel oder versucht, das Zentrum zu zerstören.
Ich bin selbst ein bisschen enttäuscht, dass das klassische System kaum gespielt wird, auch wenn mir die Stellungen ansonsten immer gut gefallen. Wird wahrscheinlich kaum gespielt, weil viele, die schon länger auf diesem Niveau spielen, oft ihre eigenen Systeme haben und andere, die ambitionierter sind, ihre Zeit nicht damit verschwenden wollen, die klassische Variante zu studieren, die glaube ich auch für Weiß sehr viel Theorie beinhaltet. Bei >1900 ist es aber sicher anders.
Ich würde es mir also gut überlegen, zu Königsindisch wegen des Königsangriffs überzuwechseln, sehr theorielastig ist.
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #13 (permalink)  
Alt 01.09.2010, 21:38
Benutzerbild von Killerkeks
Killerkeks
Aktiver
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Beiträge: 40
@Dede: Also ich habe einige varianten der Slawischen eröffnung und abarten zu gesicht bekommen und würde fast behaupten es kommt zu einem vorteil:

1. d4 d5 2. c4 e6 (oder c6 wobei das gerne von großmeistern gespielt wird wenn beide seiten keine Lust auf ein ernsthaftes spiel haben gespielt wird) (meist remis durch cxd)
3. Sc3 c6 4. e4 (schwarz bekommt 1.2 bauen vor) und e4 deutet auf ... Sf6 die fesslung mit dem läufer und ein scharfes spiel hin.

deshalb sollte man 4. ... dxe 5. Sxe Lb4+ wenn weiß im 6. zug den läufer auf d2 setzt gewinnt weiß einen bauern und holt sich den läufer zurück indem er den Springer auf e4 mit Schach rausnimmt. zwar hat schwarz einen starken Schwarzfeldrigen läufer aber dies dürft (g2 + turm drohen nach weiter netwicklung zu fallen.
zumschluss das tauschen von turm ggn den starken läufer und man spielt mit 2 springern und weißfledrigem läufer + 2 mehr bauern ggn einen weißen turm + WF läufer und Springer. Wenn man es dann noch schafft den weißen läufer abzutauchen und seien läufer zu behalten, denke ich das 1 Turm + Springer von weiß den 2 mehrbauern, Spinge rund Läufer weit unterlegen sind.

Ich gebe zu es ist ein genaues Spielen erforderlich aber in fst jeder variante hat man mindestens einen mehrbauern und das ist schon ne menge.
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #14 (permalink)  
Alt 02.09.2010, 14:17
Dede
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Registriert seit: 08.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 83
Ts, ts, ts

Sorry, bin zur Zeit fast ohne Internet, weil mein Alice-Modem am Absterben ist. Melde mich wieder, wenn das neue Modem da ist... Bis dahin: spielt Holländisch!
LG von der Waterkant...
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  Welche Eröffnung mit schwarz? Beitrag #15 (permalink)  
Alt 02.09.2010, 17:22
Okan50
Einsteiger
 
Registriert seit: 08.2009
Beiträge: 16
Danke für eure zahlreichen Antworten! Ich spiele gegen d4 nun das Leningrader System. Aber Wenn dann mal d4-d5 kommt, fehlen mir leider etwas die Ideen. Ich weis auch nicht, was ich zum Beispielen gegen den e4 Vorstoß von weiß machen kann. Ich kann diesen nicht verhindern, da meine Gegner diesen Punkt mit Ld3, Te1, Sc3, Dc2 usw. unterstützen.Was kann man dagegen denn machen?
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