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Fischer: "My 60 most memorable Games" Beitrag #1 (permalink)
21.05.2005, 16:41
Stud
Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1767
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 100
Fischer: "My 60 most memorable Games"
Hallo,
was haltet ihr von Fischer's "60 most memorable games"? Ist die Partiensammlung wirklich so gut, wie man überall hört? Welche Edition ist empfehlenswert? Ich würde die englischsprachige Originalversion natürlich bevorzugen, aber die scheint ja nicht all zu leicht zu bekommen sein. Weiß jemand etwas über die deutsche Übersetzung?
Fischer: "My 60 most memorable Games" Beitrag #2 (permalink)
23.05.2005, 09:37
Calimero44
beinahe ein Schachjournalist
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Ort: Bergheim
Beiträge: 254
Weiß so gut wie gar nichts über dieses Buch..obwohl ich es letztes Jahr (deztsche Version) mal meinem Vater geschenkt habe.
Ich weiß nur, dass die legendären Rejkjavik-Partien gegen Spasski nicht enthalten sind.
Fischer: "My 60 most memorable Games" Beitrag #3 (permalink)
27.05.2005, 21:51
Eric Jahr
Turnierspieler-Autor
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Beiträge: 183
hallo stud, ich hab das buch in der deutschsprachigen version(auflage 2002, glaube ich) zu hause. ich kann es dir nur empfehlen. man lernt sehr viel beim nachspielen der partien. fischers kommentare sind auch gut verständlich, seine analysen logisch und nachvollziehbar. außerdem erzählt er während mancher partien interessante geschichten, die sich nebenbei im turnierraum abgespielt haben. als ich das buch las, bekam ich den eindruck, dass fischer eigentlich gar nicht so ein schlechter mensch war, für den man ihn im allgemeinen immer hält. der zeitraum der partien liegt zwischen den jahren 1957-1967.
hoffe, geholfen zu haben
Fischer: "My 60 most memorable Games" Beitrag #4 (permalink)
28.05.2005, 15:02
Chlodwig
Echter Kenner
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 139
Zu Fischer: My 60 memorable games
Hallo Stud,
das Buch in der englischsprachigen Orgninalausgabe findest du ganz leicht auf e-bay. Das Buch wird dort regelmäßig angeboten. Allerdings solltest du dann den korrekten Titel ohne "most" beim Suchen eingeben, also "My 60 memorable games".
Fischer: "My 60 most memorable Games" Beitrag #5 (permalink)
12.06.2005, 19:00
Schachzentrale
Benutzer
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Beiträge: 28
Anbei eine Rezension aus der "Schach" 07/2003 von Harald Keilhack
"Es scheint hier unangebracht, viele Worte über den Autor zu verlieren oder gar den eigentlichen Inhalt des Buches - Fischer bespricht seine besten Partien -einer Kritik zu unterziehen. Vielmehr möchte ich mich auf die bibliografischen Dinge konzentrieren. Kurz zusammengefasst, 60 Fischer-Partien von 1957 bis 1967, also noch vor Fischers Sturm auf die WM-Krone 1970-72. Darunter auch ein paar Remis- und Verlustpartien. Die Kommentare sind durchaus verbal orientiert, Zahl und Tiefe der Varianten sind -gemessen am Standard heutiger Weltklasseanalysen - absolut überschaubar. Was aber nicht heißt, dass Fischers Analysen verkürzt wären, es spricht vielmehr für die Klarheit seines Stils. Die launischen Einführungstexte und möglicherweise auch die verbale Ausformulierung der Varianten stammen vom amerikanischen Großmeister Larry Evans. Zu dieser Ausgabe. Matthias Vettel, ein starker Turnierspieler, zeichnet für die Neubearbeitung verantwortlich. Er verdient für seine penible Arbeit fast ausschließlich Lob. Allfällig war im Vergleich zur alten, von Georg Pollak bearbeiteten Ausgabe im Wildhagen-Verlag, die Korrektur der Notationsfehler sowie die Umstellung vom Schreibmaschinensatz auf ein modernen Ansprüchen genügendes Layout. Vettel hat freilich viel mehr getan. Die Übersetzung wurde komplett überarbeitet, und beim Parallellesen bin ich erstaunt, wie viele mitunter sogar sinnverfälschende Ungenauigkeiten aus der Pollak-Ausgabe geändert werden mussten. Ein Dank an den Verlag, der mir zu Vergleichszwecken die längst vergriffene und von Sammlern heiß begehrte Originalausgabe (Simon & Schuster 1969) zur Verfügung gestellt hat. Die Neuübersetzung ist nicht nur präziser, sondern in den meisten Fällen auch eleganter. Das Layout - klassisch bis (im positiven Sinne!) altmodisch zu nennen - ist gelungen, auch hier kein Vergleich zur Vorausgabe. Technisch saubere Diagramme in angemessener Anzahl. Festeinband, die Umschlaggestaltung mit den ganz klein gedruckten Notationen aller 60 Partien ist allerdings Geschmackssache. Ganz gemäß der klassischen Aufmachung wurde die alte Rechtschreibung verwendet. Zur Diskussion stellen möchte ich die teilweise recht umfassenden Fußnoten. Ich selbst erntete einmal Kritik, als ich bei der Herausgabe der Partiesammlung des Fernschach-Weltmeisters Sanakojew ein paar solche hinzufügte. ,,In die Arbeit solcher Größen darf ein Redakteur nicht eingreifen", hieß es sinngemäß. Gilt dies auch, wenn z. B. die Verwendung moderner Hilfsmittel wie einer Fünfsteine-Endspieldatenbank (vgl. S. 197) die Einschätzung einer Schachlegende widerlegt? Die vorliegende Ausgabe enthält wichtige analytische Korrekturen aus den Publikationen von Boleslawski, Hübner, Botwinnik, Kasparow und anderen. Dazu Analysen von Vettel und IM Galdunts, die teilweise bis zu einer halben Seite lang sind und keineswegs nur auf "Computereingebungen" beruhen. Damit scheint mir allerdings eine Grenze erreicht."
