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Schachtraining für alle

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  Winnin BishopsOpening Tactics Beitrag #1 (permalink)  
Alt 31.07.2006, 17:16
Dimitrij
Aktiver
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 38
Winnin BishopsOpening Tactics

I. Einleitung
II. 2...Sf6
- 1.Variante nach 3...Sxe4
- 2.Kurze Einführung in die Hauptvariante
III. 2...Sc6
IV. 2...Lc5
V. Schlusswort



I - Einleitung
Hallo ich habe mich entschieden euch meine Lieblingseröffnung mit weiß näherzubringen. Diese Einführung ist für Spieler gemacht die gerne was riskieren und schon sehr frühe Entscheidungen Suchen. Man sollte auch nicht vor Gambits zurückschrecken. Es sei kurz noch gesagt, dass dieser Guide nicht das typische Läuferspiel behandelt sondern ein paar trickreiche Nebenvarianten. Ich konzentriere mich hauptsächlich auf die Ausnutzung von Fehlern da fast jeder Fehler mit diesem 1.e4 e5 Repertoire sofort bestraft wird. Der Guide ist also taktischer Natur und es wird keine Strategie beleuchtet da meine Schach-Erfahrung vielen Usern hier unterlegen ist. So dann fangen wir mal an:

1.e4 e5
2.Lc4

Lc4 leitet das Läuferspiel ein. Es schließt für schwarz aus Russisch zu spielen.
Es gibt jetzt mehrere mögliche Fortsetzungen:

Sf6
Sc6
Lc5

II - 2...Sf6
Einer dieser drei Züge folgt in der Regel und ich werde mich auf diese drei Varianten spezialisieren. Kommen wir erstmal zu Sf6:

2.... Sf6
3.d4

1. Variante nach 3...Sxe4
Mit d4 kommt das Urusov-Gambit zustande.
Ich möchte zunächst einen Fehler beleuchten der bereits jetzt immer wieder gemacht wird:

3...Sxe4?
4.dxe5 Sc6
5.Dd5!

Schwarz muss sich gleichzeitig um das Matt auf f7 und um den Springer auf e4 kümmern was unmöglich ist, weiß gewinnt also bereits jetzt eine Figur. Dieses Motiv kommt kann man sehr oft nutzen im Urusov-Gambit. Schwarz hat aber noch die Möglichkeit da ganze mit 4...Sc5 (oder 4...Dh4 5.Le3 Sc5 was aufs selbe hinausläuft) abzuwenden doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass Spieler die den Bauern auf e4 schlagen meistens nicht mehr Sc5 spielen. Doch auch wenn dieser Zug gespielt wird ist die Stellung sehr ausgeglichen und weiß hat noch den für schwarz unangenehmen Bauern auf e5.

Allerdings gibt es noch eine Variante für Schwarz in der sich der weiße schnell mal verschätzen kann:

1.e4 e5
2.Lc4 Sf6
3.d4 Sxe4
4.dxe5 Lc5

An dieser Stelle sieht es für weiß wieder danach aus, dass es gut ist die Dame auf d5 zu stellen. Dieses Abspiel sollte man sich aber genauer ansehen, denn die Stellung endet oft unklar und endet nur gegen nicht besonders taktisch begabte Spieler mit Materialvorteil (z.B.: ...5.Dd5 Lxf2+ 6.Kf1 0-0/De7 nebst Materialgewinn.) Doch gegen bessere Spieler ist das nicht mehr ganz so deutlich:

5.Dd5 Dh4!
6.Dxf7+ Kd8
7.Sh3 Tf8!

Sieht nicht mehr so toll aus. Da kommt einem schnell die Idee im 5.Zug Df3 zu spielen, denn wenn schwarz nach dem selben Prinzip vorgehen würde dann könnte sich die Stellung so entwickeln:

5.Df3 Lxf2+
6.Kf1 Dh4
7.Dxf7+ Kd8
8.Sf3!

