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12.03.2006, 15:28
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Blackmar-Diemer Experiment
Hallo miteinander,
zur Zeit probiere ich mich in diversen Gambits, da ich bislang eher ruhige Aufbauten und überschaubare Stellungen bevorzugte, ist dies für mich eine kleine Revolution.
In Turnierpartien habe ich zwar noch keine Gambits angewendet - ich beschränke mich dabei vorerst auf die Blitzerei (hauptsächlich Schach.de) - aber ich bin doch erstaunt, dass ich nur geringfügig an Elopunkten verloren habe, seit ich Bauern herschenke wie warme Semmeln.
Mein Favorit ist das Blackmar-Diemer Gambit, als d4-Spieler bietet sich dieses Gambit schließlich direkt an.
Das schwierige bei einem "alles oder nichts" Spielprinzip ist, dass man einerseits nur durch ständige Initiative das Spiel behaupten kann, andererseits aber auch genau genug gespielt werden muss: d.h. opfern um jeden Preis funktioniert schlecht, man muss stets darauf achten, dass der Geldbeutel bis zum Schluss genug Kleingeld enthält. 
Jedenfalls bringt diese Spielweise sehr viel Spaß, entweder man geht mit wehenden Fahnen darnieder, oder man trägt einen oft spektakulären Erfolg davon.
Doch zurück zum Thema Blackmar-Diemer Gambit. Ich habe meine zuletzt gespielte Partie auserwählt, da sie einigermaßen frei von Schnitzern sein müsste und mit 7min. +5sek. durchaus als Blitzpartie im herkömmlichen Sinne zählbar ist.
[Event "Wertungspartie, 7m + 5s"]
[Site "Großer Spielsaal"]
[Date "2006.03.12"]
[Round "?"]
[White "Gisibert"]
[Black "Chesshole3"]
[Result "1-0"]
[ECO "D00"]
[WhiteElo "1498"]
[BlackElo "1782"]
[PlyCount "47"]
[EventDate "2006.03.12"]
[TimeControl "420+5"]
1. d4 Nf6 2. Nc3 d5 3. e4 dxe4 4. f3
exf3 5. Nxf3 Bg4
6. h3 Bxf3 7. Qxf3
Nc6 8. Be3 e6
9. O-O-O Bb4 10. Bb5 Qd7
11. d5 exd5 12. Nxd5
Nxd5 13. Rxd5 Qe6
14. c3 Be7 15. Re1
O-O 16. Bd2 Qf6
17. Rf5 Qh4 18. Rf4
Qg5 19. Rf5 Qh4
20. g3 Qxh3 21. Bxc6
bxc6 22. Rxe7 Rad8
23. Rfxf7 Rxf7 24. Qxf7+
Chesshole3 resigns 1-0
Über Anregungen zur Partie oder andere Erfahrungen mit dem Blackmar-Diemer Gambit (auch anderen Gambits) freue ich mich natürlich.
Beste Grüße,
gisi
Geändert von Gisibert (12.03.2006 um 15:31 Uhr)
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12.03.2006, 15:58
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Ja, der Angriffs-Stil wird mir auch langsam immer symphatischer, wobei zu sagen ist, dass ich nicht einfach direkt am Anfang der Partie einen Bauern opfere, also ist das einzige Gambit, dass ich spiele das Damengambit, Mittelgambit würde ja auch noch gehen...
Mal zu deinem Spiel: Du hattest eine starke Initiative und dein Gegner war auch noch "scharf" auf deine Bauern, so wundert es nicht, dass er erst eine Figur und dann auch direkt die Partie verlor.
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13.03.2006, 21:22
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Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: ELO 2070
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Registriert seit: 01.2006
Ort: nearby Nuremberg
Beiträge: 103
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Je kürzer die Bedenkzeiten, desto wildere Gambite kann man spielen.
Auf chessbase.de spielen viele im bullet z.B. gegen 1. d4 Englund Gambit in allen möglichen und unmöglichen Abspielen, einige ziemlich erfolgreich.
