Hallo!
Den
Giddins finde ich ehrlich gesagt ziemlich gut. Ich hatte ihn bei meinem obigen Post absichtlich weggelassen, weil er mE eher für ein Niveau 1800-2100 gedacht ist. Eine breite Kenntnis der Eröffnungstheorie (wenn auch natürlich stellenweise ziemlich flach) wird da bereits vorausgesetzt. Ebenso die Fähigkeit, sich eine Eröffnung oder eine Variante aus selbstgesuchten Quellen anzueignen bzw. zu vertiefen, sobald man sich aus bestimmten Gründen für sie entschieden hat! So allgemein ist er mE nicht: von den Fragestellungen her schon, allerdings werden sehr viele konkrete Beispiele gebracht. Nachteilig ist, daß man das Buch eigentlich nur einmal lesen muß (und dafür sind 18€ manchem vielleicht zuviel) und dann die angesprochenen Probleme auf sein eigenes Repertoire übertragen sollte. Und für fortgeschrittene Spieler sind einige Beispiele heute vielleicht nicht mehr so aktuell wie 2003! [Z.B. ist Siz-Sweschnikow nicht mehr so aktuell; und die ganze Nimzoindisch-Problematik (wie schnell nach 1.d4 soll Sf3 denn folgen?) hat sich geändert, seitdem auf Meisterniveau Katalanisch wieder als Perspektive gesehen wird]
Der
Kallai mag im (Groß)Handel vergriffen sei, bei Ebay, ZVAB oder bei Buchhändlern sehe ich ihn noch regelmäßig. Veraltet? Gibt es denn irgendeine theoretische Entwicklung seit 1996, die für Spieler <1700 relevant wäre ?!? [Vielleicht die von Nunn angestoßene Quasi-Widerlegung von Lettisch. Aber auch da gibt es noch streitbare Geister. Und bei objektiv relativ klarem weißen Mehrbauern ist die Stellung scharf genug, um für 1700er einfach als unklar zu gelten]
Ob der Collins oder der Kallai für Dich passen? Keine Ahnung. Solche Überblickswerke für Hobby-/Vereins-Spieler sind auch nicht leicht zu schreiben: dem einen sind sie zu hoch, dem anderen enthalten sie zu wenig harte Theorie. Viele Interessenten suchen auch gar nicht die langfristige Perspektive, sondern
nur "eine einfache taktische Antwort" auf das, was ihnen auf dem Vereinsblitzabend immer wieder vorgesetzt wird.
Eine andere Möglichkeit zum Überblick wäre die
FCO von
van der Sterren:
http://gambitbooks.com/books/fco.html. Dazu verweise ich auf den Thread:
http://www.schachmatt.de/43-literatu.../6195-fco.html
Die
4 Bände von Watson (englisch oder deutsch) sind natürlich auch gut. Aber wohl nicht notwenig und eher viel zu anspruchsvoll (falls Du Gelegenheit hast, in Bände 1(Anfang) und 4 (Ende) hineinzugucken, wäre es sinnvoll.
Bald erscheint
was neues von Watson: Chess Openings for Kids, siehe
http://gambitbooks.com/books/kidsopenings.html . Keine Ahnung, wie gut das wird; für "Kinder" kann man wohl auch "Anfänger" oder "Neueinsteiger" lesen!
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Ansonsten wäre ich Repertoirebüchern gegenüber wirklich aufgeschlossen. Sobald Du erstmal grob weißt, was Dir gefällt. Wäre auch sinnvoll, nicht allzu viel von Deinem alten Repertoire abzuweichen, zumindest erstmal nicht (Läuferspiel und Italienisch sind doch nicht schlecht!).
Ich weiß, Du wolltest keine konkreten Vorschläge haben. Aber soviel kommt wahrscheinlich gar nicht in Frage?!
Mit Schwarz gegen 1.e4:
- 1...e5 (Offener Spanier oder 3...Lc5)
- Sizilianisch (Beschleunigter Drachen)
- Französisch (Klassisch oder Rubinstein)
- Da5-Skandinavisch (?!)
Mit Schwarz gegen 1.d4/Rest:
- Abgel. Damengambit (Tarrasch oder Klassisch/Lasker)
- Königsindisch
- Holländisch (Leningrader oder Stonewall)
Mit Weiß:
- 1.e4 : nicht allzu harte Theorie (etwa Schottisch, c3-Sizi, Frz-Abt, Panow)
- 1.d4 (nebst c4/Sf3 oder Sf3/c4): ruhige Hauptvarianten
- 1.d4 (nebst Sf3 ohne c4): Colle/London/Torre
Da gibt es überall gute Bücher (oder gar DVDs dazu).
Bezüglich 1.e4 (eventuell auch bei 1.d4, aber da gibt es mehr Zugumstellungen, die man übersehen kann, wenn man Reps kombiniert) wäre es sinnvoll, 2-8 verschiedene Rep-Bücher [Emms!, Kaufman!, Baker, Davies, Collins!, McDonald!, Dzinzdi, Gufeld?!, Kalinischenko?!, Acers?!] anzuschaffen und "geeignet" zu kombinieren!
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