Hallo tracke,
Dein Bericht über die Schachzeitschriften ist gut + ausführlich. Vielleicht darf ich ihn noch mit meinen Erfahrungen vermengen.
An Tantalus:
***Rochade***
Vorteile: relativ preisgünstig; viel zum Schmökern; Partieanalysen von einigen GM's, die mir persönlich gefielen
Weshalb ich die Rochade abbestellt hatte:
- schlechte Druckqualität (teilweise eine Frechheit)3
- unübersehbare Tendenz zu mehr Masse statt Klasse
- "Modelbilder" einer gewissen Regina (watt soll der Stuss??)
- Coverbildgestaltung (So als wenn ein Nachrichtensprecher zu Anfang seiner News-Sendung den Zuschauer mit einem Rülpser begrüßt.)
- immer wieder mal nicht themenrelevante Beiträge und Gesülze
- Buchbesprechungen könnten auch mal mit der spitzen Feder geschrieben werden
***Zeitschrift Schach***
Ich leihe mir sie öfters bei der Stadtbibliothek aus, um vor allem die Berichte über den "Igel" von GM Wahls zu lesen und zu archivieren. Ebenso verfahre ich mit einigen ausführlich kommentierten Partien, wenn sie zu meinem Repertoire passen. Die Buchrezensionen lese ich gerne. Sehr gut finde ich die Infos über die internationalen Turniere. Da fühlt man als Leser geradezu die Turnieratmosphäre. Gelegentliche Interviews mit GM's und die monatlichen, persönlichen Fragebögen (die eine Schachpersönlichkeit ausfüllt) sind ebenso sehr interessant.
***Schachmagazin 64***
Absolutes Plus ist die in jeder zweiten Ausgabe erscheinende Rubrik "Test & Training" von Daniel King !!! Hier spielt man eine Partie nach (3-4 Stunden ernsthafter Aufwand), bei der die zu spielenden Züge von King bewertet/erklärt/begründet werden. Nur die Punkteauflösung (xyz Punkte = z.B. Verbandsligaspieler) ist etwas zu wohlwollend ausgefallen. Obwohl die Zeitschrift auch mit zwei Ausgaben/Monat zu dünn erscheint, habe ich sie derzeit im Abo. Die neun Kombinationen sind auch gut dazu geeignet, sie an Vereinsabenden mit mehreren zu lösen.
***New in Chess***
Ich konnte mich nicht dazu überwinden, für 8 Ausgaben den geforderten Abopreis zu bezahlen. Trotz der guten und prominenten Partieanalysen & Co. war ich wohl diesbezüglich zu knauserig/stur, das Preis-/Leistungsverhältnis als "angemessen" zu beurteilen. Diese Zeitschrift besitzt eine gewisse Vormachtstellung und ich meine, dass sich diese ein wenig zu deutlich im Preis niederschlägt (so eine Art Microsoft-Touch :-)
Damit komme ich auch schon zu meinem Resümee:
Idealfall: Du abonnierst "Schachmagazin 64" und "Schach" (hört sich leicht dekadent an, aber: 24+12= 36 Ausgaben!). Ein solches "Dual"-Abo ist im Preis kaum teurer als der Bezug von "New in Chess", aber im Doppelpack gewinnt es in qualitativer Hinsicht, als auch in der Vielfalt (Meine Meinung). Die ideale Schachzeitschrift dürfte ein Konzentrat aus beiden genannten Formaten sein. Damit bekommst Du:
- sehr viele Taktikaufgaben
- viele kommentierte Partien
- Test & Training von King
- sehr viele Turnierberichte
- Interviews und Persönliches von Schachpersönlichkeiten
- Eröffnungstheoriebeiträge
- häufig zur Diskussion stehende aktuelle Themen (Großmeister werden z.B. befragt, wie sie die Remisflut beurteilen und was dagegen u.U. getan werden kann u.s.w.)
- gelegentliche, schachhistorische Beiträge
- Buchrezensionen u.v.m.
Plan B: Schau doch mal in Deiner Stadtbibliothek nach, ob nicht eine relevante Schachzeitschrift angeboten wird wie in meinem Fall. (Eine leihe ich mir aus und die andere ist im Abo.)
Kompromisslösung (wie immer im Leben): Du gehst bei dem "Schachmagazin 64" ein Probe-Abo für 6 Hefte (= 3 Monate) ein - kostet INSGESAMT nur EUR 5,40! Gefällt sie Dir nicht, dann abonniere die Zeitschrift "Schach" (vorher natürlich den weiteren Bezug von "Schachmagazin 64" kündigen) .
Tracke merkte an, dass einem bei der Lektüre von der "Rochade" schlecht werden kann. Nun, bei mir war es nicht so, aber ich hatte bei der Rochade-Lektüre fortwährend die Media-Markt-Werbung im Gedächtnis ('Lass' Dich nicht ver*****en...!'

). Daher entschloss ich mich dazu, sie nicht weiter zu beziehen.
Khan
P.S.: Kennt jemand das British Chess Magazine und kann mir eine Rezension dazu schreiben ?