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07.05.2009, 22:11
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Neuling
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Registriert seit: 05.2009
Beiträge: 4
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Wie gehts nun weiter?
Hallo,
ich bin neu hier, habe aber schon einige Zeit in diesem Forum verbracht und einige Beiträge durchgeforstet.
Mittlerweile bin ich aber an einem Punkt, an dem ich merke, dass ich nicht weiter komme. Da ich keinen in meinem näheren Umkreis habe der intensiv Schach spielt, frage ich jetzt euch. 
Ich habe vor Jahren Schach gelernt und eine Zeitlang mit meinem Opa gespielt, dass liegt aber nun auch schon einige Jahre hinter mir. Genauso wie der Besuch des schulischen Schachclubs.
Jetzt habe ich wieder angefangen und versuche tiefer in die Materie einzusteigen. Habe auch das Buch "Zug um Zug". Wobei ich hier schon die Kapitel des Bauern- und Turmdiploms gelesen habe.
Nun treten bei mir Probleme auf...
Ich beschäftige mich mit Eröffnungen. Habe unter anderem hier im Forum gelesen, dass die italienische Eröffnung gut für Anfänger ist.
Eins versteh ich nun nicht. Es gibt eine Standardreihenfolge in dieser Eröffnung, gut, die kann ich mir noch einprägen.
Was mach ich denn nun wenn der Gegenspieler aber was komplett anderes zieht, soll ich das nicht beachten? Wie geh ich da am besten ran. Wozu italienische Eröffnung lernen wenn der Gegner eh nicht das spielt was er "soll". Oder soll ich mir alle möglichen Varianten einprägen? Klingt unmöglich...
Und wäre es für mich jetzt sinnvoll Kombinationen oder ähnliches zu lernen?
Obwohl hier auch mein Verständnis wohl nicht so weit reicht. Wozu sind einzelne Kombinationen da? Ich mein, sie werden doch auch nie so auf dem Brett wiederkommen. Oder gilt das nur zur Schulung des Blickes für bestimmte Stellungen etc.?
Hoffe das es verständlich ist was ich meine. Komm einfach nicht wirklich weiter...
Mit freundlichen Grüßen
Ventolin
Geändert von Ventolin (07.05.2009 um 22:15 Uhr)
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07.05.2009, 23:40
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
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Der Sinn des Taktiktrainings ist den Blick zu schärfen - nicht durch auswendig lernen, sondern durch "Wiedererkennen" der Abhängigkeiten der Figuren.....
- wenn z.B. ein Stein zwei gegnerische Figuren deckt, wird das Schlagen der einen die andere ungedeckt zurücklassen......... und dann sucht man, ob man daraus was "machen kann"......
- und das mit Eröffnungen ist so eine Sache........ wenn Du Dich bemühst Dich normal zu entwickeln, dann spielst Du gg. 1. ...e5 immer so ne Art Italienisch
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08.05.2009, 06:53
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Neuling
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Registriert seit: 05.2009
Beiträge: 4
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Naja, wie die italienische Partie beginnt, weiß ich ja...
1. e4 e5
2. Sf3 Sc6
3. Lc4 Lc5
Ich weiß bloß nicht wieso ich es lernen sollte, wenn der Gegner im ersten Zug schon a6 spielt, anstatt das geplante e5. Soll ich dann normal weiterspielen? Es gibt da doch unendlich viele varianten.
Demnach müsste man ja verschiedene Züge einberechnen und hoffen das der Gegner das zieht, was man sich vorher schon gedacht hat.
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08.05.2009, 17:50
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Schachjournalist
DWZ/Elo: 1500
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Registriert seit: 03.2004
Ort: Paderborn
Beiträge: 276
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du kannst natürlich nicht warlos deine gelernten Eröffnungzuge runterspulen
wenn dein Gegner andere Züge machst, wie du erwartet hast.
Überlege zuerst, ob der Zug des Gegners ein Fehler war, wenn ja wiederlege ihm seinen Zug..
ansonsten einfach nach den normalen Eröffnungs Prinzipien weiterspielen..
schnelle Figurenentwicklung, beherrschen des Zentrums, Königssicherheit (Rochade)
halt nach schwächen ausschau z.b Ungedeckte oder schwachgedeckte Figuren oder Felder Schachgebote,Schlagzüge, Matt-Drohungen ...
