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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 1 ( permalink)

04.12.2006, 09:31
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Einsteiger
DWZ/Elo: 1610
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Registriert seit: 11.2005
Ort: Essen
Beiträge: 17
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7
Hallo Leute,
ich spiele gerne aggressiv auf die Königsstellung und bin auch bereit gewisse Risiken einzugehen. Leider passiert es mir immer wieder, dass ich bei obengenannter Stellung trotz massiven Angriffes die Königsstellung nicht knacken kann. Meine Kräfte sind dann am Königsflügel konzentriert, der Gegner greift am Damenflügel an und ich brauche zu viel Zeit, um meine Kräfte an den Damenflügel umzugruppieren.
Welche Rezepte gibt es, um bei dieser Abwehrstellung am Königsflügel erfolgreich zu sein? 
Danke!
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 2 ( permalink)

04.12.2006, 10:10
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Meine generelle "Strategie" beim Angriff auf eine solche Formation:
Der Fianchetto-Läufer hält vieles zusammen, daher sollte man diesen vertreiben bzw. abtauschen, z. B. bei KI Sämisch wird häufig Le3 - Dd2 - Lh6 gespielt. Mit Weiß lang rochieren, einen Bauernsturm starten (v. a. h2-h4-h5), Linien öffnen (dazu ggf. Figuren opfern) und Matt setzen.
Naja, der Angriff klappt natürlich nicht immer. Die Feinheiten solcher Stellungen können von meinem bescheidenen Kaliber (noch) nicht genau erfasst werden, aber man kann ja noch lernen.
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 3 ( permalink)

04.12.2006, 12:35
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Einsteiger
DWZ/Elo: 1610
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Registriert seit: 11.2005
Ort: Essen
Beiträge: 17
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Danke für deine Antwort. Gibt es eigentlich spezielle Bücher zu diesem Thema?
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 4 ( permalink)

04.12.2006, 12:45
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IM des Forums mit 2 GM-Normen
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Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 410
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Was genau spielst du denn mit Weiß? Das wäre ganz gut zu wissen, um etwas genauer antworten zu können; reden wir hier über Königsindisch, den Drachensizilianer oder was?
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 5 ( permalink)

04.12.2006, 13:03
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Zitat:
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Zitat von Harry2005
Danke für deine Antwort. Gibt es eigentlich spezielle Bücher zu diesem Thema?
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Ich geb doch gern meinen unqualifizierten Senf dazu! 
Bücher:
Vladimir Vukovic: Der Rochade-Angriff http://www.schachzentrale.de/irw_cat...54b445241.html
soll bald in neuer Auflage erscheinen. Habe ich für mich schon einmal vorgemerkt.
Ich besitze die 2006er Auflage von Hans Müllers Klassiker "Angriff und Verteidigung". Dort finden sich auch sehr viele Beispiele, wie richtig angegriffen wird, wohl nicht ganz so speziell wie das Werk oben. Dummerweise haben sich extrem viele Tippfehler in die Notation eingeschlichen, für´s Korrekturlesen hatten Autor und Verlag wohl keine Zeit und/oder Geld?
Geändert von Gast6247 (04.12.2006 um 13:31 Uhr)
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 6 ( permalink)

