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22.07.2004, 22:36
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GM im Verlieren
DWZ/Elo: 1873/2008
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Registriert seit: 04.2004
Ort: Kindberg-Cryza
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Prophylaxe
Was haltet ihr von der genialen Idee der Prophylaxe??
die meisten denken es geht auf nimzowitsch zurück,dennoch denke ich das capablanca auch schon eine dwer art der prophylaxe früher praktizierte! ich denke der beste vertreter ist karpow!!
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23.07.2004, 00:25
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
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Also zwei Sachen:
1. Erkläre doch mal für alle, was Prophylaxe ist.
2. Nimzowitsch ist 1886 geboren, ,,Mein System`` stammt glaube ich von 1921, in etwa. Capablanca wurde 2 Jahre später geboren, lebte auch etwas länger, ich glaube nicht, dass er vor etwas vor Nimzowitsch im Schach praktizierte.
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23.07.2004, 14:54
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Kenner
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Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 111
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Wenn ich Aaron richtig verstanden habe, so bezieht er sich mit "Prophylaxe" (Vorbeugung) auf zweierlei:
1.
Verhindern gegnerischer Befreiungszüge.
Damit ist denke ich gemeint den eigenen Figuren mehr Raum zu geben, was er wiederum herbeiführt, indem er geschickte Bauervorstöße zieht
2.
Überdeckung, soll heißen "auf Vorrat decken" (wie Aaron das so net beschreibt  ) also einen Punkt/eine Figur* öfter deckt, als er angegriffen wird (nicht Gleichstand!)
Durch Decken dieser stratgisch wichtigen Punkte stehen den Leichtfiguren (und anderen) natürlich weitere Zugmöglichkeiten zur Verfügung).
Das ist definitiv nicht erschöpfend und ich lese gerne weiterführende andere Formulierungen!
*)
schwaches Feld, starkes Feld, egal ... einfach wichtige strategische Punkte/Figuren. Was als strategisch wichtig/wertvoll anzusehen ist, steht auf einem anderen Blatt/ einem anderen Kapitel
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24.07.2004, 00:33
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GM im Verlieren
DWZ/Elo: 1873/2008
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Registriert seit: 04.2004
Ort: Kindberg-Cryza
Beiträge: 483
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2. Capablanca war von 1921-1927 weltmeister
wie soll er 1923 geboren sein???
außerdem hat es capablanca nicht prophyalaxe genannt sondern er wollte sowieso immer auf die drohungen und pläne des gegner eingehen!
1. ja das stimmt nimzowitsch hat nur das mit den bauernvorstößen gesagt(eine vorform der prophylaxe)
und die überdeckung(das auf vorrat decken) ist etwas anderes obwohl es leicht damit zu tun hat!
3. ich denke auch das die überdeckung eine gute idee ist obwohl sie von vielen meister nicht gewürdigt wurde und wird!
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17.11.2004, 16:28
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Ich muss noch mal daheim in den Büchern schmökern.
An ein Strategiebuch von Karpow kann ich mich erinnern.
Darin leitete er, ausgehend vom obersten Spielziel Matt als Bewegungsunfähigkeit des gegnerischen Königs, ein universelles Schachgesetz ab:
Du sollst die Bewegungsfähigkeit der gegnerischen Figuren maximal begrenzen!
Fand ich nett. Und bezeichnend für Karpows Schachstil.
Zur Überdeckung:
Ganz kapiert habe ich die Idee nicht.
Sie führt auch manchmal zu wenig nachvollziehbaren Folgen, wenn man einen Turm z.B. zur Deckung hinter einen eigenen Zentralbauern stellt, während er gleichzeitig eine offene Linie besetzen kann.
Aber ich hatte bei der Lektüre von Nimzowitsch schon das Gefühl, dass Überdeckung und Prophylaxe zusammengehören. Zumindest in der Form, dass Überdeckung eine Art von Prophylaxe darstellt. Während Prophylaxe für Nimzowitsch eine Art universelles Schachprinzip darstellt.
Nun ja.
Gruß
Ralf
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17.11.2004, 17:31
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1757
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Registriert seit: 02.2004
Ort: Münster
Beiträge: 2.415
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Capablanca ist 2 Jahre nach Nimzowitsch geboren, nicht 2 Jahre nach ,,mein System``. Also nicht 1923, sondern 1888.
