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Schach - Mittelspiel

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  THEMA Igel Beitrag #1 (permalink)  
Alt 21.08.2006, 11:15
Prodigy85
Aktiver
 
Registriert seit: 07.2006
Beiträge: 48
THEMA Igel

Hi Leute!
Ich lese immer wieder etwas von dem Igel, einem besonderen Stellungstypus, nur weiß ich nich genau was es damit auf sich hat. c4 und e4 scheint typisch dafür zu sein!?,oder? Wann genau spricht man von einer Igelstellung und welche Vorgehensweisen gtibt es da für beide Parteieen? Strategieen,Vorstöße,Hebel o.ä.... Aus welchen Eröffnungen entsteht dieser Igel denn? UNd was haltet ihr persönlich davon? Spielt ihr selbst mit Igel? oder gerne gegen? Postet einfach was euch so sinnvolles einfällt dazu, vllt. so gar ein Diagramm?! Wäre klasse wenn das ging.. Danke im Vorraus
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  THEMA Igel Beitrag #2 (permalink)  
Alt 21.08.2006, 12:19
Benutzerbild von Goethe
Goethe
Kenner
 
Registriert seit: 08.2006
Ort: Weimar
Beiträge: 126
In diesem Moment ist
Was ist ein Igel?
noch sichtbar auf der Startseite. Dort ist schon vieles geklärt. Aus weißer Sicht ist c2-c4 typisch für den Igel. Dadurch war nur b6 möglich.
In sizilianischen Igel wird zusätzlich e2-e4 geschehen sein.
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  THEMA Igel Beitrag #3 (permalink)  
Alt 21.08.2006, 13:41
Prodigy85
Aktiver
 
Registriert seit: 07.2006
Beiträge: 48
Da ist finde ich net allzu viel geklärt.
Ist der Igel denn nur mit schwarz spielbar, oder auch für weiß ?
Oder kann man den Begriff Igel nich auf eine Seite beschränken? Also weiß hat halboffene d-Linie, schwarz die c-Linie. Schwarz spielt b6,a6,e6,d6 und weiß c4?
das kennzeichnet die Igel-Stellung? so weit ich weiß sind die Stöße b5 und d5 die wichtigsten für schwarz,richtig? Wie siehts bei WEiß aus? Gibts ne konkrete Vorgehensweise für Igelstellungen?
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  THEMA Igel Beitrag #4 (permalink)  
Alt 21.08.2006, 15:29
nikolajewitsch
IM des Forums mit 2 GM-Normen
 
Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 410
Der Igel ist ein schwarzer Aufbau, der aus verscheidenen Eröffnungen, u.a. Sizilianisch, Benoni und Englisch, hervorgehen kann. Natürlich könnte man theoretisch versuchen, die gleiche Struktur mit Weiß aufzubauen, den Sinn bezweifle ich aber eher.....


Zitat von Wahls:
Der Igel entsteht, wenn sich der schwarze c-Bauer gegen den weißen d-Bauern tauscht. Per Definition hat Weiß einen Bauern auf c4 (häufig gesellt sich einer auf e4 hinzu) und Schwarz einen auf e6. In der frühen Eröffnungsphase überschreitet kein schwarzer Bauer (den verschwundenen c-Bauern ausgenommen) die 6. Reihe.

Andere Autoren verwenden andere Definitionen, auch wenn im Englischen vom "Hedgehog" die Rede ist, kann das einen anderen Aufbau bezeichnen.

Die generelle Idee von Schwarz ist, dem Gegner zunächst Raum zu überlassen und später mit Bauernvorstößen die weißen Felderschwächen auszunutzen und die eigene Zentrumsmehrheit an Bauern auszuspielen. Das ganze ist positionell tierisch anspruchsvoll und alles andere als leicht zu spielen. Dazu kommt, daß der Igel einfach ein paar Hardcorefans hat, die seine Chancen, nun ja, eher optimistisch beurteilen....


Zitat von Wahls: Durch den Extra-Bauern im Zentrum verfügt der Igel-Spieler über einen substantiellen Vorteil. Dieser kann durch Anwendung standardisierter Methoden sehr leicht zum bestimmenden Spielelement werden.


