Folgendes Szenario:
Wir haben zwei Schacheinsteiger mit ca. gleichwertigem Intellekt. Der eine (Spieler A) spielt, sagen wir, zwei Jahre lang wöchentlich im Kreise von durchschnittlichen Hobbyspielern Schachpartien und studiert Schachbücher. Der andere (Spieler B) sieht sich täglich Partien von fortgeschrittenen-und Meisterspielern und ruhig auch von Computern generierte Partien( Weiß wesentlich schwächer als Schwarz und andersherum, (um Fehler und ihre Ausnutzung sichtbar zu machen)) an. Spieler B spielt in den ganzen zwei Jahren keine einzige Partie und liest auch kein einziges Buch. Nach zwei Jahren treten beide Spieler gegeneinander an. Wer gewinnt? Meiner Vermutung nach wird Spieler B die meisten Partien gewinnen. Warum? Die Qualität der im Langzeitgedächtnis abgespeicherten Muster ist bei Spieler B besser. Übung macht den Meister. Aber mit dem richtigem Input. Glücklicherweise hat heute jeder seine persönliche Großmeisterblechbüchse.
Mit dem Effekt: Aha-so wird es also richtig gemacht!? Werden in das Langzeitgedächtnis dauerhaft korrekt gespielte Partien eingespeist, muss eine Anhebung der Spielstärke die Folge sein. Was Du nie gesehen hast kannst Du im Spiel nicht anbringen. Persönlich bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ein Schachspieler sich auch mit den folgenden Fragen auseinandersetzen muss.
1. Wie funktioniert mein Gehirn?
2. Wie lerne ich effektiv?
3. Wie nutze ich die Kapazitäten meines Hirns effektiv?
4.Wie erhöhe ich meine Konzentration?
und die wichtigste
5. Wie verankere ich die Muster effektiv im Langzeitgedächtnis?
Dafür habe ich mir jetzt nötige die Literatur besorgt. Gedächtnis, Konzentration und Lerntechniken. Starting out with trallala und Geheimnisse von irgendwelchen Großmeistern bringen einen irgendwie kein Stück weiter, daher kaufe ich auch keinerlei Schachliteratur mehr.
Übrigens hat mir das studieren der durch das Programm Chessmaster generierten Partien sehr geholfen. Ich mache das folgendermassen:
Du kannst bei den Trainingsspielen auf Mensch gegen Mensch gehen. Dann gibst Du Deine Eröffnungsvariante ein, die Du häufig spielst. Dann gehst Du auf Setup-Game und stellst zum Beispiel für Weiss den Chessmaster ein und für Schwarz Josh-2100. Ich nehme Fischerzeit 1+3. Nun dudelt das Programm die Partie herunter. Habe dadurch schon interessante Erkenntnisse gesammelt im Hinblick auf Planfindung und Endspieltechnik. Man kann da schöne Taktiken sehen und wie diese herausgespielt werden. Und die Engine hat es wirklich drauf. Man kann auch andere Engines einbinden. Der Vorteil bei höherer Wertungszahldifferenz ist der, dass nicht so viel hinter den Kulissen bleibt, wie es bei einer Partie zweier gleichrangiger Gegner der Fall ist.
Ciao ciao