Es war einmal eine mittelmäßige Truppe von mittelmäßigen, aber äußerst talentierten Schachspielern, die sich zu einer Mannschaft zusammenfanden, und sich für die Kreisklasse anmeldeten.
Leider beschränkte sich ihr Talent nur auf Bereiche, die mit Schach nix zu tun hatten, und daher verlief die Saison nur, wie war es auch anders zu erwarten, mittelmäßig.
Am letzten Spieltag ihrer ersten Saison kam es zum Entscheidungsspiel um den letzten Platz gegen das Nachbardorf, und wie man annehmen konnte, kannten sich fast alle Spieler untereinander, und manche waren sogar über 4 Ecken miteinander verwandt.
So ergab es sich, dass an Brett 1 Ronald Fersengeld gegen seine Schwager Moritz Randbauer (Anm.: Namen offensichtlich geändert) spielen musste.
Nach einer wilden Partie ergab sich folgende Stellung: siehe Anhang.
Ronald, in Euphorie des nahenden Sieges, übersah das Matt in 1, und spielte
123. Dxc5, worauf er bei 123. ... Lxc5 alle erdenklichen Züge zum Matt sah.
Moritz, vollkommen überrascht, fing nun an zu überlegen, ob er sich noch retten könnte.
Während nun beide am Brett saßen, und grübelten ...
"BAUZ, da geht die Türe auf ..." und im Spiellokal erschien nun nicht der Schneider mit der großen, scharfen Schere, sondern ...
... vollkommen überraschend Frau Fersengeld!
In froher Erwartung des schnellen Remis ihrer beiden Lieblingsmänner hatte sie den Vormittag wartend zu Hause verbracht, und war nach 4 Stunden doch langsam stutzig und unruhig geworden.
Sie begab sich schnellen Schrittes zum Brett 1, nur um ob der Partiestellung puterrot anzulaufen, und mit vernichtenden Blicken ihren Mann zum klärenden Gespräch nach draußen zu "bitten".
Es ward berichtet, dass diese "klärende Aussprache" eine halbe Stunde währte, denn keiner der Spieler traute sich nach draußen, und nach jener erwähnten Zeit kam Spitzenspieler Fersengeld einigermaßen "zerknittert" (der Fachausdruck heißt wohl "zusammengefaltet") ans Brett zurück.
In seinem Gesicht war Unmut zu lesen, aber auch Angst, und allen Mitspielern war klar, dass er nur einen Auftrag haben konnte: die Stellung zum Remis zu "retten".
Umso größer ward seine Angst, als sein Schwager-Gegner (oder Gegner-Schwager?!), der sich natürlich bewusst über den Inhalt und Ausgang des Gespräches war, den Antwortzug 123. ... Lxc5 auf's Brett knallte.
Nun war guter Rat teuer, denn jeder Zug von Weiß führte wohl zum Matt, und die hinter ihm stehende, dezent, aber nachdrücklich mit dem Fuß tippende Frau half Herrn Fersengeld sicherlich nicht, die "Lösung" zu finden.
Nach 20 Minuten des Nachdenkens entschied sich Herr Fersengeld aufgrund der nicht allzu rosigen Aussichten, und mit nur noch 1:50 Minuten auf der Uhr, die Partie einfach nach Zeit zu verlieren, und weiterzuleben.
So geschah es denn, und wenn sie nicht gestorben sind, dann patzen sie noch heute.
Nun zu der Aufgabe:
Wie rettet Weiß nach 123. Dxc5 Lxc5 sein Leben auf schachlichem Wege, oder im Klartext, wie vermeidet er das Matt im nächsten Zug?
Viel Spaß, Ole
P.S.:
1. Die Geschichte ist natürlich ersponnen und erlogen, und jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder ... bla bla bla.
2. Ich bitte um Nachsicht bei allen, denen die einleitende und umrahmende Geschichte zu geistlos, trocken o.ä. erscheint.
Es war der müde Versuch einer Pointe 
3. Wenigstens die Endstellung ist nicht erlogen, dafür aber geklaut. (Quelle: Albin Pötzsch, Spaß am Kombinieren, Aufgabe 36, er selbst gibt als Quelle Dr. K. Fabel in der "Rätselstunde" '52 an).