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Schach - Eröffnung / Figurenentwicklung

Fragen zum Partiebeginn



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  Eröffnungsfrust... Beitrag #1 (permalink)  
Alt 16.06.2005, 15:23
roko3112
Einsteiger
 
Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 15
Unglücklich Eröffnungsfrust...

Hallo,
ich bin so langsam einigermaßen verzweifelt wegen meinem schlechten spiel, das einfach nicht besser wird... Ich spiele jetzt seit fast 1/2 Jahr regelmäßig mit einem Schachcomputer (Mephisto exclusive) und ich habe fast jede Partie nach 10-15 schon so gut wie verloren, weil ich immer schnell eine total beknackte Stellung bekomme und dann bald auch Material abgeben muß. Mich frustet es unheimlich, daß ich da gar keine Fortschritte feststelle, obwohl ich zwischendurch von Hans Kmoch (Bauerführung) und Vukovic (Rochadeangriff) gelesen habe. Mit ist wirklich schleierhaft, wie ich mich verbessern kann.
Deshalb würde mich mal interessieren: Geht das nur mir so, oder ist das ein allgemeines Problem, was manchmal auch schon andere Spieler haben. Wie kann man denn lernen, halbwegs vernünfig zu spielen?
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #2 (permalink)  
Alt 16.06.2005, 15:36
Reo
Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: Anfänger!!!!
 
Registriert seit: 06.2005
Ort: Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Beiträge: 108
Hallo,

also lernen kannst Du von mir nichts, weil ich ebenfalls Anfänger bin.
Aber bei mir ist es ähnlich. Ich habe auch einen Schachcomputer, aber lange nicht so gut wie Deiner. Auf jeden Fall geht es mir ähnlich. Ich verliere oft Stellungen, weil ich einfach nicht weiß, was ich da weiter machen soll. Der Computer hat da wohl eher einen langfristigen Plan, den ich nicht verstehe oder aber selbst nicht habe, weil ich das eben noch nicht so gut kann.

Meine letzten Beiträge hier im Forum waren auch oft über Eröffnungen. Ich wollte mir einfach mal was "aneignen", wo ich die Pläne kenne, wo ich dann auch nach 10 Zügen noch genau weiß, auf was ich eigentlich hinaus möchte.

Mir kommt es auch so vor als war ich mal besser und bin nun wieder schlechter geworden. Woran das liegt kann ich nicht sagen. Aber ich kenne Dein Problem nur zu gut aus eigener Erfahrung.

Es tut mir leid, dass ich Dir da im Grunde nicht helfen kann, aber dafür gibt es ja andere User in diesem Forum. Ich weiß aber, dass Du nicht alleine bist mit Deinem "Problem".
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #3 (permalink)  
Alt 16.06.2005, 16:53
Gast1243
Gast
 
Beiträge: n/a
Nunja, vielleicht mal die Spielstärke runter schrauben?!?
Also immer nur verlieren bringt dich nicht viel weiter. Evtl solltest du mal die Partien in den PC (Fritz, Shredder ode rne andere Engine) eingeben und immer mal gucken was du falsch gemacht hast. Dadurch dürftest du wohl mit am besten feststellen, wo du noch Defizite hast.
Ausserdem denke ich ist es nicht besonders gut, die ganze Zeit nur mit dem Schachomputer zu spielen, da müssen eher menshcliche Gegner her. Am besten du gehst mal bei einem Verein deiner Wahl (deiner Umgebung) vorbei und spielst dort mal ein wenig (natürlich auch mal Turniere ). Zum Schachspiel gehört nicht nur immer die möglichst besten Züge zu erkennen, sondern auch die Fehler des Gegners festzustellen. Verfasse Pläne und versuche die des gegners zu durchschauen. (Jaja, hört sich leichter an alks es ist)
Also: Abwechslung der Gegne rkann nicht schaden
MfG Falco
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #4 (permalink)  
Alt 16.06.2005, 19:11
Stefaniemaria
Aktiver
DWZ/Elo: 1215
 
Registriert seit: 04.2005
Ort: Münster
Beiträge: 42
Hallo, ich bin auch Anfänger und ich übe auch hauptsächlich mit einem Schachprogramm. Ich glaube man sollte aber nicht damit anfangen irgendwelche Eröffnungen auswendig zu lernen oder zu studieren. Man muss doch erstmal ein Gefühl für die Figuren entwickeln und das sehen üben, gerade in den Eröffnungen finde ich das sehr schwer (zu viele Steine )
Ich habe erstmal angefangen mir Endspiele anzuschauen. Ok das ist nicht so spannend aber man lernt irgendwie mehr über das Zusammenspiel der Figuren und das ganze ist wesentlich übersichtlicher als am Anfang.