04.12.2006, 14:44
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Forumsvollprofi
DWZ/Elo: DWZ ca. 1750
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
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Also, ich bin 1.e4 Spieler und baue gegen eine solche Aufstellung immer folgendermaßen auf:
Bauern: a2,b2,c2,d4,e4,f3(schützt vor Sf6-g4 und bereitet den Vorstß g2-g4 vor),g2,h2.
Figuren:Le3,Ld3,Sc3,Se2,Dd2,O-O-O
So jetzt wo die Figuren optimal stehen kann der Angriff beginnen. Man kann den weiteren Plan in drei Teile gliedern:
1.Der fianchettierte Läufer wird abgetauscht
Du spielst einfach Le3-h6-g7:. Du solltest nur aufpassen, dass dein Gegner nicht dazu kommt h6 und Kh7 zu spielen. Wenn Schwarz selbst den Läufer tauscht (d.h. Lg7xh6) ist dies nur vorteilhaft für die weißen Pläne.
2.Bauernsturm auf die schwarze Königsstellung bzw. Öffnung der Linien
Du maschierst mit deinem h-Bauern nach vorne mit h3-h4-h5 und versuchst die h-Linie für deine Türme zu öffnen. Oftmals wird der Bauer geopfert, wenn er auf h5 von Sf6 genommen wird. Der Springer wird danach mit g2-g4 vertrieben und die Linie ist frei. Sollte Schwarz h7-h5 Spielen und den Bauern blockieren, dann spielst du g2-g4 und versuchst die g-Linie zu öffnen auf der deine Türme auch sehr wirkungsvoll stehen.
3.Mattangriff
Du bringst Dame und Turm/Türme auf eine Linie, ziehst vielleicht noch weitere deiner figuren hinzu (z.B. Ld3-c4) und versuchst Matt zu setzen.
Prinzipiell sollte noch gesagt werden, dass du dich nicht an diesem Plan festbeißen solltest. Vielleicht muss Schwarz ja Zugeständnisse am Damenflügel oder in der Mitte machen, um seine Königsstellung zu halten, die du zu deinem Vorteil ausnutzen kannst. Oder wenn Schwarz versucht seine Rochade zu verzögern, kannst du versuchen das Zentrum zu öffnen.
Als Literatur kann ich dir noch folgendes empfehlen:"Beating Fianchetto Defences-Efstratios Grivas"
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 7 ( permalink)

04.12.2006, 21:55
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Einsteiger
DWZ/Elo: 1610
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Registriert seit: 11.2005
Ort: Essen
Beiträge: 17
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Zitat:
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Zitat von nikolajewitsch
Was genau spielst du denn mit Weiß? Das wäre ganz gut zu wissen, um etwas genauer antworten zu können; reden wir hier über Königsindisch, den Drachensizilianer oder was?
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Ich spiele den Königsinder habe aber keine Lust auf meinem Spielniveau tonnenweise Eröffnungsliteratur zu studieren. Den Drachensizilianer habe ich interessanterweise früher gespielt und bin damit reihenweise auf die Fxxxxs gefallen.
Zitat:
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Zitat von Stratege
Ich geb doch gern meinen unqualifizierten Senf dazu! 
Bücher:
Vladimir Vukovic: Der Rochade-Angriff http://www.schachzentrale.de/irw_cat...54b445241.html
soll bald in neuer Auflage erscheinen. Habe ich für mich schon einmal vorgemerkt.
Ich besitze die 2006er Auflage von Hans Müllers Klassiker "Angriff und Verteidigung". Dort finden sich auch sehr viele Beispiele, wie richtig angegriffen wird, wohl nicht ganz so speziell wie das Werk oben. Dummerweise haben sich extrem viele Tippfehler in die Notation eingeschlichen, für´s Korrekturlesen hatten Autor und Verlag wohl keine Zeit und/oder Geld?
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Danke für deinen Buchtipp!!!
Zitat:
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Zitat von maxquick
Also, ich bin 1.e4 Spieler und baue gegen eine solche Aufstellung immer folgendermaßen auf:
Bauern: a2,b2,c2,d4,e4,f3(schützt vor Sf6-g4 und bereitet den Vorstß g2-g4 vor),g2,h2.
Figuren:Le3,Ld3,Sc3,Se2,Dd2,O-O-O
So jetzt wo die Figuren optimal stehen kann der Angriff beginnen. Man kann den weiteren Plan in drei Teile gliedern:
1.Der fianchettierte Läufer wird abgetauscht
Du spielst einfach Le3-h6-g7:. Du solltest nur aufpassen, dass dein Gegner nicht dazu kommt h6 und Kh7 zu spielen. Wenn Schwarz selbst den Läufer tauscht (d.h. Lg7xh6) ist dies nur vorteilhaft für die weißen Pläne.
2.Bauernsturm auf die schwarze Königsstellung bzw. Öffnung der Linien
Du maschierst mit deinem h-Bauern nach vorne mit h3-h4-h5 und versuchst die h-Linie für deine Türme zu öffnen. Oftmals wird der Bauer geopfert, wenn er auf h5 von Sf6 genommen wird. Der Springer wird danach mit g2-g4 vertrieben und die Linie ist frei. Sollte Schwarz h7-h5 Spielen und den Bauern blockieren, dann spielst du g2-g4 und versuchst die g-Linie zu öffnen auf der deine Türme auch sehr wirkungsvoll stehen.
3.Mattangriff
Du bringst Dame und Turm/Türme auf eine Linie, ziehst vielleicht noch weitere deiner figuren hinzu (z.B. Ld3-c4) und versuchst Matt zu setzen.
Prinzipiell sollte noch gesagt werden, dass du dich nicht an diesem Plan festbeißen solltest. Vielleicht muss Schwarz ja Zugeständnisse am Damenflügel oder in der Mitte machen, um seine Königsstellung zu halten, die du zu deinem Vorteil ausnutzen kannst. Oder wenn Schwarz versucht seine Rochade zu verzögern, kannst du versuchen das Zentrum zu öffnen.
Als Literatur kann ich dir noch folgendes empfehlen:"Beating Fianchetto Defences-Efstratios Grivas"
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Maxquick...Danke für den Buchhinweis und die Beschreibung der Vorgehensweise. Das hilft mir sehr. Ich werde es versuchen. Als erst c4 +d4 Eröffner liebäugel ich mit dem Gedanken auch auf e4 umzusteigen...habe jedoch ein bisschen Bedenken vor den vielen Varianten auf e4.
Geändert von Basti (05.12.2006 um 16:22 Uhr)
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 8 ( permalink)

