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Eigene Partien Schach

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  Blackmar-Diemer Experiment Beitrag #16 (permalink)  
Alt 15.03.2006, 20:52
Gisibert
Kenner
 
Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 122
Hallo Lestat,

ja, in der Tat habe ich daran schon gedacht und vielleicht ist es tatsächlich so, dass Einbunkern auch großen Spaß bereiten kann.

Ich darf hier natürlich nicht verallgemeinern und kann nur für mich selbst sprechen und diesbezüglich Vermutungen anstellen. So vermute ich, dass möglicherweise die voreilige Passivität - also z.B. Einbunkern anstatt eine vielleicht sogar vielversprechende Linienöffnung zu bewirken - eher auf Versagensängsten beruht und weniger mit Spielspaß zu tun hat.

Ich maße mir nicht an passives Spielverhalten - wie es manche tun - als "Anti-Schach" zu bezeichnen, jeder soll so spielen, wie er dies möchte. Allerdings: möchte ich Adrenalinstöße und Hochgefühle während dem Spiel erfahren, dann muss ich wild und elanvoll spielen: Dynamik!

Mit wehenden Fahnen unter zu gehen ist - und wieder spreche ich nur für mich - weitaus spaßiger, als nach zermürbendem Spiel eine Klitze-Kleinigkeit im Endspiel versäumt und stundenlang für die Katz geköchelt zu haben.

Beste Grüße,

gisi
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  Blackmar-Diemer Experiment Beitrag #17 (permalink)  
Alt 15.03.2006, 22:44
frillo
Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: ELO 2070
 
Registriert seit: 01.2006
Ort: nearby Nuremberg
Beiträge: 103
Zitat:
Zitat von Geck0tierchen
@Frillo: Das ist so doch einfach nicht wahr. So ein Gambit mit Sxf7 ist doch ab ner Bullet-Spielstärke von 2000 (wenn nicht niedriger) schon im praktischen Sinne verloren. Und warum sollte man mit 400 Elo Punkten Differenz überhaupt auf sowas umsteigen, wenn man den gegner auch anders killen kann?
@Geck0tierchen

veritas, qid est veritas?
Im praktischen Sinne? Im Sinn von Punkteausbeute und spielen um zu gewinnen, ist dieses "Gambit" natürlich Unfug, macht aber einen Heidenspass.
Sehe es mehr als Vorgabepartie, spiele es ab und zu bei Bullet und Blitzpartien um die taktischen Fähigkeiten zu trainieren und mit einer Minusfigur zu versuchen, das maximale aus der Partie herauszuholen, und wenn ich dann noch gewinne, macht es doppelt soviel Spass. Zugegeben, einen 2000er habe ich damit noch nicht erlegt, aber doch so manchen 1800er.

Gerade das online-spielen gibt so viele Möglichkeiten, mal Sachen zu probieren die man real am Brett nicht spielt, es geht ja um nichts. Ob man jetzt virtuell ein paar Punkte mehr oder weniger hat, ist doch egal.

Wenn ich unbedingt gewinnen will, spiele ich freilich andere Eröffnungen.

Geändert von frillo (15.03.2006 um 22:46 Uhr)
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  Blackmar-Diemer Experiment Beitrag #18 (permalink)  
Alt 16.03.2006, 09:31
Geck0tierchen
Echter Kenner
DWZ/Elo: 2095 / 2177
 
Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 128
Zitat:
Zitat von Gisibert
Hallo Lestat,

ja, in der Tat habe ich daran schon gedacht und vielleicht ist es tatsächlich so, dass Einbunkern auch großen Spaß bereiten kann.

Ich darf hier natürlich nicht verallgemeinern und kann nur für mich selbst sprechen und diesbezüglich Vermutungen anstellen. So vermute ich, dass möglicherweise die voreilige Passivität - also z.B. Einbunkern anstatt eine vielleicht sogar vielversprechende Linienöffnung zu bewirken - eher auf Versagensängsten beruht und weniger mit Spielspaß zu tun hat.
Und die Kunst, den leichten Vorteil solange zu halten, eventuell durch den jeweils passenden Figuren/Bauerntausch, um dann im entscheidenen Moment die verheißungsvolle Abwicklung in ein Endspiel mit vortrefflichen Siegchancen zu spielen?

Und die Kunst des "knetens" und "massierens" einer Stellung (*naughty*), das Lavieren auf engem Raum, all die Sachen, für die es ein sehr hohes Maß an Schachverständnis braucht?

Ums mit einem Wort zu sagen: Karpov-Schach!

Ich bin auch kein großer Anhänger davon, aber ich bewundere jeden, der das draufhat, weil ich als eher angriffsorientierter spieler so eine Menge über das Spiel (!) lernen kann.

@Lestat: Vielleicht ist Schach ja auch forciert verloren für Weiß? Wer weiß das schon. Nach dem momentanen Stand der "Theorie" (Hoffentlich guckt LucySky hier nicht rein!) gibt es zumindest so etwas wie einen Anzugsvorteil. Nach dem momentanen Stand der Praxis kann man in so ziemlich jeder Eröffnung beidseitig auf Gewinn spielen, bei manchen Eröffnungen ist allerdings die Remisbreite aufgrund des Charakters des Spiels kleiner/größer als bei anderen.

