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Variantenbewertung durch Computer Beitrag # 1 ( permalink)

27.07.2005, 18:55
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Aktiver
DWZ/Elo: 1700
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Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 40
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Variantenbewertung durch Computer
Hallo zusammen,
habe schon öfters meine Eröffnungen mit Fritz 8 analysiert und mich irgendwann gefragt, bei welcher Bewertung ich eine Varainte "vergessen" kann. Hat der Gegner einen kleinen Vorteil von 0,30, so ist das sicher noch nicht tragisch. Doch wo ist die Grenze?? Bei 0,75? Bei 0,90? Wo wird es langsam aussichtslos sich auf so was noch einzulassen.
Wenn jemand Erfahrung damit hat, möge mir doch bitte antworten.
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Variantenbewertung durch Computer Beitrag # 2 ( permalink)

27.07.2005, 19:23
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Garry des Forums
DWZ/Elo: 1561
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Registriert seit: 12.2004
Ort: Bad Kissingen
Beiträge: 1.130
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Variantenbewertungen durch den Computer sind stets eine schwierige Sache. Das Problem ist nämlich, dass der Computer oft nicht in der Lage ist, strategische Aspekte so gut zu erkennen wie Menschen. Daher kann es oft passieren, dass er die eine Stellung z.B. mit -0,4 und die andere mit -0,7, obwohl letztere besser für den betreffenden Spieler ist.
Natürlich sind Computer ganz gut geeignet, um zu erkennen, wann ein Spieler im Vorteil oder im Nachteil ist, aber es ist immer wichtig, die Computeranalysen kritisch zu beobachten. Ich habe schon mal eine (zugegebenermaßen sehr skurille) Stellung gesehen, da hat der Computer die ganze Zeit bis einem Zug vor dem Matt einen Vorteil von etwa 18 Bauerneinheiten für den Gegner bewertet! 
PS: Ich habe diesen Thread mal in das Forum "Mittelspiel" verschoben, da das Forum "Eigene Partien" eigentlich für Partieanalysen gedacht ist!
Geändert von James Bond 007 (27.07.2005 um 19:26 Uhr)
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Variantenbewertung durch Computer Beitrag # 3 ( permalink)

27.07.2005, 21:36
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beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 2025
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Registriert seit: 07.2005
Beiträge: 254
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für eröffnungen ist fritz schlicht und weg nicht zu gebrauchen! wenn du deine eröffnungen prüfen willst, solltest du dir ein buch zu der entsprechenden eröffnung kaufen. fritz ist nur gut für taktische schläge, ansonsten ist er nicht zu empfehlen.
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Variantenbewertung durch Computer Beitrag # 4 ( permalink)

18.08.2005, 00:11
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GM im Verlieren
DWZ/Elo: 1873/2008
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Registriert seit: 04.2004
Ort: Kindberg-Cryza
Beiträge: 483
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wenn erøffnungen
dann etwas ein andere cd fur den computer ueber die erøffnung oder eben ein buch;
Mit dem Fritz kannst du dir auf schwæcherem niveau ansehen ob du einen groben fehler gemach hast!
Aber immer aufpassen-ein freund von mir gewinnt beim blitzen(5) gegen en fritz 8-aber nicht weil er so gut ist sondern weil er sich zubunkert und der computer nichts opfert da das kurzfristig etwas kosten wuerde-so hebt er ihn dann ueber die zeit
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Variantenbewertung durch Computer Beitrag # 5 ( permalink)

