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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 1 ( permalink)

04.12.2008, 20:14
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Aktiver
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Registriert seit: 11.2008
Beiträge: 49
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Lb5 - wann gut, wann schlecht?
Lb5 - die Fesselung des Sc6. Wann ist die gut, wann nicht? IM Spanier ist's klar, er nimmt im Kampf um das Zentrum teil, indem er ihn zu eliminieren kann, will, droht... Aber sonst? Mal eröffnungsunabhängig, an sich, ein Zug wie jeder andre, könnte man meinen, aber wenn ich KOmmentare dazu höre, ist es entweder: sehr stark - oder ganz schwacher Anfängerzug. Wann ist es gut? den L gegen den S zu tauschen (Lxc6), bzw. ihn wenigstens zu fesseln? Die Frage könnte man analog auf Lg4 (gegen Sf3) usw (Lg5 gegen Sf6) fortführen. Wenn jmd Ideen hat oder Erklärungen?
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 2 ( permalink)

04.12.2008, 23:00
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
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Hi,
die Frage ist m.E. viel zu allgemein formuliert - es ist oft schon schwer genug, sie in einer konkreten Stellung zu beantworten.....
lass' es mich trotzdem (ganz allgemein) versuchen:
Die Fesselung ist gut, wenn:
- man (z.B. wg. der Bauernstruktur, oder der Tempi) bereit ist LxS zu spielen (mit oder ohne Befragung durch .... a6 (oder die analogen Züge h6, a3, h3))
- sie (oft in Kombination mit anderen Figuren) den Gegner zu einer Verschlechterung der Bauernstruktur (ala bxc6) zwingt - besonders wenn diese Bauern auf einer halboffenen Linie stehen, u/o isoliert sind.
- sie den Gegner zu einer unvorteilhaften Aufstellung seiner Figuren drängt, oder die Aufgabe des Zentrums erzwingt.
umgekehrt ist sie schlecht, wenn:
- man gar nicht nehmen will/ bzw. nichts der o.a. Dinge droht
- wenn die der L woanders besser stünde
************
Nur als Versuch ein paar der "höheren" Motive zu konkretisieren - sprich um von Trivialitäten wie: wenn sie Material gewinnt/verliert ist sie gut/schlecht fernzubleiben.....
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 3 ( permalink)

05.12.2008, 18:28
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Aktiver
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Registriert seit: 11.2008
Beiträge: 49
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Ein Beispiel
Ich geb mal ein Beispiel:
1. e4 d5 2. ed Sf6 3. d4 Sxd5 4. Sf3 Ist in dem Fall Lg4 gut? Und wenn ich Lg4 gespielt habe, sollte ich die Fesselung nach h3 aufrecht erhalten oder nach h5 zurückkehren? Dann könnte er mit g4 entfesseln. Wann ist das gut, und wiegt die offene Linie (nach gxf3 [zog bspw. Tal gegen Botwinnik im Caro-Kann 1960 im WM-Kampf zu allseitigem Entsetzen] oder bxc3 o.Ä.) den Doppelbauern nicht auf? Wie gesagt, an sich wäre das Thema nicht so wichtig, wenn die Beurteilung solcher Züge nicht immer so krass gegensätzlich wäre: sehr gut oder Anfängerzug. Gibts da keine weiteren Indizien, zu beurteilen, ob Lg4/Lg5 respektive Lb4/ Lb5 gut sind bzw. ein Tausch (nach Befragung) gut ist bzw. der Rückzug vorzuziehen ist?
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 4 ( permalink)

06.12.2008, 00:21
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
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Zitat:
Zitat von ChessGamerX2
Ich geb mal ein Beispiel:
1. e4 d5 2. ed Sf6 3. d4 Sxd5 4. Sf3 Ist in dem Fall Lg4 gut? Und wenn ich Lg4 gespielt habe, sollte ich die Fesselung nach h3 aufrecht erhalten oder nach h5 zurückkehren? Dann könnte er mit g4 entfesseln. Wann ist das gut, und wiegt die offene Linie (nach gxf3 [zog bspw. Tal gegen Botwinnik im Caro-Kann 1960 im WM-Kampf zu allseitigem Entsetzen] oder bxc3 o.Ä.) den Doppelbauern nicht auf? Wie gesagt, an sich wäre das Thema nicht so wichtig, wenn die Beurteilung solcher Züge nicht immer so krass gegensätzlich wäre: sehr gut oder Anfängerzug. Gibts da keine weiteren Indizien, zu beurteilen, ob Lg4/Lg5 respektive Lb4/ Lb5 gut sind bzw. ein Tausch (nach Befragung) gut ist bzw. der Rückzug vorzuziehen ist?
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das ist imho wirklich viel zu komplex, um es eindeutig beantworten zu können (das ist ja eine der Schönheiten des Spiels  )
4. ... Lg4 ist meiner Meinung nach o.k. (aber nur ohne Tausch auf f3 - ... Lxf3 nach h3 würde ich für ein Zugeständnis halten).
Die Frage nach gut/schlecht ist besser bei geklärter Zentralformation zu beantworten (also wenn entweder schon Zentralbauern getauscht sind - oder ineinander verzahnt/blockiert). Da in deinem Beispiel bereits w e-Bauer gg. den s. d-Bauern getauscht sind (und damit das Zentrum zu offen tendiert) wäre ich mit der Preisgabe des L-paares schon vorsichtig.
Geändert von Angie (06.12.2008 um 00:25 Uhr)
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 5 ( permalink)

