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Schach - Literatur gesucht

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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #1 (permalink)  
Alt 29.04.2010, 11:26
maxquick
Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
 
Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung

Die russische verteidigung ist meiner Meinung nach eine der solidesten Verteidigungen gegen 1.e4 neben Sizilianisch und Spanisch.

Zu ihren Vertretern gehören Jussupov, Karpov, Kramnik, Gelfand, Anand und neuerdings Anish Giri, der im B-Turnier von Corus damit gut gepunktet hat und im endeeffekt das Turnier gewonnen hat.

Karjakin und Polgar haben gegen Gelfand im World Cup 2009 das Läuferspiel angewandet, nur um Russisch zu vermeiden.

Jetzt wollte ich mir auch diese Verteidigung genauer anschauen und muss feststellen, dass es einfach kaum bücher dazu gibt.

Ich habe lediglich drei gefunden:
- Karpov (1993)
- Janjgava (2001)
- Raetsky (2005)

Das ist wirklich nicht viel! Es gibt mehr Bücher zu Skandinawisch, Pirc, Aljechin oder Philidor! Obwohl diese Eröffnungen auf GM-Niveau nicht so ein hohes Ansehen genißen wie Russisch.

Schlimmer noch, die neuern Bücher (Raetsky; Janjgava) haben katastrophale Rezensionen:

http://www.chessville.com/reviews/PetroffDefence.htm

http://www.amazon.com/Petroff-Gambit...DateDescending

Warum wurde Russisch so vernachlässigt? Und wie soll man so eine Eröffnung gut erlernen, ohne dass es gute aktuelle Literatur dazu gibt?
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #2 (permalink)  
Alt 29.04.2010, 13:58
Ali
GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
Ich denke, dass das einfach am Image von Russisch liegt. Der populärste Vertreter von Russisch ist nunmal Kramnik und der block damit einfach immer auf Remis (obwohl ich der Meinung bin, dass wenn Kramnik wieder Turniere gewinnen will er endlich mal Russisch aufgeben sollte, weil er damit nicht gut fährt - aber das nur am Rande).

Da steckt einfach nicht so viel Verkaufspotential in einem Russisch Buch.

MfG
Ali
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #3 (permalink)  
Alt 29.04.2010, 17:00
Fälix
Super GM des Forums
 
Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
Zitat:
Zitat von maxquick Beitrag anzeigen
Ich habe lediglich drei gefunden:
- Karpov (1993)
- Janjgava (2001)
- Raetsky (2005)
Es gibt noch eins von Jussupov (1999, Edition Olms); das scheint aber fast noch schlimmer als die von Janjgava und Raetsky. Nur Theorie, keine Erklärungen...
Ich weiß ja nicht, was du von Chessbase DVDs hältst (ich mag persönlich Bücher lieber), aber da gäbe es zwei:

http://www.chessbase.com/shopd/produ...96&user=&coin=

http://www.chessbase.com/shopd/produ...87&user=&coin=

Ansonsten stimme ich auch Ali zu; Die remisigen Vorurteile (vll stimmts auch, was weiß ich): Weiß kann ins Vierspringerspiel überleiten und Schwarz versucht fast immer symmetrische Bauernformationen zu erhalten.
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #4 (permalink)  
Alt 29.04.2010, 19:12
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Ich denke, das Problem der Bücher über Russisch ist eher ein Problem der Russischen Verteidigung selbst, welches sich dann auf die Bücher überträgt!

Ob Russisch besonders ausgeglichen-remisig ist?
Zunächst einmal ist es sehr solide, vor allem aber sehr gut ausanalysierbar! Das macht die Probleme für den vorbereiteten Verteidiger einigermaßen vorhersehbar und damit "vorbereitbar", was die Erklärung für die Beliebtheit in höheren Sphären sein dürfte.
Es ist nicht unbedingt remisträchtiger als manche superscharfe Sizilianer oder Spanier, man gucke sich mal Sozin, Sweschnikow, Marshall oder Jänisch(!) genauer an, die "zwischendurch" anscheinend?/scheinbar? viel interessanter sind.
Im Russen findet man auch tolle und wilde Partien, man schaue sich Naiditsch-Kramnik aus Dortmund 2009 nochmal an! - Vielleicht ist auch das Kausalitätsgefüge verkehrtherum (wie im Abtausch-Slawen): Die Variante ist nicht außergewöhnlich remisig, aber wenn beide Spieler einem Remis nicht abgeneigt sind (oder es sogar vorher vereinbart haben, pfui teufel), wird die Variante häufiger gewählt?!

