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13.04.2007, 19:18
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Ass des Forums
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
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Regeln & Zeiteinteilung
Zeiteinteilung
In einem Spiel mit 2 Stunden für die ersten vierzig Züge plus 1 Stunde für den Rest hat jeder Spieler für die ersten 40 Züge im Durchschnitt 3 Minuten pro Zug Zeit und die sollte man größtenteils auch ausnutzen. Es sicherlich sinnvoll sich einen Zeitpuffer zu lassen, aber wenn man in 10 Spielen insgesamt immer nur 15-45min verbraucht hat...
Man verbraucht auch nicht immer genau die gleiche Zeit, sondern passt es an die Stellung an. In kritischen Stellungen mit guten Chancen für die eine oder andere Seite einen Vorteil zu erhaschen überlegt man länger als im Durchschnitt, im Gegenzug hat man für die anderen Züge natürlich weniger Zeit.
Auch im Endspiel sollte man überlegen. Regeln
Ist die Erde eine Scheibe?
Sicher. Die 10m von hier nach da sind doch nicht gekrümmt.
Ist die Erde eine Kugel?
Natürlich. Wieso sonst sollte man nur noch das Segel vom Schiff sehen sollen.
Ist die Erde ein Ellipsoid?
Logisch. Die Erde rotiert doch.
Ist die Erde ein Geoid?
Gegenfrage:Ist der Bleistift auf deinem Schreibtisch ein Teil der Erde? und Du?
Bringt ein Springer am Rand Kummer und Schand?
Sicher. Er hat ja nur 4 Felder.
Ist ein Läufer besser als ein Springer?
Natürlich. Der Läufer ist doch viel schneller im Ziel.
Ist ein Springer in geschlossenen Stellungen besser als ein Läufer?
Logisch. Der Springer kann über die Gefängnismauern hüpfen.
Macht Nb1-c3-b1 in der Eröffnung Sinn?
Gegenfrage:Wie sieht denn die Stellung in der Variante aus?
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16.04.2007, 20:43
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Wen willst du mit diesem doch viel zu allgemein gehaltenen Beitrag trainieren?
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16.04.2007, 21:42
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GM des Forums
DWZ/Elo: ELO 1700
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Registriert seit: 11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 469
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wahrscheinlich ist dieser allgemeine beitrag deshalb so allgemein weil er zur verwirrung der allgemeinheit dienen soll.
die erde ist übrigens eine kugel! und wir sind nich oben drauf sondern innen. Warum sind sonst unsere Schuhe nach oben gekrümmt und nicht nach unten  ?
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16.04.2007, 22:19
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Ass des Forums
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
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Zitat:
Zitat von Stratege
Wen willst du mit diesem doch viel zu allgemein gehaltenen Beitrag trainieren?
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Ist vor allem an Spieler zwischen 0 und 1900 DWZ gerichtet. Meiner Erfahrung nach haben Spieler mit weniger als 1600 DWZ keine dieser beiden Grundprinzipien verstanden und Spieler zwischen 1600 und 1900 nur eine dieser beiden Grundprinzipien.
@thinkoutsidethebox
Hast es wohl nicht ganz verstanden.
Anderes Beispiel:
Warum verwendet man in der Praxis die Newtonschen Gesetze, obwohl diese seit Einstein als theoretisch widerlegt gelten?
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17.04.2007, 16:11
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Statt solcher Allgemeinplätze mag ich (habe deutlich unter 1600 DWZ) lieber Artikel wie http://www.chesscafe.com/text/heisman74.pdf und andere Artikel des Autors zu den angesprochenen Themen.
Für ein sinnvolles Training solltest du ein ähnliches Niveau anstreben.
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17.04.2007, 18:46
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Ass des Forums
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
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Zitat:
Zitat von Stratege
Statt solcher Allgemeinplätze mag ich (habe deutlich unter 1600 DWZ) lieber Artikel wie http://www.chesscafe.com/text/heisman74.pdf und andere Artikel des Autors zu den angesprochenen Themen.
Für ein sinnvolles Training solltest du ein ähnliches Niveau anstreben.
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Ehrlich gesagt hätt ich den Teil Zeiteinteilung lieber etwas allgemeiner formuliert, mir ist aber nicht eingefallen wie. Meiner Meinung nach stören hier Details nur, weil man dann den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.
