1. Jein!
2. dasselbe, wie immer! (also Züge unterschiedlicher Stärke, durchgemischt als ob ich nicht ganz bei Sinnen wäre

)
3. noch nie! (ausgenommen in der Zeit (2000?!) als in Österreich eine blau schwarze Koalition, bestehend aus der 2. und 3. stärksten Partei gebildet wurde. Da war aber meine Flagge der Auslöser, nicht meine Eröffnungen.)
Ich würde mir darüber gar keinen Kopf machen - erstens ist Schach ein Spiel - und der Versuch keine Varianten von Personen zu spielen, die mit antijüdischer Gesinnung (oder zumindest der zugehörigen Propaganda) in Verbindung gebracht werden, ist (meiner bescheidenen Meinung nach) ein bisschen übertrieben sensibel, und könnte bei konsequenter Anwendung sehr, sehr schwierig werden. (der gute Aljechin hat ziemlich viele Eröffnungen durch spielen derselben "verseucht" -

).
Davon abgesehen möchte ich nicht in der Haut eines Prominenten im "Großdeuschland" der 30-er gesteckt haben. Soweit ich das verstehe, war die Wahl, vor der solche Personen damals standen, sich entweder in die Propagandamaschine einspannen zu lassen, oder - je nach Art des Widerstandes - unter zu gehen.
In diesem Lichte kann man Aljechins Verhalten (noch dazu war er ja selbst Ausländer) schlimmstenfalls als opportunistisch und charakterschwach beschreiben, aber (zumindest nicht mit meinem Wissensstand) keinesfalls als mehr.
Nicht mit den Wölfen zu heulen, wenn die eigene Popularität einen ins Rampenlicht rückt, ist eine sehr einsame Entscheidung - und nicht jeder hat das Zeug zum Helden!
*****************
ein viel einfacheres (und viel folgenärmeres) Beispiel:
Herr X ist in wirtschaftlich nicht ganz einfachen, aber beileibe nicht hoffnungslosen Zeiten (und, nein - wir reden nicht von heute - und schon gar nicht von Deutschland - ist ja nur ein Beispiel!

) Abteilungsleiter in einem großen Betrieb. Die Firma hat, sagen wir 5000 Beschäftigte, und Herr X ist 40 Jahre alt, hat zwei Kinder, eine nette Frau, ein (fast ausbezahltes) Häuschen am Stadtrand, und findet mit seinem Einkommen ein gutes Auslangen.
Er, und die meisten seiner (sagen wir 50 an der Zahl) Mitarbeiter finden, dass er seinen Job gut macht. Er wird nur selten laut, ist kompetent und leidet nicht unter unvorhersehbaren Stimmungsschwankungen. Er hat das Herz am richtigen Fleck, und ist eigentlich (im Rahmen des Möglichen) ein richtig netter Chef.
Die Firma wird von einem ausländischen Konzern übernommen, und jetzt gehts los.
Die neue Firmenleitung informiert Herrn X (informell natürlich) über ihr Vorhaben, die Belegschaft binnen Jahresfrist zu halbieren - auch seine Abteilung ist von einem geplanten 40%-igen Personalabbau betroffen. Für jeden seiner Mitarbeiter, der binnen Jahresfrist von selbst kündigt, wird ihm eine Prämie von 2.000€ in Aussicht gestellt. Wenn er sein Ziel erreicht (-20 Pers.), weitere 20.000€. Ein etwaiger Überhang wird in einem Jahr unter Bezahlung der Abfindung entlassen (diese Personen wären dann von ihm zu benennen).
Was wird Herr X tun?
a) er fragt noch mal nach, ob er das richtig verstanden hat - sagt dem Typen was er ihn kann - und wird (so er es nicht vorzieht von selbst zu gehen) längstens in Jahresfrist selbst zu den 20 gehören. (unbezahltes Haus und 2 Kinder hin oder her - aber man hat ja Charakter)
b) er sagt ja - und bekundet sein Unwohlsein, und tut aktiv gar nichts
c) er sagt ja - und versucht seine natürliche Personalfluktuation als Erfolg im Prämiensinne zu verkaufen
d) er sagt ja - und beginnt ganz im Sinne seiner neuen Chefs seine Mannschaft systematisch unter Druck zu setzen (nicht wirklich alle - ein paar Freunde braucht der Mensch ja), um die Vorgaben zu erreichen.
e) wie d), aber am Ende rückt er ein Konzept raus wie man unter Abbau von 10 weiteren Personen seine Abt. mit noch tieferem Personalstand führen könnte...
************
Wie auch immer, das ist fast beliebig fortsetzbar - aber die echte "aktive" Mitschuld (wollen wir sie in unserem Beispiel die A-loch-grenze nennen), überschreitet er erst irgendwo zwischen d) und e).
- aber auf a) würd' ich nicht setzen!

- und ab b) ist er nach aussen ein Opportunist (wenns mal auffliegt, und das tuts irgendwann)