Das mi dem Frust kenne ich sehr gut, es ist einfach unmöglich gegen einen besseren Gegner die ersten zehn Züge durchzuhalten. Da hilft wahrscheinlich wirklich nur eins und das ist die Spielerfahrung, die kommt aber nicht von alleine. Also weiter machen...
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #5 (permalink)  
Alt 16.06.2005, 20:00
Scipio
Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
 
Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
Naja, es ist schwer sich zu verbessern komplett ohne Theorie...
Mit Theorie meine ich natürlich nicht, eröffnungsvarianten auswendig zu lernen, sondern das Wissen über Muster, Motive, und Figureneigenschaften etc. .
Sowas kann dir ein Schachcomputer sehr schwer, wahrscheinlich gar nicht, beibringen...
Hart aber höchstwahrscheinlich wahr
-> ohne einen Menschen, der dir Unterricht gibt ( natürlich zählt auch ein Autor), wirst du kaum große Fortschritte machen.

Durch das Studium deiner eigenen Partien kannst du auch viel lernen, jedoch ist sowas nicht jedermanns sache und vielleicht auch erst ein wenig später zu empfehlen....

Aber ich verstehe nicht, warum es hier so viele Leute gibt, die keinen Verein aufsuchen wollen....

btw.: Ich find spielen gegen comps sehr langweilig ^^
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #6 (permalink)  
Alt 17.06.2005, 12:28
roko3112
Einsteiger
 
Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 15
o

Hallo, erst mal danke für die Antworten! Da bin ich ja froh, daß es nicht nur mir so geht...
Vielleicht sollte ich öfter mal online-spielen bei chessgate. Mich irritiert dabei nur, daß man immer nur eine Bedenkzeit von 2-5 Min. bekommt. Da bleibt ja keine Zeit, mal in Ruhe einen Zug zu überlegen.. Warum wollen denn die meisten Leute nur solche Blitzpartien spielen? Wird man dadurch besser?
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #7 (permalink)  
Alt 17.06.2005, 13:18
Scipio
Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
 
Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
Zitat:
Zitat von roko3112
Hallo, erst mal danke für die Antworten! Da bin ich ja froh, daß es nicht nur mir so geht...
Vielleicht sollte ich öfter mal online-spielen bei chessgate. Mich irritiert dabei nur, daß man immer nur eine Bedenkzeit von 2-5 Min. bekommt. Da bleibt ja keine Zeit, mal in Ruhe einen Zug zu überlegen.. Warum wollen denn die meisten Leute nur solche Blitzpartien spielen? Wird man dadurch besser?
Der meinung vieler Leute nach wird man dadurch keinesfalls besser!
das wird wohl natürlich auch für jeden individuell anders sein, aber dass du da nichts groß lernst, kann man eigentlich garantieren...
Zumindest ist richtiges training natürlich um ettliches effizienter...

Aber ich kann mir schon vorstellen, dass man durch viele Blitzpartien mit einem stärkeren Gegner ( 200 Punkte+ besser) gut zulegt...

naja, aber das effizienteste ist wohl immernoch, wenn dir ein Mensch etwas beibringt oder du ein gutes Buch verfolgst...
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #8 (permalink)  
Alt 17.06.2005, 13:40
Reo
Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: Anfänger!!!!
 
Registriert seit: 06.2005
Ort: Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Beiträge: 108
Die Blitzpartien unter 5 Min sind meiner Meinung nach nur dafür da, dass die Leute, die immer die gleiche Abfolge von Zügen haben (hab ich mal beobachtet) um die "kleinen" abzuzocken und auf billige Fallen zu locken.
Viele gewinne so ziemlich einfach ihre Partien, was dann natürlich fälschlicherweise einen hohen ELO-Wert gibt. (rede von schach.de)

Man kann Blitzpartien auch dadurch nutzem einfach ein paar Varianten zu probieren und zu schauen, wie man damit klar kommt, wie einem die Stellung gefällt, ob es funktioniert etc.

