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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 1 ( permalink)

26.02.2010, 11:15
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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Der Trainerthread / Trainingsthread
Hallo,
ich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, der in seinem Schachverein das Training für Jugendliche und Kinder anbietet.
Da aber mein Vorschlag eines Unterpunktes für Schachtrainer im Bereich Spielanalysen nicht so viel Unterstützung gefunden hat, versuche ich es nun einfach mal mit einem Thread.
Das Ziel dieses Threads soll folgende Punkte sein:
1) Wie organisiere ich gutes Training? / Wie kann ich Inhalte gut vermitteln?
- Trainer stellen Methoden vor, die ihrer Meinung nach gut funktioniert haben mit Diskussion.
- Trainierte können Methoden vorstellen, die sie selbst gut fanden,
- usw...
2) Was sind für das Training wichtige Inhalte?
- Was sollte man als guter Spieler können?
- Was sollten Anfänger lernen?
- Welche Bereiche sind für das besser werden im Schach wichtig?
- usw...
3) Wie erreicht man Gruppenzusammenhalt?
- Was macht man noch so an nicht-schachlichen Aktivitäten?
- usw...
4) was in den Diskussionen noch so entsteht.
MfG
Ali
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 2 ( permalink)

26.02.2010, 12:09
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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Ich mache nun eine Antwort, damit mein erster Beitrag quasi als Überschriftsbeitrag erhalten bleiben kann.
Vielleicht stelle ich erstmal mich etwas vor, da dadurch einiges klarer sein könnte:
Ich bin 21 Jahre und studiere Mathematik und Physik auf Lehramt an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg. Ich habe also tagtäglich etwas mit Lehren und Lernen von logischen Zusammenhängen zu tun. Außerdem habe ich letztes Jahr den C-Trainer Schein gemacht.
Nun stelle ich erstmal meine Gruppe und den Ablauf des Schachnachmittags vor:
Ich trainiere ungefär 10 Kinder und Jugendliche. Die Schwächsten würde ich Spielstärkemäßig so bei 500-750DWZ einordnen und die Stärksten haben 1600 DWZ.
Das Training findet bei uns immer Freitags von 15Uhr bis 18Uhr statt, wobei es nicht selten ist, dass wir bis halb 6 da sind. Ich werde noch unterstützt von einem weiteren Trainer. Wir haben das Training nicht straff nach einem Plan geordnet und die Leute auch nicht in 2 Leistungsgruppen sortiert, weil dadurch früher oft die Motivation fehlte. Wir machen es mitlerweile so, dass die Kinder und Jugendlichen 3 Möglichkeiten haben:
1) Training mit mir; das Thema ist jeweils das, was ich gerade anbiete.
2) Training mit Björnie; das Thema ist jeweils das, was er anbietet.
3) Lösen eines Aufgabenzettels.
Dieses System funktioniert bei uns seit einiger Zeit sehr gut. Es ist allerdings motivationsbasiert und "Schülerzentriert".
Wir versuchen nicht allen die objektiv wichtigsten Inhalte zu vermitteln, sondern die Kinder und Jugendlichen dürfen selber auswählen, was sie machen wollen. Dadurch steigt das Wohlbefinden aller beim Schachnachmittag (Wir Trainer können ja auch frei entscheiden, was wir anbieten).
Das bedeutet freilich auch, dass wir Trainer uns anstrengen müssen interessante Inhalte anzubieten und dabei Methoden zu verwenden, die den Trainierten Spaß machen, weil ansonsten schnell alle beim anderen sitzen und man überflüssig wird. Andererseits helfen wir uns natürlich gegenseitig auch und manchmal, wenn alle ein Thema wollen, machen wir das halt zusammen.
Viele Ideen, die wir nun wöchenlich, so wie oben beschrieben, umsetzen, sind stark beeinflusst von meinem Studium und dem was ich da so lerne - ich denke, dass man das gemerkt hat.
Grundkonzept der verwendeten Methoden bei meinem Training:
Ich verstehe "Lernen" als konstruktivistisch. Das heißt, dass die Trainierten sich ihr Schachwissen und Verständnis selber konstruieren müssen und die nicht einfach alles aufnehmen können was ich denen so erzähle. Ich mache das also nicht so Nürnberger Trichter mäßig.
(Ich verwende eher so Methoden wie das genetisch-sokratische Gespräch im Sinn von Wagenschein, aber ich denke, dass das nun zu weit führen würde. Wenn sich dafür allerdings jemand interessiert, kann ich das gerne mal erläutern.)
Da mir die Zeit gerade ausgeht, belasse ich es nun hiermit. Ich werde bestimmt im Laufe der Diskussion noch mehr zu den konkret von mit verwendeten (schachorientierten) Methoden erzählen (vielleicht kennt einer z.B. die Methode "Weihnachten" von Aagard.)
MfG
Ali
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 3 ( permalink)