05.12.2006, 18:22
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Forumsvollprofi
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Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 219
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Hi Harry,
also ich würde an deiner Stelle nicht soviel Angst vor der Theorie bei 1.e4 haben!
Gegen 1.e4 sind m.M. einzig ernst zunehmenden Antworten:
1...e5 mit 2...Sc6 oder 2...Sf6 (Russisch)
1...c5 (Sizilianisch)
1...c6 (Karo-Kan)
1...e6 (Französisch)
1...Sf6 (Aljechin)
Im Vergleich dazu hast du gegen 1.d4,2.c4:
Damengambit angenommen, Damengambit abgelehnt, Slawisch, Tarasch, Benko, Königsindisch, Damenindisch, Grünfeldindisch, Holländisch, Benoni, Budapester Gambit, Tschigorin, Albin... Vor allem bei den letzten vier musst du die Theorie sehr genau kennen um nicht überrannt zu werden!
Da du ja zuvor 1.d4 Spieler bist/warst nehme ich an, dass dir das positionelle Spiel gut liegt, darum empfehle ich dir folgendes, wenn du auf 1.e4 umsteigen möchtest:
1...e5/Sf6 2.Sc3 oder Lc4
Mit 2.Sc3 leitest du die Wiener Partie ein und hast eine Antwort sowohl gegen 2...Sc6 als auch 2...Sf6 und 1...Sf6. Mit dieser Variante hast du auf unserem Level gutes Spiel, denn du kannst wählen zwischen aggressivem Spiel und ruhigem Aufbau. Außerdem bereiten sich die meisten auf die Spanische Partie mit Schwarz vor also ist der Überaschungseffekt öfters auf deiner Seite. Zu dieser Eröffnung gibt es eine gute ChessBase CD-Rom: "Wiener Partie-Gregory Hubner"
1...c5... 3.Lb5(+)
Dieser Anti-Sizilianer ist zur Zeit sehr beliebt und hat eine gute Reputation auf höchstem GM Niveau (Anand,Rublewsky, zuletzt Kasparow,...). Ich bin selbst darauf umgestiegen, weil ich keine Lust hatte die ganze Zeit gegen irgendeine neue Najdorf Theorie zu kämpfen. Mit diesem System bekommt Weiß einen guten Entwicklungsvorsprung und Schwarz sich nicht beeilt, dann kommt er unter die Räder. Sonst verläuft das Spiel eher in ruhigen Bahnen, in denen Weiß versucht seine positionellen Vorteile (z.B. Raumvorteil, bessere Bauernstruktur...) weiter auszubauen.
1...c6 2.d4,3.Sc3
Bei Karo-Kan gibt es nicht allzuviel Theorie. Weiß versucht aus der beengten Stellung des Schwarzen Kapital zu schlagen. Für einen Positionsspieler sollte sie keine große Hürde sein.
1...e6 2.d3 Königsindisch im Anzug
Fischer hat diesern Aufbau gegen Französisch oft gespielt. Hier fianchettiert Weiß seinen Königsläufer und hat immer den selben klaren Plan - er will einen Königsangriff starten. Auch hier brauchst du mehr Verständnis als Theorie. Übrigens kannst du den KIA sogut wie gegen jede Eröffnung erfolgreich spielen, aber gegen Französisch ist er besonders effektiv, weil e4 nicht mit e5 blockiert wurde.
OK, soviel zu den 1.e4 Eröffnungen. Jetzt nur noch ein letzter Tip von mir.
Wenn du bei 1.d4 bleiben willst, aber theoriescheu bist, probiers mal mit dem Londoner System! Weiß baut folgendermaßen auf:
Bauern: a2,b2,c3,d4,e3,f2,g2,h2.
Figuren: Sf3,Lf4,Ld3,Sd2,O-O,Re1.
Ein Freund von mir ist ein sehr guter Positionsspieler und gewinnt mit dem Londoner sogar gegen 2000er (er hat um die 1800). Außerdem soll dieses System besonders effektiv gegen den Königsinder sein (frag mich nicht warum).
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 9 ( permalink)