Aber im Grunde sind Blitzpartien und das sagen auch viele im Forum hier nicht gut. Denn sie verschlechtern eher das Spielen als es langfristig zu verbessern. Man verlernt einfach das Variantenrechnen, wenn man NUR noch Blitzpartien spielt. Und genau das macht Schach ja aus.
Sicherlich sind die guten Blitzspieler kaum zu schlagen, weil sie einfach die Antworten kennen und nicht mehr berechnen müssen, aber ob sie in einer "richtigen" Partie immernoch so gut sind ist jetzt mal dahin gestellt. Ich möchte niemandem was unterstellen, es gibt sicher einige Spieler, die SEHR GUT Schach spielen unabhängig ob es eine 120min oder eine 5 min Partie ist. Aber bei schach.de z.B. findet man viele Leute, die nicht wirklich gut Schach spielen können, aber im Blitz einen ELO von 2000 oder höher haben. Die haben dann eben 1000 Partien oder sowas und da gibt es einfach Tricks, die sie immer und immer wieder gegen die "Anfänger" anwenden und damit durchkommen. Oder halt einfach schneller ziehen und damit zum Schluss über die Zeit gewinnen.

Im Grunde muss jeder selbst entscheiden, wie er spielen möchte. Ab und zu mal was zu blitzen um eben einfach eine Variante zu probieren ist sicherlich nicht schlecht. Nur auf lange Sicht ist das sicher nicht sinnvoll um sein Schachspiel zu verbessern.
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #9 (permalink)  
Alt 18.06.2005, 00:24
eljay
Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: zu schlecht
 
Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 107
hm ...

ich halte es fuer falsch, irgendetwas zu generalisieren. fuer mich ist es unsinn, zu sagen, internet schach verschlechtert das spiel. das gilt auch fuer blitz.

wenn du im blitz verlierst, sagt das nichts anderes aus, als dass du schlechter gespielt hast als dein gegner - ob dass nun daran liegt, dass du auf die "tricks" nichts weisst, geschweige denn sie erkennst - oder dass nicht mit deiner dir gegebenen zeit gut umgegangen bist. schonmal daran gedacht, dass es auch eine leistung ist, die richtige entscheidung in kuerze zu treffen? klar, sind fernschachpartien oder partien die extrem lang gehen qualitativ besser, weil man sich viel mehr zeit nehmen konnte beim denken - aber fuer mich macht es auch reiz auf zeit zu spielen. zudem ist dies oft auch eine chance fuer schwächere spieler.
ausserdem: je kuerzer die zeit, umso höher die wahrscheinlichkeit dass der gegener nicht cheatet
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #10 (permalink)  
Alt 18.06.2005, 01:20
H.Langrock
Benutzer
 
Registriert seit: 01.2005
Beiträge: 25
@Reo u.a.:

Ihr müsst in einen Verein gehen, da gibt es gar keine andere Möglichkeit!! Dort könnt Ihr Spielpraxis sammeln (und sei es erstmal durch Blitzen und Schnellschach), Euch mit anderen Leuten austauschen, Freundschaften schließen, trainieren,Turniere spielen, alles was das Schach ausmacht eben. Wenn Ihr erstmal regelmäßig in einen Verein gegangen seid, werdet Ihr merken, wie langweilig es dagegen ist, im Internet zu spielen oder gar gegen unbeseelte Computer!
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #11 (permalink)  
Alt 20.06.2005, 17:47
Stefaniemaria
Aktiver
DWZ/Elo: 1215
 
Registriert seit: 04.2005
Ort: Münster
Beiträge: 42
Zitat:
Zitat von Scipio
-> ohne einen Menschen, der dir Unterricht gibt ( natürlich zählt auch ein Autor), wirst du kaum große Fortschritte machen.

Was denn für ein Autor, wen oder was meinst du denn damit?
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #12 (permalink)  
Alt 21.06.2005, 09:01
Otto-Normalpatzer
Sehr Aktiver
DWZ/Elo: 1920
 
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 61
Um besser zu werden, muss man eigene Fehler erkennen und lernen, wie man´s besser machen kann. Als Anfänger sollte man erst einmal grundlegende Eröffnungsprinzipien (z.B. schnelle Figurenentwicklung, Dame nicht zu früh rausbringen, Zentrum besetzen, keine unnötigen Bauernzüge) und fundamentale Endspiele (Mattsetzen mit König + Dame, + Turm, + 2 Läufer, Endspiel König + Bauer gegen König) lernen und verstehen.

Extrem wichtig ist auch ein Taktikbuch, bei man behutsam in die verschiedenen Motive (z.B. Ablenkung, Hinlenkung, Fesslung, Grundreihenmatt) eingeführt wird.

