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27.05.2005, 16:43
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1493
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Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 237
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Taktik in Endspielen
Wieso ist es gerade in Endspielen so schwierig die Varianten und Züge zu berechnen?
Es gibt doch weniger Figuren und damit eigentlich auch weniger Möglichkeiten.
Hier mal ein Beispiel aus Colditz bei dem mir das extrem aufgefallen war.
Blitzpartie Capablanca-Lasker
1R6/k1nK4/1p6/1P6/8/8/8/8 w - - 0 1
Capablanca fand den Gewinn in 5 Sekunden
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27.05.2005, 17:36
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FM des Forums
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
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Ich denke, weil die Züge an Logik verlieren. Das Mittelspiel ist der natürliche Teil des Schachs. Hier ist die Intuition auf ihrem Gebiet und der Spieler findet nicht nur strategische sondern auch taktiksche auf natürlichem Weg. Das Endspiel wird konkreter. Im extremsten Fall entscheidet jeder Zug über Sieg oder Niederlage und es gibt oft Ketten von einzigen Zügen. Daher bekommt das Spiel auch in solchen Situationen einen mechanischen Charakter. Der unausgebildete Spieler trifft daher schnell auf seine intuitiven Grenzen und erkenntden Anlass für taktische Motive nicht mehr. War damals als ich den Colditz benutzt habe aber auch noch schockiert über Capablancas schnelle Auffassung. Er war eben ein stark intuitiver Spieler und hatte sicher schon vorher die Idee für die Kombination gehabt als er die Stellung herbeiführte. Trainiere einfach in die Richtung taktischer Motive und intuitive Spielführung und du wirst sicher auch schneller werden.
Btw: ich habe damals vor einem Jahr glaube noch 1 Min zum finden gebraucht.
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27.05.2005, 22:32
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
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Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
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Ich würde keineswegs behaupten, dass im Endspiel die Züge an Logik verlieren...
nur weil die besten Züge öfters abwegig sind, verlieren sie nicht an Logik...
Ich könnte mir die Begründung folgendermaßen vorstellen....:
Die Berechnungen im Endspiel sehen ein wenig anders aus als im Mittelspiel...
Weniger Material auf dem Brett deutet nicht darauf hin, dass es weniger Züge zur Auswahl gibt.
Fehler im Endspiel werden für gewöhnlich härter bestraft als im Mittelspiel würde ich mal behaupten.
Die normale Berechnung im Endspiel läuft so ab, dass jedes Tempo zählt.
Beispielsweise in fast jedem Bauernendspiel rechnet man königsrouten, tempo für tempo durch.
Wenn der Plan von beiden Seiten klar ist, ist es manchmal nur ein Tempozählen!
In ner Angriffspartie rechnet man nur sehr selten aus, welcher König zuerst Matt gesetzt wird, sondern schätzt das eher ab.
Zum Schluss einer Variante muss der Spieler das Ergebnis abwegen...
Dabei gibts nicht sowas wie Initiative für schwarz, die sich aber schnell verflüchtigt, sondern in theoretischen Endspielen zumindest nur 3 Antworten.
Für gewöhnlich rechnet der Mensch in Endspielen längere Varianten aus als in Mittelspielstellungen...
Also so gesehen mehr Variantenberechnung...
In einem taktischen Endspiel, dass durch etliche Verzweigungen und Kombinationen geprägt ist, ist das natürlich alles wieder hinfällig, sollte aber nicht die Regel sein...
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27.05.2005, 22:50
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Sehr Aktiver
DWZ/Elo: blitz 1500
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Registriert seit: 03.2005
Ort: Neuss
Beiträge: 68
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Hab zwar nicht so die Peilung wie Scipio, aber ich finde auch, daß im Endspiel die Züge viel komplexer sind.
Das merke ich vor allem beim Blitz, wo man kaum Zeit hat Züge zu berechnen.
Im strategischen Mittelspiel hat man viele Varianten parat, die man standardmäßig spielen kann.
Im Endspiel geht das nicht mehr, man braucht wesentlich mehr Zeit für sinnvolle Züge, da man jede übriggebliebene Figur genauestens berechnen muß, weil ansonsten eine Partie ruck-zuck verloren ist. Nur sehr erfahrene Spieler können da schnell reagieren.
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28.05.2005, 10:04
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FM des Forums
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
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Zitat:
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Zitat von Scipio
Ich würde keineswegs behaupten, dass im Endspiel die Züge an Logik verlieren...
nur weil die besten Züge öfters abwegig sind, verlieren sie nicht an Logik...
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Das kommt drauf an was du führ ein Spieler bist. Rechner oder intuitiver Spieler? Du darfst auch nicht vergessen, dass eine Aussage wie "die Züge verlieren an Logik" in einem von reiner Logik geprägten Spiel in der Interpretation mit Vorsicht genosssen werden sollten. Deine Aussage lässt vermuten, dass du es wortwörtlich genommen hast, was ja dem Spielkonzept wiedersprechen würde und womit du mit deiner Reaktion vollkommen recht hast. Trotzalledem gibt es im Schach verschiedene bereiche intuitiver Logik, die durch die Konkretheit der Taktik unterbrochen werden. Das Endspiel ist in diesem Sinne zu konkret als, dass es dem Anfänger leicht fallen würde mit seiner noch unausgebildeten Intuition die richtige Idee aufzuspüren.
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28.05.2005, 13:13
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
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Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
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okay, zugegebener maße habe ich die Aussage tatsächlich ein wenig falsch verstanden.
Jedoch will ich mal behaupten, dass Endspielwissen die Intuition zwar fördert, man sich in Endspielen jedoch am wenigsten von den 3 Partieabschnitten einsetzt.
Ich würde mal behaupten, dass es gute Spieler gibt, die nicht weiter als 3 Züge rechnen in der Eröffnung und im Mittelspiel...
naja, in nem kompliziertem Bauernendspiel ist das natürlich völlig unmöglich...
"Un"-Logik im Schach verbinde ich zum Beispiel mit Eröffnungen, in denen Züge vorkommen, die eigentlich nicht gut sein dürften.
Beispielsweise der im Skandinaven der frühe Damenzug oder in allen möglichen geschlosseneren Eröffnungen das überlassen des Zentrums für den weißen.
Natürlich sind diese Eröffnungen nicht wirklich unlogisch, aber das kann man nur durch spielbare Varianten zeigen, statt durch logisches Betrachten der ersten Züge.
und @gorilla...
Mir fällt es schwer, mit Begriffen wie "intuitiver Logik" umzugehen.
Irgendwie sind das beides für mich Zwei Gegensätze, die sich zwar nicht unbedingt ausschließen, aber auf völlig anderen Kriterien beruhen...
Geändert von Scipio (28.05.2005 um 13:16 Uhr)
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