Dies alles nur vorweg, der zentrale Punkt scheint mir ein anderer zu sein:
In den Hauptvarianten der Russischen Verteidigung gibt es keine das (frühe) Mittelspiel prägende Bauernstruktur! Und keine prägenden Bauernhebel!
Mag sein, daß sich nach dem Abtausch der e-Bauern oft die d-Bauern (Widder) gegenüber stehen; dazu vielleicht noch c4-versus-c6, eventuell diese aber auch getauscht, eventuell kam Se4/d5xSc3 und bxc3, vielleicht hat aber auch Schwarz f7-f5 zur stützung des Se4 eingestreut. Für Russisch ist m.E. Figurenspiel viel wichtiger, die Kunst der Bauernführung tritt meist erstmal in den Hintergrund.
Man vergleiche das mal mit Französisch, DG-Abtausch, Wolga-Gambit, Stonewall, Dd5-Skandi(mitSchwarz), Königsindisch, Drachen etc. Dort sieht doch jeder auch nur etwas erfahrene Spieler jeweils sofort, "wo die Figuren hingehören", und kann entsprechend einen halbwegs bis ziemlich sinnvollen Plan entwerfen (der je nach konkreten Details oft nur geringfügig verändert wird), sobald er nur mal 3 Musterpartien nachgespielt hat.
In Russisch gibt es solche typischen Pläne oder typischen Bauernvorstöße/-hebel eben in einem deutlich geringerem Ausmaß: obwohl es meist gar nicht so scharf aussieht, sind durch die konkrete Aufstellung der Figuren die Manöver eng begrenzt - aus kleinen Unterschieden in der Figurenaufstellung folgen oft große Unterschiede in den durchführbaren Operationen.
Im Prinzip gibt es vielleicht nur einen großen groben Plan in Russisch (Kazimdshanow erläutert das auf seiner DVD sehr gut): Nach 3.Sxe5 d6 4.Sf3 Sxe4 5.d4 d5 6.Ld3 möchte Weiß den Se4 vertreiben oder abtauschen, Schwarz möchte ihn halten oder höchstens derart (auf c3) tauschen, daß Weiß keinen großen Raumvorteil oder Entwicklungsvorsprung erlangt. Würde Schwarz einfach mit (6.)...Sf6 zurückgehen und Symmetrie herstellen, so hätte Weiß zwei Mehrtempi: das eine sowieso, weil er anfangen durfte, und das andere wegen des schwarzen Zeitverlustes d7-d6-d5 im Vergleich zu d2-d4. Okay, ein Abtauschfranzose mit Mehrtempo wäre immer noch nicht viel, aber vielleicht immerhin schon etwas. - Mehr übergreifende Pläne als diesen doch etwas schwammigen gibt es eigentlich nicht im Russen! Übrigens eine Tatsache, die viele e4-Spieler noch viel mehr stört als die paar potentiellen und tatsächlichen Russisch-Spieler!