Und eine Rezension aus dem Schachmagazin 64 von 10/2003
"Viele Jahre nach dem Erscheinen des Originals sowie der deutschen Übersetzung, folgt nun eine bearbeitete Neuauflage. Die meisten Leser werden erst bei dem Wort "bearbeitet" aufhorchen, denn eine frühere Auflage dieses Klassikers haben wohl die meisten Spieler in ihrem Bücherschrank. Wie stark ist nun die neueste Auflage bearbeitet? Legt man die alte und die neue deutsche Ausgabe nebeneinander, sieht man Goldprägung auf grünem Leinen neben einem schlichten Hartpappe-Cover; es kommen nostalgische Gefühle hoch. Schlägt man das Buch dann auf, entdeckt man neben dem, gegenüber dem Original doch erheblich besseren Satz, zahlreiche kleinere Verbesserungen. Neben einigen, bei einem flüchtigen Blick nicht auffälligen Aufwertungen, wie dem Ausmerzen von Notationsfehlern (das ganze Buch wurde in eine elektronische Datenbank eingegeben) sowie einer Textglättung (etliche Passagen wurden neu übersetzt), sind vor allem zahlreiche Fußnoten hinzugekommen, für die zum einen der Bearbeiter der Neuauflage, Matthias Vettel, zum anderen der Internationale Meister Sergey Galdunts verantwortlich zeichnet. Blättern wir bis zur Partie Nr. 35 (Fischer-Bolbochan) und kommen zu der folgenden Stellung, nach dem 25. Zug von Weiß [25.Tc3 siehe Diagramm]. Hierzu steht in der alten Auflage:
25. ...Dd7? 26. Tc7 und gewinnt. Oder 25. ...Td7? 26. Sf6+! Lf6: (26. ...gf6: 27. gf6: Kh8 28. fe7: gewinnt) 27. gf6: g6 28. Dg5+ Kh8 29. Dh6 Tg8 30. Tc8! erzwingt Matt
in der neuen Auflage:
Auf 25. ...Dd7? gewinnt 26. Tc7. Oder 25. ...Td7? 26. Sf6+! Lxf6 (26. .. .gxf6 27. gxf6 Kh8 28. fxe7 gewinnt) 27. gxf6 g6 28. Dg5+ Kh8 29. Dh6 Tg8 30. Tc8! erzwingt Matt.
Also identische Varianten, bei der alten Auflage noch in der heute ungebräuchlichen Notation (":" fürs Schlagen, heute ist "x" als Schlagzeichen weltweit üblich), aber das ist natürlich kein Fehler. Schauen wir uns die Analysestellung nach dem 27. Zug von Schwarz an:
Fischer führt 28. Dg5 ohne Kommentar an. Dr. Hübner geht darauf nicht ein. In der neuen Auflage erhielt der Zug eine Fußnote, die zwar keine Autorenangabe trägt (Galdunts, Vettel oder ein Schachprogramm?), aber richtig stellt, dass Fischers Vorschlag 28. Dg5 falsch ist (wegen .. .Df2) und korrekt den Gewinnzug 28. Df4 angibt.
Fazit:
Dieses Beispiel steht für viele. Viele kleinere Korrekturen, viele kleine Richtigstellungen, insgesamt gut gewählt und an passenden Stellen angebracht. Alles in allem sind die "Renovierungsarbeiten" nicht auffällig, sie werten aber Fischers berühmtes Buch doch deutlich auf. Eine eindeutige Kaufempfehlung kann ausgesprochen werden, für Computerbesitzer gerne im Doppelpack mit Hübners CD."