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09.09.2004, 17:11
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
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Mensch Martin
Also, deine Hausarbeit zum Thema Eröffnungen und Spitzenspieler ist wirklich lesesnwert, ich habe aber ein Frage:
Wieso wird im Spitzenschach so wenig Paulsen-Sizilianisch gespielt? Ich wollte das jetzt spielen, du rätst aber davon ab.
Außerdem wollte ich mich demnächst an Benoni wagen, aber du rätst davon ab, das ist ja so frustrierend.
Außerdem noch eine kleine Frage: Ich habe mal gehört, dass Kasparov auch wegen Kramnik jetzt kein Grünfeld mehr spielen würde, stimmt das? Das hast du nämlich nicht erwähnt.
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09.09.2004, 18:17
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FM des Forums
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
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Also zu Ben-Oni kann ich dir sagen, dass es auf hohem Niveau inkorrekt ist, allerdings von Paulsen hab ich sowas noch nie gehört.
Deinen Lobenden Worten zu den Artikeln muss ich mich übrigens mal anschließen. Nicht nur der Beitrag, den du erwähnst, sondern auch der zum Erweiterten Spezialisierten Repertoire ist sehr gut geschrieben und sehr informativ.  Sowas braucht jemand, der sich mit der Website und hier auf dem Board so viel Arbeit macht, glaub auch mal, dass seine Arbeit einfach mal gewürdigt wird
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10.09.2004, 10:53
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Einsteiger
DWZ/Elo: 2430
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Registriert seit: 08.2004
Ort: Meschede
Beiträge: 19
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Erstmal danke ich Euch für das Lob!
Konkret zu Paulsen und GI schreib ich am WE noch etwas, ich bin momentan unter der Woche zeitlich ziemlich ausgelastet.
Grundsätzlich wollte ich aber nicht pauschal von Eröffnungen abraten, schon gar nicht von großen und traditionsreichen wie Paulsen und Benoni.
"Inkorrekt" ist im Grunde sowie keine größere Eröffnung, selbst auf Spitzenniveau nicht. Wie ich z.B. in meiner Hausarbeit erwähnte, spielte ja Fedorov vor einiger Zeit Drachen gegen die Weltspitze und hatte gewisse Probleme. Dennoch konnte er am Ende Adams damit schlagen (ich hoffe ich irre mich jetzt nicht, habe hier kein Chessbase). Und wer weiss wie die anderen Partien ausgegangen wären, wenn Fedorov 100 Punkte stärker gewesen wäre...
Grundsätzlich rate ich jüngeren bzw. in der schachlichen Entwicklung befindlichen Spielern immer zu Hauptvarianten. Varianten, die auch von den "Großen" ständig gespielt werden, haben zusätzlich den Vorteil, dass man darüber dann ständig etwas in Zeitschriften liest, es gibt viele gut kommentierte Partien etc..
Dafür ist natürlich der Überraschungseffekt geringer.
Benoni und Paulsen kann ich also auf jeden Fall empfehlen, gerade erstere Eröffnung hat ja viele taktische und dynamische Elemente und eignet sich auch in der Hinsicht gut zur schachlichen Entwicklung. Und um die Korrektheit brauchst Du Dir wie gesagt keine Gedanken zu machen.
Es gibt auch eine Reihe weiterer Eröffnungen wie z.B. KI oder eben Drachen, die in der Weltspitze z.Z. kaum gespielt werden, aber von denen ich trotzdem meinen Schülern ab einem bestimmten Level nicht abraten würde, weil sie zu lehrreichen Stellungsbildern führen.
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10.09.2004, 12:00
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
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Richtig, der Drachen galt doch lange als sehr ungünstig für Schwarz. Ich dachte aber, das hätte sich geändert seitdem eine Neuerung in der Jugendweltmeisterschaft vor 2 Jahren gefunden wurde.
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10.09.2004, 13:09
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Neuling
DWZ/Elo: 19oo
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Registriert seit: 09.2004
Beiträge: 4
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Jugend WM Partie mit Drachen?
Welche Partie meinst Du?
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10.09.2004, 15:28
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Sehr Aktiver
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Registriert seit: 07.2004
Beiträge: 61
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der drache ist okay, vor allem bei schwächeren spielern... 
wenn weiß ein bißchen zeit investiert, bekommt er allerdings schönes spiel.
nix für leute, die nicht abwarten können.
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10.09.2004, 16:56
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Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 175 BCF
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Registriert seit: 09.2004
Ort: Wiveliscombe/ Suedwestengland
Beiträge: 57
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Trotz allem was vielle meinen spiele ich Ben Oni!!!! ist eine super eroeffnung und gibt viel XChancen auf Initiative!!!! Da ich nicht grade der geborene Positionsspieler bin, kommt mir diese Eroeffnung gerade recht!!!!
gruss
Alzheimer
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10.09.2004, 20:13
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
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Ok, jetzt kommen wir zwar vom Thema ab, aber willst du dann nicht mal zu Benoni schreiben? Vielleicht kannst du noch mehr Leute dafür begeistern.