Das ist so ein Beispiel; durch standardisierte Methoden erreicht man im Igel m.E. gar nix. Als einfach zu erlernende Allzweckwaffe ist er sicher nicht geeignet.
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  THEMA Igel Beitrag #5 (permalink)  
Alt 21.08.2006, 17:19
Prodigy85
Aktiver
 
Registriert seit: 07.2006
Beiträge: 48
Hm ok, da bin ich doch schonma einiges schlauer!!
Auch wenn ich ihn selbst nich unbedingt spielen werde, kennen sollte man ihn doch sicher. Also, danke soweit, die Frage kam mir nämlich, da in einer Chess960-Partie bei den ChessClassic in Mainz die Kommentatoren von einer Igel-ähnlichen Stellung sprachen....
Wenn jmd noch Anmerkungen hat, gerne, aber so weit bin ich erstma zufrieden.
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  THEMA Igel Beitrag #6 (permalink)  
Alt 25.10.2006, 14:12
Mertesheimer
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: im Aufbau
 
Registriert seit: 07.2006
Ort: Mertesheim (Pfalz)
Beiträge: 57
Zitat:
Zitat von nikolajewitsch
Der Igel ist ein schwarzer Aufbau, der aus verscheidenen Eröffnungen, u.a. Sizilianisch, Benoni und Englisch, hervorgehen kann. Natürlich könnte man theoretisch versuchen, die gleiche Struktur mit Weiß aufzubauen, den Sinn bezweifle ich aber eher.....


Zitat von Wahls:
Der Igel entsteht, wenn sich der schwarze c-Bauer gegen den weißen d-Bauern tauscht. Per Definition hat Weiß einen Bauern auf c4 (häufig gesellt sich einer auf e4 hinzu) und Schwarz einen auf e6. In der frühen Eröffnungsphase überschreitet kein schwarzer Bauer (den verschwundenen c-Bauern ausgenommen) die 6. Reihe.

Andere Autoren verwenden andere Definitionen, auch wenn im Englischen vom "Hedgehog" die Rede ist, kann das einen anderen Aufbau bezeichnen.

Die generelle Idee von Schwarz ist, dem Gegner zunächst Raum zu überlassen und später mit Bauernvorstößen die weißen Felderschwächen auszunutzen und die eigene Zentrumsmehrheit an Bauern auszuspielen. Das ganze ist positionell tierisch anspruchsvoll und alles andere als leicht zu spielen. Dazu kommt, daß der Igel einfach ein paar Hardcorefans hat, die seine Chancen, nun ja, eher optimistisch beurteilen....


Zitat von Wahls: Durch den Extra-Bauern im Zentrum verfügt der Igel-Spieler über einen substantiellen Vorteil. Dieser kann durch Anwendung standardisierter Methoden sehr leicht zum bestimmenden Spielelement werden.


Das ist so ein Beispiel; durch standardisierte Methoden erreicht man im Igel m.E. gar nix. Als einfach zu erlernende Allzweckwaffe ist er sicher nicht geeignet.

Welche Eröffnungen sind deiner Meinung nach "einfach zu erlernende Allzweckwaffen"? Mir fiele da spontan keine ein.
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  THEMA Igel Beitrag #7 (permalink)  
Alt 25.10.2006, 15:56
nikolajewitsch
IM des Forums mit 2 GM-Normen
 
Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 410
Zitat:
Welche Eröffnungen sind deiner Meinung nach "einfach zu erlernende Allzweckwaffen"? Mir fiele da spontan keine ein.

Du hast natürlich völlig Recht! Es gibt keine "einfachen Eröffnungen", da sie nun einmal alle in die unglaubliche Komplexität des Mittelspiels münden...

