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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 1 ( permalink)

15.10.2004, 21:29
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Neuling
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Registriert seit: 10.2004
Beiträge: 3
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach?
Hallo Schachfreunde!
Ich bin 26 Jahre alt und habe vor ca. 3 Monaten meine erste Schachpartie gespielt. Seitdem bin ich vom königlichen Spiel gefesselt und spiele oft im Internet (mit Fritz 8). Ich habe angefangen einige Schachbücher zu lesen und werde mich nun, nachdem ich mich fast ausschließlich mit Taktik und Kombinationen beschäftigt habe, versuchen mich mit der Eröffnungslehre besser vertraut zu machen. Das ist das große Problem. Ich stehe oft in einer Partie nach der Eröffnung schon schlechter da und muss richtig kämpfen um noch etwas aus der Partie zu machen (was sicher nicht schlecht ist, aber auf Dauer nicht von Erfolg gekrönt sein kann).
Ich frage mich nun allerdings wie hoch ich eigentlich kommen kann - Training und Studium vorausgesetzt. Man hört immer wieder, dass man als Kind anfangen muss um gut zu werden. Natürlich bilde ich mir nicht ein irgendwann mal in der Bundesliga zu spielen, aber ich frage mich ob es z.B. möglich ist (rein vom Alter her) eine DWZ von ca. 1900 oder gar mehr erreichen zu können, wenn man erst so spät mit dem Schach begonnen hat.
Mein "Problem" ist, dass ich sehr ehrgeizig bin und ich so dermaßen gefesselt vom Thema bin, dass ich viel Arbeit in dieses neue Hobby stecken will und natürlich auch Erfolg haben möchte. Persönlichen Erfolg.
Mich würde eure Einschätzung dazu interessieren. Natürlich wird das meine Einstellung nicht verändern, aber dennoch interessiert mich eure Meinung zu dieser Frage.
Vielen Dank schon einmal für eure Antworten!
Gruß
Noah
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 2 ( permalink)

15.10.2004, 23:23
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1638
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Registriert seit: 02.2004
Ort: MD/Berlin
Beiträge: 241
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Hallo Noah,
erstmal willkommen bei uns im Forum!
Das mit erreichen einer bestimmten DWZ ist so eine Sache. Es kommt auf den Einsatz, das Talent, die Art des Trainings und natürlich auch auf das Alter an. Wie du schon gesagt hast ist es natürlich besser, wenn man schon im Alter von 5 Jahren mit dem Schachspielen beginnt. Trotzdem kann man natürlich auch noch mit 26 eine gewisse Spielstärke erreichen. Ich habe mit 18 angefangen (DWZ ca. 1000), bin jetzt 20 und habe eine 1500. Ich muss dazu sagen, das ich bisher nicht unbedingt viel dafür getan habe, das meiste war wohl Erfahrung.
Mich würde interessieren, was du für eine "Elo" du auf Schach.de hast. Man kann sie zwar nicht genau auf die DWZ umrechen, ist jedoch ein Anhaltspunkt.
Zum Training:
Das du mit Taktik angefangen hast ist schon mal richtig. Nur solltest du jetzt nicht den Fehler machen und wie verrückt Eröffnungen und ihre zahlreichen Varianten auswendig lernen, das bringt es wirklich nicht. Wenn dein Gegener nämlich im 3.zug abweicht, hilft dir das ganze lernen nicht mehr viel. Wichtig ist es, die Grundprinzipien der EÖ zu verstehen (Zentrum besetzten, Leichtfiguren entwickeln, Türme verbinden, Figuren nicht mehrfachziehen, usw,) und die Ideen, die sich hinter einer EÖ verstecken zu begreifen. Dann sollte man eigentlich schadlos aus einer EÖ rauskommen.
Was am meisten bringt (bei den meisten Schachspielern aber verhasst ist), ist das Endspieltraining. Wenn man in das Endspiel Zeit investiert, kann man sicher sein, das es sich gelohnt hat.
Stell dir vor dein Gegner ist schachlich gesehen besser als du und schafft es im Mittelspiel einen Mehrbauern zu behalten. Was nützt es ihm, wenn er vom Endspiel keine Ahnung hat und mit ihm nichts anfangen kann?
Das Endspiel ist der letzte Akt des Schachspiels. Normalerweise werden Spiele dort entschieden. Wer es besser kann, gewinnt oft, obwohl die Stellung remis ist oder rettet sich noch ins remis, obwohl man bei genauem Spiel des Gegners verlieren würde.
So, ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen und hab dich nicht zu sehr "vollgequatscht"  
*General*
Geändert von *General* (15.10.2004 um 23:27 Uhr)
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 3 ( permalink)