Vielleicht ist dir in dem chesscafe-Artikel auch "my definition of
“critical.”" aufgefallen. Wie kritisch ein Zug ist hängt stark vom Spieler selbst ab. Auch wieviel Zeit ein Spieler in einen Zug investiert sollte er meiner Meinung nach selbst entscheiden. Ich glaub weder eine Vorgabe vom Verhältnis kritischer Zug/normaler Zug noch eine absolute Vorgabe machen Sinn. In einem 2h+1h Spiel schwankt es bei mir meistens zwischen 30 Sekunden und 10 Minuten pro Zug, aber ich überleg auch schon mal 0 Sekunden bzw. 90 Minuten an einem Zug. [Edit 17.04.2007 19:05
geschätzter Median: 2 Minuten
geschätzter 95% Vertrauensbereich: 30 Sekunden bis 10 Minuten ][Edit 17.04.2007 20:09
Ich überleg auch nicht bewusst ob ein Zug kritisch ist. Wenn ich lang überleg folgere ich das der Zug für mich kritisch ist, nicht umgekehrt. ]
Geändert von RemieM (17.04.2007 um 20:09 Uhr)
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18.04.2007, 14:43
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alter Hase
DWZ/Elo: 1802
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Registriert seit: 08.2006
Ort: Erlangen
Beiträge: 192
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Hallo,
Zitat:
Zitat von RemieM
Vielleicht ist dir in dem chesscafe-Artikel auch "my definition of
“critical.”" aufgefallen. Wie kritisch ein Zug ist hängt stark vom Spieler selbst ab.
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Da bin ich anderer Meinung. Wie kritisch eine Stellung ist hängt meiner Meinung nach von der Stellungsänderung ab, die die Stellung durch die Zugmöglichkeiten erfährt, und von den zur Verfügung stehenden Zugmöglichkeiten. Habe ich viele gleichwertige Möglichkeiten, so sind die Züge kaum oder wenig kritisch. Wenn allerdings nur ein Zug existiert, um die bestehende Stellungseinschätzung zu halten, d.h. eine gewonnene Stellung bleibt gewonnen oder eine ausgeglichene Stellung bleibt ausgeglichen, so ist die Stellung in höchsten Maße kritisch! Die beiden geschilderten Möglichkeiten sind extreme, es gibt unzählige Schattierungen dazwischen.
Zitat:
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Auch wieviel Zeit ein Spieler in einen Zug investiert sollte er meiner Meinung nach selbst entscheiden. Ich glaub weder eine Vorgabe vom Verhältnis kritischer Zug/normaler Zug noch eine absolute Vorgabe machen Sinn.
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Wer Dan Heismans Kolumne kennt, der weiß, dass die Optimierung des "Denkprozesses" eines seiner Hauptanliegen ist. Er kommt in seinen Artikeln immer wieder auf dieses Thema zurück. Er sagt, dass viele Spieler nicht in der Lage sind ihre Bedenkzeit richtig einzuteilen. Entweder die Spieler überlegen zu lange wenn es unnötig ist oder sie ziehen zu schnell wenn es ratsam ist etwas Zeit in die Stellung zu investieren. Beides ist dem Resultat des Spieles nicht förderlich, da in im ersten Fall leicht in Zeitnot gerät und die Fehleranfälligkeit deswegen steigt. Im zweiten Fall übersieht man einen wichtigen Zug und trifft die falsche Entscheidung, was wiederum Punkte kosten kann.
Zitat:
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In einem 2h+1h Spiel schwankt es bei mir meistens zwischen 30 Sekunden und 10 Minuten pro Zug, aber ich überleg auch schon mal 0 Sekunden bzw. 90 Minuten an einem Zug.
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Und anhand welcher Kriterien triffst Du diese Entscheidung?
Zitat:
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Ich überleg auch nicht bewusst ob ein Zug kritisch ist. Wenn ich lang überleg folgere ich das der Zug für mich kritisch ist, nicht umgekehrt.]
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Eine seltsame Sichtweise. Meiner Ansicht nach ist die Umkehrung der Heismanschen Aussage falsch ist, v.a. ist sie subjektiv. Demgegenüber will Heisman dem Spieler eine objektive Grundlage für die Zeiteinteilung geben. Wenn Du wirklich wie angeführt verfährst, nehme ich an, dass Du eine Menge Punkte verschenkst.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus
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18.04.2007, 16:35
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Ass des Forums
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
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Zitat:
Zitat von klaus74
...Da bin ich anderer Meinung. Wie kritisch eine Stellung ist hängt meiner Meinung nach von der Stellungsänderung ab, die die Stellung durch die Zugmöglichkeiten erfährt, und von den zur Verfügung stehenden Zugmöglichkeiten. Habe ich viele gleichwertige Möglichkeiten, so sind die Züge kaum oder wenig kritisch. Wenn allerdings nur ein Zug existiert, um die bestehende Stellungseinschätzung zu halten...