Die Frage, ob es bestimmte Eröffnungen gibt, die geeigneter für Anfänger sind als andere, ist bekanntlich heiß umstritten. tracke hat diese Ansicht immer vertreten, v.a. mit dem Argument des "genetischen" Eröffnungsstudiums. So plausibel ich seine Ausführungen hierzu fand, so sehr bin ich doch davon überzeugt, daß Eröffnungswahl und -Vorbereitung unter Anfängern meist überschätzt werden und also meist nicht der Grund für Sieg oder Niederlage sind....
Einige Kriterien für "anfängeruntaugliche" Eröffnungen sehe ich aber auch.
Erstens ist alles schwierig, was sehr langfristige Pläne erfordert; die positionelle Kompensation für den Bauern im Benkö- bzw. Wolgagambit wär so ein Beispiel oder eben auch die Verwertung der Zentrumsmehrhrit im Igel!

Zweitens sind eben alle "Aufbauten", also nicht unbedingt auf konkreten Varianten fußende Eröffnungen wie KIA oder eben Igel potentiell schwierig, weil ihre vermeintliche Universalität eben täuschen kann und man ein gewisses Gespür braucht, wann man doch besser abweicht und was für Transpositionsmöglichkeiten es gibt. Beide Punkte sind vage Tendenzen und nicht als strikte Regeln gemeint.

Ansonsten war mein Statement v.a. gegen die Anpreisung des Igels von Herrn Wahls gemeint, der v.a. mal erläutern könnte, an was für eine Spielstärke er denn so denkt, wenn er das ganze empfiehlt......Ansonsten danke für deinen völlig richtigen Einwand, der mich dazu zwang, mich etwas präziser zu fassen.
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  THEMA Igel Beitrag #8 (permalink)  
Alt 26.10.2006, 18:37
Pat(t-Set)zer
Benutzer
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 21
Jetzt geb' ich auch mal meinen Senf dazu (nicht direkt zum >>Igel<<, aber zur Diskussion über Anfängertaugliche Eröffnungen):

nikolajewitsch schrieb:
>>...so sehr bin ich doch davon überzeugt, daß Eröffnungswahl und -Vorbereitung unter Anfängern meist überschätzt werden und also meist nicht der Grund für Sieg oder Niederlage sind....<<

So sehe ich das auch.

Ich habe ein gutes Jahrzehnt komplett mit dem Schach aufgehört (berufliche Gründe und andere Interessen) und erst vor ein paar Wochen wieder angefangen zu spielen.

Für ausgiebiges Eröffnungsstudium (um meine verstaubten Varianten-Restkenntnisse aufzumöbeln) hatte ich weder Zeit noch Lust.
So habe ich bei meinen beiden ersten Turnieren zu bewährten Standardsystemen gegriffen und diese ohne den Anspruch auf höchste Genauigkeit gespielt.

Meine Erfahrungen: bis ca. 1900 DWZ konnte ich mit soliden Sytemen (Gesunde Figurenentwicklung, Zentrumskontrolle, Königssicherheit und Vermeidung scharfer oder unklarer Varianten) das Gleichgewicht gut halten.
Entscheidungen fielen häufig erst im späten Mittelspiel oder im Endspiel. Hier habe ich scheinbar wesentlich weniger verlernt/vergessen als in der Eröffnungstheorie.

Erst oberhalb einer (unscharfen) Spielstärken-/Erfahrungsschwelle werden auch kleinste Ungenauigkeiten in der Eröffnung erbarmungslos in Vorteil umgesetzt (so passiert gegen einen 2200er - wo ich an mangelnder Genauigkeit in der Eröffnungsphase - ca. 12. bis 15 Zug - eindrucksvoll einging ).

Ich kann mir und allen anderen (Wieder-)Anfängern nur empfehlen, den Eröffnungssystemen nicht so viel Bedeutung zu schenken (gesundes Spiel und grundlegendes Verständnis vom Partieaufbau vorausgesetzt) und mehr Mittelspielstrategie und Endspieltechnik zu studieren !

Allen viel Spass am Spiel!!

