Hallo gavagai, willkommen zurück im Schach!
Eine komplette Antwort kann ich dir nicht bieten, und ich sollte vorausschicken, daß ich von speziellen Hard- oder Software-Fragen weniger verstehe als vom Schach (obwohl ich mal Informatik im Nebenfach studiert habe; aber da ging es mehr um theoretische Themen wie Komplexität, Berechenbarkeit ...)
Um Chessbase wirst Du (leider!) wohl ebensowenig herumkommen wie um Microsoft, einfach weil es deutlich am verbreitesten ist - Du wirst ja vielleicht auch mal mit anderen Leuten (Schüler, Trainer, Schul- und Breitenschach-Funktionäre ...) kommunizieren oder zusammenarbeiten wollen, und da werden fast alle Gesprächspartner auch (nur) Chessbase-Produkte haben.
ChessAssistant ist für Profispieler wohl ebenso gut (und manche arbeiten lieber damit, da es paar andere Funktionen zur Analyse hat), aber solange Du Dich im deutschen Breitenschach bewegst, ist Chessbase unumgänglich.
Also als
Datenbankprogramm Chessbase11, dazu mindestens die Bigbase2011, besser die
Megabase2011 (gibt´s auch, je nach Geldbeutel, im Paket). Eröffnungslexikon ist nicht so doll, Endspielturbo oder Fernschachdatenbank brauchst du wohl auch nicht.
Engines braucht man ja eigentlich nur zum Online-Spielen oder zur Analyse im Datenbankprogramm, das Spielen gegen die Blechdose auf Turnierstufe verliert schnell seinen Reiz

Also sollte man die Engines relativ einfach ins CB-Datenbankprogramm einbinden können und das geht, nun ja, am besten mit den Chessbase-Engines wie Fritz/Rybka/Junior/Hiarcs/Schredder. Wie Du schreibst, spielt "ELO" (das haben eigentlich nur Menschen!) 3000 oder 3400 eigentlich keine Rolle, auf´m Notebook schon gar nicht. Wichtig ist aber, daß man (wenn die Analyse nicht ganz oberflächlich sein soll) mehrere verschiedene Engines (mindestens zwei) gleichzeitig laufen und sich in einer Stellung jeweils z.B. die besten drei Fortsetzungen anzeigen lässt: die Übereinstimmung der Engineergebnisse sagt viel über die Genauigkeit des Ergebnisses aus! Abgesehen von gewissen Schwächen (z.B. Erkennen von Festungen, tiefe positionelle Kompensation ...), die alle Engines haben, haben auch alle guten Engines irgendwelche spezifischen Merkwürdigkeiten: die eine ist taktisch etwas schwächer (bzw. langsamer, weil sie in focierten Varianten nicht automatisch tiefer sucht), die andere versteht Bauernketten schlechter, die nächste berücksichtigt keine Unterverwandlungen in der Tiefensuche, eine weitere sieht nicht, daß sich Läufer+falscherRandbauer anbahnt ... Je verschiedener zwei (prinzipiell etwa gleichstarke) Engines sind, desto mehr kann man der Stellungsbewertung trauen, falls beide wirklich (fast) das gleiche anzeigen! Für ´ne ordentliche Analyse braucht man jedenfalls
mindestens zwei Engines, und
eine davon sollte mMn Fritz oder Rybka sein (einfach wieder weil das die üblichsten sind); die zweite dann die jeweils andere oder eben Junior/Hiarcs/Schredder (Houdini kenn ich nicht?!), ´ne dritte wäre auch nicht falsch, wenn´s der Geldbeutel hergibt, kann aber natürlich auch später noch leicht ergänzt werden.
Zu Hardwarevorausetzungen kann ich wirklich nicht viel sagen, aber falls man die Engines ausreizen will, braucht man
relativ viel Arbeitsspeicher.
Internetverbindung und
DVD-Laufwerk sind auch notwendig (und üblich), bei einem Nur-Schach-Notebook braucht man natürlich auch
Word/Excel/Office. Wenn man Trainingsblätter (etwa DINA4 mit 4-12 Diagrammen=Taktikaufgaben samt Überschrift und bißchen Text) erstellen will, macht man das mMn besser in Word o.ä., das Hineinkopieren von Diagrammen aus Chessbase geht sehr gut. Die Anleitungen in Chessbase bezüglich solcher Funktionen (eigenes Erstellen von Übungszetteln, Turnierdatenbanken, Taktikdatenbanken, Schachbüchern!) sind ziemlich dürftig in Handbuch/Hilfefunktion, ist im Prinzip aber alles einfach, und mit Ausprobieren+Geduld+Übung friemelt man sich da bald rein ...
tracke

PS:
1) bei Chessbase kommen neue Versionen oft im Spätherbst/Winter heraus, man sollte ggf. überlegen, ob man mit Kauf bis Mitte Dezember wartet.
2) Bin wirklich kein großer Freund von Quasi-Monopolisten wie Chessbase, als Anwender kommt man aber kaum drum rum. Vor allem hasse ich jede Form von automatischen Updates; ist bei mir völlig deaktiviert, mache da alles mit getrenntem Download, USB-Stick und Update von Hand, was natürlich etwas zeitaufwändiger ist. - Ein eigenes Schach-Notebook ohne sonstige private/geschäftliche/wissenschaftliche Dateien hat da natürlich Vorteile