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So, hab gestern ne Partie in der Stadtmeisterschaft gespielt und völlig unnötig meine Dame geopfert. Geht es euch auch manchmal so, ihr seht einen Zug der so unmöglich aussieht, aber ihr müsst ihn machen, einfach weil er geht? Naja, hier die Partie, aber ich habe sie weder angeschaut noch in Fritz eingegeben, ich hoffe es waren keine groben Patzer drin.
Ich hoffe der ein oder andere hat da was zu zu sagen. Ich hab noch nicht analysiert. Mich würde besonders interessieren was ihr von dem Damenopfer haltet natürlich, ok, es ist inkorrekt, aber ich musste es spielen. Ich hätte sonst auch nicht Dd4 gespielt natürlich.
Und was ihr von der Idee haltet im 10. Zug statt Le2 einfach Ld3 zu spielen, den Doppelisolanie in kauf zu nehmen und die g-Linie zu nutzen, ich hab lange drüber nachgedacht und glaube das wäre ganz stark gewesen.
Stand ich eigentlich zwischendurch auf Verlust? ;-)
okay, ich versuch mich mal ein paar kommentare abzugeben...
Alle angaben natürlich persönliche Eindrücke und keine konkreten Behauptungen...
Im 10. Zug Ld3...mh, das Problem ist irgendwie, dass weiß einfach zu gut im Zentrum steht, um sich auf den Königsflügel festzulegen, finde ich...
Lxf3 ist wohl kaum eine Drohung, ich glaube nicht, dass man die königsstellung halten kann und so ein angriff für das bisschen bauernstruktur....
Trotzdem würde ich Le2 spielen...
Der Springer ist nicht mehr gefesselt und du hast eine "natürliche" Figurenstellung, in der es im weiteren Verlauf der Partie sehr schwer sein wird, in Nachteil zu geraten...
vielleicht kannst du ja doch mal druck auf d6 bzw. d5 machen und der Läufer steht dir im Weg...
Das Hauptproblem, das schwarz hat, ist auf den ersten Blick, dass er ein wenig passiv steht und leichten entwicklungsnachteil hat...
Der Bauernzug d6-d5 kann jederzeit durch c4 gebändigt werden...
Im 12. Zug ( ich würde sagen ein kritischer Moment) hattest du die Möglichkeit The1 zu spielen...
ich will keinesfalls behaupten, dass das ein besonders toller Zug ist, aber du kannst ihn A-Tempo ziehen und sicher sein, dass er zumindest okay ist...
Mit dem H-bauern loszurennen ist glaube ich ein wenig optimistisch...
Bei dem zug h3 ist es irgendwie genauso...
man hat einen Zug gemacht, der einen durchaus vorwärts bringt und auf jeden Fall okay sein muss...zwar nicht der beste, aber unter 2,7 muss man sowieso nicht ständig die besten züge machen
Die nächsten Schwarzen züge sind eigentlich klar ( Sd7-f6-e4)...
Vielleicht auch deswegen direkt handeln und c4 spielen...
man muss danach eigentlich acuh gut stehen...
Wenn ich die Partie hätte, würde ich wahrscheinlich ewig nachgrübeln, welcher Zug der beste wäre, bis ich irgendwann begreifen würde, dass sie alle in etwa gleichgut erscheinen und die Wahl nicht alzu wichtig ist...
Wenn du jetzt aber mit dem H-bauern losrennst, musst du was konkretes im Auge haben ( das Damenopfer zum Beispiel ^^), da du jetzt taktische Mittel brauchst, um weiterzukommen und deinen, ich sag mal natürlichen Vorteil ( die Figuren stehen einfach gesünder) opfern...
Das Damenopfer ist natürlich hübsch
Allerdings gefällt mir die Stellung, die sich ergeben hätte, wenn du Te1 oder h3 oder c4 gespielt hättest, besser ( gefühlsmäßig vor allem...)...
Die Stellung nach dem Damenopfer gefällt mir vom Stellungstyp super und macht natürlich ganz schönen Fun sowas zu spielen...
Ich glaube, schwarz hat da aber die besseren karten ( was du vielleicht ausgleichen kannst, indem du mit dem Stellungstyp besser umgehen kannst, als dein Gegner...)....