Der Pat(t-Set)zer

Geändert von Pat(t-Set)zer (26.10.2006 um 18:40 Uhr)
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  THEMA Igel Beitrag #9 (permalink)  
Alt 26.10.2006, 21:28
nikolajewitsch
IM des Forums mit 2 GM-Normen
 
Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 410
Freut mich, daß du mir zustimmst, Pattsetzer und willkommen im Forum.
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  THEMA Igel Beitrag #10 (permalink)  
Alt 04.11.2006, 22:46
Mertesheimer
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: im Aufbau
 
Registriert seit: 07.2006
Ort: Mertesheim (Pfalz)
Beiträge: 57
Eröffnungen

@Pattsetzer: Was verstehst du unter soliden Systemen? Für die meisten Anfänger im engeren Sinn (etwa wie ich vor einem Jahr) ist Eröffnungsstudium der erste Weg (warum ist das so?), überhaupt den gegnerischen Zügen irgendeinen Wert beizumessen. Was das heißt: An manchen Tagen verläuft jede dritte meiner Internet-Schwarzpartien so: 1.e4 e6 2.Df3?! d5 3.Lc4??? dxc4 gibt auf. Natürlich kann so etwas im Turnierschach eigentlich nicht passieren, aber wenn man beim Blitzen für jeden Zug 4 Sek überlegt auch nicht...
Oder sich mit Stellungsproblemen auseinanderzusetzen. Aus Eröffnungsregeln wie "Achte in der Eröffnung auf Tempogewinne." werden zuvor Verallgemeinerungen wie "Nach 1.e4 e6 2.d4 d5 ist 3.exd5 der beste Zug, weil er die Drohung dxe4 mit Tempo pariert." (Jaaa, Französisch ist zur Zeit meine einzige Eröffnung gegen e4 und das ist auch gut so...). Außerdem ist es auch so, dass sich selbst blutigste Anfänger irgendwelche "Eröffnungsschemata" zurecht (wie eben das Schäfermatt) zurecht. Da kommt man mit oberflächlichen Eröffnungsregeln wie "Entwickle dich mit jedem Zug!" ((obwohl selbst Morphy 1.e4 e5 2.h3!!! spielte )) nicht mehr weiter. Wenn jemand keine 2 Züge im Voraus planen kann, es ihm egal ist, was er spielt und er sowieso nicht in den Schachverein geht um Schach zu spielen, dann ist es ihm nur recht und billig, wenner "irgendwas" runterspielt. Und wenn man am Vereinsabend gegen so Leute (rede jetzt v.a. von Jugendlichen) GEWINNEN will, dann lernt man halt aus einem Buch irgendwas was "korrekt" ist. Das nur als Erklärung, warum Anfänger Eröffnungsbüchern so sehr trauen. Könnte natürlich auch an der Variante 1. e4 d5 2.Dg4 Lxg4 liegen. Soviel dazu.

Du hast natülich recht, wenn du sagst, dass ein einigermaßen fähiger Spieler, der am Brett gebührend lange nachdenkt, auch gegen einen Meisteranwärter in der Eröffnung relativ leicht ausgleichen kann, wenn er überscharfe Eröffnungen vermeidet.

Gruß Mertesheimer
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  THEMA Igel Beitrag #11 (permalink)  
Alt 07.11.2006, 01:11
Henning
Aktiver
 
Registriert seit: 04.2006
Beiträge: 46
Zitat:
Zitat von nikolajewitsch
Ansonsten war mein Statement v.a. gegen die Anpreisung des Igels von Herrn Wahls gemeint, der v.a. mal erläutern könnte, an was für eine Spielstärke er denn so denkt, wenn er das ganze empfiehlt.
Der Herr Wahls empfiehlt Poker.
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  THEMA Igel Beitrag #12 (permalink)  
Alt 07.11.2006, 21:58
Pat(t-Set)zer
Benutzer
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 21
@Mertesheimer:

Ja, was sind solide Systeme?

