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Schach - Eröffnung / Figurenentwicklung

Fragen zum Partiebeginn



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  Eröffnungstraining Beitrag #1 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
Sanndrah
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 73
Beitrag Eröffnungstraining

Wie trainiert man eigentlich am besten Eröffnungen, bei manchen reicht es ja, sich die ersten 3,4 Züge zu merken und sich die Pläne einzuprägen, aber sonst? Wie macht ihr das?

Danke schon mal
Sanndrah
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  Eröffnungstraining Beitrag #2 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
skpdb
Forumsprofi
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 195
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Hallo Sandra!

ich für meinen Teil versuche es so:

1. Erst mal muss ich mich ein bisschen in die gewünschte Eröffnungen einlesen.

2. Danach spiele ich dann irgendwo online viele, viele (Schnell-) Schachpartien, und versuche dort meine neueste Erungenschaften so oft als möglich anzubringen. So bekomme ich neue Ideen und finde heraus welche Varianten günstig bzw. ungünstig sind.
(Besser wären natürlich Thementurniere!)

3. Danach heißt es dann diese neuen Erkenntnisse zu verwerten und wieder Theorie zu büffeln. Danach geht es wieder ab zu Punkt 2. Dies wiederhole ich so lange, bis ich genug von der Eröffnung habe.


Ideal wäre es natürlich, wenn man zusätzlich einen Ansprechpartner hätte, der sich gut in der Eröffnung auskennt und einem Tipps gibt und bei kniffeligen Fragen hilft.


Problem an meinem System ist, dass ich im Punkt 2, oftmals nicht meine gewünschte Eröffnung anbrigen kann.


Hoffe geholfen zu haben!

Viele Grüße
skpdb
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  Eröffnungstraining Beitrag #3 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
greyhound
Benutzer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 29
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Hi ihr :-)

Zum Eröffnungstraining:

Als erstes sollte man sich überlegen, was man für ein Spielertyp ist und welche Eröffnung in Frage kommt: Spielt man eher ruhig und gelassen und neigt eher zur Sicherheit, oder ist man ein echter Haudrauf? Danach sollte man auswählen, welche Eröffnung man studieren möchte.

Als nächstes sucht man sich erstmal ein paar echte "Sahnestücke" von Partien mit dieser Eröffnung: Echte Glanzpartien, die einen auf den Geschmack bringen. Dabei lernt man schon ein bisschen was über die Eröffnung. Beim Suchen nach solchen Partien sind oft kleine Artikel in Schachzeitschriften gut.

Dann kann man sich ein Buch kaufen, um die wichtigsten strategischen Ideen zu der Eröffnung kennenzulernen. Man sollte darauf achten, dass es ein relativ neues Buch ist - also keine 40 Jahre verstaubte, alte Schwarte aus Opas Besenkammer. Leider sind solche Bücher ziemlich teuer, deshalb sollte man sich vorher auch sicher sein, dass die Eröffnung wirklichetwas für einen ist. Wenn Du nichts kaufen willst, frag einfach mal hier im Forum rum, gibt bestimmt hier genug Leute, die Dir auch mal ein buch ausleihen und zuschicken.

Wenn man das Buch gelesen hat, kann man am besten die wichtigsten strategischen Ideen mit einem guten Trainer durchsprechen, um zu gucken, ob man auch alles richtig verstanden hat. Wenn Du keinen guten Trainer hast, kannst du das ja auch mit uns im Forum machen. :-)

Danach kommt - zumindest für Spieler in höheren Ligen - die langweilige Arbeit am Computer: Man durchsucht Datenbanken mit der entsprechenden Eröffnung nach den aktuellsten Partien. AUF JEDEN FALL sollte man das aber erst dann tun, wenn man die wichtigsten Ideen schon verstanden hat, sonst bringt es nichts und man kommt nur auf falsche Ideen. Als Hobbyspieler in unteren Ligen ist Arbeiten mit Datenbanken nicht so extrem wichtig, da reicht es meist, wenn man die grundlegenden Ideen einer Eröffnung verstanden hat. Eine Ausnahme sind da allerdings extrem scharfe Eröffnungen (Sizilianisch Najdorf oder Drachen, verschiedene Gambits...), da muss man auch im Hobbybereich sehr genau bescheid wissen oder man kommt unter die Räder.