25.08.2005, 09:18
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Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: Anfänger!!!!
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Registriert seit: 06.2005
Ort: Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Beiträge: 108
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Ich möchte auch mal was sagen. Ich bin zwar Anfänger im Schach, aber kein Anfänger, wenn es um Schachpartien mit dem Computer geht.
Ich selbst spiele mit meinem richtig schlechten PC Engine-Zweikämpfe. Und diese gewinne ich, auch wenn mein Gegner mir von der Rechenleistung her überlegen ist.
Wieso? Gut, da kommen wir jetzt zu sehr ins Detail, aber das hat einfach mit den Computern im allgemeinen zu tun.
Wann ist denn die Stellungsbewertung eines Schachprogramms richtig? Wenn man 1 Min rechnen lässt? Sicher nicht!!! Wie lange dann? 2 Min? 10 Min? 1 Jahr? Auch nicht.
Es gibt eigentlich einen einfachen Trick, wie man die Rechenergebnisse des Computers auch mal eben kippen kann (nicht, wenn man gegen ihn spielt, aber wenn man versucht eine Variante zu bewerten).
So berechnet der Computer z.B. eine Stellung mit +-0 (nach 1Min). Jetzt ziehe ich den Zug, den er als besten angibt. Lasse ihn nochmal 1 Min rechnen. Mache wieder den besten Zug. Das mache ich jetzt mal bis zu einer Tiefe von 3. Jetzt gehe ich wieder zurück zu der Stellung, die vorhin mit +-0 gewertet wird. Ich wette, dass dort etwas ganz anderes steht.
+0,5 - -0,5 sind da vollkommen natürlich. Ist die Stellung jetzt noch ausgeglichen? Sicher ist sie das, aber man sieht, dass die Variante eher in eine Richtung abdrifftet. Für das normale, menschliche Spiel sagt das überhaupt nichts aus. Denn wir erkennen diese kleinen Unterschiede nicht.
Es gibt soooo viele Kleinigkeiten. Welche Engine benutzt man? (So kann es sein, dass Fritz 8 in der Stellung ein +0,5 berechnet und Shredder9 ein -0,8) Wie kommt das zustande? Das liegt auch daran, dass jede Engine etwas anders spielt. Und wenn man eine Stellung hat, dann ist die vielleicht für eine Engine gut zu spielen und die andere kommt damit überhaupt nicht zurecht.
Also ähnlich wie bei uns Menschen.
Ich habe für Eröffungen aufgegeben den PC zu nutzen. Da ist ein Buch oder eine CD (wie meine Vorredner schon gesagt haben) die bessere Variante. Aber im Mittelspiel hilft es manchmal eine Kombination zu erkennen. Kaum ein Mensch kann mal eben eine Kombination in 5 Zügen erkennen. Der PC macht das in wenigen Sekunden. Und daher kann man sich im Mittelspiel anschauen, ob ein Zug gut ist, oder ob er dem Gegner eine Chance bietet. Einfach einen Zug machen, wenn die Bewertung sich grundsätzlich ändert (z.B. von +-0 auf +-2, dann ist der Zug mit Sicherheit nicht gut)
So, ich denke, dass das zu weit führen würde, aber ich denke, dass ein PC in der Eröffnungstheorie nicht zu gebrauchen ist. Erst ab dem Mittelspiel.
Hoffe, dass ich helfen konnte,
viele Grüße,
Reo
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Variantenbewertung durch Computer Beitrag # 6 ( permalink)

09.02.2011, 07:43
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Benutzer
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Registriert seit: 05.2009
Beiträge: 26
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Zitat:
Zitat von yevonne
Hallo zusammen,
habe schon öfters meine Eröffnungen mit Fritz 8 analysiert und mich irgendwann gefragt, bei welcher Bewertung ich eine Varainte "vergessen" kann. Hat der Gegner einen kleinen Vorteil von 0,30, so ist das sicher noch nicht tragisch. Doch wo ist die Grenze?? Bei 0,75? Bei 0,90? Wo wird es langsam aussichtslos sich auf so was noch einzulassen.
Wenn jemand Erfahrung damit hat, möge mir doch bitte antworten.
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Eröffnungen muss ein Schachprogramm mittels einer Eröffnungsbibliothek spielen, weil die "normalen" Algorithmen anfangs nicht zu gebrauchen sind
z.B. würde ein Rechner bei einer Tiefe von einem Halbzug 1. e2 e4 spielen, weil so die meisten Felder beherrscht werden (der wäre jetzt nicht wirklich schlecht)
aber im nächsten Zug käme dann auch schon die Dame raus (da wirds bedenklich)
Das ist bei dem Plattenplatz eigentlich seit den 90ern kein Problem mehr
Das Problem bei der E-Biblio ist es, Varianten zu finden, die dem Spielstil des Programms entsprechen, wenn die Bibliothek nichts mehr hergibt sollte sich der Rechner in Stellungen wiederfinden, die den eigentlichen Algorithmen zusagen.
Das bedeutet aber, dass sich da für menschliche Spieler nicht immer die geeignete Spielweise ergibt. Selbstverständlich leiert so´n Teil gängige Varianten durchaus 20 Züge und mehr runter, schließlich will man die Sache für Menschen attraktiv gestalten und somit Geld verdienen, und Menschen wollen nunmal Eröffnungen spielen, die bei GM gespielt werden (die meisten dürften zwar nicht verstehen, warum sie so spielen, weil das ihr Niveau deutlich übersteigt, meins meist auch), aber es gibt halt so was wie Eitelkeit
Es stehen sich also Marketing und Sinn gegenüber, und da es ja nu auch Meisterschaften für Rechner gibt, kommt ein dritter Aspekt, die Überraschung, dazu.
Das müssen die Programmierer beim Übergang ins Mittelspiel halt in den Griff kriegen. In Eröffnungslehrbüchern wird ja auch schon mal ein Zug verrissen, der dann vom Autor doch gespielt wird.
MfG Felix
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