Man kann das wirklich nicht erschöpfend beantworten.
Suche Dir einige (wenige!) Eröffnungs-Verteidigungssyteme aus einem übersichtlichen Eröffnungslehrbuch (ja, ganz ohne Eröffnungs-Buch geht's natürlich nicht) heraus, deren Stellungstypus Dir einleuchtet (persönliche Vorlieben spielen hier natürlich eine große Rolle).
Versuche die Ideen hinter den Eröffnungen zu verstehen und schau Dir die gängigsten Hauptvarianten etwas genauer an (lerne keine Züge auswendig(!!!) sondern versuche zu verstehen, warum bestimmte Züge gemacht werden müssen. Mach' Dich mit den Plänen der Syteme vertraut: z.B. Kampf um bestimmte Punkte, Minoritätsangriff etc.....). Wenn Du "Deine" bevorzugten Systeme halbwegs verstanden hast, wirst Du auch ohne konkrete Variantenkenntnisse i.d.R. vernünftige Züge finden, da Du einen Plan hast! O.K., das funktioniert auf GM-Niveau sicher nicht mehr, aber davon reden wir ja hier auch nicht (da wäre ich auch der falsche Gesprächspartner).
Du hast natürlich völlig recht, wenn Du nicht x Sekunden für banale Züge in der Eröffnung verbrauchen willst. Daher sollte man sich ein "solides" Grundrepertoire an Eröffnungssystemen einmal angeschaut haben.
Es nützt aber nichts, mit ausgefuchsten Spezial-Varianten seine Gegner überspielen zu wollen, wenn man eventuell errungene Vorteile im Mittel- oder Endspiel dann mangels Technik nicht verwerten kann.
Man sollte ein (anfangs) kleines Repertoire für Weiss haben, das alle gängigen Verteidigungen von Schwarz abdeckt (was spiele ich wenn Sizillianisch auf's Brett kommt, was gegen Spanisch....), ebenso braucht man gegen die gängigsten Weiss-Eröffnungen jeweils ein Schwarz-System.
Feile dann im laufe der Zeit lieber an diesen Systemen herum, anstelle ständig neue Eröffnungssyteme zu erproben.

Viel mehr kann man dazu -glaube ich- nicht sagen.

Grüße vom Pat(t-Set)zer



Zitat:
Zitat von Mertesheimer
@Pattsetzer: Was verstehst du unter soliden Systemen? Für die meisten Anfänger im engeren Sinn (etwa wie ich vor einem Jahr) ist Eröffnungsstudium der erste Weg (warum ist das so?), überhaupt den gegnerischen Zügen irgendeinen Wert beizumessen. Was das heißt: An manchen Tagen verläuft jede dritte meiner Internet-Schwarzpartien so: 1.e4 e6 2.Df3?! d5 3.Lc4??? dxc4 gibt auf. Natürlich kann so etwas im Turnierschach eigentlich nicht passieren, aber wenn man beim Blitzen für jeden Zug 4 Sek überlegt auch nicht...
Oder sich mit Stellungsproblemen auseinanderzusetzen. Aus Eröffnungsregeln wie "Achte in der Eröffnung auf Tempogewinne." werden zuvor Verallgemeinerungen wie "Nach 1.e4 e6 2.d4 d5 ist 3.exd5 der beste Zug, weil er die Drohung dxe4 mit Tempo pariert." (Jaaa, Französisch ist zur Zeit meine einzige Eröffnung gegen e4 und das ist auch gut so...). Außerdem ist es auch so, dass sich selbst blutigste Anfänger irgendwelche "Eröffnungsschemata" zurecht (wie eben das Schäfermatt) zurecht. Da kommt man mit oberflächlichen Eröffnungsregeln wie "Entwickle dich mit jedem Zug!" ((obwohl selbst Morphy 1.e4 e5 2.h3!!! spielte )) nicht mehr weiter. Wenn jemand keine 2 Züge im Voraus planen kann, es ihm egal ist, was er spielt und er sowieso nicht in den Schachverein geht um Schach zu spielen, dann ist es ihm nur recht und billig, wenner "irgendwas" runterspielt. Und wenn man am Vereinsabend gegen so Leute (rede jetzt v.a. von Jugendlichen) GEWINNEN will, dann lernt man halt aus einem Buch irgendwas was "korrekt" ist. Das nur als Erklärung, warum Anfänger Eröffnungsbüchern so sehr trauen. Könnte natürlich auch an der Variante 1. e4 d5 2.Dg4 Lxg4 liegen. Soviel dazu.

Du hast natülich recht, wenn du sagst, dass ein einigermaßen fähiger Spieler, der am Brett gebührend lange nachdenkt, auch gegen einen Meisteranwärter in der Eröffnung relativ leicht ausgleichen kann, wenn er überscharfe Eröffnungen vermeidet.

Gruß Mertesheimer
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