Ich zeig dann auch mal was. Partie verläuft relativ reibungslos, hat aber mehrere interne Knackpunkte. Viel spaß damit!
Anmerkung: Französisch-Vorstoß ist Spitze!
Schulze, Torben [2003] - Dr.Titzhoff, Frank [2075]
Regionseinzelmeisterschaft Hannover 2006, Runde 5
1.e4 e6
2.d4 d5
3.e5 c5
4.c3 Db6
5.a3
Da es Varianten mit Ld7-Lb5 gibt, variiert Weiss in der Zugfolge
5...c4
(5...Sc6 6.Sf3)
(5...Ld7 6.b4 cxd4 7.cxd4 Lb5 8.Lxb5+ Dxb5 9.Sc3 und der Sg1 steht spaeter auf e2 doch ein klein wenig besser als auf f3)
6.Sd2 f6
7.Sgf3 Sc6
Auf diese Stellung hatte ich mich, wenn auch nicht gruendlich, vorbereitet (wenn auch mit anderer Zugfolge)
8.b3!? cxb3
und schon ist die Vorbereitung zu Ende! Mit diesem Zug hatte ich mich ueberhaupt nicht beschaeftigt, darauf vertrauend, dass weiss nach Sxb3 wegen der Entwicklungsprobleme des schwarzen Koenigsfluegels einfach gut stehen duerfte.
(8...fxe5 9.Sxe5 Sxe5 10.dxe5 Lc5 [...Sh6!? 11.Dh5+ Sf7 12.bxc4 Lc5 13.cxd5 Lxf2 14.Kd1 und Weiss kam in den Analysen immer ziemlich gut weg] 11.Dh5+! g6 Dh4 die aktive Postierung der Dame ist der wichtige Unterschied zu den Varianten, in denen Weiss Le2 u.ae. anstatt von b3 zieht. Meine Stammpartie hierzu: Izrailev - Zumsande, Oberliga NordWest)
9.Sxb3 fxe5
10.dxe5
(10.Sxe5 Sxe5 11.dxe5 koennte Schwarz im Hinblick auf das freigewordene Figurenfeld c6 entlasten 11...Dc7 nebst Se7-c6)
10...Dc7
11.Lf4 Sf6!?
(11...Sg-e7
12.Ld3 und die schwarzen Entwicklungsprobleme machen sich stark bemerkbar)
12.Ld3 Se4
(12...Sh5!? ist zweischneidig, aber unklar! 13.Lg3!? [13.Dd2?! Le7! nebst O-O])
13.O-O Sc5
14.Sxc5 Lxc5
15.Dc2
provoziert Schwaechen am Koenigsfluegel
15...g6
16.c4 d4
17.Tf-e1 O-O
Hier wollte ich zuerst Lg5 (Idee Lf6) ziehen, hatte aber zuviel Respekt vor dem folgenden Qualitaetsopfer. Da wir aber in der fuenften Runde waren, ein Sieg besonders im Hinblick auf das winkende Preisgeld toll waere und eine Qualitaet nunmal eine Qualitaet ist, entschied ich mich fuer den forcierten Weg
18.Lh6 Txf3
das ist wie gesagt forciert
(18...Te8 19.Lxg6 +-)
(18...Tf7 19.Sg5 +/-)
19.gxf3 Sxe5
20.Le4
(20.Txe5 war meine erste Idee, geht aber leider nicht ...Dxe5 21.Lxg6 d3! 22.Td1 Dg7!? -+)
20...Sf7
das ist vielleicht etwas passiv - nach wenigen Zuegen wird Schwarz komplett an die Wand gespielt. Andererseits aber auch eine verstaendliche Reaktion - Schwarz wollte die staendig drohenden Einschlaege auf g6 obsolet machen. Trotzdem zeichnet sich hier meiner Meinung nach bereits das Spiel auf ein Tor klar ab.
(20...Ld6!? / 20...Ld7!? sind Züge, die untersucht werden muessen. Irgendwer Lust auf variantenrechnen?

)
21.Ld2 De7
22.Lb4!
tauscht Figuren und lockt die Dame an den Damenfluegel (siehe 24.Zug)
22...Lxb4
23.axb4 Dxb4
24.c5!
hiernach droht nicht nur Te-b1, es zeigt sich nun auch, dass der Ta8 und Lc8 komplett aus dem Spiel sind - und solange Schwarz keine Reserven nachholen kann, spielt Weiss froehlich auf Gewinn weiter.
24...d3
25.Lxd3 Dh4
26.Le4 Sg5
27.Kh1 (Prophylaxe) Sh3
28.Te2 Df6
praktisch das Eingestaendnis der Niederlage, aber Schwarz hat nunmal keine zusaetzlichen Angriffsressourcen mehr.
(28...Sf4 29.Td2 e5 30.c6 +-)
29.Td1 Sg5
30.c6! Sxe4
31.Dxe4 bxc6
32.Dxc6 Tb8
33.Dc7!
diese Stellung hatte ich bei 30.c6 angepeilt - Schwarz kann noch einmal ein Schach geben, aber dann...
33...Dxf3+
34.Kg1 34...Dd5
(34...Dxe2 35.Td8#)
(34...Dg4+ 35.Kf1 Dh3+ 36.Ke1+-)
(34...Lb7 35.Dxb8+ Kg7 36.Td7+ Kh6 37.Dxb7+-)
35.Txd5 Tb1+
36.Kg2 Lb7
37.Dd8+ Kg7
38.Txe6
1-0
[EDIT]: Ich entschuldige mich für eventuelle Unübersichtlichkeit, ich hab die Partie zum direkt nachspielen als html angehangen, die kommentare stimmen größtenteils überein..