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Die Krux liegt in "von den zur Verfügung stehenden Zugmöglichkeiten.", "gleichwertige Möglichkeiten" und "nur ein Zug existiert". Bei mir sind nie alle Möglichkeiten, die ich in Betracht ziehe und durch überlegen bewerte, subjektiv gleichwertig. Ich kenne auch niemanden der seinen Zug letztendlich mit ene, mene, muh und raus bist du wählt, im Zweifelsfall entscheidet die Intuition. Jeder Spieler(auch Schachprogramme) hat seine Stärken und Schwächen und daher ist die subjektive Bewertung auch relevant - und hilfreich die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen.
Zitat:
Zitat von klaus74
...Und anhand welcher Kriterien triffst Du diese Entscheidung?...
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Ich schau ab und zu auf die Schachuhr wieviel Bedenkzeit ich bereits verbraucht hab. Ob ich die verbrauchte Bedenktzeit als lang, mittel oder kurz einschätze hängt vom Zeitmodus, der verbrauchten Zeit, der Anzahl der gezogenen Züge, der Phase des Spiels(Eröffnung, MIttelspiel, Endspiel) und wie schnell die Phase in die nächste übergeht ab.
Wenn ich meine die Situation zu verstehen ziehe ich. Wenn ich bereits lang überlegt hab setze ich mich selbst unter Druck zu ziehen.
Zitat:
Zitat von klaus74
...v.a. ist sie subjektiv. Demgegenüber will Heisman dem Spieler eine objektive Grundlage für die Zeiteinteilung geben. ...
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Statistiken sind immer objektiv, aber wie heißt es so schön
Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast
Zum Beispiel wird in England die Wartedauer für Hüftoperationen statistisch erfasst. Daraufhin haben einige Krankenhäuser die Termine vor allem auf die Urlaubszeit gelegt, ein paar Tage vor der Operation diese verschoben, und voilà sind zwei kurze Wartezeiten in der Statistik erfasst worden. Man kann also objektiv besser werden, sich in Wirklichkeit aber verschlechtern.
Ein weiteres Problem (neben der Erfassung) bei objektiven Betrachtungen sind die Annahmen. Wenn man die Kommentare zu den Beispielen in Heisman's Artikel nicht als subjektive Gedankengänge die auf Heisman's persönliche Erfahrungen, Wissen und Spielstil aufbauen, sondern als objektiv interpretiert, nimmt man an das alle genau wie Heisman denken.
Zitat:
Zitat von klaus74
...Wenn Du wirklich wie angeführt verfährst, nehme ich an, dass Du eine Menge Punkte verschenkst.
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Es kommt durchaus vor das ich einen Zug von mir mit "zu kurz überlegt" kommentiere, damit will ich aber zum Ausdruck bringen das ich mir der Gefahren/Chancen nicht mal Ansatzweise bewusst war. Mit anderen Worten, ich war mit der Stellung überfordert.
Edit 19.04.2007 00:33
"Wenn ich meine die Situation zu verstehen ziehe ich." hinzugefügt.
Geändert von RemieM (19.04.2007 um 00:33 Uhr)
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18.04.2007, 23:39
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Aktiver
DWZ/Elo: 2120 / 2205
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Registriert seit: 04.2007
Ort: südl. von München
Beiträge: 40
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Hm, kann ich zum größten Teil nicht nachvollziehen.
Eine kritische Stellung ist für mich (im Gegensatz zu einem kritischen Zug) eine Stellung, die eine Weichenstellung für den weiteren Partieverlauf bedeutet.
Z.B. Umstrukturierung der Bauernketten, eine Abtauschmöglichkeit, die langfristig die Pläne verändert usw. Das gefährliche ist, dass man meist erst zu spät bemerkt, dass eine Stellung kritisch war. Man haftet zu sehr an den alten Plänen und merkt nicht, dass sich das Blatt längst gewendet hat.
Kritisch ist auch der Punkt, bei dem ein Trend zu ende ist (z.B. man hat eine passable Stellung erspielt, hat leichten Vorteilm weiß aber nicht, wie man den Vorteil ausbaut - oft geht er dann den Bach hinunter und man kommt sogar in Nachteil, weil man zu überheblich spielt und immer noch an Vorteil glaubt bzw, das Potential der gegnerischen Stellung unterschätzt).
