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24.11.2011, 23:44
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Benutzer
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Registriert seit: 07.2010
Beiträge: 21
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Läufer Vs Turm
Hab gerade eben eine Partie beobachtet.
Fand es, vom Qualiverlust (14. - Bd4) abgesehen, ganz annehmbar.
Wobei ich den Eindruck hatte, dass Weiß zeitweise nicht wusste, was er tat. zB Rd5. Seh hier keine Idee.
1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. Nf3 00 5. g3 d5 6. cd Nxd5 7. Bg2 Nxc3 8. bc c5 9. 00 Bg4 10. Be3 Nc6 11. dc Bxc3 12. Rb1 Bxf3 13. Bxf3 Qc7 14. Qb3 Bd4 15. Bxc6 Bxe3 16. Bxb7 Bxc5 17. Bxa8 Rxa8
Weiß hat Qualität gewonnen.
18. Rbc1 Qd6 19. Rfd1 Qb6 20. Qxb6 ab 21. Rc2 Kg7 22. Kg2 h5 23. e3 Ra4 24. Kf3 h4 25. Rd5 f6 26. Ke2 g5 27. f4 Kg6
Hätte mE mal den h-Bauern tauschen sollen.
28. fg fg 29. Kf3 Ra3 30. Re5 Kf6 31. Re4 Rd3 32. gh gh 33. Re2 Kg5 34. Rg4+ Kg5 35. h3 Rd1 36. Rg8 Rf1+ 37. Ke4 Rh1 38. Reg2 Bxe3
Desparation.
39. Kxe3 Rxh3+ 40. Kf4 Rg3 41. R2xg3 hg 42. Rxg3
Interessierte mich wg Läufer-Turm-Endspiel.
Was sagt ihr? wo gut, wo schlecht? Was werden die beiden wohl für ELOs gehabt haben, kann das jmd einschätzen? Hab nicht mit Rybka oÄ analysiert.
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08.12.2011, 18:57
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Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 45
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Qualität
War der 34. Zug von Schwarz 34....Kh5?
Ansonsten war die Stellung nach dem schwarzen Qualitätsverlust verloren und blieb es auch bis zum Ende
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12.12.2011, 14:56
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Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 45
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Spielstärke
Hallo.
Das Niveau war recht hoch. Schwarz hat abgesehen vom Qualitätsverlust ganz gut mitgehalten. Stärke: Verbandsklasse oder aufwärts.
Nähere Analyse folgt.
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27.12.2011, 18:57
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Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 45
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Partieanalyse - Teil1 = Eröffnung
1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. Nf3 O-O 5. g3 d5 6. cxd5 Sxd5
7. Lg2 Sxc3 8. bxc3 c5 9. O-O
Bis dahin alles 'normal', formal Neo-Grünfeld D75.
Nun folgt eine schwarze 'Neuerung'; eigentlich wird es erst nach dem 10. Zug eine wirkliche Neuerung (s.u.). Bekannt sind an dieser Stelle 9....Sc6, 9....cxd4 (mit durchschnittlicher schwarzer Punktausbeute) oder das wenig bekannte 9....Da5
9....Lg4 (N)
10. Le3 Sc6
Eigentlich wird ...Lg4 erst nach diesem Zug eine Neuerung. Diese Stellung hätte auch nach 9....Sc6 10. Le3 entstehen können und hier sind die schwarzen Hauptfortsetzungen 10....Sc6, 10....cxd4 (auch mit durchschnittlichem schwarzen Score) oder das wenig bekannte 10....Da5.
Wäre 9....Lg4 ein besonders guter Zug gewesen, wäre er längst früher schon einmal auf Meisterniveau gespielt worden. Der Verlustzug ist es aber nicht, verlangt aber in der Folge sorgfältiges schwarzes Spiel.
Geändert von drgcodierer (28.12.2011 um 18:44 Uhr)
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28.12.2011, 19:04
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Partieanalyse - Teil2 = Mittelspiel1
11. dxc5
Führt zu neuen Positionen, wobei Weiß u.a. mit dem Motiv Db3 oder (evtl. auch und) Tb1 mit Druck gegen den Bb7 operiert. Normal wäre z.B. 11.Dd2 cxd4 12.cxd4, was zu Stellungen wie in oben aufgeführten Varianten, die nur leicht günstiger für Weiß sind, führt.
12. Tb1 Lxf3?
Dieses ist der schon der Verlustzug, nachdem Schwarz entweder in eine sehr schlechte Stellung gerät oder einen Bauern bzw. die Qualität verliert. Der Zug ist auch schon aus dem Grunde suspekt, weil S hiermit das Läuferpaar aufgibt und der Druck gegen gegen den Bb7 nicht gemildert sondern tendenziell verstärkt wird.