Natürlich ist ebenfalls ein Trainer sehr hilfreich. Aber auch ein Schachverein ist eine Hilfe, dort finden sich bestimmt viele, die einem gerne weiterhelfen.

Des Weiteren ist es sehr hilfreich, gut kommentierte und leicht nachvollziehbare Partien nachzuspielen. Hierbei sollte man sich bei jedem Zug selber denken, was man ziehen würde und welchen Plan man hätte, danach mit der Partiefortsetzung und der Kommentierung vergleichen. Hier gibt es auch für Anfänger eine Menge - z.B. kommentierte klassische Angriffspartien.
Aber Vorsicht! Anfängern kann ich nur davon abraten, Partien in anspruchsvollen Schachmagazinen nachzuspielen - die Kommentierung ist auf bessere Spieler angelegt, ein Anfänger wird damit nicht viel anfangen können.

Was Blitz im Internet angeht:
Ich weiß nicht, warum viele meinen, dass das schlecht für das Schach wäre. Blitz ist in meinen Augen eine tolle Möglichkeit, Taktik und Eröffnungen zu üben. Wieso sollte eine solche Übung schaden? Gerade bei schwächeren Spielern ist gerade Taktik von größter Bedeutung. Allerdings als blutiger Anfänger würde ich noch kein Blitzschach spielen, da einem einfach noch jeglicher Plan von diesem Spiel fehlt. Ohne Spielverständnis schnell ziehen zu müssen, ist nicht besonders angenehm.
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #13 (permalink)  
Alt 21.06.2005, 12:11
Reo
Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: Anfänger!!!!
 
Registriert seit: 06.2005
Ort: Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Beiträge: 108
Zitat:
Zitat von Stefaniemaria
Was denn für ein Autor, wen oder was meinst du denn damit?
Ich denke, dass er damit nicht dei realen Menschen meint, aber eben Leute, die Trainer sind. Also z.B. aus Büchern oder Chessbase-CDs oder ähnliches.
Da erklären ja auch Trainer die jeweiligen Thema und ich denke, dass er diese Leute dann als Autoren bezeichnet, weil das ja nun nicht wie ein Schachtrainer ist, der einem Gegenüber sitzt.
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #14 (permalink)  
Alt 21.06.2005, 13:09
Todesblitzer
Einsteiger
 
Registriert seit: 05.2005
Beiträge: 14
Verbesserung im Schach

Hallo Roko 3112,

das Problem kennt wohl jeder Schachspieler: wie verbessere ich möglichst schnell meine Spielstärke ?!. Leider braucht man im Schach einen langen Atem (ausser man ist wirklich ein absoluter Crack im Schach). Ein bisschen Zeit solltest Du Dir also schon geben.
Im Schachclub, in dem ich Mitglied bin, wird jedem Anfänger ein "alter Hase" zur Seite gestellt - eine Art Patenschaft. Der Pate kümmert sich um alle Fragen, die bei einem Anfänger auftauchen. Von der Eröffnung bis hin zum Endspiel, Anmeldung für Turniere, Kauf von Schachliteratur etc. .
Such Dir also am besten einen Verein, der diese Betreuung bietet.

Besonders wichtig wird auch werden, dass Du dich möglichst bald spezialisierst. Das geht am schnellsten wieder durch die Hilfestellung von erfahrenen Spielern, die i.d.R. nach einiger Zeit ganz gut einschätzen können, welchen Spielertyp sie vor sich haben.
Meiner Meinung nach ist das auch der entscheidende Punkt für die weitere Entwicklung eines Schachspielers: Erkenne Dich selbst und richte Dein Spiel danach aus. D.h. wähle die entsprechenden Eröffnungen und studiere erstmal ausschließlich die Eröffnungen von denen Du überzeugt bist, dass sie Dir liegen. Dabei kann man schon etwas auf sein Gefühl hören. Meist spürt man, ob man sich in einer Stellung wohl fühlt oder nicht. Ein gutes Indiz ist, wenn einem schnell Spielideen und Pläne einfallen. Diese Spielideen und Pläne solltest Du am besten mit Hilfe eines Clubkameraden testen. Später kannst Du dann das ganze noch ausweiten bis hin zu Endspielstellungen.