24.03.2010, 16:22
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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keine Leute hier die sowas interessiert?
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 4 ( permalink)

24.03.2010, 19:24
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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interessant ist es schon; meine tipps werden hier aber kaum helfen, da ich nicht in einem schachverein kinder trainiere, sondern in einem Verein, der auch noch anderes anbietet und an einer Grundschule Training gebe. Da es aber Anfänger sind, die teilweise noch nicht Schach spielen können, werden meine Tipps wohl kaum helfen
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 5 ( permalink)

25.03.2010, 00:17
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
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Schachtraining mit Kindern ist interessant - und manche Trainer haben richtiggehend ein Händchen dafür!
Ich glaube, dass die Disziplinierung des Denkens einen wesentlichen Faktor zur Erreichung hoher Spielstärke darstellt - wie man das allerdings methodisch vermittelt .... ?!
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 6 ( permalink)

25.03.2010, 08:19
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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@Angie: Was meinst du mit Disziplinierung des Denkens?
Zitat:
Zitat von Fälix
interessant ist es schon; meine tipps werden hier aber kaum helfen, da ich nicht in einem schachverein kinder trainiere, sondern in einem Verein, der auch noch anderes anbietet und an einer Grundschule Training gebe. Da es aber Anfänger sind, die teilweise noch nicht Schach spielen können, werden meine Tipps wohl kaum helfen
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Vielleicht habe ich ja Tipps für dich. Außerdem habe ich im Verein ja auch und zu Anfänger - ich weiß nicht so recht wie man die richtig fürs Schach begeistert.
Hast du da vielleicht ein paar Vorschläge?
MfG
Ali
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 7 ( permalink)

25.03.2010, 11:47
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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Wie? Die sind im Verein und sind nicht wirklich von schach begeistert ?! gibts ja nicht 
Also in meiner Gruppe war es so, dass die Hälfte Schach spielen wollte und die andere Hälfte irgendetwas anderes machen wollte
Als ich dann ein Turnier verantstaltet habe (bei dem es auch ein bisschen was zu gewinnen gab), wollten mit einem Mal fast alle in einen richtigen Verein
Zum Training von Anfängern/Kindern: Ich finde es sehr wichtig, dass sie am Anfang erstmal Bauernschach spielen; trainiert das Denken, das man im Schach braucht (ich will jetzt nicht Strategie sagen, das kommt irgendwann anders  )
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 8 ( permalink)

26.03.2010, 00:04
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
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Zitat:
Zitat von Ali
@Angie: Was meinst du mit Disziplinierung des Denkens?
Vielleicht habe ich ja Tipps für dich. Außerdem habe ich im Verein ja auch und zu Anfänger - ich weiß nicht so recht wie man die richtig fürs Schach begeistert.
Hast du da vielleicht ein paar Vorschläge?
MfG
Ali
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Deduktive Schlüsse! (ich hoffe das ist der richtige technische Terminus)
ala - ich steh' im Schach - und hab' drei (legale) Züge:
Zug1) ich bin im nächsten matt
Zug2) ich verliere meine Dame
Zug3) ziehen!
***********
oder komplizierter (und später z.T. unbewusst)
1) kann ich meinem Gegner was wegnehmen? (ungestraft?!)
2) kann ich ihn mattsetzen, Dauerschach geben, eine Gabel anhängen usw......
3) was droht er eigentlich
4) welche Figuren will ich tauschen/ besser stellen (geht das?)
5) verlangt die "höhere Gerechtigkeit" nach einer taktischen Lösung? (oder ist lavieren richtig)
*************
So eine Checkliste (die einem in Fleisch und Blut übergeht) und Spielpraxis führen zu:
Erstellen einer Liste (plausibler) Kandidaten
checken einiger taktischer Varianten
----> und dann zu einem Zug!
**************
Das kann man (bis zu einem gewissen Grad) lernen!
**************
- aber wie man es vermittelt?
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 9 ( permalink)

