Sehr schwierige Frage und ohne konkrete Beispiele vermutlich gar nicht zu beantworten. Ohne statistische Analyse (die vermutlich auch nicht viel bringt) wage ich mal ein paar Überlegungen anzuführen:
Ich würde einfach mal beim Endspiel
König+Läufer+Bauer gegen König+Läufer (mit gleichfarbigen Läufern) starten. [Im Doppelläuferendspiel können sich ungleichfarbige Läufer ja nicht direkt gegeneinander wegtauschen, das geht dann höchstens indirekt durch die Könige]. Also: Wenn der verteidigende König ein Feld vor dem vorrückenden Bauern kontrollieren kann, das nicht die Farbe der Läufer hat, so ist es klar remis.
Wenn aber der verteidigende König den Vorma-rsch des Bauern nicht mehr stoppen kann, so bleibt als Verteidigungswaffe nur noch das Opfer des Läufers gegen den Bauern. Ob die stärkere Seite das verhindern kann, hängt von zwei Details ab: wieweit der Bauer schon vorgerückt ist sowie von der Länge der kritischen Diagonalen. Jedes Vorma-rschfeld des Bauern, auf dem der Verteidiger den Läufer opfern könnte, ist ja der Schnittpunkt zweier Diagonalen (der Länge 1-8). Die längere Diagonale kann dem Verteidigungsläufer ganz genommen werden, auf der kürzeren aber nur drei Felder (nämlich zwei durch den König und eines durch den Läufer) Ist die kürzere Diagonale länger als drei Felder, so kann dem opferwilligen Läufer das vierte Feld nicht genommen werden.
1.Fall) Weiß: Kb6, Ld7, Bc7 - Schwarz: Kg8, La6 - Schwarz verliert!
2.Fall) Weiß: Kc6, Le7, Bd7 - Schwarz: Kh8, La5 - Remis!
(War hoffentlich verständlich, sollte man sich unbedingt mal angucken!)
Gibt natürlich paar Sonderfälle, auch mit Randbauern!
Zwei Läufer gegen einen Läufer (ohne Bauern) ist natürlich immer remis (auch wenn es ein hypothetisches Mattbild gibt). Das Remisverfahren kann man sich leicht überlegen. Der schwächere König wandert am einfachsten in eine Ecke, die sein Läufer beherrscht, und hält seinen Läufer auf derselben langen Diagonale ohne ihn einzustellen (z.B. Ka1, Lb2-h8). Dann kann die stärkere Seite kein Schach geben, ohne zu tauschen, also auch nicht mattsetzen! Der verteidigende Läufer hat immer 7 Felder auf der langen Diagonale, von denen ihm nur maximal drei genommen werden können. Er hat also immer ein Diagonalfeld und kommt auch nie in Zugzwang!
Mit Doppelläufern und einem letzten Bauern dürfte es allgemein immer Remis sein, da die schwächere Seite viele lästige Schachs geben kann und da der stärkere König kaum zwei kurze Diagonalen gleichzeitig abdecken kann. Nur beim weitvorgerückten Turm- oder Springerbauern kann es paar Gewinnstellungen geben, da dann die Diagonalen sehr kurz sind (1 oder 2 Felder). Man beachte, daß 2 Läufer (u.U. zusammen mit dem Bauern) ein Matt drohen können!
Mit Doppelläufern und mehreren Bauern (womöglich weit auseinander) entscheidet wohl nicht die Quantität sondern die Qualität der Bauern, d.h. der am weitesten vorgerückte Freibauer entscheidet wohl immer, denn nach dem erzwungenen Opfer eines gegnerischen Läufers dürfte man in der Regel relativ einfach mit 2L gegen 1L gewinnen, wenn noch weitere Bauern vorhanden sind.
Es kommt hier aber immer sehr speziell auf den Einzelfall an. Vermutlich deshalb findet man sowas auch kaum in Endspielbüchern...
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Ja, ob Turmendspiele immer remis sind? Natürlich nicht, aber sie sind halt ziemlich schwer. Zumindest die Philidor-Stellung und die Lucena-Stellung ("Brückenbau") sollte man aber kennen!!! Vor allem kommt es in Turmendspielen auf die Qualität der Bauern und auf die Aktivität der Könige und Türme an: ein aktiver Turm kann sehr häufig einen Minusbauern kompensieren!
Doppelturmendspiele sind dann etwas weniger remisig, da hier sehr viele Mattmotive mitspielen. Neben der Qualität der Bauern (wer hat einen weit vorgerückten Freibauern?) spielt deshalb die Königssicherheit eine große Rolle! Im Ergebnis will die stärkere Seite dann oft beide Turmpaare oder gar keins tauschen, die schwächere Seite will nur ein Paar tauschen.
tracke