re: Computer im Turnierschach
Hmm, was soll ich sagen? Die Computer im Turnierschach sind meiner Meinung nach tatsächlich eine Bereicherung, aber NUR, was die Attraktivität des Schachs für Sponsoren angeht - vor allem, wenn es so zahlungfähige Sponsoren wie IBM und andere Technikgiganten sind ;-)
Sportlich gesehen finde ich Computer als gleichberechtigte Teilnehemer in "Menschenturnieren" total uninteressant. Was ich persönlich an den Spielen eines Kasparov oder Shirov oder Anands so toll finde, sind nämlich gerade die taktischen Angriffe, die auf einer überlegenen Strategie aufbauen. Sie sind AUCH deshalb so interessant (meiner Meinung nach), weil die Angriffe TEILWEISE sogar inkorrekt sein können, aber trotzdem durchschlagen, weil diese Probleme praktisch nicht lösbar sind.
Diese sogenannten, tollen Anti-Computerstrategien sind für Computerschachfreaks vielleicht interessant. Ansonsten aber total wertlos. Die GMs vermeiden dynamische Stellungen und kastrieren damit das Schachspiel. Sie gewinnen gegen den Computer, indem sie sie langsam positionell überspielen und im 123. Zug mattsetzen. Wenn ein GM den Kopf zu früh rausstreckt (wie kürzlich Leko) und eine Linie öffnet, wird er im Mittelspiel zerfetzt. Also, begeistern kann ich mich dafür nicht ... .
Name: Jan Eckert
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Datum: 18.07.2000-22:10