Komisch, meiner Meinung nach spielen die meisten Hobby- und Vereinsspieler (~1300-1900) oft lieber mit Schwarz, vor allem gegen 1.e4 . Es ist am Anfang nämlich irgendwie einfacher, sich mit Schwarz auf die typischen Positionen und Motive zu spezialisieren bzw. sich die Theorie anzueignen. Und Konterspiel ist auch irgendwie einfacher als selbst das Spiel zu machen. Das erklärt wohl die überproportionale Popularität von Aljechin, Skandinavisch, Drachen, scharfen Franzosen, Lettisch, Jänisch, Caro-Kann mit 5...gxf6 etc. (bzw. Königsindisch, Grünfeld, Wolga, Leningrader, Budapester, Tschigorin etc. gegen 1.d4) auf diesem Niveau. Meist lernt man erst später (wenn man solange mit 1.e4! oder 1.d4! durchgehalten hat) wie man mit Weiß nachhaltig das Spiel macht und sich so mit minmalem Vorteil aufbaut, daß die schwarzen Konter ins Leere laufen ...
Russisch ist im Prinzip eine sehr gute Verteidigung gegen 1.e4 - immerhin konnte Kramnik ja Leko, Topalow und Anand überzeugen, es gegen ihn in WM-Matches besser mit 1.d4 zu versuchen! Aber vielleicht keine gute Wahl für Anfänger, weil es in Russisch meist entweder zu einem völlig offenen oder zu einem nicht sehr schnell festgelegten Zentrum kommt, sodaß es kaum Bauernstrukturen, Bauernhebel oder sonstige einfache Motive gibt, an denen ein ungeübter Spieler sich festhalten kann.
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Alois Schachowik hat schon recht: An der Lektüre eines grundlegenden EÖBuches (möglichst mit Übersicht über alle EÖ) führt kein Weg vorbei. Und: Dieser Weg ist kein kurzer und braucht seine Zeit!
Jetzt doch noch ein praktischer Tip: Falls Du nicht weißt, wo Du anfangen sollst, versuch´s mal mit Spanisch mit 3...Lc5 oder a la Lasker mit 3...Sf6 4.0-0 d6 (dazu natürlich Italienisch, Schottisch, Ang. Königsgambit usw.). Falls Dir das zu einfach erscheint, probiere Klassisches Französisch (3...Sf6) oder in Sizilianisch den Beschleunigten Drachen (2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 g6).
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