Ausprobieren in Blitzpartien (ob nun im verein oder oder im Netz) halte ich für nicht so gut, Blitzpartien sind nicht besonders tiefgründig und man lernt nicht viel. Viel besser ist es, sich mit einem Bekannten zu treffen und eine Themapartie zu spielen, bei der die Eröffnung vorgegeben ist. Die Partie sollte man am besten mit langer Bedenkzeit spielen und später analysieren und nachgucken, was man hätte spielen sollen.

Gut wäre auch eine "Fernpartie" gegen einen ungefähr gleichstarken Gegner hier im Forum, bei der man die Züge einfach in einen Forumsthread schreibt. Bei der Partie könnten dann alle zugucken und drüber diskutieren, dadurch lernt man verdammt viel.

@Sanndrah Was für eine Eröffnung willst du denn lernen *neugierigbinwieimmer* Vielleicht kann Dir ja einer von den Leuten hier noch ein paar Tips geben.

Anyway, viel Spass beim Eröffnungstraining. :-)

Bis bald, Euer Grey
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  Eröffnungstraining Beitrag #4 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
Sanndrah
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 73
Beitrag Re: Erцffnungstraining

@grey
Da ich bisher mit Schwarz gegen 1.d4 ziemlich eingegangen bin, bisher habe ich es immer mit dem Königsinder versucht, habe ich mir überlegt, es vielleicht mal mit Holländisch oder Grünfeldindisch zu probieren, ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, was von beiden mir besser liegen würde, da ich sowohl gerne offensiv spiele, aber es irgendwie meistens auch schaffe mich zu verteidigen - dein Tipp?

Danke,
Sanndrah
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  Eröffnungstraining Beitrag #5 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
skpdb
Forumsprofi
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 195
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Vielleicht solle man noch dazu sagen, dass es keinen Weg gibt, der für alle optimal ist.


Wenn ich mir zum Beispiel greys-Vorschlag anschaue (erst Mal danke dafür, dass Du ihn eingestellt hast), dann muss ich sagen, dass es eine wirklich sehr professionelle Vorgehensweise ist, aber mir würde sowas nicht liegen.


Zitat:
überlegen, was man für ein Spielertyp ist und welche Eröffnung in Frage kommt
Ich persönlich probiere in letzter Zeit einfach mal Querbeet alle möglichen Eröffnungen aus, um eben bewerten zu können, ob sie mir liegt. Ich finde es nicht gut zu sagen, nur weil ich eigentlich ein eher zurückhaltender Spieler bin (spielte bisher immer 1. Sf3), sollte ich mir nicht das Königs- oder lettische Gambit anschauen. (beides bereitet mir in letzter Zeit viel Freude)

Ich finde es sehr wichtig, dass man (gegen ungefähr ebenbürtige Gegner) eine Eröffnung einfach mal spielt, denn erst dann merkt man auch, ob sie einem eigentlich liegt.

Zitat:
Als nächstes sucht man sich erstmal ein paar echte "Sahnestücke" von Partien mit dieser Eröffnung
Sowas macht mir keinen Spaß, wenn ich nicht verstehe worum es in der Eröffnung geht. Ich kann dann ja auch nicht einschätzen, ob ein Zug eher gut oder schlecht ist bzw. warum ein Zug gut oder schlecht ist.


Zitat:
Dann kann man sich ein Buch kaufen
Ich glaube für den ersten Eindruck reicht es, wenn man in eines der großen Schachlexikas reinschaut und ein paar Varianten durchspielt. Danach schaut man sich dann an, ob einem die entstehenen Stellungen gefallen oder eben nicht.

Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass man sich auch ältere Bücher noch anschauen kann. Zwar ist das Wissen darin bestimmt nicht auf dem neuesten Stand, aber für den o. g. ersten Eindruck wird es sicher reichen.

Ein aktuelles Buch würde ich erst kaufen, wenn ich mich eine Zeit lang mit der Eröffnung beschäftigt, zahlreiche Testspiele absolviert und mich mit anderen (besseren) Spielern ausgetauscht habe.


Zitat:
Wenn man das Buch gelesen hat
Ich werde es nie schaffen ein (Schach-)Buch komplett zu lesen. Es ist einfach zu aufwendig alle Varianten durchzuspielen, sich in jede Stellen hineinzuversetzen und alle Sonderfälle anzuschauen. Dafür fehlt mir einfach die Zeit und auch die Motivation.

Ich schaue max. das an, was mich interessiert bzw. ich suche Fehler, wenn ich mal irgendwo reingefallen bin.


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  Eröffnungstraining Beitrag #6 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
skpdb
Forumsprofi
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 195
Beitrag Re: Eröffnungstraining

... (Der Beitrag war dem Forum auf einmal zu lang) *

Zitat:
am besten die wichtigsten strategischen Ideen mit einem guten Trainer durchsprechen, um zu gucken, ob man auch alles richtig verstanden hat
*
Das ist für mich der allerwichtigste Punkt. Tausche Dich mit anderen Spielern aus, es muss ja nicht immer ein richtiger Trainer sein. Oft reicht einfach schon ein erfahrenerer Spieler.

Ich halte es auch für sehr sinnvoll sich bevor man sich mit einer Eröffnung beschäftigt bzw. schon bei der Eröffnungsauswahl mit erfahreneren Spielern auszutauschen und deren Meinung einzuholen.


Zitat:
Danach kommt - zumindest für Spieler in höheren Ligen - die langweilige Arbeit am Computer: Man durchsucht Datenbanken mit der entsprechenden Eröffnung nach den aktuellsten Partien.
Ich gehe mal von mir als Hobbyspieler aus. Ich werde es nie schaffen alle (auch nur die wichtigen) Varianten aus den Büchern komplett im Kopf zu behalten, was bringt es mir dann noch feinere Abspiele aus Partien zu suchen?

In der Regel weichen im Hobbyschach die Partien sowieso innerhalb kürzester Zeit beiderseitig von der Theorie ab. Wichtig ist für mich also nur die allgemeine Taktik ( Fallen, vermeiden/ausnutzen offentsichtlicher Fehlzüge ) und Strategie (Ziele, Pläne der Eröffnung), aber nicht die genauen Zugabfolgen (auf 11. Se5?! muss 11. ... Dh4+! folgen) zu kennen.


Zitat:
Ausprobieren in Blitzpartien (ob nun im verein oder oder im Netz) halte ich für nicht so gut
Ich finde Ausprobieren in Blitzpartien (insbesondere im Verein) klasse. Oft kann man einen Gegner dadurch, dass man etwas Neues ausprobiert vollkommen aus dem Konzept bringen. Insbesondere dann, wenn er die Eröffnung nicht (gut) kennt und auf irgendwelche Fallen reinfällt. Zwar wird man dadurch nicht dauerhaft in Vorteil sein, aber es motiviert einen ungemein mit dem Lernen weiterzumachen, wenn man auch Erfolge erzielt. Ist aber meine persönliche Meinung, die niemand teilen muss.

Allgemein möchte ich jedoch nochmals sagen, dass es ungemein wichtig ist eine Eröffnung zu spielen!

Natürlich ist es dabei sinnvoller Schnell- (20min) oder Turnierschach zu spielen, als zu blitzen, da man sich dann besser in die Stellungen und damit in die Eröffnungen reinversetzen kann.

Optimal finde ich Thementurniere! Nachdem sich alle Teilnehmer mit einer Eröffnung eine Zeit lang befaßt haben, wird ein Turnier zu dieser Eröffnung ausgetragen (sprich die ersten Züge sind vorgegeben z.B. 1. d4 d5 2. c4 e5). Nach dem Turnier werden dann alle Partien gemeinsam durchgesprochen.