Was das Winckelmanngambit angeht, hat Weiß aber (im Gegensatz zu anderne BDG - Spielweisen) nach ner Weile einfach nen Bauern weniger ("kalte Dusche" - Bangiev), wie kann das Spiel da noch Remis sein?



und zu guter letzt:

@Frillo: Aber lernt man so überhaupt etwas? Sicher, ich werde dir nicht verbieten, so ein Opfer zu spielen, aber wenn man Spaß haben möchte, bieten sich doch auch im Bullet viele wilde Sachen wie das Königsgambit an, bei dem man mit Figurenopfern doch sogar richtig auf seine Kosten kommt!

Mir macht es keinen soo großen Spaß, eine Partie mit minusfigur ohne den Funken einer Kompensation zu spielen.

Geändert von Geck0tierchen (16.03.2006 um 09:33 Uhr)
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  Blackmar-Diemer Experiment Beitrag #19 (permalink)  
Alt 16.03.2006, 17:10
Lestat
Kenner
DWZ/Elo: 1683 (CH)
 
Registriert seit: 10.2005
Ort: Lausanne, Schweiz
Beiträge: 110
Zitat:
@Lestat: Vielleicht ist Schach ja auch forciert verloren für Weiß? Wer weiß das schon. Nach dem momentanen Stand der "Theorie" (Hoffentlich guckt LucySky hier nicht rein!) gibt es zumindest so etwas wie einen Anzugsvorteil. Nach dem momentanen Stand der Praxis kann man in so ziemlich jeder Eröffnung beidseitig auf Gewinn spielen, bei manchen Eröffnungen ist allerdings die Remisbreite aufgrund des Charakters des Spiels kleiner/größer als bei anderen.
ich bezweifle, dass schach ein forcierender gewinn ist (fuer welche farbe auch immer), es gibt im schach eine so grosse remis-breite. ein bauern weniger heisst noch lange nicht verlust, sogar eine figur weniger kann remis sein, ...

was das ganze mit anzugsvorteil angeht: was bedeutet das denn nun wirklich? ja klar, "weiss hat einen kleinen vorteil". und was heisst jetzt das genau? im schach gibt es nur 3 resultate, gewinn, remis oder verlust. da gibt es nichts dazwischen. heisst nun ein "kleiner vorteil" gewinn, remis oder verlust?
Mark Dworetski hat mal gesagt (weiss nicht mehr wo) dass der unterschied zwischen += und +- da liegt, dass schwarz += bei bestem spiel remis halten kann, +- aber auch bei bestem spiel von schwarz verloren ist.
nun, wenn += bei bestem spiel remis ist, was ist denn der unterschied von += und = (oder =+)? darf schwarz bei = noch mehr fehler machen bis zum verlust als bei +=, oder was?

Zitat:
Was das Winckelmanngambit angeht, hat Weiß aber (im Gegensatz zu anderne BDG - Spielweisen) nach ner Weile einfach nen Bauern weniger ("kalte Dusche" - Bangiev), wie kann das Spiel da noch Remis sein?
ich habe schon umgekehrtes gelesen, naemlich dass man bei bdg einfach einen bauern weniger hat aber dafuer im winckelmanngambit kompensation (noch so ein tolles wort das genau nichts aussagt) fuer den bauern hat.
mir geht es weniger um objektive chancen, sondern um subjektive/praktische chancen, und da habe ich mit dem winckelmanngambit gute karten. und wenn das ganze mal nicht klappt, na und, ein endspiel mit einen bauern weniger ist noch lange nicht verloren...

falls das ganze jetzt zu sehr ins philosophische abtriftest, sry, ich studiere halt mal theoretische philosophie als nebenfach (hauptfach ist maschinenbau).
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  Blackmar-Diemer Experiment Beitrag #20 (permalink)  
Alt 04.05.2010, 00:19
holger11
Neuling
 
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 1
Das ist alles relativ.
Aus einer Eröffnung kann weiß immer einen kleine Vorteil ziehen. Aber reicht das? Bei den GM ist das Verhältnis W.S 3:1 . Aber ich bin kein GM.
Wenn man mit einer Spielstärke von 1800 seine eigene Partie mit Fritz analysiert, stellt man immer fest, solange kein Patzer passiert ist, dass Fritz je nach Eröffnung (Königsindisch bewertet er schon mit -1) man im Bereich +0,5 bis -0,5 agiert. Ich nutze Fritz nur zur Analyse. Es gibt Stellungen von Kasparov, die bewertete Fritz mit -1, Kasparov zog und schon war die Berwertung +0,4

Geändert von holger11 (04.05.2010 um 00:23 Uhr)
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  Blackmar-Diemer Experiment Beitrag #21 (permalink)  
Alt 15.08.2010, 04:31
Jüngling
Einsteiger
 
Registriert seit: 06.2008
Beiträge: 12
Zitat:
Zitat von Lestat Beitrag anzeigen
muss mich hier als bdg spieler-auch mal melden:

thema uebergang franzoesisch:
damit aergert man mich ueberhaupt nicht, im gegenteil, ich bin hoch erfreut:
1.d4 d5 2.e4 e6 3.Nc3
Wer verweigert schon den Bauern ?
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