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18.11.2004, 14:48
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GM im Verlieren
DWZ/Elo: 1873/2008
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Registriert seit: 04.2004
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Beiträge: 483
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offene linie
@ralvieh
es wird komisch klingen aber oft bringt ein turm auf einer geschlossenen linie zur prophylaxe mehr als auf einer offenen!(auf der geschlossen verhindert er einen starken zug des gegners-sonst ist es keine prophylaxe-auf einer offenen steht er oft nur herum weil es nicht der kampfschauplatz ist)
ich denke der unterschied zwischen prophylaxe und überdeckung ist der das bei der prophylaxe ein direkter plan verhindert wird und bei der überdekcung wichtige strategische punte abgedeckt werden ohne einen konkreten plan zu verfolgen
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09.01.2005, 12:27
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Neuling
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Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 2
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Prophylaxe ist ein hervorragendes Strategem. Übrigens ist Überdeckung tatsächlich eine Form der Prophylaxe. Eine typische Überdeckungspartie ist Nimzowitsch - Hakansson (1922), wo die schwarze Dame bei vollem Brett auf a8 eingeschlossen wird!
Das System Prophylaxe geht natürlich auf Nimzowitsch zurück, weil er der erste war, der es beschrieben hat. Vorläufer für Theorien gibt es immer. Blockade und Läuferfianchettierung finden wir auch schon in den Partien Paulsens.
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10.01.2005, 14:03
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GM im Verlieren
DWZ/Elo: 1873/2008
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Registriert seit: 04.2004
Ort: Kindberg-Cryza
Beiträge: 483
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nur mit prophylaxe ist natürlich auch nicht viel möglich-und mann muss auch hinzufügen das die spieler früher auch viel schwächer waren!
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10.01.2005, 16:20
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Eine Figur auf Vorrat zu decken, hat sich als falsch herausgestellt. Nimzo macht in seinem Buch "My System" daraus eine Regel, welche sich allerdings später als überfüssig heraustellte. Eine Figur muss nur soweit wie notwendig gedeckt werden.
Siehe:
"Geheimnisse der modernen Schachstrategie" - John Watson
tuc
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13.10.2005, 17:17
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Aktiver
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Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 31
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Hmm, ich mag es Figuren aber vor allem auch mobile BAuern zu überdecken. Das als falsch zu bezeichnen finde ich ein bisschen hart, denn es bleibt sonlange man dem Gegner damit keinen klaren Vorteil einräumt, eine Stilfrage. Übrigens, wenn jemand auf Nimzowitschs Niveau damit erfolgreich gespielt hat, was sollte mich interessieren, ob diese Idee "flasch" ist? Mal wieder das Dilemma von Theorie und Praxis. 90% der Schachtheorie (bei Eröffnungen vielleicht noch mehr) sind einfach zu gut für die meisten Schachspieler, so dass ich mich für meinen Teil nicht darum schere...
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11.07.2006, 16:19
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Echter Kenner
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Registriert seit: 02.2006
Beiträge: 142
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kann mir jemand das mit der überdeckung erklären?
habe den sinn nie verstanden
wieso reicht es nicht mit soviel zu dekcen wie nötig. solange der wichtige punkt nicht fällt muss man doch nicht überdecken.
was ist sonst noch der vorteil von überdeckung
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16.07.2006, 13:43
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Aktiver
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Registriert seit: 07.2006
Beiträge: 48
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das mit der überdeckung würde ich auch gern wissen. man deckt eine figur/bauer/feld wohl mehrmals, um jede einzelne figur mobil zu halten, da eben keine bindung entsteht, die oft für taktische kombischläge auszunutzen ist, z.b. thema überlastung. das ist das einzige was mir zum thema überdeckung einfällt.
unter prophylaxe (ich weiß  falsch geschrieben aber egal) versteh ich auch solche h3-reflexzüge, sobald sich da ein läufer/springer sehen lässt.