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10.09.2004, 21:30
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Einsteiger
DWZ/Elo: 2430
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Registriert seit: 08.2004
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Beiträge: 19
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Ok, bzgl. Grünfeld-Indisch meinst du sicherliche die 2.Matchpartie, in der Kramnik mit Erfolg die gute Neuerung 11.Txb7 brachte. Kasparov hat danach tatsächlich kaum noch GI gespielt.
Zu Paulsen: Die Eröffnung ist auch unter den Spitzenspielern nicht ganz unpopulär, Polgar, Anand und Ivanchuk spielen das z.B. ab und an.
Aber vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass die Empfehlungen in meiner Hausarbeit in erster Linie junge Top-Talente betreffen, die schon in ganz jungem Alter eröffnungsmäßig in die richtige Richtung gelenkt werden sollten.
Für alle anderen sind auch nicht so populäre Eröffnungen völlig in Ordnung. Da ist dann in erster Linie darauf zu achten, dass die Eröffnung dem eigenen Stil entspricht und Strukturen ergibt, durch die man sich im Schach verbessert.
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10.09.2004, 21:49
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
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Wie schade, wieder steht man als Normalspieler außen vor, ich dachte, ich wäre mit der Empfehlung auch gemeint. Schnief.
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10.09.2004, 21:56
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Einsteiger
DWZ/Elo: 2430
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Registriert seit: 08.2004
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Beiträge: 19
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Also wenn es Dir dann besser geht, rate ich Dir hiermit dringend von Benoni und Paulsen ab! 
Nein im Ernst, es spielen ja auch einige 2600+ Spieler regelmäßig Benoni...
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10.09.2004, 22:03
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Also wie jetzt? War das jetzt ernst gemeint oder nicht?
Ich muss mich doch beschweren, niemand kümmert sich um Mittelklassespieler, ... naja... untere Mittelklassespieler, alle reden nur von Talenten und Großmeistern, wer hilft uns? Wer schreibt mal eine Arbeit über die beste Eröffnung für mich?
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11.09.2004, 13:23
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Einsteiger
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Ich versuche nochmal meine Ansichten zusammenzufassen:
Spieler, die sehr hohe Ziele haben, sollten m.E. in jungen Jahren auf jeden Fall Hauptvarianten spielen wie z.B. Spanisch, Nimzo/Damenindisch, Najdorf, Sveshnikov... Für diese Spieler macht es zudem Sinn, Eröffnungen zu wählen, die auch unter den Spitzenspielern populär sind, weil sie damit zum einen i.d.R. die Garantie haben, dass ihre Eröffnung dauerhaft gut sein wird, zum anderen haben sie mehr Informationsmaterial zur Verfügung.
Aber natürlich ist auch das kein unbedingtes Muss, schließlich ist ja noch der eigene Stil noch miteinzubeziehen.
Für die riesige Gruppe aller anderen "Normalspieler" ist es wichtiger, bei der Wahl der Eröffnung darauf zu achten, dass sie zum eigenen Stil passt. Ob sie in der Weltspitze vorkommt, ist von sekundärer Bedeutung.
Ist man anstatt auf kurzfristigen Erfolg mehr auf dauerhafte schachliche Verbesserung bedacht, so sollte man auch als "Normalspieler" von sehr selten gespielten, objektiv eher fragwürdigen Eröffnungen (Morra-Gambit,1.b4 etc.) Abstand nehmen. Und man sollte darauf achten, dass die Eröffnung abwechslungsreiche, lehrreiche Strukturen bietet.
Deine Wunscheröffnungen Paulsen und Benoni kannst Du demnach völlig bedenklos spielen, sofern sie Deiner Einschätzung nach zu Dir passen.
Dass sich niemand um Mittelklassespieler kümmert, stimmt ja so nicht... Die meisten Eröffnungsbücher richten sich in erster Linie an "Normalspieler" (zu denen ich mich z.B. nach meiner o.g. Definition selber auch zähle).
Aber es ist halt einfach nicht möglich, pauschal zu bestimmten Eröffnungen zu raten. Wenn ich z.B. eine Arbeit über die besten Eröffnungen für Dich schreiben wollte, müsste ich zuerst Deinen Spielstil genau kennen.
Aussagen wie "Ein Spieler mit 1600 muss Najdorf spielen" sind leider weder möglich noch sinnvoll.
Du musst also selber entscheiden, unter Berücksichtigung von vorrangig drei Punkten:
- Dein Spielstil, Stärken/Schwächen, Vorlieben/Abneigungen
- Deine verfügbare Zeit
- Deine Ziele
Geändert von MartinSenff (11.09.2004 um 13:28 Uhr)
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11.09.2004, 13:39
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
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Alles klar, vielen Dank. Ich hoffe mal, ich hab jetzt nciht alle vom Thema abgebracht.
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