Dadurch das der Läufer auf f2 bereits geschlagen hat, fehlt dem schwarzen die Möglichkeit ein Schachgebot auf f2 zu geben und man kann die Dame vertreiben nebst Materialgewinn:

8.... De7
9.DxDe7+ KxDe7
10.Ld5

Doch der Schein trügt denn dadurch, dass die Dame nicht auf d5 steht kriegt der schwarze die Möglichkeit eines Gegenstoßes:

1.e4 e5
2.Lc4 Sf6
3.d4 Sxe4
4.dxe5 Lc5
5.Df3 d5!

Dieser Zug schützt den schwarzen nicht nur sondern gibt im auch einen leichten Entwicklungsvorteil. Wenn man jetzt der Meinung ist, dass diese Varianten alle zu unklar enden oder man sie sogar als vorteilhaft für schwarz ansieht dann empfehle ich folgende Variante gegen die Zugfolge 1.e4 e5 2.Lc4 Sf6 3.d4 Sxe4 4.dxe5 Lc5.:

5.Lxf7+ KxLf7
6.Dd5+ Ke8
7.DxSe4

Nun hat man eine gute Stellung. Dem schwarzen fehlt ein Bauer und er kann nicht mehr rochieren. Ich denke das sollte eigentlich genug sein um auf Gewinn spielen zu können. Wenn man allerdings gerne sehr komplizierte und unklare Stellungen spielt kann man auch im 5.Zug Dd5 oder Df3 probieren. Zusammenfassend kann man sagen, dass es keine gute Idee ist für Schwarz im 3.Zug den Bauern e4 mit seinem Springer zuschlagen.



2. - Kurze Einführung in die Hauptvariante

Wenn Schwarz aber nicht den Fehler macht auf e4 zu schlagen dann geht es wie folgt weiter:

1.e4 e5
2.Lc4 Sf6
3.d4 exd4
4.Sf3 Sxe4
5.Dxd4 Sf6
6.Lg5 Le7
7.Sc3 Sc6
8.Dh4

Man beachte den weißen Entwicklungsvorteil. Weiß hat jetzt die Möglichkeit sich auszusuchen in welche Richtung er Rochiert. Ich rochiere an dieser Stelle in der Regel lang und starte falls die Figuren und der Entwicklungsvorteil nicht reichen einen Bauernstrum am Königsflügel (damit meine ich, dass ich z.B. mit dem h bauern vorgehe um die Rochade-Stellung der Schwarzen aufzuknacken). Schwarz kann auch an vielen Stellen in den bisher von mir genannten Varianten Sc6 spielen (z.B. 1.e4 e5 2.Lc4 Sf6 3.d4 exd4 4.Sf3 Sc6) diese Varianten überschneiden sich mit den Varianten die nach 1.e4 e5 2.Lc4 Sc6 folgen. Deshalb möchte ich nun über diese Variante sprechen.

III - 2...Sc6

1.e4 e5
2.Lc4 Sc6
3.Sf3 Sf6
4.d4

Nach 4...Sxe4 5.dxe5 kommt wieder die bekannte Drohung Dd5 zustande Vor 5...Lc5 sollte man sich nicht mehr fürchten da der Springer auf f3 die Dame nicht mehr auf h4 lässt. Nach Sxd4 sollte man wie folgt weiterspielen:

4...Sxd4
5.Lxf7+ Kxf7
6.Sxe5+ Ke8/Kg8
7.DxSd4

Soviel zu den direkten Fehlern. Wenn Schwarz sich gut anstellt dann hat er in dieser Variante in den ersten 7. Zügen wenig zu befürchten. Die Stellung sollte wie folgt weitergespielt werden:

