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05.03.2011, 13:43
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Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 2122/----
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Registriert seit: 08.2010
Ort: Hamburg
Beiträge: 89
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Holländisch - De8-Leningrader mit weißem e2-e4 (Teil 1)
Hai Leute und ein spezielles Hallo an Pinot47,zuerst einmal danke für deine freundliche Wertschätzung meines Beitrags, Pinot. Ich habe leider nie genug Zeit, um mich meinen Hobbys in angemessener Weise zu widmen. Die Arbeit verhindert das immer wieder erfolgreich. Aber ich schätze, das geht den allermeisten von uns nicht anders. Aber du hast recht, ich hatte mal irgendwo erwähnt, dass ich auch noch was zu Holländisch-Leningrader mit der Idee e2-e4 schreiben wollte. Damit will ich heute anfangen. Danach gehe ich gerne auch darauf ein, was zu tun ist, wenn Weiß auf das Fianchetto seines Königsflügelläufers verzichtet und statt dessen einen Aufbau mit e2-e3, Lf1-d3 wählt. Aber der Reihe nach:Nach 1. d4 f5 2. g3 Sf6 3. Lg2 g6 4. Sf3 Lg7 5. 0-0 0-0 6. c4 d6 7. Sc3 De8 haben wir die "Ausgangsstellung" des Leningraders mit De8 erreicht. Diesmal soll es um Varianten gehen, die den Zentralvorstoß e2-e4 zum Ziel haben.VorwortZunächst möchte ich erwähnen, dass diese Idee mir als Holländisch-Fan ziemlich unangenehm ist. Einerseits gibt es da einige wenig untersuchte Möglichkeiten, die mir nicht gerade ungefährlich für Schwarz vorkommen, andererseits gibt es aber auch wieder ein paar Abspiele, die zwar nicht sehr gefährlich für Schwarz zu sein scheinen, bei denen Schwarz auf der anderen Seite aber auch nicht gerade große Gewinnchancen erhält. Letzteres ist vielleicht auf (Groß-)Meisterebene völlig zufriedenstellend, weil die mit Ausgleich und Remis glücklich sind, wenn sie Schwarz haben, aber ich als Amateur mag Holländisch ja gerade deshalb, weil ich damit auch mit Schwarz auf Gewinn spielen kann. Dementsprechend sind mir Varianten, die zu schnellem Ausgleich bzw. rasch verflachenden Stellungen führen, nicht sehr sympathisch. Aber nun genug der Worte...Teil 1: Der sofortige Zentrumsvorstoß8. e2-e4Der unverzügliche Vorstoß in der Mitte gilt als verfrüht und soll Schwarz sofort gutes Spiel geben.8. ... f5xe4Das wird am häufigsten gespielt. Aber vielleicht ist der Abtausch eines Springerpaares günstiger für Schwarz?! Nach 8. … Sxe4 9. Sxe4 fxe4 10. Sg5 Sc6 11. Le3 e5! 12. d5 Sd4 13. Sxe4 Lf5 hatte Schwarz in der Partie Fischer – Schmittdiel, Cattolica 1993 jedenfalls keinerlei Schwierigkeiten. Nach 14. Dd3?! Dd7 15. f3 Tae8 16. Dd2 b5! 17. b3 bxc4 18. bxc4 Da4 19. Tac1 Tb8 20. c5? Sxf3+ 21. Txf3 Lxe4 22. Txf8+ Lxf8 23. cxd6 Lxd6 24. Lxe4 Dxe4 25. Lxa7 Ta8 kam Schwarz sogar in Vorteil.9. Sf3-g5 Sb8-c610. Lc1-e3Statt dessen bringt 10. d5 Weiß nach 10. ... Sa5 gleich in Schwierigkeiten. Der Bauer c4 hängt und ist nur schwer zu decken.a) Die Felder b3 und a4 (beachtet mal wieder die Tausendsasserin auf e8!) werden von Schwarz kontrolliert und sind daher für die weiße Dame unzugänglich.b) 11. b3 h6 schützt erst einmal den Bauern e4 vor dem Zugriff der weißen Häscher, dab1) 12. Sgxe4? Sxe4 an der geschwächten Diagonale a1-h8 scheitert.b2) Aber auch nach 12. Sh3 kommt Schwarz durch die geschwächte Diagonale in Vorteil: 12. … b6! (Verführerisch sieht 12. ... Sg4 aus, weil 13. Lb2? Se5! mit der Idee 14. Sxe4 Lxh3 15. Lxh3 Sf3+ nebst 16. ... Lxb2 -+ oder 15. Lxe5 Lxg2 16. Lxg7 Lxe4 17. Lxf8 Dxf8 -+ Schwarz klar in Vorteil bringt und auch 14. Tb1 wegen 14. ... Lg4 15. Dc2 g5 nebst De8-h5 und einem typisch holländischen Angriff nicht gut wäre, aber 13. Ld2! ist wegen der gefährdeten Stellung des Springers a5 nicht unproblematisch. So scheitert beispielsweise 13. … e3 an 14. fxe3 Sxe3 15. Txf8+ Dxf8 16. Lxe3 Lxc3 17. Tc1 nebst 18. b4 +-.) Aber nach dem Textzug, der den Springer a5 über b7 nach c5 überführen will, ist es wieder an Weiß zu verhindern, in Nachteil zu kommen, zum Beispiel: 13. Lb2 Sb7 14. b4 a5 15. a3 g5 16. Kg1 (Es drohte Lc8-g4 nebst De8-h5.) 