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Schachtraining für alle

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  Wo kein Input, da kein Output Beitrag #1 (permalink)  
Alt 09.10.2011, 22:11
TAFKABP
Schachjournalist
 
Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
Wo kein Input, da kein Output

Folgendes Szenario:

Wir haben zwei Schacheinsteiger mit ca. gleichwertigem Intellekt. Der eine (Spieler A) spielt, sagen wir, zwei Jahre lang wöchentlich im Kreise von durchschnittlichen Hobbyspielern Schachpartien und studiert Schachbücher. Der andere (Spieler B) sieht sich täglich Partien von fortgeschrittenen-und Meisterspielern und ruhig auch von Computern generierte Partien( Weiß wesentlich schwächer als Schwarz und andersherum, (um Fehler und ihre Ausnutzung sichtbar zu machen)) an. Spieler B spielt in den ganzen zwei Jahren keine einzige Partie und liest auch kein einziges Buch. Nach zwei Jahren treten beide Spieler gegeneinander an. Wer gewinnt? Meiner Vermutung nach wird Spieler B die meisten Partien gewinnen. Warum? Die Qualität der im Langzeitgedächtnis abgespeicherten Muster ist bei Spieler B besser. Übung macht den Meister. Aber mit dem richtigem Input. Glücklicherweise hat heute jeder seine persönliche Großmeisterblechbüchse. Mit dem Effekt: Aha-so wird es also richtig gemacht!? Werden in das Langzeitgedächtnis dauerhaft korrekt gespielte Partien eingespeist, muss eine Anhebung der Spielstärke die Folge sein. Was Du nie gesehen hast kannst Du im Spiel nicht anbringen. Persönlich bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ein Schachspieler sich auch mit den folgenden Fragen auseinandersetzen muss.

1. Wie funktioniert mein Gehirn?
2. Wie lerne ich effektiv?
3. Wie nutze ich die Kapazitäten meines Hirns effektiv?
4.Wie erhöhe ich meine Konzentration?
und die wichtigste
5. Wie verankere ich die Muster effektiv im Langzeitgedächtnis?

Dafür habe ich mir jetzt nötige die Literatur besorgt. Gedächtnis, Konzentration und Lerntechniken. Starting out with trallala und Geheimnisse von irgendwelchen Großmeistern bringen einen irgendwie kein Stück weiter, daher kaufe ich auch keinerlei Schachliteratur mehr.

Übrigens hat mir das studieren der durch das Programm Chessmaster generierten Partien sehr geholfen. Ich mache das folgendermassen:

Du kannst bei den Trainingsspielen auf Mensch gegen Mensch gehen. Dann gibst Du Deine Eröffnungsvariante ein, die Du häufig spielst. Dann gehst Du auf Setup-Game und stellst zum Beispiel für Weiss den Chessmaster ein und für Schwarz Josh-2100. Ich nehme Fischerzeit 1+3. Nun dudelt das Programm die Partie herunter. Habe dadurch schon interessante Erkenntnisse gesammelt im Hinblick auf Planfindung und Endspieltechnik. Man kann da schöne Taktiken sehen und wie diese herausgespielt werden. Und die Engine hat es wirklich drauf. Man kann auch andere Engines einbinden. Der Vorteil bei höherer Wertungszahldifferenz ist der, dass nicht so viel hinter den Kulissen bleibt, wie es bei einer Partie zweier gleichrangiger Gegner der Fall ist.
Ciao ciao
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  Wo kein Input, da kein Output Beitrag #2 (permalink)  
Alt 09.10.2011, 23:57
HMarkus
Meister des Matts
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 06.2009
Ort: Deutschland
Beiträge: 287
Ich gebe A die besseren Chancen.

Sofern er gute Schachbücher liest, wird ihm die Mustererkennung besser und vor allem nachhaltiger vermittelt werden als durch das bloße Nachspielen unkommentierter Partien.

Außerdem ist Praxis meiner Meinung nach unabdingbar.
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  Wo kein Input, da kein Output Beitrag #3 (permalink)  
Alt 12.10.2011, 10:23
Mr.X aus Y
Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 2024/2061
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 236
ich würde auch auf spieler A setzen. ausreichende spielpraxis ist mmn durch NICHTS zu ersetzen. natürlich kommt man längerfristig vermutlich eher nicht mehr weiter wenn man zeit seines lebens immer gegen die gleichen 3 leute spielt. v.a. wenn diese nicht gerade großmeisterniveau haben. aber ohne oder annähernd ohne praxis geht es nicht. nicht mit büchern/trainern/computern oder sonstwas. ich kenne genug leute so im 1900-2100er bereich die zuhause einiges an zeit investieren aber kaum spielen. wenn es dann mal wieder völlig unerwartet soweit ist und die saison startet sitzen sie am brett denken total verunsichert über jeden zug 5mal nach kommen in zeitnot und patzen dann auf niveau 1750. sich hochklassige partien anzuschaun schadet natürlich nie aber so wie ich das sehe kann man sich 12 stunden am tag irgendwelches zeug reinziehen wenn man es aber nie anwendet zwischendrin und am besten bevor man wieder mit was neuem anfängt ist es sicherlich bestenfalls ineffektiv und im extremfall völlig nutzlos.
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