Okay, ab jetzt halt ich mich mit meinen kommentaren (vorerst) zurück, da ich wohl alles mit ner konkreten Variante und ner tiefen analyse belegen müsste ^^....
Insgesammt ne hübsche Partie....
...nur schade, dass dein Gegner einen Zug vorm Remis eigentlich aufgeben konnte
1)Wie Scipio schon erwähnt hat, statt 27.Lxf6 besser Te8+ nebst Tf8 ist +-.
2) Ich hätte Dein Damenopfer 16.hxg7 wahrscheinlich mit ...Lxg7 abgelehnt, laut Fritz mit leichtem schwarzen Vorteil. Um den Einschlag auf c3 zu vermeiden, muß Weiß 17,Db4 spielen, dann kann sich Schwarz aussuchen, ob er mit ...Dxb4 ins (vielleicht minimal bessere) Endspiel geht oder mit ...Lxc3
einen Bauern für gewisse weiße Kompensation sackt.
Es war zwar ganz lustig, aber es kann nicht die finale Wahrheit in der Stellung sein, mit h4-h5-h6 am KF loszuprechen, sagt mir meine Intuition.
3) Nach 10.Ld3 muß Schwarz die müßige Frage, wie ...Lxf3 zu bewerten ist nicht beantworten, sondern fährt wohl mit ...Da5 oder ...Sd7 fort.
4) Wenn Dein Gegner mit 8...c6 den Zug Da5 fast "ansagt" ist die lange Rochade dann echt so gut ?
Ich sag mal so, die Ideen von Sc3 in der russischen Verteidigung liegen doch eigentlich auch darin, lang zu rochieren und den simplen Plan h4 h5 auszuführen oder nicht?
Ein Zug vor remis stand ich auf Gewinn, wieso habe ich das nicht gesehen?
Endlich konnte ich auch kurz Fritz befragen, ich stand dieganze partie gar nciht so schlecht wie ich dachte, das Damenopfer war ja tatsächlich spielbar. Leider stand ich einen Zug vorm Remis mit mindestens +3 auf Gewinn, ich erschieß mich, ich kann das nciht fassen.
Leider stand ich einen Zug vorm Remis mit mindestens +3 auf Gewinn, ich erschieß mich, ich kann das nciht fassen.
Am besten regst du dich wieder ab, wenn alle Schachspieler sich umbringen würden, weil sie mal einem Zug vorm Remis einen Gewinn übersehen haben, dann hätte das Schachforum vermutlich gar keine Mitglieder mehr.
PS: Es gibt übrigens effektivere Methoden, sich umzubringen, als durch eine Pistole.
Das in einer Gewinnstellung Remis gemacht wird dürfte wohl recht häufig vorkommen.
Aber guckt Euch mal folgende Stellung an:
von Popiel - Marco Monte, Carlo 1902
Schwarz war am Zuge und gab wegen der Fesslung und vermeintlichen Figurenverlusst auf, er konnte aber Gewinnen !
Endlich konnte ich auch kurz Fritz befragen, ich stand dieganze partie gar nciht so schlecht wie ich dachte, das Damenopfer war ja tatsächlich spielbar. Leider stand ich einen Zug vorm Remis mit mindestens +3 auf Gewinn, ich erschieß mich, ich kann das nciht fassen.
Noch Kommentare dazu?
Standardreaktion, dass man grobe Fehler ( von beiden Seiten in diesem Fall), sobald sich der Stellungstyp grundlegend ändert, was hier der fall war...
Ich glaube, sehr kompliziert und schwierig sich von sowas nicht beeinflussen zu lassen...
Das in einer Gewinnstellung Remis gemacht wird dürfte wohl recht häufig vorkommen.
Aber guckt Euch mal folgende Stellung an:
von Popiel - Marco Monte, Carlo 1902
Schwarz war am Zuge und gab wegen der Fesslung und vermeintlichen Figurenverlusst auf, er konnte aber Gewinnen !