06.12.2006, 11:25
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DWZ/Elo: 1610
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Registriert seit: 11.2005
Ort: Essen
Beiträge: 17
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Hallo Maxquick,
danke für die vielen nützlichen Informationen. Es bestärkt mich darin 1.e4 mal konsequent auszuprobieren.
Von der Eröffnungsentwicklung her habe ich mich nicht gemäß Lehrbuch verhalten. Erst spielte ich Englisch c4 sehr positionell mit häufig "krampfigem" Geschiebe aber gutem Ende für mich. Die Partien machten nicht allzuviel Spaß aber die Ergebnisse waren okay.
Dann adaptierte ich das Repertoire unseres Vereinsbesten (DWZ 2050). Er spielt seit Jahren mit Weiß d4 Colle!!! und mit Schwarz auf e4 skandinavisch und auf d4/c4 einen halbslavischen Aufbau (Colle mit vertauschten Farben). Es enstehen ungefähr gleiche Stellungsbilder und mit diesen Eröffnungen hat er es so weit gebracht. Mit diesen Eröffnungen bin ich bis auf 1650 gekommen aber da ist die Grenze.
In letzter Zeit spiele ich sehr aggressiv...möglichst irgendwann f4 und dann auf die Königsstellung. Die Partien machen mir jetzt viel mehr Spaß aber die Ergebnisse sind nicht mehr so okay.
Aber Schach soll ja wohl in erster Linie Spaß machen oder?
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 10 ( permalink)

06.12.2006, 13:31
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GM des Forums
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
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Ich denke mal, die wesentlichen Ideen sind geschildert. Vielleicht sollte man noch erwähnen das Zentrum unter Kontrolle zu halten. Zu früher Flankenschlag lässt unter Umständen einen Konter im Zentrum zu. Am besten geschlossen halten. Mindestens jedoch unter Kontrolle halten. Also abschätzen wer schneller mit seinem Bauernsturm am Flügel den gegnerische Bauernwall vorm König aufreisen kann und wenn man es als günstig abschätzt dann das Zentrum schließen. übrigens wirklich mehr schätzen als die Varianten zu tief berechnen. Hier ist etwas die Intuiion gefragt, so tief kann man (ich zumindest  ) gar icht rechnen. Jedenfalls nicht einfach nach Schablone angreifen. Wie gesagt, sonst kommt der Zetrumskonter oder man ist zu langsam und hat dann nur schwache Bauern "auf Angriff"u nd die sind schwer zu halten. Noch dazu wenn man selbst einem Angriff ausgesetzt ist. Wenn man aber, bei heterogenen Rochaden angreift so muss man, analog den skizzierten Plänen, kompromisslos, unter Opfern, vorgehen.
Hier mal ein Bsp. wie trocken man als Ws abgefertigt werden kann:
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.f3 Lg7 7.Le3 0-0 8.Dd2 Sc6 9.h4 (zu früh) d5 10.exd5 Sxd5 11.Sxc6 bxc6 12.Sxd5 cxd5 13.c3 Da5 14.Lh6 (er glaubt es nicht und spielt weiter nach Schablone) Lxh6 15.Dxh6 d4 16.Dd2 dxc3 17.Dxc3 Dxc3 18.bxc3 Le6 19.La6 Tab8 20.0-0 Tb6 21.Ld3 Tc8 22.Tfc1 Tbc6 23.c4 Lxc4 24.Lxc4 Txc4 25.Te1 Kf8 usw.
Man hat den Eindruck Ws wollte gegen den Drachen einfach auf Biegen und Brechen angreifen. Er hat nicht beachtet das Zentrum zu kontrollieren und wollte im weiteren Verlauf nicht wahrhaben, daß er keinen Angriff hat. Der Damenflügel wurde auch noch zerstört, so daß er nur noch kurz rochieren konnte. Im weiteren Verlauf brachte er kein Bein mehr auf den Boden. Mein Gegner hätte zwar noch stärker spielen können aber offensichtlich konnte er sich von seinem ursprünglichem Plan nicht mehr lösen. Also nicht einfach nach Schema aufbauen. Die genaue Zugfolge und die allgemeinen Kriterien wann man angreifen kann sind auch hier erstmal zu beachten.
Ok, im Sizilianer kommt der englische Angriff desöfteren vor aber grundsätzlich hat das mit der Eröffnungswahl nicht unbedingt zu tun. Die Möglichkeit lang zu rochieren hat man in den d4 Eröffnungen schon auch desöfteren.
Geändert von Bogoljubow (06.12.2006 um 14:22 Uhr)
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 11 ( permalink)

