Hi,
ich starte mal einen Endspielkurs. Dieser wird bei einigen Spielern evt. das gesamte Denken im Endspiel total verändern. Dazu einiges zu mir selbst. Ich bin ein absoluter Fan von Endspielstudien, ich habe schon selbst welche erstellt und mit Sicherheit über 20.000 Studien gesehen (und einige davon aber nicht alle gelöst, grins).
Ich bin besonders von praxisorientierten Studien sehr fasziniert.
Ich werde hier allerdings nicht auf die Standardsachen eingehen welche jeder mittlere Spieler sowieso lernt. Ich versuche Ideen zu vermitteln. Dies hilft evt. mehr da ja doch die meisten Stellungen verschieden sind, aber viele Stellungen einen bestimmten sich wiederholenden Typ aufweisen. Dementsprechend kann also so eine Stellung dann behandelt werden. Dazu ist folgendes wichtig:
1) Erkenne im Mittelspiel schon welches Endspiel ungefähr entstehen könnte und ob es Vorteile bringt. Wenn ja, steuere natürlich darauf zu.
2) Ist es möglich schon im Mittelspiel diesen oder jenen Bauern so zu stellen, blockieren dass dieser im Endspiel der Gewinner ist?
3) Falls Du Deine Bauernstruktur evt. im Mittelspiel undynamisch werden lassen willst/musst, dann schaue nach ob dies bei Nichterfolg evt. zu reparieren ist? Lass Dir wenn möglich dazu ein Fangnetz offen.
4) Lerne soviel wie möglich Endspiele. Das angelernte Gefühl von Bauernstrukturen hilft schon in der Erüffnung. Du verstärkst damit alle Spielbereiche.
5) Und das letzte natürlich: Endspiele sind Endspiele!!! Also der finale Abschluß Partie. Was nützt es wenn Du im Mittelspiel einen Gewinn herausspielst und im Endspiel dann vergeigst?
Allgemeines:
Ich habe mal Shirov nach einer Partie von Ihm gegen Ribli gefragt warum er denn den Ribli so angesprungen hat und er antwortete: "Der Ribli hat mich dazu gezwungen die Brücken abzubrechen. Er hat geradezu auf ein für Ihn besseres Endspiel gesteuert. Was sollte ich machen? Ich mußte dies verhindern. Also habe vorher mal etwas Öl ins Feuer geschüttet um Ihn aus dem Konzept zu bringen. Dies hat dann schließlich zu Fehlern von Ihm geführt und ich hatte das bessere Endspiel. Wenn ich nicht mehr nach hinten kann, dann gehe ich nach vorne."
Der beste in dieser Systematik is mit Abstand Kasparov. Habt Ihr Euch schon einmal Partien von Ihm angesehen? Ich habe mal 1000 Partien von Ihm durchgesehen und dabei ist wie ein roter Faden folgendes aufgefallen.
1) Zwischenzüge, wo immer möglich. Diese verbessern oft unauffällig ein ganz klein wenig die Stellung. Beispielsweise bei einem erzwungenen Abtausch. Ist ein Schach möglich welchen den Läufer besser stellt bevor wir die andere Figur erzwungen abtauschen? Das ist Kasparov.
2) Wenn immer möglich so schnell wie möglich nach erkennbarer besserer Endspielstellung abwickeln und das Endspiel gewinnen.
Es ist eigentlich lustig dass Kasparov immer als DER Kombinationsspieler gezeigt wird. Das ist er nicht. Er ist nur der effizienteste Kombinationsspieler. Wenn er eine Chance dazu bekommt dann beißt er zu. Aber die meisten Partien gewinnt er durch außergewöhnliche Endspieltechnik. Seinen Kombinationspartien sind spektakulär. Aber sein Endspiel ist überragend. Das macht Ihn zu einem GEwinner.
Doch nun mal zu etwas konkreten. Wie kann aus der verkorksten Stellung noch etwas gebastelt werden? Oder ist es nicht möglich? Beachtet daß ich Euch evt. anschwindle und eine ganz normale Stellung zeige die remis ist. Wer weiß, grins ......
Falls es kein Bluff von mir ist dann solltet Ihr erst einmal nach Ideen suchen und dann mittels Zugfolgen schauen ob die Idee verwirklichbar ist. Oft gibt es auch kombinierte Ideen. Manchmal nebeneinander, Reti war ein Spezialist dafür, manchmal hintereinander. Also noch einmal: IDEEN sind gefragt.
Bis in ein paar Tagen.