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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 1 ( permalink)

10.03.2005, 20:04
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Schachjournalist
DWZ/Elo: ~1750
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Registriert seit: 11.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 267
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spielweise dem gegner anpassen?
bin durch den beitrag von tuc (zitat "partie gegen alte gegner aussitzen") auf die idee gekommen:
richtet ihr euer spiel auf den gegner aus? also spielt ihr z.b. gegen sehr junge spieler exotische eröffnungen, die sie praktisch noch nicht kennen können? oder verkompliziert ihr die stellung gegen 80 jährige, in der erwartung daß der kalk den rest erledigt (formulierung etwas gemein, aber es ist nicht böse gemeint)?
also ich hebe die erfahrung gemacht, daß gerade sehr alte gegner sehr schwer zu schlagen sind. die spielen ihr spiel, kennen dank endloser erfahrung alle tricks und haben unglaubliche geduld.
junge spieler (unter 18) kann man leicht "ködern", so daß sie zu viel wert auf offensive legen. dann opfern sie schonmal oder ermöglichen einen "gegenschlag".
habt ihr ähnliche oder andere erfahrungen gemacht (meine beziehen sich auf freundschaftsspiele und kreisklasse)? oder ist das alles quatsch und man soll einfach sein spiel spielen, egal wer der gegner ist?
ich würde mich über viele antworten freuen, weil ich ein ziemlicher fan von "psychologischen spielchen" bin, und mal gerne wüsste was ihr dazu denkt?
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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 2 ( permalink)

10.03.2005, 20:30
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Garry des Forums
DWZ/Elo: DWZ: 1643
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Registriert seit: 12.2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 944
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Eine interessante Fragestellung. Aber wie man es macht, sollte dann jeder für sich selbst entscheiden. Es kann ein Vorteil sein, solche psychologischen Spielchen zu treiben. Aber es kann sich genau so zum Nachteil für einen selbst entwickeln. Zum Beispiel dann, wenn man anfängt so ein Spiel zu spielen und dann sich davon ablenken lässt, ob denn der Gegner nun auf die eigenen Tricks reinfällt, oder nicht. Man konzentriert sich dann u.U. nicht genügend auf das eigene Spiel osndern den Gegner und könnte schneller patzen.
Ich habe gestern mein zweites Mannschaftsspiel bestritten gegen einen 14 jährigen. Mich hat es zum Beispiel total zerstreut, dass er ständig weg war. Er hat sich nur hingesetzt und solange gesessen bis er gezogen hat, und weg war er. War vielleicht seine Art den Gegner, in diesem Fall mich, aus dem Konzept zu bringen. Da ich zusätzlich erkältet bin hat das meine Konzentration sehr beeinträchtig und ich stand prompt auf Verlust. Der spätere Sieg für mich war wie ein Geschenk und eigentlich unverdient .
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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 3 ( permalink)

10.03.2005, 21:54
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 75
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Nun ich finde, es kommt auf die Spielstärke drauf an.Ich finde in Normale Klubspieler sollten immer ihr KOnzept beibehalten, denn es schleichen sich auch sehr leicht Fehler ein. Ein oft gemachter Fehler ist sicher die Unterschätzung.
Geändert von Trouble (10.03.2005 um 21:57 Uhr)
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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 4 ( permalink)

11.03.2005, 13:18
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
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Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
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Ich richte mein Spiel eigentlich extrem dem Gegner aus...
da ich eigentlich ein recht ausgeglichener Spieler bin, kann ich sowohl ins Endspiel gehen, als auf Angriffspartien( was ich eher pflege) spielen...oder eben beides nicht, wie man´s nimmt 
Aber am meisten passe ich mein Spiel der Spielstärke des Gegners an....
Stärkere Gegner kann ich meiner Meinung nach nur in "exotischen" Stellungen besiegen und ich denke, dass ich mich da ganz gut zurecht finde...
Gegen schwächere Gegner lege ich es in erster linie drauf an, Remisen auszuschließen und früh ungleichgewichte zu schaffen....
für gewöhnlich kann ich mich aus schlechten Stellungen überdurchschnittlich gut rausmogeln, was ich entsprechend ausnutzen will...
Andere Leute ( die mehr Ahnung haben als ich ^^)empfehlen oft, konsequent "normal" zu spielen und wenn eine Stellung eben Remis ist, sie Remis zu spielen...so verstand ich zum Beispiel einige von Yermolinskis Thesen...
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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 5 ( permalink)

