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12.09.2007, 16:20
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1875
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Registriert seit: 04.2004
Ort: irgendwo in Nrw
Beiträge: 501
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Was würdet ihr tun?
Also an meinem Spiel fallen mir zwei große Fehler auf.
Der eine ist, dass ich oftmals in einer ausgeglichenen Stellung(meist geschlossen) irgendwelche taktischen Motive suche, aber selten den Weg zum Sieg finde. Rochadestellungen bekomme ich geknackt, aber eine bessere Stellung meist nicht durchgeboxt. Wie komme ich an Gewinnwege ? Viele strategische Motive kenne ich, aber sie wollen mir in den Partien nie ins Auge springen 
Das andere ist, dass ich, obwohl ich schon relativ lange Schach spiele, im Blitzen recht oft ziemlich dumme Züge mache (Figuren einstellen, Raum verschenken). Manchmal sehe ich es nicht, aber oft lasse ich einen Springer oder auch oft Bauern stehen, weil ich mir von irgendeinem Angriff viel verspreche. Meine Intuition siegt oft über meine Mathematik und Logik. Ich weiß nicht, ob es eine Art Arroganz oder dergleichen ist, vielleicht möchte ich die Einsteller auch nicht sehen. Kennt sich jemand damit aus? Geht es jemandem genauso?
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12.09.2007, 17:35
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Echter Kenner
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Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 140
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Hi Enforcer,
wenn bei mir eine schwierige und/oder sehr geschlossene Stellung auf dem Brett steht und ich auf Gewinn/sehr aggressiv spielen muss, mach' ich folgendes:
1.)Mein Gegner führt seinen Zug aus, den ich sofort aufschreibe
2.)Dann guck ich mir die Stellung oberflächlich (d.h. ich gucke erst mal so 'n bisschen übers Brett) erstmal so 3 Minuten an und bewerte sie.
3.)Von hier an gibt es zwei Wege:a und b
a)Ich habe eine gute Angriffsidee gefunden:
Dann gucke ich mir diese Angriffsidee mal etwas genauer an (so weitere 5-10 Minuten). Ich überlege dann die richtige Reihenfolge der Züge (auch 5-10 Minuten). Ich guck dann nochmal so 3 Minuten ob ich nichts tödlicheres finde, doch das ist meistens nicht der Fall. Dann führe ich diesen Zug aus und bleibe am Brett sitzen und konzentriere mich voll auf die eigene Partie.
3b)Ich habe keine gute Angriffsidee gefunden:
Dann gucke ich so 10 Minuten weiter, ob ich evtl. doch noch 'ne Angriffsidee finde.Wenn ja, siehe 3a). Wenn nicht, dann guck ich so 5 Minuten nach einen materiell Vorteil bringenden Zug. Wenn ich dann IMMER noch nix gefunden hab, guck ich noch so 5 Minuten nach einen positionellen Zug. Da gibts immer welche!
Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
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12.09.2007, 17:48
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alter Hase
DWZ/Elo: 1802
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Registriert seit: 08.2006
Ort: Erlangen
Beiträge: 192
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Zitat:
Zitat von Enforcer
Also an meinem Spiel fallen mir zwei große Fehler auf.
Der eine ist, dass ich oftmals in einer ausgeglichenen Stellung(meist geschlossen) irgendwelche taktischen Motive suche, aber selten den Weg zum Sieg finde. Rochadestellungen bekomme ich geknackt, aber eine bessere Stellung meist nicht durchgeboxt. Wie komme ich an Gewinnwege ? Viele strategische Motive kenne ich, aber sie wollen mir in den Partien nie ins Auge springen
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In einer geschlossenen werden taktische Motive sehr selten sein, da die Figuren zuwenig "Feindkontakt" haben. Deswegen kannst Du nichts anderes machen als lavieren, d.h. Deine Figuren besser stellen und Schwächen beim Gegner schaffen. Dann kannst Du die Stellung in einem günstigen Moment öffnen oder das Spiel in ein für Dich günstiges Endspiel überleiten.
Zitat:
Das andere ist, dass ich, obwohl ich schon relativ lange Schach spiele, im Blitzen recht oft ziemlich dumme Züge mache (Figuren einstellen, Raum verschenken). Manchmal sehe ich es nicht, aber oft lasse ich einen Springer oder auch oft Bauern stehen, weil ich mir von irgendeinem Angriff viel verspreche. Meine Intuition siegt oft über meine Mathematik und Logik. Ich weiß nicht, ob es eine Art Arroganz oder dergleichen ist, vielleicht möchte ich die Einsteller auch nicht sehen. Kennt sich jemand damit aus? Geht es jemandem genauso?
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Das liegt meiner Meinung nach an zwei Faktoren, nämlich an der mangelnden Spielstärke und an der knappen Zeit. Wegen der knappen Zeit beim Blitzen ist man gezwungen sich auf seine Intuition zu verlassen und kann den gewünschten Zug nicht zu Ende rechnen. Bei Spielern mit beschränkter Spielstärke (wie Dir und mir) ist das eben problematisch und führt zu Fehlern. Bei starken spielen wie IMs oder GMs ist die Intuition besser entwickelt, zudem haben sie ein viel größeres Schachwissen als wir kleinen Leuchten, was dazu führt, dass sie unter diesen Bedingungen weniger Fehler machen als wir.
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12.09.2007, 18:09
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Rausschmeißer
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Registriert seit: 10.2006
Ort: Freudenstadt
Beiträge: 633
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@ Marius: Das sind insgesamt 13 bis 23 Minuten pro Zug, wenn du eine "Angriffsidee" hast und ebenfall 23, wenn du keine hast...