Damit wären wir schon bei der Anwendbarkeit der Russischen Verteidigung für die meisten Hobby-/Vereinsspieler angelangt: Russisch ist merkwürdig und ziemlich unbrauchbar für viele auf dem Niveau ~1400-2100, weil auf diesem Niveau hauptsächlich das Spielen entlang von Bauernstrukturen erlernt und praktiziert wird.
Darunter, bei den leicht fortgeschrittenen Anfängern 1000-1300, ist Russisch mit seinem munteren Figurenspiel in offenen Stellungen vielleicht gar nicht so schlecht (sobald einmal verstanden wurde, daß nach 3.Sxe5 vor ...Sxe4 erstmal 3...d6 eingeschaltet werden sollte). Diese Schachfreunde (so war´n wir alle mal!) sind noch unbelastet von Hebeln, Inseln, Isolanis usw. und holzen mit 2-3-zügiger Taktik einfach drauf los!
Dann kommt wie gesagt die breite Masse der Hobby-, Vereins- und Turnierspieler, die den tieferen Sinn von Russisch nicht verstehen - eben weil es da nicht viel zu verstehen gibt!
Erst wenn man stark genug ist, sich in taktisch reichen Stellungen auch ohne prägende Bauernstruktur etliche Züge tief orientieren zu können, wird Russisch zu einer interessanten Option. Aber natürlich kommt man auch ohne Russisch gut durch sein Schachleben. Viel strategisches Verständnis, das man auch in anderen Eröffnungen anwenden könnte, lernt man eben nicht.

* * *

Meine Beurteilung der Russisch-Bücher und -DVDs dürfte damit klar sein (ich habe sie alle mal in der Hand gehabt wenn auch nicht gründlich studiert): relativ zur Eröffnung sind sie alle ordentlich bis sehr gut! Wenn ein Rezensent verständliche Erläuterungen zur Strategie vermisst, so liegt das Problem m.E. beim Rezensenten: man kann ein Russisch-Buch nicht so schreiben wie man ein gutes Französisch- oder Wolga-Buch schreibt (bzw. wie es sie haufenweise gibt)
Mangels reißenden Absatzes werden die Schachverlage auch künftig nicht allzuviel zu Russisch publizieren - mir ist bis Sommer 2011 jedenfalls keine Ankündigung bekannt. Ist m.E. auch unnötig: das Raetsky-Buch ist das aktuellste und nach wie vor sehr gut! Die anderen sind natürlich auch i.O. (der Jussupow für Spezialisten ein Muß), allerdings etwas veraltet. Jussupow hat den den 1990ern auch zwei symbolisch-enzyklopädische Informator-Monographien geschrieben. Die Chessbase-DVDs von Kazimdshanow und Shirow sind als Einstieg okay, bieten aber in der Breite wenig Theorie.
Ansonsten bietet es sich an, in Datenbanken nach hochwertigen Partien von Kramnik und Gelfand zu suchen: wenn man da mal paar Dutzend durchgespielt und bißchen analysiert hat, ist man auch in den theoretischen Entwicklungen seit Raetsky drinne.
Und es gibt natürlich auch sehr gute Partiesammlungen, die z.T. gutkommentierte Russen enthalten: etwa Barejews "From London to Elista" (sowieso toll!) oder Kasparows Bände über Karpow bzw. über Kasparow-Karpow.

Soweit erstma ...

tracke

PS:
Noch etwas off-topic (verdient eventuell einen eigenen Thread unter "Intern"). Eine Möglichkeit, das Forum zu verbessern und zu beleben, wäre es, wenn kürzere/treffendere/signifikantere/bessere Thread-Titel gewählt würden!! Dann würde jeder auch die ihn interessierenden Themen schneller finden und würde weniger Zeit mit Hin-und-her-klicken verschwenden. Dann würden auch die hinteren Seiten und die Archive mehr genutzt. Dann würden auch nicht 90% aller Fragen alle anderthalb Jahre wieder hochkommen ... - Aus "Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung" wird in der Übersicht (zumindest bei mir) nämlich "Keine (guten) Bücher über die ..." Prima, sehr informativ! Oder war das psychologisch geschickt, um Neugier zu wecken? - Wie wäre es denn einfach mit "Russisch-Bücher" o.ä.? In einem Schachforum wäre wohl klar, daß keine Sprachlehrgänge gesucht werden ...

PPS:
Im bald erscheinenden Mastering the Chess Openings Volume 4 von John Watson werden auch Symmetrie-Probleme in der Eröffnung angesprochen: neben Vierspringerspiel, Symmetrie-Englisch und Doppelfianchetto (meint er 3- oder 4-fach-Fianchetto?!) soll auch Russisch auf 7 Seiten angesprochen werden. Nicht viel Platz für Theorie, aber Watson bringt die Dinge ja oft auf den Punkt - könnte lehrreich werden!