11.03.2005, 13:53
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Erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: 1471
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Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 82
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"Sein Spiel auf den Gegner ausrichten" ist schon so eine Sache... schwierig zu beantworten und geht teilweise ins esoterische. 
Gegen Kinder/Jugendliche hat man mir mal geraten, so schnell wie möglich bekannte Eröffnungspfade zu verlassen, da sie durch ihr Training mir gegenüber einen Vorteil hätten. Man zwingt sie also zu selbständigem Denken und schafft gewissermaßen gleiche Voraussetzungen.
Was sicherlich bis zu einem gewissen Alter auch noch funktioniert, ist eine zeitlich lange Partie - also langsam spielen. Die Konzentration reicht eben meist nicht für 4-5 Stunden.
Ich halte das hier auch nicht für unfair. Und da ich sowieso meist ab Zug 20 in Zeitnot bin, spiele ich nicht einmal absichtlich langsam.
Gegen ältere Herrschaften funktioniert das eben genannte eher nicht. Die kennen ihre Eröffnungen meist besser als ihre Enkel und hauen Dir Blödsinn eiskalt um die Ohren.  Langsames Spielen halte ich hier allerdings schon für unfair und bemühe mich flotter zu ziehen. Hier lieber schneller verlieren und in einer gemeinsamen Partieanalyse etwas lernen. 
Aber wenn man seinen IQ bei einer Bundeswehrlotterie gewonnen hat, braucht man sich daran natürlich nicht zu halten. *fg* 
Ansonsten? Hmm, vor und während der Partie nicht die DWZ des Gegners ansehen, damit man so spielt wie immer.
Das einzige, was ich noch versuche, ist, die für den Gegner unangenehmsten Züge zu finden und möglichst viele Überraschungen und Verwicklungen vorzusetzen.
Und auf Angriff spielen ist natürlich immer gut. Die Fehler des Verteidigers sind im unteren bis mittleren DWZ-Bereich m.E. meist die verhängnisvolleren als die des Angreifers.
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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 6 ( permalink)

11.03.2005, 16:36
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Schachjournalist
DWZ/Elo: ~1750
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Registriert seit: 11.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 267
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Zitat:
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Zitat von Yossarian
Ansonsten? Hmm, vor und während der Partie nicht die DWZ des Gegners ansehen, damit man so spielt wie immer.
Und auf Angriff spielen ist natürlich immer gut. Die Fehler des Verteidigers sind im unteren bis mittleren DWZ-Bereich m.E. meist die verhängnisvolleren als die des Angreifers.
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danke für die antwort(en)!
zu 1)
diesen tip sollte ich wohl echt mal beherzigen! ich habe bis jetzt alle spiele gegen gegner <1570 gewonnen und alle spiele gegen gegner >1570 verloren. vielleicht bin ich einfach zu ehrfürchtig gegen bessere! zumal die von mir besiegten oft punkte gegen die besseren holen!
zu 2)
da habe ich ganz andere erfahrungen gemacht! es ist sehr häufig so daß man sich so in einem (vermeindlich?) guten angriff "festdenkt" und ihn dann um jeden preis (bauern- oder sogar figurenopfer) durchziehen will! ich habe schon einige spiele gewonnen weil der gegner figuren oder bauern für tempi geopfert hat und dann mit den tempi nichts anfangen konnte
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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 7 ( permalink)

11.03.2005, 18:14
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Benutzer
DWZ/Elo: 2000
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Registriert seit: 03.2005
Beiträge: 23
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Ja, das ist wirklich eine interessante Frage. Ich denke, im Prinzip muss man das spielen, was man kann. Wenn man ein begabter Angriffsspieler ist, muss man eben die Partie entsprechend anlegen. Wenn man taktisch nicht besonders viel drauf hat, nützt es auch nichts, wenn man gegen bestimmte Gegner (z.B. deutlich Stärkere) taktische Gemetzel vom Zaun bricht.
Auf der anderen Seite ist es natürlich schon hilfreich, wenn man den Gegner einschätzen kann. Ich habe z.B. am letzten Wochenende in einem Mannschaftskampf gegen einen Angriffsspieler gespielt. Er spielte Gambit und ich war bereit, den Bauern schnell zurückzugeben, aber er hätte dann die Damen tauschen müssen. Objektiv wäre die Stellung dann bestimmt für ihn okay gewesen, aber ob er damit auch zurecht gekommen wäre ist eine andere Frage. Er ging jedenfalls auf den Damentausch nicht ein und kam selbst unter starken Druck. Ich gewann schnell.
Natürlich kann man dabei auch Pech haben. Noch eine selbsterlebte Geschichte: Ich spielte letztes Jahr auf einem Open gegen ein Mädchen von vielleicht 12 Jahren. Sehr talentiert, Teilnehmerin an Jugendweltmeisterschaften, aber eben sehr jung. Ich machte mir die gleichen Gedanken, die in diesem Beitrag schon geäußert wurden: "Gegen die spiele ich eine Nebenvariante, die kann sie bestimmt nicht." Leider aber doch, und nachdem sie fast jeden Zug a tempo gespielt hatte (!) war ich es dann, der aus der Theorie fiel.
Allgemein zum Thema "psychologisches Spiel gegen bestimmte Gegner" gibt es ein interessantes Buch: "Schach für Tiger" (Autor fällt mir im Moment nicht ein).
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spielweise dem gegner anpassen? Beitrag # 8 ( permalink)

11.03.2005, 18:52
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Chessgeek
DWZ/Elo: 1800
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Registriert seit: 06.2004
Ort: Burg Frankenstein
Beiträge: 265
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hmm,
Zitat:
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Zitat von Scipio
Aber am meisten passe ich mein Spiel der Spielstärke des Gegners an....
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mach ich auch, mit fallender Gegnerstärke steigt die Patzerhäufigkeit antiproportional an. Sprich, je stärker der Gegner desto weniger die eigenen Fuschermöglichkeiten. Bei mir heisst das mit Weiss, gegen <1600 Evensgambit gegen >1800 solides mit 1.d4. Und mit schwarz gegen e4 je nach Stimmung eher Sizilianisch gegen die Schwachen und Skandinavisch gegen die Starken. Nur Schwarz geschlossen pack ich sie alle gleich an, mit Holländisch
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