07.12.2006, 09:01
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Beiträge: 17
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Hallo Bogo,
danke für deine Hinweise. Welches Schachbuch hat dir bei deiner Schachentwicklung am meisten geholfen? Wie hoch ist deine DWZ?
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 12 ( permalink)

07.12.2006, 11:16
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GM des Forums
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
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Mit den Büchern ist das immer recht subjektiv. Da findest Du kaum einen schlechten Tip in den Postings.
Bei mir war es damals irgendein Billigschachlexikon in dem kaum mehr als 2 Idealstellungen drin waren. Aber da hat man wenigstens gelernt erstmal jede Figur zu ziehen und ungefähr gewußt wo die Figuren hingehören. Dann war da die Zug um Zug Reihe von Pfleger. Damals in 3 Bändchen mit den ersten wichtigen Eröffnungen, etwas Mittelspiel und Endspielkenntnisse. Die 3 Diplome werden ja heute noch in Schachgruppen gemacht. Aber da bist Du ja eigentlich drüber. Das nächste für mich wichtige Büchlein war "Gesunder Menschenverstand im Schach" von Lasker. Daraufhin habe ich dann Spanisch gespielt und auch einiges im Spanier und Grundsätzliches über Eröffnungverstanden. Vor allem aber die richtige Einstellung wann man angreifen soll, wie man sich verteidigen soll und die kämpferische Einstellung dazu. Zusammen mit Capablankas "Letzten Schachlektionen" wird auch viel über das Endspiel gelehrt. Danach kann man schon schön mitspielen. Dann habe ich so viel aus Büchern von Voelmy, Tartakower, Berger usw. gelesen. Das meiste davon habe ich später in den Dvoretzki/Jussopow gelesen. Besonders hat mir das "Positionelles Schach" gefallen. öffnet einem die Augen über den wesentlichen Unterschied zwischen Hobby, Vereins u. Profispieler. Finde ich zumindest, da kannste sehen welche Arbeit in Schach stecken kann. Die Dvoretzki Bücher sind schon ganz schön anspruchsvoll und die kann man einfach ewig lesen bzw. damit arbeiten. Schadet nichts wenn Du damit anfängst und dir ein wenig helfen läßt. Das ist sowieso ein Schlüssel um unnötigen Leerlauf zu vermeiden. Die eigenen Partien mit einem guten Gegner analysieren. Und zwar konkret nach deinen Schwächen fragen und nicht Varianten suchen wie man vielleicht noch spielen kann. Ist auch wichtig aber erstmal die grundsätzlichen Bremsklötze entfernen. Daran erkennt man auch ob der Bessere wirklich gut analysieren kann und das Wesentliche verständlich rüberbringt oder ob er sich in Varianten verstrickt. Für das Endspiel dürfte die "Endspiel Universität" von Dvoretzki auch eine sehr gute Wahl sein. Da fasst er alle Endspiele, und da vor allem die Ideen, in einprägsamen Faustregeln zusammen. Er beweist das auch mit Varianten aber diese spielen eine untergeordnete Rolle (im Vergleich zu anderen Endspielexperten). Ich nutze das als Lehrbuch und Nachschlagewerk, alles unter einem Dach. Also wenn Du mich fragst, Lasker und Dvoretzki, da bist Du gut gerüstet und beschäftigt. Ich möchte aber auch Tarrasch, Bogoljubow, Aljechin, Nimzowitsch usw. nicht missen. Da findest Du überall deine aha Erlebnisse. Sind alle wichtig für die Schachgeschichte und die Entwicklung im Schach sollte man vielleicht auch persönlich "durchmachen". Sind alles Bücher die deinen schachlichen Horizont erweitern und natürlich findest Du auch in anderen Postings keine schlechten Buchtips. Wichtig ist nur die Bücher auch mehrfach durchzumachen statt sie nur ins Regal zu stellen  und ansonsten spielen, spielen, spielen. Falls noch nicht alles gesagt ist, findest Du den Rest sicher in alten Postings
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 13 ( permalink)