Oder kennt ihr das "Frillo-Gambit"? Nein? Geht so 1. Sf3 ~ 2. Se5 ~ 3. Sxf7?!? Und dann seelenruhig weiterspielen - im Sinne von normal entwickeln und angreifen. Ist allerdings nur im bullet oder bei Spielstärkeunterschieden von > 400 Punkte zu empfehlen, und wenn Schwarz 1. ... d6 spielt, muss man die Springerroute über g5 abändern *grins*
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13.03.2006, 22:12
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GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
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nur hast du in jedem fall ein prob bei der zugfolge mit 1....Sf6
schwarz kann da nämlich sehr stark in das hübsch gambit einlenken indem er Sxe4 spielt
dannach sinken die weißen angriffschancen schon beträchtlich
aber im blitzen is alles möglich wa?
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14.03.2006, 00:14
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@Ali
Führ das doch weiter aus: 1.d4 Sf6 2.Sc3 d5 3.e4 Sxe4 4.Sxe4 de4 5.Lc4
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14.03.2006, 13:05
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Französisch und Caro-Kann
Ich habe mir heute Morgen überlegt, was ich tun sollte, wenn das BDG auftaucht. Da ich wohl auch in Zukunft das abgelehnte oder slawische Damengambit spielen werde, kann das BDG vorkommen.
Ich habe mir überlegt, was ich beim BDG tun kann, um nicht noch eine Eröffnung (im Sinne eines schmalen Repertoires) zu lernen. Die Position nach 1. d4 d5 2. e4 habe ich geistig kurz betrachtet, und konnte erfreut feststellen, dass ich mit 2. ...e6 in "meiner" Eröffnung gegen 1.e4 gelandet bin!
Das würde für mich jetzt heissen, dass der BDG-Spieler mindestens Französisch und Caro-Kann drauf haben muss...
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14.03.2006, 13:29
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1493
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Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 237
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Ein fanatischer BDG-Anhänger wird aber 1.d4 d5 2.e4 e6 3.Le3 oder 3.c4 spielen.
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14.03.2006, 13:59
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Zitat:
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Zitat von GeDa
Ein fanatischer BDG-Anhänger wird aber 1.d4 d5 2.e4 e6 3.Le3 oder 3.c4 spielen.
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Merkwürdig, dass solche Varianten spielbar sind!
Scheint so, als ob man den Bauern in solchen Varianten nehmen muss, um nicht in Nachteil zu geraten?
Dann werd ich mir diese Züge mal "reinziehen". Als Französich-Spieler kann man wohl (gerade beim Internet-Blitzen) damit rechnen.
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14.03.2006, 14:35
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1493
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Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 237
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Zitat:
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Zitat von Der_Stratege
Merkwürdig, dass solche Varianten spielbar sind!
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Für einen BDG-Änhänger ist das schon spielbar  .
Als Schwarzer antworte ich so 1.d4 Sf6 2.Sc3 d5 3.e4?! Sxe4 4.Sxe4 dxe4
damit habe ich schon mal eine Figur abgetauscht und die Kompensation für Weiß ist noch nebulöser als im normalen BDG.
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14.03.2006, 15:55
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Kenner
DWZ/Elo: 1683 (CH)
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Registriert seit: 10.2005
Ort: Lausanne, Schweiz
Beiträge: 110
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muss mich hier als bdg spieler-auch mal melden:
thema uebergang franzoesisch:
damit aergert man mich ueberhaupt nicht, im gegenteil, ich bin hoch erfreut:
1.d4 d5 2.e4 e6 3.Nc3
danach
3. ... Bb4 4.a3 --> winkelmannengambit, ein wichtiger verteidiger (weissfeldriger laeufer) wird gegen die figur welche am schwierigsten zum angriff kommt, abgetauscht, finde ich sehr fair  . ansonsten gleicher aufbau wie BDG.
