Hallo Dxg4,
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Zitat von Dxg4
Gibt es sowas wie eine mentale Checkliste, die man bei jedem gegnerischen Zug durchgehen kann, um sowas nicht zu übersehen? Z.B.
- Welche Felder werden von der gezogenen Figur gedeckt/bedroht
- Was wird nicht mehr bedeckt/bedroht
- usw.
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solche "Checklisten" kann man sich am Anfang als Hilfestellung angewöhnen, das ist wohl sogar sehr empfehlenswert. Später automatisiert sich das dann. Einige Spieler - ich nenne sie die nervösen Zieher - leiden aber ihr Spielerleben lang unter dem Phänomen des adhoc-Zuges und werfen regelmäßig Partien weg, weil sie sich im falschen Moment nicht bremsen können und einfach zu sehr auf ihre Idee konzentriert sind, so dass sie blind werden für anderweitige Drohungen.
Das bezieht sich nun aber auf lange Partien und nicht aufs Internetgeblitze. Da hat man in der Regel sowieso kaum Zeit für strategisch-taktische Reflexionen, sondern muss aus dem Mustopf schöpfen, den man sich bereits an Automatismen antrainiert hat: schnelles Auge (für die einfache Taktik) und ein ausreichendes Repertoire an Eröffnungsplänen und typischen Spielmanövern sind entscheidend, um ein guter Blitzspieler zu sein.
Letztgenannte Kompetenzen lernt man freilich nicht sehr gut im Blitzspiel selbst, sondern daheim oder im Verein am Trainingsbrett (aus Büchern) und vor allem während langer Partien.
Zitat:
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Ansonsten hier einfach mal die Partie. Ich habe einfach mal planlos drauf losgespielt und geschaut was passiert. Vielleicht erkennt ja jemand noch mehr Fehler.
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Ich habe mir die Partie angeschaut und mir das markiert, was mir auffiel:
7. d3
Der Zug ist sicherlich spielbar, aber wenn Du sowieso nach d4 ziehen möchtest, weshalb dann nicht sofort? So sieht das für mich nach einem verschenkten Tempo (nein, nicht das Taschentuch

) aus.
11. Bf3
Welcher Plan steckt hinter diesem Zug? Auch hier sieht sofortiges 11. e5 wesentlich stärker aus und was der Läufer auf f3 leisten soll, das scheint unklar. Die Bauerndeckung allein kann es ja kaum sein.
14. g3?
Der erste Zug, dem ich ein Fragezeichen gönne. Damit handelst Du Dir einen Doppelbauern ein, schwächst dadurch (vor allem die weißen) Felder am Königsflügel und öffnest die g-Linie zum eigenen König hin. Den Läufer hättest Du auch mit der Dame decken können. Generell sollte man die Bauern nie ohne Not ziehen, denn das sind statische Züge, die das Spiel nachhaltig beeinflussen (ob positiv oder negativ, das zeigt einem oft nur die Spielerfahrung, aber allgemein kann man sagen, dass man sich Doppelbauern und Öffnungen der eigenen Königsstellung eher nicht freiwillig einhandeln sollte).
17. Bxc6?
Auch dieser Zug bekommt ein Fragezeichen. Hier gibst Du Deinen weißfeldrigen Läufer her und schwächst damit noch zusätzlich die weißen Felder rund um Deinen König. Der Läufer muss zur Verteidigung jener Schwächen, die Du zuvor selbst verschuldet hast, unbedingt im Spiel bleiben.
18. Nf3??
Das ist ein Patzer, der das Spiel - hätte Dein Gegner etwas aufgepasst - natürlich sofort entscheidet. Bis dahin hast Du ein solides Blitzspiel bestritten, auch wenn die groben strategischen Mängel natürlich Deine fehlende Übung deutlich erkennbar werden lassen.
Mein Tipp für Dich: Beschäftige Dich weiter mit Grundlagenstrategie und Basistaktik, bemühe Dich ferner darum, lange Partien gegen bessere Spieler zu bestreiten. Dein obiger Gegner wird Dich - mangels eigenem Können - nur bedingt weiter bringen. Überhaupt ist es kaum sinnvoll, im Internet zu blitzen. Spaß macht es zwar, aber besser wird man dadurch nur sehr bedingt.
Es grüßt Dich,
gisi