Kritische Stellungen während des Spiels erkennen zu können macht sicherlich ein paar Hundert DWZ-Punkte aus. Es hängt so viel davon ab... gerade in kritischen Stellungen sollte man Bedenkzeit investieren, um die generellen Strukturen zu begreifen. Sonst ist es nur zufällig vor sich hin zu ziehen statt "richtig Schach zu spielen". Mir geht das auch zu oft so. Leider.
Kritische Züge sind für mich etwas anderes - es sind Züge, die ein Risiko eingehen bzw. die die Stellung verändern. Z.B. wenn man in Vorteil ist und um diesen zu halten Material opfert; oder die Entscheidung, eine Figur zu tauschen (hat man wirklich über die Konsequenzen nachgedacht?);
Ich hatte z.B. eine Partie weggeworfen, indem ich wegen eines Figurenopfers, welches ich meinte, anwenden zu können, einen Läufer tauschte. Zwei Züge später registrierte ich, dass das Opfer doch inkorrekt ist und spielte es nicht. Durch den vorbereitenden Läufertausch war die Stellung bereits verloren. Die Partie war 8 Züge später zu Ende.
Geht in einer Stellung nur noch ein Zug, so ist es zwar wichtig, genau hinzusehen, aber ich würde das eher als "dankbar" bezeichnen, jedenfalls, wenn der Zug offensichtlich ist. Kritisch ist es erst, wenn man ihn nicht so einfach erkennt.
Kritische Stellungen kündigen sich - in höheren Spielklassen mit weniger unlogischen Zügen - durch vermeintlich unlogische Züge an. Warum? Einfach: wenn man nicht erkennt, dass die Stellung sich in ihrer Gesamtheit die nächsten Züge deutlich veränder wird und damit auch die Pläne, die wichtig werden, dann passt der Zug des Gegners nicht zu den Plänen, die man selber im Kopf hat. Der Zug sieht "komisch" aus. Man begreift ihn nicht.
Dann sollte man nicht innerlich den Kopf schütteln und denken "mei, ist der schlecht" (der Gegner), sondern die Zeit investieren, den Zug zu begreifen. Dann merkt man manchmal, dass die Stellung hochgradig kritisch ist. Wenn man dann zu früh Bedenkzeit verschwendet, hat man Pech.
Bedenkzeiteinteilung: auch sehr wichtig... wichtig ist, zu wissen, wann man das Berechnen abstellt und nur aus dem Bauch spielt. Wenn ich 15 Minuten in Variantenbäume stecke und merke, ich werde auch in 60 Minuten die Verwicklungen nicht lösen. dann hilft nur das Gefühl. Weiterrechnen bringt nichts, kostet nur Energie und Zeit.
Bei ruhigen Stellungen, in denen man keinen Plan findet, grübelt man oft extrem lange rum, welchen Turm man gerade ziehen soll... auch da kann man sich ein Maximum setzen und nach der gestetzten bedenkzeit einfach aus dem Bauch heraus spielen.
Die Bedenkzeit richte ich nach der Stellung aus, nicht nach Faustregeln. Es ist die Grundentscheidung: lohnt es sich, genau hier und jetzt Zeit zu verbrauchen?
Und Züge mit 0 Sekunden Bedenkzeit mache ich generell nicht, selbst im ersten Zug. Wer die Eröffnung blitzt, der verpennt meist sofort die erste kritische Stellung. Das Hirn ist noch nicht warm gelaufen und man ist zu faul, auf einen abweichenden Zug des Gegners mit Nachdenken zu reagieren. Egal bei welcher Zugfolge - und wenn ich ne Dame zurücknehme - blitze ich nicht. Nur in Zeitnot, da schalte ich um vom Denken in Gefühlsschach und blitze natürlich. Insofern ist bei mir das normale Zeitminimum vielleicht bei 10 Sekunden in der Partie pro Zug. Nur, um nicht ins Hetzen zu kommen.
LG
W_B
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19.04.2007, 00:10
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Ich bin ein großer Fan der Heisman-Kolumne im Chesscafe, da gibt es die Tipps eines Trainers, der für erwachsene Spieler schreibt, die in ihrer Spielstärke irgendwo zwischen grottenschlecht und halbwegs akzeptabel angesiedelt sind, ich bin mittendrin.
Für (aus meiner Sicht) gute bis sehr gute Spieler wie Wolverine_Blues und RemieM (scheint auch zur Liga jenseits der 2000 DWZ zu gehören) ist die Kolumne wohl nichts mehr. Auf dem Niveau geht es wohl eher um die Feinheiten.