3... Nf6 4.Bg5
danach
4... dxe4 5.f3 --> BDG
4... Bb4 5.e5 --> hier spiele "altmodisch" 5... h6 6. exf6 hxg5
4... Be7 5.Bxf6 Bxf6 6.e5 --> richter-anderson angriff, kennt fast kein franz.-spieler, gibt wunderschoenes angriffsspiel
3... dxe4 4.f3 --> BDG
was das huebsch-gambit angeht:
1.d4 Nf6 2.Nc3 d5 3.e4 Nxe4 !? 4.Nxe4 dxe4
erstens mal finde ich das von der idee her komisch, der WICHTIGSTE verteidiger von schwarz wird wiedermal gegen die figur abgetauscht, welche am schwierigsten zum angriff kommt.
anstelle 5.Bc4 gefaellt mir 5.Bf4 besser, damit wird e5 fuer lange zeit mal unterdrueckt, und danach kann man schoen "schematisch" mit f3 weiterspielen.
ausserdem spielt fast niemand das huebsch-gambit...
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14.03.2006, 15:59
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hallo Stratege,
tatsächlich missfällt mir genau diese Antwort beim BDG am meisten - wie auch schon von Tarrasch bestätigt wurde. Ich mag Französisch überhaupt nicht - besonders nicht geschlossen - und tausche dann in der Regel ab. Vermutlich ist e6 also der sicherste Weg, um dem BDG - jedenfalls dann, wenn man Angst davor hat - aus dem Wege zu gehen.
Andererseits kann es doch auch reizvoll sein das Gambit erstmal anzunehmen und abzuwarten, ob der Weiße sich nicht bald übernimmt. Gegebenenfalls kann man den Bauern rechtzeitig zurückgeben und einfach die eigene Entwicklung vervollständigen. Im Idealfalle hat man einen Mehrbauern nach Figurentauscherei übrig.
Nun ja, wie ich so gerne zu bemerken pflege: "No risk, no fun". 
Grüße,
gisi
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14.03.2006, 16:24
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
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Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 410
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Zum Thema Französisch oder Caro-Kann gegen BDG:
Die Idee ist ja genau, in Varianten zu landen, die der BDG-Spieler weniger gut kennt, da er in der Regel nicht mit 1.e4 eröffnet. Spielt man BDG schon sehr lange und ausführlich, wird man das zwar kennen, es bleibt aber die Tatsache, daß man sein ursprünliches Ziel, nämlich eine sehr scharfe Stellung mit diversen taktischen Möglichkeiten aufs Brett zu bekommen, nicht erreicht hat, sondern sich vielmehr mit einer eher positionellen Stellung befassen muß. Ich denke, daß meint Tarrasch, wenn er meint, man ärgere BDG-Spieler damit am meisten.
Ich würde aber sagen, daß sich diese Vorgehensweise nur für die lohnt, die ohnehin gegen 1.e4 französisch oder Caro-Kann spielen, denn soo oft kriegt man BDG sonst meist nicht aufs Brett; im Blitzen gehts natürlich trotzdem....
Der Gegner von Gisibert hat ja letztlich genau das Gegenteil gemacht: Mit 5.Lg4 hat er die schnelle Entwicklung der Dame nach f3 ermöglicht und damit außerdem die lange Rochade von Weiß begünstigt; damit kam es genau zu der offenen, scharfen Stellung, die der BDG-Spieler ja anstrebt.
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15.03.2006, 11:24
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Echter Kenner
DWZ/Elo: 2095 / 2177
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Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 128
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Zitat:
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Zitat von Lestat
muss mich hier als bdg spieler-auch mal melden:
thema uebergang franzoesisch:
damit aergert man mich ueberhaupt nicht, im gegenteil, ich bin hoch erfreut:
1.d4 d5 2.e4 e6 3.Nc3
danach
3. ... Bb4 4.a3 --> winkelmannengambit, ein wichtiger verteidiger (weissfeldriger laeufer) wird gegen die figur welche am schwierigsten zum angriff kommt, abgetauscht, finde ich sehr fair  . ansonsten gleicher aufbau wie BDG.