Zitat:
Gut wäre auch eine "Fernpartie" gegen einen ungefähr gleichstarken Gegner hier im Forum, bei der man die Züge einfach in einen Forumsthread schreibt. Bei der Partie könnten dann alle zugucken und drüber diskutieren, dadurch lernt man verdammt viel.
Sowas ist wirklich Klasse. Allerdings nur, wenn man auch die Zeit hat sich intensiv mit der Partie zu befassen, da man sonst nicht so viel lernt.



Zum Schluß nochmal - nur damit es keine Mißverständnisse gibt - ich finde greys Vorschlag wirklich gut. Er ist sehr professionell und der Erfolg gibt ihm ja auch Recht. Schließlich hat er 2200 und ich nur 1900 DWZ. Allerdings muss jeder für sich selbst den optimalen Weg finden eine Eröffnung zu lernen. Und mir würde sein Weg nicht gefallen und ihm gefällt umgekehrt meine Vorgehensweise wahrscheinlich auch nicht.

Viele Grüße
skpdb
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  Eröffnungstraining Beitrag #7 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
greyhound
Benutzer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 29
Beitrag Re: Eröffnungstraining

@skpdp

Hey, das Wichtigste ist eben, dass es Spass macht. Und man sollte schon so trainieren, dass man den Spass nicht verliert, sonst bringt es eh nichts. Jeden das Seine. :-)

@Sanndrah

Hmm, Grünfeld bedeutet natürlich unheimlich viel Arbeit, es gibt eine Unmenge Varianten, die man leider sehr gut beherrschen muss.

Holländisch ist da schon pflegeleichter. Erstmal solltest Du Dich entscheiden, welchen holländischen Aufbau Du spielen willst. da gibt's drei Möglichkeiten:

1. Den "Stonewall"-Aufbau: f5, e6, d5, c6. den schwarzfeldrigen Läufer stellt man heutzutage nach d6, der soll die leicht geschwächten schwarzen Felder bewachen und zielt schon auf den Königsflügel. Wenn der Gegner sich falsch aufbaut ist schnell
ein Königsangriff möglich.

2. Den "klassischen" Aufbau: f5, e6, d6

3. Den Leningrader (heute müsste man ihn eigentlich "Petersburger" nennen, nachdem die Stadt umbenannt worden ist *g*) Aufbau: f5, g6 Lg7, d6, oft mit dem Plan e7-e5.

Kann dir gerne was dazu schreiben, musst nur schnell posten, welchen Aufbau Du am liebsten magst.

Alternativ kannst Du auch einfach Deine Königsindisch-Partien nochmal durchgucken. Oft sind das recht einfache, prinzipielle Fehler, die man schnell abstellen kann, wenn man das Prinzip erstmal richtig verstanden hat. Ich habe Eröffnungen früher oft viel zu früh in den Papierkorb wandern lassen, weil ich zwei oder drei Partien damit verloren hatte. Habe ein bisschen Erfahrung mit dem Königsinder, spiele das mit beiden Seiten. Vielleicht kann ich Dir ja helfen, vielleicht kennt sich auch jemand anders hier im Forum noch besser damit aus.

CU

Euer Grey



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  Eröffnungstraining Beitrag #8 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
Sanndrah
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 73
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Erstmal ein ganz großes "Danke" für all die Ideen etc.
Also zum Holländischen: Man emfahl mir das Leningrader System, ich persönlich finde es auch sehr hübsch, weiß aber halt nicht wie man es richtig spielt - naja, ist halt der Nachteil von mickrigen 1500 DWZ.

Ich muß dazu sagen, dass ich gegen 1.e4 den Aufbau g6,Lg7,d6,e6,a6,b5,Lb7,Sd7,Se7,0-0 spiele, der hat auch nen Namen, den ich aber immer wieder vergesse, rein theoretisch ist das auch gegen 1.d4 möglich, dass wird dann aber immer schlecht, weil ich sobald c4 gespielt wurde kein b5 mehr spielen kann....