Gruß
Martin.B
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08.05.2009, 21:53
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Neuling
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Registriert seit: 05.2009
Beiträge: 4
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uff..ok und was meinst du mit widerlegen? also seinen zug und dessen idee die dahinterstecken könnte also verhindern?
dann is die sache mit eröffnung lernen ja ne komplizierte sache oder? also letztendlich muss man sich das ja doch eh alles merken...
wäre es da sinnvoll erstmal kombinationen zu lernen?
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09.05.2009, 13:57
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Echter Kenner
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Registriert seit: 04.2006
Beiträge: 142
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Ja!
Du hast es voll erfasst!
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18.07.2009, 01:47
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Forumsprofi
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Registriert seit: 09.2007
Beiträge: 192
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Zitat:
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Was mach ich denn nun wenn der Gegenspieler aber was komplett anderes zieht, soll ich das nicht beachten?
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wie??? wenn der Gegner 3.d4 statt 3.Lc4 (in der ital. Eröffnung zieht), meinst du, "das beachte ich nicht und ziehe 3..Lc5 weil das die Eröffnung für 'Italienisch' nun mal verlangt. " 
Der Spieler mit Weiß wird sich freuen: 3.d4 Lc5 4.dxc5 und die Partie ist entschieden.
Zitat:
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Oder soll ich mir alle möglichen Varianten einprägen?
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Genau so ist es. Eröffnungen muss man auswändig lernen wie ein Gedicht (nur reimt sich da nichts) und auch die Untervarianten. Immer wieder die Zufolgen üben, 100 mal, 300 mal, 1000 mal, bis man sie kann.
Nach den Hauptvarianten das Gleiche mit den Nebenvarianten.
Das ist viel Fleißarbeit, aber unumgänglich.
Zum Trost: Kramnik. Anand und ihre Vorgänger haben das auch nicht anders gemacht.
Geändert von MiBe (18.07.2009 um 01:53 Uhr)
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18.07.2009, 02:16
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Totaler Kenner
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Registriert seit: 04.2009
Beiträge: 155
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Zitat:
Zitat von MiBe
Eröffnungen muss man auswändig lernen wie ein Gedicht (nur reimt sich da nichts) und auch die Untervarianten. Immer wieder die Zufolgen üben, 100 mal, 300 mal, 1000 mal, bis man sie kann.
Nach den Hauptvarianten das Gleiche mit den Nebenvarianten.
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Ich bin entsetzt!  Der Fragesteller ist doch offenbar Anfänger (gewesen und inzwischen möglicherweise schon fortgeschritten); warum gibst Du einen solchen grundfalschen Rat? Dann ist er doch beim ersten Gegenzug, der in seinem auswendig gelernten Repertoire nicht vorkommt, hilflos.
Vorerst nichts auswendig lernen (einiges merkt man sich beim aufmerksamen Nachspielen sowieso), sondern Partien nachspielen, lesen was die Kommentatoren schreiben - man bediene sich guter Schachliteratur - VERSTEHEN was in der Eröffnung vor sich geht. Es kommt z.B. auf die Eröffnungsgrundsätze wie Entwicklung, Bauer(n) ins Zentrum, Dame zurückhalten, baldmöglichst rochieren usw an. Ein Anfänger muß hier seine Flexibilität und Verständnis für Konzepte anwenden; stures Auswendiglernen bringt hier rein gar nichts.
Seine Frage "...wenn der Gegner im ersten Zug schon a6 spielt, anstatt das geplante e5. Soll ich dann normal weiterspielen?" trifft ja voll auf den Punkt: Jawohl, ganz normal weiterspielen!  Sehr richtig.
Aus den anderen Fragen lese ich heraus, daß vielleicht ein genereller Hinweis hilft: Der Lernende - insbesondere von Kombinationsmotiven anfangs - muß sich von konkreten Stellungen lösen. Also, z.B. wenn wir die Springergabel lernen, heißt das nicht daß wir nur etwas über eine konkrete Konstellation mit beispielsweise sTa8, sKe8 und wSc7+ erfahren, sondern was das prinzipiell ist. Man muß verallgemeinern und das Motiv als solches begreifen.
D.h. Schach ist vielleicht wirklich (fast) so schwierig und kompliziert wie mancher befürchtet.  Die Anforderungen sind auf jeden Fall nahezu das Gegenteil dessen, was man beim Auswendiglernen von Gedichten braucht...