Geändert von tracke (29.04.2010 um 19:52 Uhr)
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #5 (permalink)  
Alt 30.04.2010, 14:49
tracke
Garry des Forums
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Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Weitere Russisch-Quellen, die mir gestern entfallen waren:

Es gibt natürlich auch 1.e4-Repertoirebücher für Weiß, die sich mit Russisch beschäftigen! Es ist nie verkehrt (und oft ganz nützlich), die Theorie falschherum zu betrachten. Recht detailliert sind eigentlich nur 2 Werke:
- Khalifman: Opening for White according to Anand Vol.1 (2003)
Enthält aus weißer Sicht Lettisch, Philidor, Spanisch ohne 3..a6 sowie 43 Seiten zu Russisch mit 3.Sxe5. Nicht mehr ganz neu (Anand spielt inzwischen Katalanisch!) aber immer noch sehr gut!
- Kotronias/Tzermiadianos: Beating the Petroff (2004)
Über 200 Seiten zu Russisch (3.Sxe5) aus weißer Sicht - einfach Hardcore!
Auch nicht mehr ganz neu, auch schwierig zu bekommen! Selten bei Ebay im Angebot und geht dann oft teurer weg als damals neu!

Angeblich ist auch in einem der Tigersprung-Bücher von Jussupow (aber in welchem? 1800/I ??) bißchen was zu Russisch; kein komplettes/ausgefeiltes Repertoire, aber paar Seiten mit kommentierten Musterpartien.

Ich würde wie gesagt zum Raetsky-Buch raten, parallel paar aktuelle Partien von Kramnik und Gelfand studieren!

Ein Problem sehe ich eher im Läuferspiel 2.Lc4 - nicht daß es so toll für weiß wäre, aber da mit Schwarz auf Gewinn spielen ist vielleicht schwieriger als mit Schwarz im Russen?!

tracke
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #6 (permalink)  
Alt 01.05.2010, 10:55
maxquick
Forumsvollprofi
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Beiträge: 219
Es stimmt schon , dass es in Russisch wohl keine auf Bauernstrukturen basierenden Pläne gibt, die ins frühe Endspiel reichen, aber es gibt trotzdem einige Dinge, vor allem am Anfang der Eröffnungsphase, die einer Erklärung bedürften.


z.B nach folgender Stellung:


(Schwarz am Zug)

Dass weiß 0-0 und c2-c4 spielen wird ist klar, aber welche Figurenaufstellung soll Schwarz wählen?

"Symmetrie"


"Giri's Aufstellung"


"Frühe Läuferentwicklung"


Das waren jetzt nur ein paar Ideen und es gibt sicherlich noch mehr mögliche Aufstellungen.
Es wird wohl auch so sein, dass es nicht die eine "richtige" Aufstellung gibt, sondern, dass jede ihre Vor-/ und Nachteile hat. Aber sowas könnte ein GM doch mal erklären...

Weiter interessante Fragen:

- Unter welchen Umständen, kann Schwarz seinen b oder d Bauern opfern und bekommt genug kompensation?

http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1385547
http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1571124

- Wie soll Schwarz auf Drohungen gegen seinen Se4 reagieren (z.B. nach Ld3-Te1)? Wegziehen, Lf5, f7-f5, Te8 oder De7?

- Was sind typische taktische Schläge?

http://www.chessgames.com/perl/chessgame?gid=1408642


Also alles in allem glaube ich nicht, dass es in dieser Verteidigung keine Ideen gibt an denen man sich im Mittelspiel orientieren kann.
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #7 (permalink)  
Alt 02.05.2010, 13:05
tracke
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Ort: zuhause
Beiträge: 678
Prägende strategische Ideen gibt es in einem wesentlich geringeren Maße als in vielen anderen Eröffnungen. Natürlich gibt es einen ganzen Haufen sich aus der Stellung ergebender Motive: die entscheidende Frage, ob und wie diese umzusetzen sind, ist fast immer eben taktisch/konkret zu beantworten!