In meinem Königsinder hatte ich früher oder später immer einen hängenden Bauern auf der d-Linie, oder ich hatte kaum Möglichkeiten zum Manövrieren, weil ich mich zugemauert hatte oder ich bin schlicht und einfach am Königsflügel überrannt worden...

Zum Grünfeldindischen möchte ich noch sagen, dass mir der Aufbau von der Optik schlicht und einfach gefällt!
Was haltet ihr eigentlich von 1....c5 auf 1.d4 ? Ich persönlich finde das sehr interessant. Aber es sieht halt ziemlich komisch aus.

Okay, soviel erstmal von meiner Seite
würde mich sehr freuen etwas mehr über das alles zu lesen.
Sanndrah
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  Eröffnungstraining Beitrag #9 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
greyhound
Benutzer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 29
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Hey, 1500 ist nicht mickrig. Sei nicht so bescheiden.

Das Hauptsystem in der Leningrade Variante ist für Leute Deiner Spielstärke ganz gut geeignet, weil es Angriffschnacen bietet.

Ein Problem ist, dass Weiß nach 1.d4 f5 nicht das Hauptsystem spielen muss, sondern eine Vielzahl von ziemlich zweifelhaften, aber gefährlichen Nebenvarianten spielen kann: Das Staunton-Gambit (2.e4 ?!), das holländische Flügelgambit (2.g4 oder 2.h3 Sf6 3.g4) oder das gefährliche 2.Sc3.

Mein Vorschlag wäre deswegen: Spiel auf 1.d4 einfach erst 1....g6 . Wenn dann 2.e4 kommt, bist Du in Deiner Eröffnung gegen 1.e4 drin (Es gibt viele Namen dafür, man nennt sie unter anderem "Hippopotamus", was übersetzt "Nilpflerd" bedeutet). Wenn aber stattdessen 2. c4 kommt, dann kannst Du mit 2....f5 antworten und bist im Leningrader System drin, hast aber die ganzen Nebenvarianten umgangen.

Zu 1.d4 c5 Naja, die gängige Zugfolge ist 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 was zu Wolga-Gambit (3....b5) oder modernem Benoni (3...e6) führt. Indem Schwarz c7-c5 schon im ersten Zug spielt, will er Nebenvarianten wie 1.d4 Sf6 2.Lg5 vermeiden. Das Problem dabei ist allerdings, dass Weiss bei dieser zugfolge den c-Bauern nicht ziehen muss, sondern nach 1.d4 c5 2.d5 (andere Züge versprechen keinen Vorteil, aber durch das Druchziehen nimmt der weiße Bauer dem Springer b8 das natürliche Entwicklungsfeld c6 und dem Läufer c8 das Feld e6) Sf6 auch 3. Sc3 !? spielen kann. Statt dem Zug mit dem c-Bauern treibt Weiß einfach seine Entwicklung voran, das Wolga-Gambit geht jetzt nicht mehr. Nach aktuellem Stand der Theorie gilt diese Variante als minimal besser für Weiß, sie ist aber für Schwarz ganz gut spielbar.

Insgesamt also eine Menge Tricks rund um die Zugreihenfolge. :-)

Zum Grünfeldinder: Du hast recht, die Bauernstruktur von Schwarz ist sehr harmonisch und er kann das weiße Zentrum unter Druck setzen, aber dafür läuft Schwarz oft in einen üblen Königsangriff rein, wenn er nicht aufpasst, oder Weiß dringt über die c-Linie in die schwarze Stellung ein. das muss man ganz genau kennen, wenn man Grünfeld spielen will. Außerdem gibt es viele konkrete Varianten, die man leider auswendig lernen muss, und meine Erfahrung ist, dass auch schon ziemlich schwache Spieler das gut können. Wenn man sich aber die Zeit für Grünfeld nimmt, dann ist es eine schlagkräftige Eröffnung.