06.12.2008, 13:58
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Aktiver
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 44
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Zitat:
Zitat von Angie
Die Frage nach gut/schlecht ist besser bei geklärter Zentralformation zu beantworten (also wenn entweder schon Zentralbauern getauscht sind - oder ineinander verzahnt/blockiert). Da in deinem Beispiel bereits w e-Bauer gg. den s. d-Bauern getauscht sind (und damit das Zentrum zu offen tendiert) wäre ich mit der Preisgabe des L-paares schon vorsichtig.
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Damit meint er Skandinavisch.
Das gxf3 von Tal war völlig unnötig und ein rein psychologischer Zug!
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 6 ( permalink)

11.12.2008, 16:59
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Forumsprofi
DWZ/Elo: ~2100
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Registriert seit: 08.2006
Ort: Sachsen (Keis Chemnitz)
Beiträge: 204
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Auch dafür gibt es, wie bei der Suche nach der besten Eröffnung keine allgemeine Zauberformel. Es liegt eben ganz daran, wie du spielst. Liebst du den agressiven Kampf, so spiele Lg5 recht zeitig. Möchtest du deine Position langsam perfektionieren, so lass lg5 sein. Das ist aber nur meine Meinung.
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 7 ( permalink)

15.12.2008, 16:17
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Aktiver
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Registriert seit: 11.2008
Beiträge: 49
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Zitat:
Zitat von Angie
4. ... Lg4 ist meiner Meinung nach o.k. (aber nur ohne Tausch auf f3 - ... Lxf3 nach h3 würde ich für ein Zugeständnis halten).
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Siehst du, genau das hätte ich auch gedacht. Ein IM aber gibt in einer Videopräsentatioon zum Besten, "of course not Bg4, we don't wanna trade our bishop for this knight, g6 is the best try in my oppinion" - etwa so.
Hätte er gesagt, eher nicht Lg4, oder nach meinem Geschmack wäre Lg4 nicht das Beste oder so - ok ... aber dieses "selbstverständlich nicht" machte mich wiedermal stutzig. Vielleicht wird es auch hier und da überbewertet. Das mit der Zentrumsformation, offenes Spiel und so weiter ist wohl ein Aspekt. Der Kampf um bestimmte Felder (d5 im Sizilianer, dswg. Lg5 z.B., e4 im Winawer, dswgh. Lb4) mag auch ein GRund sein, Lb5/Lb4 bzw. Lg5/Lg4 zu ziehen - Aber ansonsten...? Wieso überhaupt Lg4, wenn ich ihn eh nicht tauschen will gegen den S? Verwirrt mich eben etwas. Anderswo hörte ich, h3 sei ein schlechter Zug, "because he just retreats back to h5" - etwa so (nicht wörtlich) - wäre also schlecht, weil er ohnehin nicht tauschen muss... Naja, wahrscheinlich Geschmacksache und nicht so wichtig, wie manch Meister, Kommentator o.Ä. tut.
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 8 ( permalink)

15.12.2008, 18:30
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Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 2024/2061
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 236
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Zitat:
Zitat von ChessGamerX2
Wieso überhaupt Lg4, wenn ich ihn eh nicht tauschen will gegen den S? Verwirrt mich eben etwas. Anderswo hörte ich, h3 sei ein schlechter Zug, "because he just retreats back to h5".
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im regelfall um den springer auf f3 zu fesseln. und h3 ist in der tat meist keine all zu gute idee (außer man beabsichtigt im anschluss g4 zu spielen was allerdings noch deutlich seltener gut ist) da das nach lh5 nichts an der fesselung ändert aber die königstellung geschwächt ist.
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Lb5 - wann gut, wann schlecht? Beitrag # 9 ( permalink)

16.12.2008, 22:09
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Totaler Kenner
DWZ/Elo: 2369
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Registriert seit: 11.2008
Ort: Duisburg
Beiträge: 153
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Zitat:
Zitat von Mr.X aus Y
im regelfall um den springer auf f3 zu fesseln. und h3 ist in der tat meist keine all zu gute idee (außer man beabsichtigt im anschluss g4 zu spielen was allerdings noch deutlich seltener gut ist) da das nach lh5 nichts an der fesselung ändert aber die königstellung geschwächt ist.
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Was so nun auch wieder nicht stimmt. Das Entfesselungsmanöver h2-h3 (ggf.) gefolgt von g2-g4 ist meist nämlich spielbar, wenn Weiß nicht kurz rochiert hat. Manchmal ist es sogar bei bereits erfolgter kurzer Rochade spielbar, aber das ist tatsächlich eher die Ausnahme.
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