26.03.2010, 19:47
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Schachjournalist
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Registriert seit: 02.2010
Beiträge: 280
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Methode- Weihnachten von Aagard?Was hat es damit auf sich?
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 10 ( permalink)

28.03.2010, 16:21
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
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Beiträge: 462
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Die Methode "Weihnachten" geht so:
Ich suche mir eine Figur aus, die schlecht steht und stelle mir vor es wäre Weihnachten und ich dürfte mir wünschen wo die steht und dann überlegt man sich nur noch, wie man es schafft die Figur auch wirklich dahin zu bekommen.
Ich habe diese Methode nun schon häufiger in der Praxis angewand und finde sie ziemlich gut. Außerdem ist sie auch nicht allzu kompliziert.
Deduktive Schlüsse:
Ich würde das auch als Denkstruktur bezeichnen. Ich muss sagen, dass ich noch nicht darauf gekommen bin, dass das ein sehr wichtiger Punkt ist um im Schach besser zu werden, aber es leuchtet ein. Ich würde gerne diesen Punkt weiter vertiefen und hier in eine Diskussion bzw. Entwicklung einsteigen, sodass genau dies vermittelt werden kann.
Erste Vorschläge zu:
Wie kann man diese Denkstruktur vermitteln?
Zuerst einmal finde ich, dass dies eine Metamethode ist, die nicht extra in Trainingseinheiten vermittelt werden muss, sondern permanent während des Trainings mitlaufen sollte.
Desweiteren würde ich sagen, dass man erstmal eine solche Checkliste entwickeln sollte, die alles abdeckt. Ich fänd es sehr interessant wenn wir das hier zusammen machen könnten, da ich glaube, dass jeder Schwerpunkte hat und dafür andere Sachen untern Tisch fallen lässt.
Deswegen sollten wir vielleicht auch bestimmte Kriterien entwickeln, wie eine solche Checkliste aussehen bzw. benutzt werden sollte. Ich wäre zum Beispiel dafür, dass eine solche Checkliste der Präorität nach aufgestellt werden sollte. Vielleicht auch so, dass wenn Punkt 1 schon zum Erfolg führt, dass man dann garnicht weiter zum Punkt 2 muss. So in dem Sinn: Wenn Punkt 1 mir sagt, dass dort ein Matt ist, brauche ich bei Punkt 2 nicht mehr überlegen, wie ich meine schwarzen Felden am Königsflügel verteidigen kann.
Hat vielleicht jemand einen ersten Vorschlag? Ein paar Punkte kann man ja vielleicht von Angie übernehmen.
Wenn man dann eine solche Checkliste hat, dann sollte man diese Checkliste konsequent im Training bei jeder Stellung, die untersucht wird anwenden. Ich denke, dass dann auch die Trainierten anfangen werden diese Checkliste zu verwenden. Vielleicht sollte man diese Checkliste auch schriftlich verteilen oder an die Tafel schreiben und immer wenn man über eine Stellung spricht geht man diese Checkliste Punkt für Punkt durch. Nach und nach kann man dann die schriftlich verteilte Checkliste oder den Tafelanschrieb weglassen, sodass sich das Wissen mit der Zeit verfestigt. Unter Umständen können auch die Trainierten Verbesserungsvorschläge für diese Checkliste finden - ich glaube nämlich, dass man sich das dann noch viel leichter einprägen kann, wenn man auch über den Sinn und Zweck der einzelnen Punkte diskutiert hat.
Nun noch zu den Anfängern:
Das Problem ist ja, dass ich bei der Vereinsgruppe immer nur 1 Anfänger habe. Wenn ich dann ein Turnier starten lasse und dieser Anfänger gegen die anderen spielt, dann ist es meistens ganz schnell aus mit der Motivation. Immer nur zu verlieren macht eben keinen Spaß.
Das Problem ist also eigentlich, dass es viel besser wäre, wenn immer gleich mehrere kommen würden. Ich setze da auch viel Hoffnung auf die Schach-AGs, die unser Verein anbietet (immerhin 3Stk.!), aber die haben uns bisher ungefär garnichts gebracht.
MfG
Ali
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 11 ( permalink)

