Gehen wir mal davon aus, wie haben eine sehr statische Bauernstruktur, in der keine der beiden Seiten über große Schwächen verfügt :
In der Regel folgt jetzt eine Reihe von Lavierungszügen, wir stellen unsere Figuren auf bessere Plätze.
Oftmals erzwingen wir damit eine Schwäche, die einen konkreten Plan zur Folge hat ( um ein Beispiel zu nennen : Wir ziehen den Springer von f3 nach g5, drohen matt auf h7 - Dame steht meinetwegen auf c2 - und erzwingen somit g6. anschließend rennen wir mit dem H-bauern nach vorne und öffnen eine Linie für die Schwerfiguren, auf der wir dann Mattsetzen.).
Gehen wir von einem Endspiel aus : Da brauchst du konkretes Endspielwissen und Endspielerfahrung - da helfen einem Ratschläge wohl weniger...
In der Eröffnung und im Mittelspiel gilt...
Manchmal läuft es nicht so einfach und man stellt 10, 20 Züge lang einfach nur seine Figuren mal auf den Platz, dann auf den anderen.
Hierfür brauchst du so eine Art Schachgefühl, vielleicht sogar richtige Tiefe für das Spiel.
Ich würde mal sagen, das ist einer der Schwerpunkte, wo ein starker Spieler dem schwächeren weitaus überlegener ist.
Ganz hilfreich ist es, wenn du dir überlegst, welche Figur von dir steht am schlechtesten oder zerbricht die Harmonie, die deine Figurenaufstellung ausübt.
Meinetwegen ein Springer auf c7, der am potentiellen Königsangriff nicht teilnimmt oder ein Turm auf a1, der zu gerne auf die offene C-Linie sich setzen will.
Berühmte Spieler verwenden ausdrücke, wie "fühlen","einsam", "bedauern", "unglücklich" etc. um ihre Figurenpositionen ( bzw. das Innenleben der Figuren) zu beschreiben.
Frag deine Figuren doch einfach mal, wohin sie wollen

Vielleicht (wahrscheinlich) hilft´s!
Die andere Geschichte sind Bauernzüge.
Wenn du sehr dynamische Eröffnungen spielst, lernst du wahrscheinlich schneller, wie du mit deinen Bauern umzugehen hast und welche Pläne du bei welcher Bauernstruktur anwenden kannst.
Generell gilt : Ohne gegnerische Schächen gewinnt man in der Regel kein Spiel und diese Schwächen sind meistens Bauernschwächen.
Überhaupt, wie will man angreifen ohne schwäche?
Wieviel Königsangriffe kennt ihr, in denen der Gegner nicht bereits seine Rochadenstellung geschwächt hat bzw. ihr Schwächen erzwingen könnt?
Dazu könnte man sich Theorie zur 2-Schwächen-Theorie ( oder wie auch immer das heißt) durchlesen, wird sehr oft in Lehrbüchern beschrieben...
Gruß
Ulf