da man ja weiß, dass solche vor der rochadestellung gezogene bauern eine schwäche darstellen, sollte man da etwas genauer schauen,ob dieser h3,a3, h6,a6 zug denn wirklich nötig ist. schlimmer isses v.a. bei solch vorbeugenden angstzügen, sprich wenn der springer noch gar nicht auf g4 erschienen ist.
oder der läufer. eine studie kam zu dem ergebnis, dass insbesondere dann, wenn dem noch-nicht-entwickelten-Läufer sein bestes oder gar einziges entwicllungsfeld damit verbaut wird (g4 z.b.), solche züge angebracht seien. natrülich auch, wenn unmittelbar gefahr droht, ein springer vor dem könig ist immer irgendwo gefährlich. aber gerade wenn noch dame und läufer auf dem brett sind, kann solch ein harmlos aussehender h3-zug das ziel eines gewaltigen opfer-angriff-kombinationsangriffes werden (oft genug selbst erfahren müssen, erst heute opferte jmd sogar seinen Turm auf h3!). was ich sagen will: einfach nicht grundlos h3/a3 ziehen, wenn keine gefahr droht. auch wenn ein S dort erscheint, lieber kurz variantenberechnen und schaun ob denn was droht als intuitiv sein mögliches grab auszuheben. im najdorf wird solch ein prophylaktischer zug gemacht (a6), und sicherlich mit gutem grund...
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19.07.2006, 16:44
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Kenner
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Registriert seit: 06.2005
Beiträge: 127
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Hm, also Prophylaxe wie ich sie verstehe hängt zwar damit zusammen, geht aber eigentlich noch weiter.
"Prophylaktisches Denken" (ich glaube Mark Dworetski schenkt diesem Thema in seinen Büchern regelmäßig große Aufmerksamkeit) setzt bei mir immer in dieser Situation ein:
Ich stehe gut und stehe vor der Frage "Was soll ich jetzt spielen?" Die Stellung bietet keinen direkten Ansatz, irgendwo konkret was zu unternehmen, der Gegner droht auch nichts Bedrohliches, alles ist in Ordnung. Eine Art "positive Zugzwangsituation".
Man starrt das Brett an und weiß nicht so recht, was man nun tun soll. In jeder zweiten bis dritten Partie habe ich irgendwann mal so eine Situation.
Dann setzt das "prophylaktische Denken" ein. Ich denke kurz an etwas völlig anderes (mal kurz eine rauchen gehen), schaue mir dann wieder die Stellung an, aber diesmal aus Sicht meines Gegners. Was würde mein Gegner jetzt spielen, wenn er am Zug wäre? Plötzlich entdeckt man Motive, die man vorher so nicht gesehen hat. Und dann guckt man einfach, mit welchem Zug man die entdeckten Möglichkeiten des Gegners am besten zunichte machen kann.
Auf diese Weise habe ich schon in einigen Partien "den entscheidenden Zug" gefunden und gewonnen. Ohne das prophylaktische Denken hätte ich warhscheinlich "irgendwas" gespielt, und das kann dann schon der entscheidende Fehler sein.
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20.07.2006, 13:08
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Aktiver
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Registriert seit: 07.2006
Beiträge: 48
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mir is gestern noch ein ganz simpler hintergrund der überdeckung eingefallen...so logisch, dass ich kaum wage, es hier zu posten.
Überdeckung ist bei wichtigen Felder/Punkten/Figuren,etc... natürlich darum manchmal nicht unangebracht, als wenn die eine (vermeintlich ausreichende) Deckungsfigur einfach mal locker flockig z.b. mit Bb5-b4 (Angriff auf Springer Sc3) vertrieben wird. Wenn dieser Sc3 dann ein Mattfeld deckt und das als einzige Figur wirds natürlich ungemütlich ^^
für den Springer wohlgemerkt. Wird sich dann ins Nimmersland verabschieden müssen...
Ich denke - ohne Nimzos "System" gelesen zu haben - dass dieser und der im obigen Beitrag von mir bereits erwähnte Grund die Begründung für die Überdeckung geliefert haben:
- Mobilität der Figuren
- "garantierte" Sicherheit des überdeckten Feldes
- Vermeiden von Kombinationen (Deckungsbeseitigung, Ausnutzen einer Bindung oder Überlastung sind wohl hinreichende Motive ^^)
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