Vielleicht hilft Dir weiter, wenn ich kurz schildere, wie es mir ergangen ist.
Als Schachanfänger war ich fasziniert von Bobby Fischer - so wollte ich auch spielen. Also habe ich Sizilanisch Najdorf und Königsindisch gespielt. Leider entspricht das ganz und gar nicht meinem Spielstil und so bin ich beim ersten Turnier mit Pauken und Trompeten untergegangen. Danach bin ich zum anderen Extrem übergegangen - sehr solide Stellungen - Orthodoxes Damengambit und Französisch Rubinstein. Stundenlanges verteidigen ohne konkretes Gegenspiel. Ich spürte förmlich, dass es nicht die richtigen Stellungen sind, die ich brauche. Nun zu guter Letzt hat mir vor etwa 10 Jahren ein Schachkumpel geholfen (Elo 2300) und einen Weg (unter vielen anderen) gezeigt, wies funktionieren kann:
Er hat mir schnell gezeigt, welchen "Charakter" ich im Schach habe: feste Stellungen in denen nicht alles hängt; positionell solide und leicht taktisch; keine hohe Risikobereitschaft. Im Grunde drückt dies tatsächlich schachlich gesehen meine Lebenseinstellung aus (Beruf Beamter :-) ).
Seitdem spiele ich z.B. mit Schwarz ausschließlich Eröffnungen, die möglichst häufig zu einer Bauernstellung mit Bauern auf e6 und c6 führen. Gegen e4 ist das Caro-Kann und Skandinavisch und gegen d4 sind das Slawisch und die Lg4-Variante im Angenommenen Damengambit. Damals habe ich mir dann auch zeigen lassen, wo in dieser Bauernstruktur die Figuren hingehören und welche Pläne für beide Seiten möglich sind. Diese Strategie habe ich mit Hilfe meines "Paten" dann weiterverfolgt übers Mittelspiel bis hin zum Endspiel.
Mit weiß dann das gleiche Spiel: ja kein offener Schlagabtausch; ich hasse es, wenn mein Gegner zuviel Gegenspiel bekommt; daher kein 1.e4; ich bin mit leichtem dafür dauerhaften Druckspiel zufrieden, solange ich die Stellung unter Kontrolle halten und meinen Gegner "kneten" kann: daher 1.d4 und natürlich wieder Spezialisierung auf bestimmte Bauernstrukturen: Orthodoxes Damengambit: nur Abtauschvariante : Karlsbader Struktur; Königsindisch, Modernes Benoni ; Wolga-gambit: Sämisch- Bauernstruktur mit f3, e4, d5 usw..
Meine Pate hat das "Bauernstrukturen-Schach" genannt. Soll heißen: die Bauern bestimmen , wo die Figuren stehen und auf welchem Brettabschnitt man zum Spiel kommen kann. Das schafft Orientierung auf dem Brett.
Inzwischen kann mich mein "Pate" kaum noch schlagen - anscheinend spiele ich also die richtigen Eröffnungen und erhalte die Strukturen, die mir liegen.
Vielleicht hilft Dir das etwas weiter; such´Dir einen guten Club, häng´Dich an einen besseren Spieler und nutze seine Erfahrungen und sein Wissen; lass Dir helfen - notfalls auch durch einen GM; Unterricht bei GM Teske und GM Wahls kann ich bedenkenlos empfehlen. Erkenne Dich selbst und wähle danach Dein Eröffnungsrepertoire. Und noch eins: such´Dir keine Vorbilder im Schach. Spiel Dein eigenes Spiel.

Gruß

Tb
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  Eröffnungsfrust... Beitrag #15 (permalink)  
Alt 21.06.2005, 15:09
roko3112
Einsteiger
 
Registriert seit: 02.2005
Beiträge: 15
a

Hallo Tb,
danke für deinen Kommentar! Aus solch einem Blickwinkel habe ich das bisher noch nicht gesehen (mit den eigenem Spiel)! Ich bin jetzt wohl überzeugt, daß ich es mit einem Schachclub versuchen sollte, hier in Hamburg gibt es ja auch einige...
Allerdings habe es schon mal versucht, aber das ist genau daran gescheitert, daß es bei dem Club eben keine Betreuung von Neulingen gab und ich dort eigentlich nur rumgesessen bin und zugeschaut habe. Ich hatte nicht den Eindruck, daß jemand große Lust hatte, auch mal ein Spiel mit einem schwächeren Spieler zu machen und etwas zu erklären. Es ist wohl nicht so einfach, einen Club zu finden, in dem eine Betreuung oder ähliches stattfindet.
Im Moment spiele ich hauptsächlich Partieen aus Lehrbüchern nach und stelle fest, daß mir das schon eine Menge bringt, von anderen zu lernen.
Grüße, Robert
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