Heute war im Schachbezirk Bergisch-Land Saison-Eröffnung mit der Ansetzung der Viererpokal-Partien. Ich (Weiß) bekam es hier mit einem durchschnittlich starken Spieler zu tun, dessen Partie ich euch nicht vorenthalten möchte. Interessant hierbei war, wie es mir gelang, dadurch, daß ich meine beiden Springer auf hervorragende Felder setzen konnte, den Qualitätsmalus zu kompensieren. Vorher war ich allerdings in erhebliche Turbulenzen gekommen. Seht selbst:
Viererpokal, 1. Runde
Kissing (1708) - Guth (1653)
Larsen-Eröffnung
1. e4 b6
2. d4 e6
3. Sf3 d6 (mein Gegner scheint geschlossene Strukturen zu bevorzugen)
4. Sc3 Sd7
5. Lc4 Le7
6. Le3 Lb7
7. Dd2 Sf6
8. d5 e5
9. h3 0-0
10. 0-0-0 Sc5
11. Lxc5 bxc5
12. De3 (um Se2-g3-f5 vorzubereiten) a5 (der weitere Partieverlauf ist nun festgelegt: Weiß greift auf dem Königsflügel und Schwarz auf dem Damenflügel an. Da Schwarz wohl die offensichtlicheren Drohungen besitzt, bin ich während der Partie zu dem Schluß gereift, daß die kurze Rochade die wohl bessere Alternative zur langen Rochade gewesen wäre)
13. Se2 La6
14. Lxa6 Txa6
15. Sg3 c6?! (nicht nötig. Besser wären gesunde Fortsetzungen wie ...a4, ...Dd7... oder ...Tb6)
16. c4?! (c6 kann ruhig getauscht werden. Nach 17. cxd5 Txc6? kommt einfach 18. Sxe5 +-)
16. ... cxd5
17. exd5 (ein mögliches ...c4 erschien mir schlimmer als ein ...e4)
17. ...Sd7?! (das von Schwarz anvisierte Manöver Sd7-b6 ist fragwürdig, da der Springer auf b6 zwar ganz gut Druck auf die Bauern ac+c4 ausüben kann, nichtsdestotrotz den Schwerfiguren die B-Linie versperrt. Besser wären also andere Züge wie ...Dd7 gewesen)
18. a4? (ich wollte ein ...Sb6 nepst ...a4 verhindern, übersah jedoch, daß dies gar nicht nötig gewesen wäre, da nach ...Sxc4 der Spieß De2 die Partie entscheidet. Zudem impliziert dieser Zug noch schlimmere Folgen...)
18. ...f5! [Weiß verpaßte die letzte Chance auf ein Sf5, Schwarz verhindert dies nun endgültig -+ (Fritz8)]
19. De2 g6?! (...e4!)
20. Dc2?! (Für solche feinsinnigen Umgruppierungsmanöver fehlt ganz einfach die Zeit. Besser wäre deshalb der sofortige Gegenschlag h4)
20. ...e4!
21. Sg1 Tb6
22. S1e2 Lf6
23. Sc3 Ld4?! (...Tb4! 24. b3 Lxc3 25. Dxc3 Db6 26. Kc2 Tb8 27. Tb1 Se5 -+)
24. Sb5 Lh8 (...Se5! 25. Sxd4 cxd4 26. Txd4 Dd7 27. b3 Tfb8 -+)
25. Se2 Se5
26. Sf4 Dg5 (holt die erste verdiente Ernte ein)
27. g3 Sd3+
28. Txd3 exd3
29. Dxd3 Le5
30. Dd2 Te8?! (natürlich ...Lxf4)
31. Se6 Lxb2! (noch der beste Zug, aber die starken weißen Springer sind nun trotz Qualitätsmalus ein Garant für das Remis!)
32. Kc2 Dxd2
33. Kxd2 Lf6
34. g4 f4 (der Bauer darf wegen ...Lg5 --> Figurenverlust nicht angetastet werden)
35. f3 Kf7
36. Te1 Lf5
37. Kd3 Txe6
38. dxe6+ Kxe6
39. Tb1! (diffizil, denn durch die Abzugsdrohung muß der schwarze König e6 räumen, was dem weißen König ermöglicht, d5 zu okkupieren und damit endgültig das Remis zu sichern)
39. ...Kf6
40. h4 h6
41. Ke4 g5
42. h5 =
1/2-1/2