3... Nf6 4.Bg5
danach
4... dxe4 5.f3 --> BDG
4... Bb4 5.e5 --> hier spiele "altmodisch" 5... h6 6. exf6 hxg5
4... Be7 5.Bxf6 Bxf6 6.e5 --> richter-anderson angriff, kennt fast kein franz.-spieler, gibt wunderschoenes angriffsspiel
3... dxe4 4.f3 --> BDG
was das huebsch-gambit angeht:
1.d4 Nf6 2.Nc3 d5 3.e4 Nxe4 !? 4.Nxe4 dxe4
erstens mal finde ich das von der idee her komisch, der WICHTIGSTE verteidiger von schwarz wird wiedermal gegen die figur abgetauscht, welche am schwierigsten zum angriff kommt.
anstelle 5.Bc4 gefaellt mir 5.Bf4 besser, damit wird e5 fuer lange zeit mal unterdrueckt, und danach kann man schoen "schematisch" mit f3 weiterspielen.
ausserdem spielt fast niemand das huebsch-gambit...
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Das übliche Problem des Blackmar-Diemer-Spielers: Wenn der Gegner schon kein BDG spielen will, versucht Weiß oft krampfhaft, durch halbkorrekte Sachen (Das Winckelmann-Gambit ist meines Wissensstandes nach einfach nur schlecht [weiß hat im besten Falle Ausgleich, wenn überhaupt], zumindest wenn man es mit f3 spielt - nach Dg4 kann Weiß sicherlich noch hier und da rühren, aber mehr als Ausgleich ist auch da nicht drin) das Gleichgewicht der Stellung zu stören.
Gegen BDG (das ich garnicht sooo schlecht finde, aber Schwarz kriegt in den meisten Fällen bei sauberem Spiel ein solides Plus, denn ein Bauer ist ein Bauer ist ein Bauer ist ein Bauer...) sind Französisch und Caro-Kann natürlich am natürlichsten, wobei Caro-Kann den Weißspieler aufgrund des soliden Spiels und Französisch aufgrund der Andersartigkeit (Weiß kann seinen Bauernopferplan nicht durchziehen) nervtötend ist. Interessant ist ja aber z.B. auch 2...Sc6!? (-> Nimzowitsch-Verteidigung), was der BDG spieler wiederum nicht umbedingt kennt.
@Frillo: Das ist so doch einfach nicht wahr. So ein Gambit mit Sxf7 ist doch ab ner Bullet-Spielstärke von 2000 (wenn nicht niedriger) schon im praktischen Sinne verloren. Und warum sollte man mit 400 Elo Punkten Differenz überhaupt auf sowas umsteigen, wenn man den gegner auch anders killen kann?
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15.03.2006, 12:09
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Kenner
DWZ/Elo: 1683 (CH)
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Registriert seit: 10.2005
Ort: Lausanne, Schweiz
Beiträge: 110
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Zitat:
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Das übliche Problem des Blackmar-Diemer-Spielers: Wenn der Gegner schon kein BDG spielen will, versucht Weiß oft krampfhaft, durch halbkorrekte Sachen (Das Winckelmann-Gambit ist meines Wissensstandes nach einfach nur schlecht [weiß hat im besten Falle Ausgleich, wenn überhaupt], zumindest wenn man es mit f3 spielt - nach Dg4 kann Weiß sicherlich noch hier und da rühren, aber mehr als Ausgleich ist auch da nicht drin) das Gleichgewicht der Stellung zu stören.
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erstens mal bin ich kein "typischer bdg-spieler", "typische bdg-spieler" wuerden sich gar nicht erst die muehe geben beim franzosen 3.Nc3 zu spielen. ausserdem schreibt ein "typischer bdg-spieler" hinter 1.e4 ein ? da man da nicht mehr immer ins BDG kommt und schreibt hinter 1.d4 d5 2.e4 ein !!. das mache ich alles nicht. ich spiele auch andere eroeffnunge, hauptsache aggressiv und koenigs-angriff.