P.S. Der Startposter war zuletzt vor 7 Wochen hier aktiv, sodaß uns hier der eigentliche Gesprächspartner möglicherweise verloren ging. Aber es lesen ja u.U. auch andere Schacheinsteiger mit.
Geändert von Alois Schachownik (18.07.2009 um 02:19 Uhr)
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18.07.2009, 11:46
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Forumsprofi
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Registriert seit: 09.2007
Beiträge: 192
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Natürlich nicht alle Eröffnungen auf einmal, das geht nicht. Empfehlung: Erst die wichtigsten, also z.B. 1.e5 c5 bis 5..a6 und dann die Fortsetzungen ab dem 6. Zug und wenn das klappt 5..g6 usw. und wenn das sitzt 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6... mit den üblichen Varianten 3.Lb5, dann erst(!) 3.Lc4 und 3.d4 usw.
Wenn man einige Partien gespielt hat, merkt man sich die Zugfolgen auch ein wenig.
Am braven Lernen führt aber kein Weg vorbei.
Wenn man dem Schachspieler ein Stichwort gibt, z.B. "Berliner Verteidigung", sollte er antworten (ohne zu Grübeln)
"e4 e5 Sf3 Sc6 Lb5 Sf6" und nicht nachdenken, warum das so ist, sondern akzeptieren, dass es so ist - Zumindest in den bekannten Eröffnungsvarianten. Das spart Zeit, die man später in der Partie um so dringender benötigt.
Vielleicht gehe ich ein wenig von mir aus, ich lerne schnell auswändig, auch Zahlen, Daten und früher in der Schule alberne Gedichte. Deshalb muss ich bei den Eröffnungen auch nicht mehr so grübeln. Aber ohne Lernen gehts eben nicht.
Aber ohne Lernen
Geändert von MiBe (18.07.2009 um 11:56 Uhr)
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18.07.2009, 11:58
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Totaler Kenner
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Registriert seit: 04.2009
Beiträge: 155
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Zitat:
Zitat von MiBe
Am braven Lernen führt aber kein Weg vorbei.
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1.e4 c5 2.e5, was lernt man dann nach Deiner Methode? 
Anderes Beispiel,
1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.Sf3 Sf6 4.e3 b5 5.a4 b4 6.Lxc4
was lernt man jetzt nach Deiner Methode? Was macht Weiß mit seinem Damenspringer?
Große Überraschungen oder? Vergiß nicht, die Leute die hier beraten werden wollen, spielen nicht gegen Großmeister, sondern eventuell gegen 1300er, 1500er, und vorwiegend wie ich vermute maximal gegen 1700er Spieler. Stärkere Spieler haben keine Zeit für Internet-Schachforen, denn die müssen dringend die neuesten Eröffnungszüge von Anand & Co auswendig lernen.
Geändert von Alois Schachownik (18.07.2009 um 12:30 Uhr)
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18.07.2009, 12:30
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Forumsprofi
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Registriert seit: 09.2007
Beiträge: 192
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Eigentlich hatte ich von den wichtigsten, d.h. am meisten gespielten Eröffnungen gesprochen, mit denen man sich zuerst beschäftigen sollte.
Bei ausgefallenen Nebenvar., wie etwa in deinen Beispielen, muss man sich natürlich auf "sein übriges Schachkönnen" verlassen, wie sonst auch nach der Eröffnung.
Deine Beispiele muss z.B. keiner lernen, diese Partien gewinnt man als GM auch so. 
Zitat:
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Stärkere Spieler haben keine Zeit für Internet-Schachforen, denn die müssen dringend die neuesten Eröffnungszüge von Anand & Co auswendig lernen.
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Ach ja, das müssen die?
Geändert von MiBe (18.07.2009 um 12:33 Uhr)
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18.07.2009, 12:36
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Totaler Kenner
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Registriert seit: 04.2009
Beiträge: 155
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Zitat:
Zitat von MiBe
diese Partien gewinnt man als GM auch so.
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Großartig, leider sind die meisten die hier lesen keine GM (inkl. MiBe der ebenfalls kein GM ist).
Laßt uns mal realistisch werden; Schach wird durch konkrete Züge entschieden und nicht durch Wunschphantasien...
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