1.e4 e5
2.Lc4 Sc6
3.Sf3 Sf6
4.d4 exd4
5.e5 De7
6.0-0

Die Stellung ist ausgeglichen aber angenehm für weiß zu spielen denn der schwarze hat Entwicklungsprobleme weil ihm die Dame im weg steht außerdem ist mit dem Springer auf f6 auch nicht so leicht was sinnvolles anzufangen. Sollte schwarz allerdings nicht im 5.Zug De7 spielen dann hat man als weißer wieder ein paar Möglichkeiten. Z.B. nach 5...Sg4 was vielen logisch scheint da der Springer nun den Bauern auf e5 ein zweites mal angreift. Kann man mit einem Standartmotiv dem Gegner die Rochade vermiesen:

6.Lxf7+ Kxf7
7.Sg5+ Ke8
8.DxSg4

Nach 5...Se4 kommt ebenfalls eine ausgeglichene Stellung zustande.

IV – 2...Lc5
Nach Lc5 gibt es ebenfalls eine interessante Variante:

1.e4 e5
2.Lc4 Lc5
3.b4!

Wiedermal ein Gambit. Nicht selten geht es wie folgt weiter:

3...Lxb4
4.c3 Lc5
5.d4 exd4

Nun kommt das interessante:

6.Lxf7+ Kxf7
7.Dh5+ g6
8.DxLc5

Nebst interessantem Angriff.

Wenn Schwarz aber 4.Zug nicht wieder auf das Feld c5 zurückkehrt sondern auf das Feld a5 geht dann:

4...La5
5.Dh5 De7
6.Lxf7+ DxLf7
7.Dxe5+ De6
8.DxLa5 Dxe4+
9.Se2

Mit interessanter Stellung.

V – Schlusswort
Das wars dann soweit von mir. Ich hoffe mein Guide findet bei ein paar Leuten gefallen, da es schon eine komische Idee ist ausschließlich über die Fehler vom Gegner zu sprechen. Doch ich denke trotzdem, dass man nach dem Lesen das Läuferspiel mit den von mir genannten Varianten anwenden kann und auch Erfolge erzielen kann. Kommentare sowie Kritik sind erwünscht viel Spaß mit dem Läuferspiel!
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  Winnin BishopsOpening Tactics Beitrag #2 (permalink)  
Alt 31.07.2006, 19:34
Dieterle
Benutzer
 
Registriert seit: 04.2006
Beiträge: 25
Das hat er! Ist zwar parteiischer und selektiver als das allgemeine Rätselraten in Läuferspiel, aber bestimmt sehr fundiert.
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  Winnin BishopsOpening Tactics Beitrag #3 (permalink)  
Alt 31.07.2006, 19:49
Dimitrij
Aktiver
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 38
Ja ich gebe zu, dass ich etwas parteiisch an die Sache rangegangen bin, aber sogar geübte Schach-Autoren können das oft nicht vermeiden. Sorry aber was meinst du eigentlich mit "das hat er". Danke für deine Meinungsäußerung
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  Winnin BishopsOpening Tactics Beitrag #4 (permalink)  
Alt 31.07.2006, 22:24
Dieterle
Benutzer
 
Registriert seit: 04.2006
Beiträge: 25
Zitat:
Zitat von Dimitrij
Ich hoffe mein Guide findet bei ein paar Leuten gefallen,
Das hat er.
Läßt sich nach 1.e4 e5 2.Lc4 Sf6 3.d4 exd4 4.Sf3 noch was anderes für Schwarz finden als dein Sc6 oder die Hauptvariante Sxe4 ?
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  Winnin BishopsOpening Tactics Beitrag #5 (permalink)  
Alt 01.08.2006, 00:31
Dimitrij
Aktiver
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 38
Ich freue mich das er dir gefallen hat. Es kommen gelegentlich auch andere Züge als Sc6 und Sxe4 vor z.B. h6 oder Lc5 was mir aber sehr selten passiert und was auch nicht gerade gut aussieht. Wenn ich die Eröffnung mit Fritz trainiere dann spielt er bei mir meistens Sc6 und manchmal Sxe4. Falls du aber eine Frage zu einer konkreten Variante hast dann frag ruhig ich sage dir dann meine Meinung.
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