der grund warum ich "immer" auf angriff spiele ist folgender:
ich spiele schach als hobby, weil es mir spass macht. es ist nicht mein beruf, ich bin nicht auf maximale ausbeute von punkten angewiesen, mein lebensunterhalt verdiene ich auf andere art. ich muss von dem her auch nicht die objektiv beste eroeffnung spielen bei welcher ich am meisten punkte holen koennte.
viel mehr spiele ich die eroeffnungen, welche mir am meisten spass machen, und da handelt es sich fuer mich eindeutig um eroeffnungen mit welchen ich den gegnerischen koenig angreiffen kann. ich habe angefangen schach zu spielen weil mich partien von morphy, spielmann, tal, etc fasziniert haben. capablanca-endspiele moegen technisch brilliant sein, sind fuer mich aber vor allem langweilig.
mir ist bewusst dass das bdg nicht die beste objektive eroeffnung ist, aber mir gibt diese eroeffnung 4 dinge:
(1) entwicklungsvorteil (evtl. zu wenig, who cares)
(2) freie angriffs-linien
(3) gute praktische moeglichkeiten den koenig anzugreiffen
(4) jede menge spass
und punkt 4 ist mir von den 4 punkten am wichtigsten!!
ach, und was das ganze zeug mit vorteil, nachteil, ausgleich, etc angeht:
das schachspiel ist meiner meinung nach remis. bei bestem spiel von weiss und schwarz wird es immer ein remis geben. von demher ist das ganze geschwaetz von wegen obj. besten zuegen eh nichts wert, da auch die objektiv beste eroeffnung nur remis, also ausgleich gibt. viel wichtiger ist es daher meiner meinung nach dass man entweder die eroeffnung waehlt, welche dem gegner am schlechtesten liegt (lasker's methode) oder die eroeffnung waehlt, welche einem selber am besten liegt (meine methode).
Geändert von Lestat (15.03.2006 um 12:13 Uhr)
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15.03.2006, 15:12
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Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
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Hallo Lestat,
Deinen Ausführungen kann ich kaum mehr als beipflichten. Wenn man zu ängstlich und zurückhaltend spielt, dann vergibt man nicht nur ständig Gewinnchancen, sondern man beraubt sich dem, weshalb doch fast jeder Vereinsspieler zumindest behauptet, dieses Hobby überhaupt zu betreiben - dem Spaß!
Ich mag es nicht, wenn sich Spieler einbunkern, alle Bauern ineinander verkeilen und bei der erstbesten Gelegenheit Remis bieten.
Ich habe lange Zeit geglaubt, dass ich taktisch einfach nur schwach bin und sowieso keine Chancen in einem reinen Taktikduell hätte. Also vermied ich offene Stellungen und war stets darauf bedacht, das Spiel - sei es durch frühen Abtausch oder langweilige und überschaubare Abwicklungen - in geordneten Bahnen zu halten.
Nun merke ich aber, dass ich mich taktisch einfach nie genug forderte, dass ich mir nie eine Chance gab, darin besser zu werden. Sicherlich unterliege ich weiterhin oft genug in offenen Stellungen und übersehe vieles, aber dafür ist das Spielen nun insgesamt deutlich feuriger geworden und ich muss immer wieder erstaunt feststellen, dass auch ich zu netten Opfern und durchschlagenden Königsangriffen in der Lage bin.
Ich denke, dass ich Gambits wohl bald auch in Turnierpartien einsetzen werde. Noch etwas Übung und dann - warum nicht! 
Das BDG ist schon eine etwas eigenartige Eröffnung. Halt! - eigentlich nicht das Gambit selbst, sondern dessen besonders leidenschaftliche Anhänger. Es gibt ganze Vereine, die - vermutlich aus Respekt vor dem Idol Emil J. Diemer - ausschließlich dieses Gambit praktizieren. Ich persönlich halte dies für übertrieben und der schachlichen Vielfalt abträglich. Abgesehen davon ist das BDG eine sehr interessante Eröffnungsmöglichkeit, ich habe damit die meisten Spiele bislang zwar nicht immer gewinnen, aber dafür spannend gestalten können.
Beste Grüße,
gisi
Geändert von Gisibert (15.03.2006 um 15:20 Uhr)
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