- Daß Weiß in der HV nach 6.Ld3 noch "0-0 und c2-c4" spielen wird, ist überhaupt nicht klar; Rochade kommt fast immer, aber es gibt auch weiße Aufbauten (mit Te1, c3, Dc2, Sd2) wo c2-c4 gar nicht oder sehr spät kommt!
- Den schwarzen Hauptaufbau mit ...Sc6 und ...Le7 nach Giri zu benennen, ist eher fehl am Platze - dutzende andere GMs (Petrosian, Karpow, Kortschnoi, Kramnik, Jussupow, Anand, Adams, Gelfand) haben das viel häufiger gespielt und mehr dazu beigetragen!
- Deine weiteren Fragen sind es eben, die generell und losgelöst von konkreten Stellungen kaum beantwortbar sind; spiele paar Kramnik-Partien nach, vergleiche mit dem Raetsky, probiere Russisch im Blitz/Schnellschach aus, komme zu Deinen eigenen Schlüssen!

tracke

(PS: Wohl mein letzter Post hier zum Thema)
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #8 (permalink)  
Alt 03.05.2010, 19:34
Wolfgang01
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Am besten sind die Bücher von Aljechin, Keres, Euwe und Nimzowitsch.

Was nutzen die auswendig gelernten Varianten, wenn man dann nicht weiss, wie es weitergeht. Die dort angegebenen Varianten sind nicht mehr unbedingt aktuell, doch was an Aktualität fehlt, wird an Erklärungen zur Strategie, Praxis und Taktik mehr wie wettgemacht.

Aus einem Nachbarverein kenne ich einen Kollegen, der die Hauptvarianten vieler Eröffnungen bis zum 25. Zug auswendig kennt und dann ab dem 26. Zug grundsätzlich scheitert!

Neuerdings machen sich Jussupow, Jeremi Silman, Dworetzki, Watson und einige andere um strategische wie taktische Motive ebenfalls viel Arbeit. Die Tigersprungserie scheint recht gut. Aber auch die Endspielbücher von Dworetzki und Silman. Silman ist für Anfänger besser geeignet, da er mehr auf die Praxis achtet.

Man muss nicht nur wissen wie Standardstellungen zu beurteilen sind, sondern auch am Brett praktisch das Gelernte anwenden können.

Geändert von Wolfgang01 (03.05.2010 um 19:39 Uhr) Grund: Ergänzung zu dem zuvor geschriebenen.
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #9 (permalink)  
Alt 15.05.2010, 22:04
Gast12019
Gast
 
Beiträge: n/a
Rustam Kasimdzhanov A World champion’s guide to the Petroff
ist eine Chessbase DVD zu dem thema und eine ganz gute Einführung.
Den Kotronias/Tzermiadianos: Beating the Petroff habe ich auch gekauft, da gibt es am Anfang eine Einführung mit typischen Themen. Das Buch ist aber natürlich sehr weisslastig...
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  Keine (guten) Bücher über die russische Verteidigung Beitrag #10 (permalink)  
Alt 16.05.2010, 06:40
Wolfgang01
Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 05.2007
Ort: Zu Hause
Beiträge: 77
Theoriebücher

Vor vierzig Jahren gab es aus dem damaligen DDR-Sportverlag von den damaligen Spitzenspielern ganze „Lehrbuch-Serien“ zu Strategie, Taktik, Endspiel und Eröffnungen. Diese Bücher aus den Federn von Keres, Boleslawski, Taimanov usw. gehören immer wieder neu aufgelegt und von Spitzenspielern wie Naijditsch, Gustavsson usw. mit neuem und aktualisierten Material ergänzt. Offenbar verdient man jedoch auf Turnieren inzwischen genug Geld, dass sich das Schreiben von Büchern nicht mehr lohnt.

Selbst zu anderen Eröffnungen sieht es inzwischen sehr schlecht mit aktuellen Bewertungen und Titeln aus. Für die Turnierpraxis heißt das, dass man sich die aktuellen Turnierdatenbanken wie Chessbase 10 oder Chessbase Light 9 downloaden muß und jede Woche das neueste TWIC ergänzt. Doch auch diese Datenbanken kosten Unmengen Zeit in der Pflege und Geld.
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