16.04.2010, 07:39
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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Ich habe einen Schachunterricht vorbereitet und habe ihn hier als Anhang reingestellt. Natürlich ist das nun nicht so vorbereitet, wie man einen Unterricht in der Schule vorbereiten sollte, aber ich denke, dass es besser ist, als wenn man sich nur ein Buch nimmst und spontan was macht.
Jedenfalls basiert diese Vorbereitung auf dem Prinzip des offenen Unterrichts. Die Schüler sollen selber an der Partie arbeiten und versuchen herauszufinden was passiet und nicht, dass vor dem Demobrett einer steht, der einem alles sagt.
Im weiteren sage ich ein wenig zu dem Sinn, der dahinter steht, aber falls jemand das nicht lesen möchte (z.B. weil er/sie das zusammen mit jemand anderem oder alleine versuchen will zu lösen) habe ich das in Weiß gemacht.
Der erste Teil soll, in dem ich 2 Stellungen aus der angegebenen Partie gebe, soll die Aufmerksamkeit ein wenig auf die ungleichfarbigen Läufer lenken, um den Trainierten einen Hinweiß darauf zu geben, was wichtig sein könnte (wobei das natürlich nur meine Meinung ist).
Im zweiten Teil sollen die Trainierten dann selber irgendwas interessantes finden (sollte es das Läuferopfer nebst Schere sein, wodurch Shirow gewinnt -es ist übrigens der einzige Gewinnweg- wäre ich natürlich froh, aber das ist nicht notwendig. Sie können auch ganz was anderes machen), was sie nochmal genauer unter die Lupe nehmen sollen. Die Schüler sollen also quasi den Arbeitsauftrag selber aussuchen.
MfG
Ali
Geändert von Ali (16.04.2010 um 07:43 Uhr)
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 12 ( permalink)

17.04.2010, 20:46
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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das Konzept klingt vielversprechend
gerade die Tatsache, dass in der ersten Stellung Weiß eine gewisse dynamische Kompensation hat, weil die schwarzen Felder im schwarzen Lager arg geschwächt sind (also wegen der ungleichfarbigen Läufer)
Nochmal zu dem Anfänger: Wie gut/schlecht ist er denn? Sieht er grundlegende Sachen wie Grundlinienmatt oder Springergabeln (mir fällt gerade nix besseres ein) ?
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 13 ( permalink)

22.04.2010, 08:27
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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Hallo,
ich hab das Konzept mal mit ein paar von meinen Schachkindern und Jugenlichen gemacht und sie fanden es gut, nur dass die Partie am Ende etwas lang war und ich das wohl auch ein wenig schnell gemacht habe. Vielleicht müsste man die Partie ein wenig abkürzen und erst ab einem gewissen Zug beginnen. Zum Beispiel als Weiß seinen ersten Bauern opfert oder so.
Also ich würde sagen, dass wir momentan 3 Anfänger haben, wobei einer von denen wirklich gerade mal die Schachregeln kennt und die anderen beiden schon ein bisschen was an leichten "Kombis" können. Ich würde schätzen, dass sie, wenn sie wirklich konzentriert spielen Springergabeln und Grundlinienmatt sehen würden, weil sie die Konzepte eigentlich kennen. Nur der Dritte ist halt noch ganz am Anfang und das macht mir ein wenig Sorgen, denn momentan kümmert sich einer unserer Senioren um den, da wir beiden anderen Trainer uns um die anderen kümmern, wo wir schon Spielstärkeunterschiede von ungefär 800-1000DWZ mitbetrachten müssen.
Mit Senioren spielen ist halt nicht ganz so spannend, jedenfalls könnte ich mir vorstellen, dass ein 6 Jähriger so denkt.
MfG
Ali
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 14 ( permalink)