Wenn ich die Ratschläge von Herrn Heisman gut anwende begehe ich in Turnierpartien keine groben Patzer mehr, da ich jeden Zug gewissenhaft überprüfe. Ich gerate auch nicht in Zeitnot, da ich nicht auf der Suche nach einem besten Zug bin (den ich meistens eh nicht finden würde), sondern einen halbwegs stellungsgemäßen Zug spiele der mich im Rennen hält, ich verbrauche als nicht unnötig Bedenkzeit. Heisman nennt das Vorgehen "Real Chess". Naja, ich bin auf dem Weg, mir diese Prinzipien anzueignen und in meinen Turnierpartien anzuwenden.
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19.04.2007, 04:40
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Ass des Forums
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Registriert seit: 02.2007
Beiträge: 318
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Bei Wolverine_Blues ist "kritische Stellung", "kritischer Zug" und "riskanter Zug" jeweils eindeutig. Bei mir ist "riskanter Zug" doppeldeutig.
Wolverine_Blues definiert "kritischer Zug" und "riskanter Zug" wohl ungefähr folgendermaßen:
Ein kritischer Zug mündet in Stellungen die der Spieler X mit der verfügbaren Bedenkzeit nicht wirklich verstehen kann.
Bei einem riskanten Zug muss man um ein Remis kämpfen, falls der Gegner Y die richtige Antwort findet.
Bei mir ist ein kritischer Zug ein Zug in einer kritischen Stellung.
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19.04.2007, 16:52
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 2024/2061
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 236
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also ich als spieler, der spielstärketechnisch wahrscheinlich irgendwo zwischen den "halbwegs passablen spielern" und unseren beiden spezialisten steht, machs mir da, zumindest bei der zeiteinteilung, um einiges einfacher.
und zwar versuch ich einfach, ab nach der eröffnung, immer so 5-10 minuten mehr zeit zu haben als mein gegner. das hat den vorteil, dass man sich diese ganzen dogmen wie lang man jetzt pro zug, in welcher situation, bis zu welchen zug, bei welcher bedenkzeit, größtenteils sparn kann. und man hat, wenn eine kritische stellung erreicht ist, trotzdem genug zeit zum denken, da diese der gegner ja auch braucht. man hat aber wenn es auf die zeitnotphase zugeht oder wenn die stellung es erfordert, immernoch seinen 10 min puffer, um sich nicht plump ver*****en lassen zu müssen.
Geändert von Mr.X aus Y (19.04.2007 um 16:57 Uhr)
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19.04.2007, 17:57
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GM des Forums
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
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Das geht aber nicht gut wenn dein Gegner seine Eröffnung zügig runterpielt. Es sei denn du kennst die Variante noch besser. Ich versuch, wenn es gut läuft, nach der ersten Zeitkontrolle noch 15-30 min in die zweite zu retten. Wenn es nicht so gut läuft versuche ich immer, wieder an das Raster 10Züge/30min ranzukommen. Dann halt etwas weniger kompliziert. Nach der gegnerischen Zeit richte ich mich eigentlich nur wenn ich sehe er kommt in Zeitnot. Dann versuche ich es etwas komplizierter zu halten. Dies ist für mich am streßfreiesten und ich komme damit so gut wie nie in Zeitnot. Zeitnot ist ein Patzer wie Figurenverlust und keine Ausrede
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19.04.2007, 18:27
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 2024/2061
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 236
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da gibts meistenz keine variante die es zu kennen gibt, da ich bis dato noch kei eröffnungsbuch besessen hab und daher wohl meistens schon im 3.oder4. zug unfreiwillig zumindest von der hauptvariante abweich.
demnach kenn ich des was entsteht vermutlich in der tat besser als der gegner weil ich sowas dann natürlich schon dementsprechend öfter auf brett hatte als er 
mein letzetes posting war ja auch ned als allgemeingültige aufforderung zum nachmachen gedacht die über jeden zweifel erhaben ist (irgend einen grund muss es ja auch haben dass andere 21 ham und ich ned  ) vielmehr wollt ich ne einfache, kostengünstige, leicht zu erlernende und einigermaßen praktikable möglichkeit unter die lernenden bringen um ned permanent mit der zeit auf kriegsfuß zu stehen ohne das denken völlig ein zu stellen.
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19.04.2007, 18:39
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GM des Forums
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
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hihi, oder so 
ist ja auch ne persönliche Sache. Ich richte mich so gut wie gar nicht nach dem Gegner. Sonst würdest mich ja mit deiner Methode in den Wahnsinn treiben
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