08.12.2006, 10:20
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Danke Bogo für die umfangreichen Ausführungen.
Meine bisherige Trainingsmethode berücksichtigte nahezu ausschliesslich Taktik...nach dem Buch "Rapid Chess Improvement"...dort hat ein Spieler sich durch dieses Training innerhalb von zwei Jahren um über 800 UCF?(heißt anders...ich komme momentan nicht drauf) Punkte verbessert...und entsprechender Software sowie etwas Endspieltraining "Fit fürs Endspiel" Rosen
Ich merke aber dass eine Etablierung im höheren 1600er DWZ Bereich mehr erfordert. Da hast du mir ja interessante Hinweise gegeben.
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 14 ( permalink)

09.12.2006, 00:22
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GM des Forums
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Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
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Ohne Taktiktraining geht es natürlich nicht. Aber ob Du spezielle Bücher brauchst oder ob du das nicht auch in Zeitschriften oder in günstigen älteren Taktiktestbüchern findest?
Wie soll ich sagen, wenn Du deine Figuren nicht auf gute Felder, wo sie entsprechend wirken können, stellst dann kanst Du auch nichts mit ihnen anstellen und das wäre ja die Taktik. Und umgekehrt nützt es dir auch nichts wenn du ein Einheiten gekonnt führen kannst(Taktik), sie sich aber abseits des Schlachtfeldes befinden, also falsch positioniert sind. Wie schreiben die denn, wie du diese taktischen Stellungen erreichen sollst. Da die nicht vom Himmel fallen kommst du um die positionellen Gesetze eben nicht herum. Laß dir da nichts weiß machen. Wenn du dich 2 jahre exzeßiv, unter Anleitung, mit Schach beschäftigst, dann sind auf dem unteren Level solche Leistungssprünge möglich. Das hat nichts mit einer Taktiklehrmethode zu tun. Eher vielleicht damit, daß auf taktischem Gebiet, bei entsprechendem Aufwand, leichter Fortschritte zu erzielen sind wie auf positionellem Gebiet. Taktik muß man lernen, Positionelles Schach muß man verstehen. Aber das ist meine subjektive Meinung. Wenn Du versuchst dich mit den genannten Büchern zu verbessern und nebenbei Taktikübungen machst, tust du dir mittelfristig einen größeren Gefallen.
Grüße
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Angriff gegen Rochade mit Sf6, Lg7 Beitrag # 15 ( permalink)

11.12.2006, 09:14
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Einsteiger
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Registriert seit: 11.2005
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Ja es ist sicherlich richtig, dass das beste Taktiktraining nicht hilft wenn man die Figuren vorher nicht in aussichtsreiche Positionen gestellt hat.
Am Freitag habe ich gegen einen 2010er verloren. Nach dem Spiel fragte ich ihn nach seinem Gewinnrezept und er sagte, dass man sich erstmal einen vernünftigen Eröffnungsrahmen schaffen sollte.
Interessanterweise fragt man 5 Leute und kriegt 6 Meinungen. Ich glaube dass man berücksichtigen muss ob man als Jugendlicher mit dem Schach anfängt und die entsprechende Zeit hat, sich Eröffnungen und deren Varianten anzueignen oder ob man wie ich erst spät angefangen hat und nicht so viel Zeit hat.
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