Richtig 12....Dxd1 13. Tfxd1 Tab8 14. Ld2 Lg7 z.B. 15. h3 Bf5 und Weiß hat nur geringen Vorteil.
Falsch wäre in dieser Variante 13....Tad8? 14. Tdc1! Lb4 15. Se5 Sxe5 16. Txb4 Td7 17. Txb7 Txb7 18. Lxb7 Lxe2 19. c6 und 20. Lxa7 und Weiß steht schon auf Gewinn
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29.12.2011, 18:59
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Partieanalyse - Teil3 = Mittelspiel2
13. Lxf3 Dc7
Auch 13....Tb8 ist unbefriedigend z.B. 14. Tb3 Da5 15. Dc2 Le5 16. Td3 mit deutlichem weißen Vorteil oder auch 14. Dxd8 Tfxd8 15.Tb3 Le5 16.Tfb1 Sa5 17.Tb5 Sc4 18.Txb7 Txb7 19.Txb7 Sxe3 20.fxe3 und Weiß hat einen (Doppel-)Bauern in besser Stellung mehr.
14. Db3! +- Ld4
15. Lxc6
Auch 15. Dxb7 gibt Weiß gewinnverheißenden Vorteil, während 15.Lxd4?! Sxd4
16.Dxb7 Dxc5 nur wenig für Weiß ergibt
15....Lxe3
16. Lxb7
Nur scheinbar riskant. Auch 16.Dxb7 gewinnt eine Qualität, weil auf 16....Tac8 17.Ld7! folgt.
16....Lxc5
17. Lxa8 Txa8
Weiß steht nach dem Qualitätsgewinn klar auf Sieg, macht sich die Sache in der Folge aber noch unnütz schwer
18.Tbc1 Dd6
19.Tfd1 Db6
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29.12.2011, 19:15
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Partieanalyse - Teil4 = Mittelspiel-Endspiel-Übergang
20.Dxb6?
Überraschenderweiße ein deutlicher Fehler, der Weiß den Gewinn deutlich erschwert, obwohl er weiter auf Sieg steht. Ursache für die Probleme ist, daß Schwarz durch diesen Abtausch die stabile und sich selbstdeckende Formation Bb6-Lc5, die zudem gegen den Bf2 drückt, erhält und der weiße Ba2 schwach wird. Aufgrund der Schwäche des Ba2 gehen auch typische Pläne zur Verwertung der Mehrqualität, wie Rückopfer der Mehrqualität (auf c5 oder b6) gegen Figur + 1 Bauern, nicht, weil zunächst anschließend auch der Ba2 fallen würde. Zudem hat Schwarz nach diesem Abtausch keine wirklich schwachen Bauern mehr, auch ein Angriff gegen den Bf7 (nach s e6) durch Turmverdopelung ist aufgrund der erwähnten Schwäche des Ba2 nicht einfach zu organisieren..
Besser und einfacher wäre 20.e3 oder 20.Df3 nebst Tc2 oder 20.Kg2, da Lxf2? nun ohne Schach erfolgt und an 21.Df3 scheitert.
20....axb6
21.Tc2 Kg7
22. Kg2
Keinesfalls schlecht. Die Hauptalternative wäre 22.Td7
22....h5
Objektiv nur Pseudoaktivität, da keine wirklichen Drohungen existieren.
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30.12.2011, 19:33
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Partieanalyse - Teil5 = Endspiel1
23. e3?!
Stellt einen weiteren Bauern auf die Farbe des schwarzen Läufers. Richtig 23. Td7, (z.B. 23....Kf6 24.e4 Ke6 25.Tb7 Ke5 25.f3) oder 23.e4, hingegen ist direkt 23.f3?! wg. 23....Le3 auch beschwerlich für Weiß.
23....Ta4
24. Kf3
In den nächsten Zügen spielt Weiß zunächst wieder stärker. Die Alternative wäre insbesondere 24.Td7, wobei Weiß neben o.g. Turmpositioierung auf b7 auch die Möglichkeit Tc7 mit der Option einer Qualitätsrückopferdrohung auf c5 (wenn der s Turm die a-Linie verlassen hat) bzw. nach Abzug des s Läufers von c5 auch T7c4 hat, um den s Turm von a4 zu vedrängen.
25....h4
S. Anmerkung zum 22. Zug von Schwarz
25. Td5
Alternativ 25.Td7 oder das unten erläuterte 25.h3!
25....f6
Durchaus gut, um das möglicherweise geplante Manöver 26.Te5 - e4 zu verhindern
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30.12.2011, 20:05
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Beiträge: 45
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Partieanalyse - Teil6 = Endspiel2
26. Ke2
Ein kurzfristiger guter Plan fehlt Weiß, daher macht er weiter Abwartezüge.