Zum Königsinder schreib ich Dir am besten was in einem eigenen Thread, wenn Du einen eröffnest.
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  Eröffnungstraining Beitrag #10 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
Gast5378
Gast
 
Beiträge: n/a
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Hallo erstmal!

Also wenn ich es richtig verstanden hab ist dein Problem 1.d4.? Also vielleicht ist 1...e6 was für dich? Also in den meisten Partien die ich gespielt habe wurde dann meist e4 nach gezogen und du hast nen Franzosen auf dem Brett. Wenn c4 kommt bist doch auch mit d5 (kannst ja in die ganzen abgelehnten Damengambit Variation übergehen) oder Sf6 (mit der Idee des Mimzo Inders) dich gut über Wasser halten.

Was meint ihr?

Gruß,
Brecht
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  Eröffnungstraining Beitrag #11 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
Sanndrah
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 73
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Beim Problem ist nicht grundsätzlich 1.d4 - aber es ist ein wesentliches Problem, da ich in den vergangenen Jahren grundsätzlich kein Eröffnungstraining absolvierte. In Vorbereitung auf größere Turniere jedoch, versuchte ich mir Eröffnungstheorie anzueignen, schaffte es doch nicht ganz, da ich enweder Varianten vergaß, oder Pläne verwechselte etc. Wahrscheinlich habe ich nur zuviel Theorie auf einmal gepaukt.

Ciao
Sandra

P.S.: zu dem Nimzoinder kann ich grundsätzlich nichts sagen, da ich mich damit nicht auskenne, aber danke.
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  Eröffnungstraining Beitrag #12 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
Braunbear
Benutzer
DWZ/Elo: Elo 1035
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Mansfelder Land
Beiträge: 23
Beitrag Frage

Hallo,
immer wenn bei mir eine Erröffnung fertig ist, mach ich meistens Fehler (meine Figuren gehen alle nacheinander sterben :-/ egal bei welcher Eröffg.) und verliere immer.

Woran sollte ich mich halten, wenn eine Erröffnung (nach bestimmten Zügen) beendet ist?

Danke im Vorraus.
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  Eröffnungstraining Beitrag #13 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
skpdb
Forumsprofi
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 195
Beitrag Re: Frage

[quote author=Braunbear link=board=entwicklun&num=1060254709&start =0#11 date=09/24/03 um 16:44:19]
Hallo,
immer wenn bei mir eine Erröffnung fertig ist, mach ich meistens Fehler (meine Figuren gehen alle nacheinander sterben :-/ egal bei welcher Eröffg.) und verliere immer.

Woran sollte ich mich halten, wenn eine Erröffnung (nach bestimmten Zügen) beendet ist?

Danke im Vorraus.
[/quote] Hallo!

es ist unheimlich schwer im Mittelspiel korrekt zu spielen. Ich empfinde es auch als zu schwer, es gut in Worte zu fassen. Vielleicht ist ja das Buch "Mein System" von Aaron Nimzowitsch etwas für Dich. Es macht einen wirklich sehr guten Eindruck (habe erst ein paar Kapitel) und kann auch auch Anfängern viel Wissen vermitteln.

HTH!

Viele Grüße!

Ciao
skpdb
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  Eröffnungstraining Beitrag #14 (permalink)  
Alt 21.02.2004, 10:30
Braunbear
Benutzer
DWZ/Elo: Elo 1035
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: Mansfelder Land
Beiträge: 23
Beitrag Re: Eröffnungstraining

Danke für die Antwort,

Ich übe bereits schon mit meinen Cousin eine Partie

Und Bücher über Schach habe ich viele:

Zb.: ABC Des Schachspiels /Berlin 1983 (vom Cousin)
Aleksei Seutin /Modernes Mittelspiel
Ludek Pachmann / Offene und Gesschlossene Spiele (2Bd.)
Aleksei Seutin / Strategie der Weltmeister
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