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12.09.2007, 19:58
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1875
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Registriert seit: 04.2004
Ort: irgendwo in Nrw
Beiträge: 501
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@Marius: Du verstehst mich glaube ich falsch, ich habe keine Probleme damit meine Zeit einzuteilen  Es geht mir darum, dass ich meistens nicht weiß, wo und wie ich angreifen soll, obwohl ich weiß wo und warum ich besser stehe... Das ist schwer zu erklären 
@Klaus: Natürlich haben die großen Leuchten der Schachwelt eine bessere Intuition. Aber ich sehe meine Fehler, nur unterschätze ich sie irgendwie, oder ich will sie übersehen. Ich weiß nicht, was das ist, man kann es fast mit zu großem Optimismus vergleichen 
Das sind teilweise Züge, die würde kein Anfänger machen, aber ich scheine mich in der Hinsicht irgendwie zurückzuentwickeln.
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12.09.2007, 20:31
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Echter Kenner
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Registriert seit: 06.2007
Beiträge: 140
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@enforcer:jo enforcer, sorry
@jumbo:wenn man doch einmal ne halbe stunde investiert..
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12.09.2007, 21:40
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Garry des Forums
DWZ/Elo: DWZ: 1643
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Registriert seit: 12.2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 944
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Zitat:
Zitat von Enforcer
Es geht mir darum, dass ich meistens nicht weiß, wo und wie ich angreifen soll, obwohl ich weiß wo und warum ich besser stehe...
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Also für mich ist das ein bisschen widersprüchlich. Wenn du weißt, wo und vor allem warum du besser stehst, weißt du automatisch warum dein Gegner schlechter steht. Folglich kennst du seine Schwäche(n). Und da wird man dann normalerweise aktiv, indem man versucht materiell Kapital aus des Gegners Schwächen zu ziehen, oder man versucht die Schwäche auszuweiten und wartet ab, ob sich in näherer Zukunft mehr ergibt. Strategisch ist es ein gesundes Vorgehen und früher oder später kollabiert der andere.
Was anderes ist es natürlich, wenn man glaubt besser zu stehen, es aber nicht tut. Das ist häufig der Fall bei uns Amateuren. Gerade gestern dachte ich ebenfalls ich bin besser aus der Eröffnung gekommen und habe deutlichen Vorteil und heute sagt mir Fritz, es war Ausgleich. Man überschätzt halt seine Möglichkeiten, was dir im Blitz noch krasser passiert.
Zudem kann man nich in jeder Stellung angreifen. Eigentlich nur in offenen Stellungen und eher selten aus geschlossenen. Geschlossene Stellungen muss man strategisch und positionell spielen, wie Klaus schon sagte.
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19.09.2007, 14:38
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Neuling
DWZ/Elo: 1892/2009
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Registriert seit: 10.2006
Ort: Dortmund
Beiträge: 9
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Zitat:
Zitat von Enforcer
Also an meinem Spiel fallen mir zwei große Fehler auf.
Der eine ist, dass ich oftmals in einer ausgeglichenen Stellung(meist geschlossen) irgendwelche taktischen Motive suche, aber selten den Weg zum Sieg finde. Rochadestellungen bekomme ich geknackt, aber eine bessere Stellung meist nicht durchgeboxt. Wie komme ich an Gewinnwege ? Viele strategische Motive kenne ich, aber sie wollen mir in den Partien nie ins Auge springen 
Das andere ist, dass ich, obwohl ich schon relativ lange Schach spiele, im Blitzen recht oft ziemlich dumme Züge mache (Figuren einstellen, Raum verschenken). Manchmal sehe ich es nicht, aber oft lasse ich einen Springer oder auch oft Bauern stehen, weil ich mir von irgendeinem Angriff viel verspreche. Meine Intuition siegt oft über meine Mathematik und Logik. Ich weiß nicht, ob es eine Art Arroganz oder dergleichen ist, vielleicht möchte ich die Einsteller auch nicht sehen. Kennt sich jemand damit aus? Geht es jemandem genauso?
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Halllo Enforcer,
also dein Problem ist ein sehr ernstes.  .
Also erst mal wäre es gut, wenn Du 1-2 Partie hier ins Forum stellen könntest. Dann kann man dir auch besser helfen. Nichtsdestotrotz kann ich aber schon etwas dazu sagen:
Versucht deine Züge möglichst nicht nach deiner Intuition zu spiele, sondern überlegt. Also Stellung bewerten, Kandidatenzüge finden, Varianten dieser Züge berechnen und am Ende wieder eine Stellungsbewertung vornehmen.
Hierbei brauchst Du die Intuition um zu entscheiden wo man diese Bewertung vornimmt.
Weiter kannst Du natürlich Taktikaufgaben lösen. Sollten aber nicht zu leichte aufgaben sein. Es macht ja keinen Sinn Aufgaben zu lösen, wo nach max. 30 Sekunden die Lösung weis. Baue die Stellung auf und setzt dir ein Zeitlimit. Denke entweder 5 oder 10 Minuten. Dann hast Du eine Simulation einer Wettkampfpartie.
Weiter könnenst Du dir angewhnen nach jedem Zug automatischen alle seine Schach-, Doh- und Schlagen Züge zu bewerten. Auf diese weise könnten taktkische Überraschungen für dich der Vergangenheit angehören. 
Das kann ich im Allgemeinen sagen.
Genaueres kann ich die sagen wenn ich Partie von dir sehe.
Gruß
Dostojewskij
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