Mit dem Textzug hält er sich die Optionen Td3, insbesondere, wenn S ...Ta3 spielt, ggf. das Manöver Td3-c3-c4 offen.
Die prinzipielle Alternative wäre hier, oder auch schon einen Zug eher, 26.h3!, um den Bauern von einem schwarzen Feld zu entfernen, und falls 26...hxg3, dann 27.fxg3.
26....g5!?
Zumindest unter praktischen Gesichtspunkten eine gute Entscheidung, nun kann ggf. auch ....g4 und wenn hxg4 dann ...h3 drohen.
27.f4?!
27.h3? führt nach 27....hxg3 28.fxg3 zu o.g. Stellungen, Schwarz kann aber besser spielen 27....g4! 28.hxg4 hxg3 29.fxg3 Te4 30.Td3 Txg4, wonach ein weißer Sieg weiter schwer ist, z.B. 31.Kf3 f5 mit der Drohung ...Ld6.
Daher sollte Weiß zum Maöver 24.Kd3 nebst Kc3-b3(ggf.-c4) greifen.
Auch der Textzug sollte den weißen Sieg weiter erschweren.
27....Kg6
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31.12.2011, 16:03
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Beiträge: 45
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Partieanalyse - Teil7 = Endspiel3
28.fxg5
28.gxh4? gxf4! bzw. 28.f5+?! Kf7 und plötzlich ist ein Sieg nur noch schwer möglich.
28....fxg5?!
28....hxg3! 29.hxg3 e6 30.Td7 (oder Td3) Kxg5 nebst ...Te4 u. evtl. ...Kf5 und der weiße Sieg ist wieder erschwert. Vgl. auch die Anmerkung zum 27.Zug.
29.Kf3?!
Wieder ungenau. Besser 29.Td3 mit dem Plan Tdc3 und Tc4
29....Ta3?
29....g4+ nebst 30....h3 oder 30....hxg3 hätte den weißen Sieg wieder deutlich erschwert, u.a., da fast alle w Bauern auf schwarzen Felden stehen.
Das Problem des Textzuges ist, daß der weiße Turm nunmehr nach e5 bzw. e4 gelangt, von wo aus er den s h- und g-Bauern attackieren kann.
30.Te5 Kf6
31.Te4 Td3
Auch 31....hxg3 32.hxg3 bringt keine wirkliche Besserung, da Weiß noch immer das Manöver Tf2 mit dem Plan Ke2+ oder Kg4+ in der Hinterhand hat.
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31.12.2011, 17:04
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Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 45
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Partieanalyse - Teil8 = Endspiel4
32.gxh4
Stark war auch 32.Tf2, was wegen der Abzugsschachdrohung 32....Kg6 (oder alternativ s Turmabzug von d3) erzwingt und nach 33. gxh4 gxh4 zu ähnlichen Bildern wie in der Partie führt, z.B. 34. Re6+ Kh7 35. h3 b5 36. Kf4 Bd6+ 37. Kf5
32....gxh4
33. Te2
Nun verliert Schwarz entweder den Bh4 oder gerät in ein Mattnetz der weißen
Türme. Natürlich gewann auch 33.Tf2 ähnlich obiger Variante
33....Kg5
34.Tg4+
34.Te5+ gewinnt auch 34....Kf6 35.Th5 und xBh4/3 oder 34....Kg6 35.Kg4 nebst K oder T(nach evtl.Tg5+/h5)xh4/h3
34....Kh5
35.h3
Alternativ 35.Tg8 mit ähnlichen Verläufen.
35....Td1
36.Tg8
36.Teg2 gewinnt ähnlich
36...Tf1+
37.Ke4
37.Tf2? Txf2 38.Kxf2 Ld6 und der Gewinn ist nur noch schwer zu erreichen
37...Th1??
Verkürzt das Ende, weil nun die Mattdrohung direkt entscheidet.
Besser 37....Tf6 38.Th8+ Kg6 (38....Kg5 39.Tg2#) 39.Txh4 Te6+ und nun 40.Kd5 Txe3 41.Txe3 Lxe3 42.Ke6 und gewonnen, weil S nicht den h-Fraiebauern aufhalten und seine Bauern decken kann, oder 40.Kf3 und gewonnen, z.B. 40...Tf6+ 41.Tf4 +- (alternativ kann Weiß auch mit 41.Ke4 Te6+ 42.Kd5 in obige Variante einlenken)
38. Teg2 Lxe3
39. Kxe3 Txh3+
40. Kf4 Tg3 41. T2xg3 hxg3 42. Txg3
1:0
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