15.10.2004, 23:40
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Neuling
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Registriert seit: 10.2004
Beiträge: 3
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Hallo Herr General!
Du hast mich nicht zugequatscht, im Gegenteil, du kannst ruhig noch mehr schreiben. 
Zu deiner Frage nach meiner Elo: Auf Schach.de habe ich im Moment eine Elo von ca. 1600 in den Blitzpartien, wobei es oft auch schwankt. So bin ich manchmal im 1400er Bereich, kann mich aber wieder auf die 1600er Wertung hochspielen. Allerdings ist dort auch erst mal Schluss und damit gehöre ich natürlich auch noch zu den Anfängern dort, nicht verwunderlich da ich ja einer bin... In den langen Partien habe ich das Gefühl gehabt, dass die Gegner schwächer waren, bzw. dort hatte ich auch auch Gewinnpartien gegen höhere, habe dort allerdings noch keine Wertung, die Aussagekräftig genug ist nach so wenig Partien, weshalb ich sie hier auch nicht reinschreiben möchte.
Das mit dem Endspieltraining ist ein guter Punkt, den ich schon jetzt, nach 3 Monaten bestätigen kann. Wie oft habe ich Endspiele _klar_ verloren, durch grobe Patzer, oder Unachtsamkeit oder eben mangelnde Erfahrung und wie oft hätte ich sie vielleicht gewinnen können, wenn ich vorbereitet gewesen wäre. Ich werde es üben müssen.
Naja, im Moment bin ich zu sehr versessen auf Taktik/Kombinationen, da man hierfür keine spezielle Theorie braucht, sondern einfach nur gesunden Menschenvestand.
Mein nächster Schritt ist übrigens, abgesehen von meinen eigenen Lernmethoden, zu denen ihr mir gerne weitere Tipps geben könnt, mir einen Schachverein zu suchen, in welchem ich ganz locker gegen andere spielen kann. Ohne Druck oder Erwartungen und danach die Partien gemeinsam zu analysieren.
Wie gesagt, ich bin kein Träumer der hier utopische Ziele hat, sondern einer der einfach nur ein guter Schachspieler werden möchte (was natürlich sehr relativ ist). Soll heissen: Ich möchte das beste aus mir herausholen. 
Gruß
Noah
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 4 ( permalink)

16.10.2004, 10:46
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Schachjournalist
DWZ/Elo: 1400
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Registriert seit: 02.2004
Ort: Delmenhorst
Beiträge: 278
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Das mit dem schachverein, ist wohl das beste was du machen kannst. Nach einer gewissen Zeit, kannst du dort bestimmt auch in einer Mannschaft mit spielen und an Turnieren teilnehmen und so Wettkampf erfahrung sammeln.
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 5 ( permalink)

16.10.2004, 13:50
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1638
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Registriert seit: 02.2004
Ort: MD/Berlin
Beiträge: 241
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1400-1600 auf schach.de ist doch schon ganz in Ordnung. Wenn man bedenkt, das du eben erst mit Schach angefangen hast, könntest du die 1900 schaffen.
Wie Giga Green schon gesagt hat, wichtig ist es in einem Verein zu spielen. Dort bekommst du genügend Praxis und Erfahrung um dich mit der Zeit zu verbessern.
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 6 ( permalink)

16.10.2004, 14:12
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Neuling
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Registriert seit: 10.2004
Beiträge: 3
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Naja, ich halte Onlineschach eigentlich für zu wenig tiefgründig und sehe das deshalb mehr als Einstieg um vor allem taktische Erfahrung zu sammeln. Ich denke, dass man selbst, ganz alleine und ein paar guten Büchern und einem Schachbrett mehr lernt, als in einem Jahr Onlineschach.
Eine DWZ von 1900 zu erreichen wäre natürlich schon was, allerdings habe ich mir jetzt keine bestimmte Wertung als Ziel gesetzt und genauso wenig eine bestimmte Zeit, in der ich dies erreichen möchte.
Mal sehen wie weit ich kommen werde, die einzige Frage die ich mir stelle ist halt, wie realistisch ist eine hohe Wertung in dem Alter, in dem ich mit Schach begann. Ich werde meinem "neuen" Hobby jedenfalls viel Aufmerksamkeit widmen, soweit das mein Studium und andere Verpflichtungen zulassen.
Gruß
Noah
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 7 ( permalink)

18.10.2004, 15:28
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Hi Noah
Wenn Du wirklich gut werden willst dann ist ein Schachverein in welchem etwas Leben steckt (keiner in der nur ein paar ältere Herren nur spielen, obwohl ich das nicht kritisiere) unerläßlich um Sachen ausprobieren zu können und gleich darüber reden zu können. Auch kannst Du durch das regelmäßige spielen gegen dieselben Partner Deinen Fortschritt und das ausmerzen Deiner Fehler sehen.
Weiterhin ist wichtig einige gute Bücher (an anderer Stelle hier im Forum wurden gute Bücher empfohlen) zu lesen. Du brauchst diese eigentlich nicht wirklich studieren, zumindest nicht am Anfang. Es reicht aus diese jeden Abend mal eine Viertelstunde zu lesen und zu blättern. Das bringt wirklich einiges.
Wenn Du dann tiefer in die Materie dringen willst dann ist das studieren alter Meisterpartien unerlässlich. Die modernen Meisterpartien sind leider oft zu tiefgründig für den Lernenden.
Spiele auch Online, aber es ist natürlich war daß dies eher etwas zum verfestigen von schon vorhandenem Wissen dient.
Vergiß nicht daß Schach Dein Hobby ist und nicht Dein Beruf. Vernachlässige übers Schach nicht andere Sachen, es würde Dir nur schaden....
Viel Spaß beim Lernen!
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Zu alt für "ambitioniertes" Schach? Beitrag # 8 ( permalink)

31.10.2004, 03:10
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Neuling
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Registriert seit: 10.2004
Beiträge: 3
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Hallo Noha,
Ich bin 24 Jahre und spiele seit ca. 13 Jahren Schach in einem Verein meine DWZ liegt nun bei ca. 1200. Habe aber schon gegen Spieler mit 1600 gewonnen. Mein Problem ist ich spiele anfangs gut komme in Vorteil (Bauern gewinne, bessere Stellung) und verliere noch. Da ich nach ca. 4 Stunden einbreche. Momentan bin ich in einem Tief das schon 2 Jahre anhält.
Möglich ist das, dass du 1900 DWZ erreichst, aber bedenke es braucht seine Zeit und jede DWZ Erhöhung soll ein Erfolg sein. Auch wenn er klein ist.
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