24.04.2010, 15:03
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Super GM des Forums
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Registriert seit: 07.2008
Beiträge: 478
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Zitat:
Zitat von Ali
Also ich würde sagen, dass wir momentan 3 Anfänger haben, wobei einer von denen wirklich gerade mal die Schachregeln kennt und die anderen beiden schon ein bisschen was an leichten "Kombis" können. Ich würde schätzen, dass sie, wenn sie wirklich konzentriert spielen Springergabeln und Grundlinienmatt sehen würden, weil sie die Konzepte eigentlich kennen. Nur der Dritte ist halt noch ganz am Anfang und das macht mir ein wenig Sorgen, denn momentan kümmert sich einer unserer Senioren um den, da wir beiden anderen Trainer uns um die anderen kümmern, wo wir schon Spielstärkeunterschiede von ungefär 800-1000DWZ mitbetrachten müssen.
Mit Senioren spielen ist halt nicht ganz so spannend, jedenfalls könnte ich mir vorstellen, dass ein 6 Jähriger so denkt.
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Also ich würde vorschlagen, dass die Anfänger vor allem leichtere Matt in1,2,3 Zügen Aufgaben bekommen, das trainiert mE auf dieser Stufe wohl am meißten. Ansonsten würde ich denen erklären, wie man am besten die Figuren in der Eröffnung positioniert. Ich merke nämlich auch häufig, dass viele einen Sprung nach oben machen, wenn sie gleich am Anfang die Springer/läufer entwickeln anstatt nur mit Bauern zu ziehen.
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Der Trainerthread / Trainingsthread Beitrag # 15 ( permalink)

25.04.2010, 01:22
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Ass des Forums
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
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Zitat:
Zitat von Ali
[...]
Wie kann man diese Denkstruktur vermitteln? [...]
Desweiteren würde ich sagen, dass man erstmal eine solche Checkliste entwickeln sollte, die alles abdeckt. [...]
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Da bist du glaub ich zum Scheitern verurteilt. "While a chess program depends on a specific algorithm, there is no single, fixed, correct thought process for a human." [ Dan Heisman: Novice Nook - A Generic Thought Process]
Eine Übersicht über das Thema in der Novice Nook Kolumne gibt Novice Nook - Chess is Decisions.
Zitat:
Zitat von Ali
[...]
Das Problem ist ja, dass ich bei der Vereinsgruppe immer nur 1 Anfänger habe. Wenn ich dann ein Turnier starten lasse und dieser Anfänger gegen die anderen spielt, dann ist es meistens ganz schnell aus mit der Motivation. Immer nur zu verlieren macht eben keinen Spaß. [...]
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- Kinder vs Trainer, ab 3 Kinder
Jedes Kind schreibt einen Zug auf und wirft ihn in eine Box. Die vorgeschlagenen Züge werden mit Hilfe vom Trainer diskutiert und dann wird einer der vorgeschlagenen Züge durch Abstimmung per Handzeichen ausgewählt.
Mit Kassenrollen hält sich der Papierverbrauch in Grenzen. Demobrett erforderlich.
Find ich gut, um Eröffnungen bzw. Eröffnungsprinzipien und Denkstruktur zu vermitteln. Für eine ganze Partie in einem Wusch dauert es zu lang - ungefähr ein Viertel einer Partie geht. Man kann die Partie, nach dem ersten Mal, auch ganz abbrechen.
- Laufschach, 4-6 Kinder
Geändert von RemieM (25.04.2010 um 01:30 Uhr)
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