16. … Lf5 und ich mag die schwarze Stellung lieber.b3) Auf 12. Se6 Lxe6 13. dxe6 sieht 13. … d5 gut aus. 14. cxd5 Td8 15. La3 c6 usw.c) Bleibt noch 11. De2, aber hier wird die weiße Dame sofort mit 11. … Lg4 belästigt. Ein Wegziehen würde den Bauern c4 kosten, also kommt nur 12. f3 in Frage. Nach 12. … exf3 13. Sxf3 e6! hat Schwarz allerdings erst einmal einen Mehrbauern, weil der Versuch, den Springer a5 mit 14. b4 abzuholen, einmal mehr an der schwachen langen Diagonalen scheitert: 14. … exd5 15. Dxe8 Taxe8 16. bxa5 Se4 usw.10. … Lc8-g4Danach kann Weiß zwei Wege beschreiten:a) 11. Dd2, was nach 11. … Dd7 12. Sgxe4 Sxe4 13. Sxe4 d5 14. d5 Sd4 15. Lxd4 exd4 16. f4 Tae8 17. Tae1 a6 zu einer unklaren Stellung führt. Ich würde hier gerne mit Schwarz spielen, weil man mit c7-c6 und/oder b7-d5 die Stellung öffnen kann, wonach das schwarze Läuferpaar eine sehr wirkungsvolle Waffe werden kann. Aber selbst wenn Weiß die weißfeldrigen Läufer tauscht, verbleibt Schwarz mit dem Läufer gegen den Springer und Bauern auf beiden Flügeln mit guten Chancen auf Vorteil. Zugegeben, Weiß ist nicht verloren. Er kann Se4-g5-e6 anstreben und gegen den Bauern d4 spielen. Unklar eben…Auch 11. Dd2 Dd7 12. Sgxe4 Sxe4 13. Lxe4 Lf3 14. Lxf3 Txf3 bietet beiden Seiten Chancen, zum Beispiel 15. Se4 d5!? 16. Sc5 Df5 17. Tac1 Tf8 18. cxd5 Dxd5 19. Sb3 b6 20. Dc2 Sxd4 21. Sxd4 Lxd4 22. Lxd4 Dxd4 23. Tcd1 Df6 24. Td7 c5 25. Txa7 Tf7 26. a4 h5 (Afifi – Jussupow, Tunis 1985; ½-½, 33). Die vollkommene Beherrschung der f-Linie hindert Weiß daran, ernsthafte Gewinnversuche zu starten.b) 11. Db3 sieht aktiver aus, aber das führt nach 11. … Dd7 12. Sgxe4 Sxe4 13. Sxe4 Lf3 ebenfalls zu einer unklaren Stellung mit beiderseitigen Chancen.Fazit: Der sofortige Zentrumsvorstoß 8. e2-e4 ist wohl verfrüht und bietet Weiß wenig Hoffnung auf Vorteil. Andererseits erhält Schwarz bei korrektem weißen Spiel auch nicht gerade eine vorteilheischende Stellung. Er hat kaum Schwierigkeiten, ja! Aber die Chancen auf Verwicklungen sind auch nicht gerade groß.
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08.03.2011, 11:32
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Einsteiger
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Registriert seit: 11.2010
Beiträge: 14
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Danke Dede für deine Ausführungen! War selbst früher Holländisch Fan, aber ich hab dann erstmal nach Alternativen zum Leningrader gesucht und kaum/keine gefunden. Auch ich bevorzuge, mit Schwarz auf Sieg zu spielen (spiel Aljechin, obwohl es da auch forcierte Remis gibt), und deswegen hatte ich angefangen, Benoni zu spielen. Doch irgendwie gefällt mir Holländisch mehr.
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09.03.2011, 07:50
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Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1886/1876
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Registriert seit: 05.2007
Ort: Zu Hause
Beiträge: 77
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Vielleicht sollte man auf der schwarzen Seite des Brettes erst einmal auf „Ausgleich“ spielen.
1) Entwicklung der Figuren und dabei
2) Kampf um die Zentrumsstellung
Da die Spieler auf der weissen Seite des Brettes häufig eine gewisse Initiative haben, wäre es doch sehr vermessen, gleich auf Königsangriff spielen zu wollen. Gut sind eigentlich alle Eröffnungen, die in der (Groß)meisterpraxis gespielt werden. Da muß wirklich jeder für sich heraussuchen, was ihm am besten gefällt und womit er am besten zurecht kommt.
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