Siehe dazu auch die weiteren Beispiele aus "Der letzte Fehler" von Klaus Trautmann (Schachverlag Kania). Hier wurde ja "nur" das erste Beispiel des Buches (S. 5) genannt
Als ich das Bild sah kam mir sofort: Das kennste doch Naja, als mir dann auch sofort die Lösung ins Auge fiel, konnte es nur noch ein beispiel aus Trautmanns Werk sein
Eine sehr bekannte Stellung, die du da präsentierst. Aber immer wieder nett anzusehen. Und ich gebe es zu - ich konnte es nicht lösen ohne technisches Hilfsmittel! Interessant ist auch, dass der letzte Turmzug (Tf1-d1) von Weiß gar nicht entscheidend war. Denn ganz egal wohin der Turm zieht, Schwarz gewinnt! Danke für die Erinnerung an diese Partie mit dem berühmten verblüffenden Schluss!
Zitat:
Das in einer Gewinnstellung Remis gemacht wird dürfte wohl recht häufig vorkommen.
Naja, so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Sagen wir mal so: Je schwächer das Spielniveau, desto häufiger kommt es vor. Aber ab ca. 1900 DWZ wird es so etwas nur ganz selten geben.
Naja, so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Sagen wir mal so: Je schwächer das Spielniveau, desto häufiger kommt es vor. Aber ab ca. 1900 DWZ wird es so etwas nur ganz selten geben.
Naja, würde ich nicht behaupten...
nem 2,5er reicht halt schon ein Mehrbauer in normaler Stellung zum sicheren Gewinn, deshalb fällt es da nicht mehr so auf
Naja, würde ich nicht behaupten... nem 2,5er reicht halt schon ein Mehrbauer in normaler Stellung zum sicheren Gewinn, deshalb fällt es da nicht mehr so auf
Was fällt nicht mehr so auf? Doch sicher nur der Weg zum so sicheren Gewinn. Das heißt doch aber gerade eben nicht, dass man auf GM-Niveau häufig Gewinnstellungen remisiert (wir reden ja hier jetzt nicht vom Blitz- oder Schnellschach) ! GeDa hat aber genau dies behauptet, wenngleich er kein Spielniveau genannt hat.
Wenn ein 2,5er einen Gewinn wegschmeißt, fällt es uns Amateurspielern nicht so auf, wie wenn ein 1500er seinen Gewinn wegschmeißt...
Beim 1500er müssen wir nur die Figuren zählen.
Beim GM müssen wir erstmal seine Stellung, die für den GM selbstverständlich gewonnen ist, richtig und tiefer einschätzen, um zu bemerken, dass sie verloren ist...
Es kommt ständig vor, dass Partien auf dem Niveau aus Schachblindheit eines der beiden Spielers Remis gegeben werden, jedoch merken wir es nicht, weil wir die Gewinnvariante nicht auf Anhieb sehen...
Zudem wird auf dem Niveau einfach seltener Remis angeboten, wenn eine Seite auf Verlust steht...
Und ich weiß nicht genau, was du mir sagen willst, aber "ab ca. 1900 DWZ" sehe ich eigentlich schon als eine Angabe zum Spielniveau...
Beispiel : Zwei GM´s machen Remis, obwohl einer von beiden eine 5zügige Kombo drin hatte, die ihm einen Bauern einbringt...
Jetzt ist diese Kombo für uns schwer zu sehen, aber es ist vollkommen selbstverständlich, dass sie der GM sieht ( weil er besser spielt).
Es wird also eine Gewinnstellung remis gegeben....
Jetzt sitzt ein Amateurspieler vor seiner Datenbank, geht die Partie durch und ihm fällt die Kombo gar nicht auf...
Und wenn er sie kommentiert nachgeht, erkennt er nur, dass das Remis schlecht war, aber nicht, dass eine komplette Gewinnstellung weggeschmissen wurde...
Naja, so ganz kann ich dem nicht zustimmen. Sagen wir mal so: Je schwächer das Spielniveau, desto häufiger kommt es vor. Aber ab ca. 1900 DWZ wird es so etwas nur ganz selten geben.
Chlodwig http://www.chlodwig.com
Ich bezog das auch mehr auf meine Spielklasse, da kommt es eigentlich recht oft vor das mit Mehrbauer od. Qualität Remis gemacht wird.
Diese Kombination/Stellung war aus dem Colditzbuch, aber ich kannte sie noch früher. Also kann ich jetzt auch nicht sagen ob ich den Zug gefunden hätte.
Auf jeden Fall sollte nach so einem Hammerzug der Gegner vor Schreck vom Stuhl fallen .