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Schach - Eröffnung / Figurenentwicklung

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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #1 (permalink)  
Alt 29.05.2005, 15:21
GeDa
Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1493
 
Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 237
"Un"theoretische Eröffnungen


Ich hab jetzt die letzte Zeit beim Schachabend immer mal versucht verschiedene Eröffnungen zu testen.
Dabei musste ich aber feststellen das mir die Gegner immer die Eröffnung vermurksen .

Ein Beispiel. Hier wollte ich mal den Mieses-Angriff probieren.
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Sxd4?! 5.Dxd4 Df6?! laut Kállai soll jetzt Weiß nach 6.e5 Db6 7.Le3 klar besser stehen ?? Ich sehe da nach Dxd4 keinen Vorteil.

Wem gehts denn noch so ?
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #2 (permalink)  
Alt 29.05.2005, 16:56
Ali
GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
mir geht das immer so
als ich noch aljechin gespielt habe haben alle Sc3 gezogen (also e4 Sf6 Sc3)
als ich mal das muzio gambit ausprobieren wollte haben alle h6 und nicht g4 gespielt (also e4 e5 f4 exf Sf3 g5 Lc4 h6)
beim 2 springerspiel im nachzug spielen auch alle Sc3 und wenn nicht gleich dann nach Sg5 (e4 e5 Sf3 Sc6 Lc4 Sf6 und jetzt Sc3 oder auch erst Sg5 Lc5 Sc3)

wenn ich igeln will spielen viele irgendwelche "anti-sizilianer" mit 2. b3 c3 d4

das wolga gambit lehnen alle ab oder es wird schon im 2. oder 3. Sf3 e3 usw. gespielt und es kommt gar nicht erst zu d5

sowas hasse ich


ein gernevter Ali
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #3 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 11:21
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Auch nach Dxd4 Lxd4 hat weiß durch den vorgerückten e-Bauern und den bereits entwickelten Läufer das klar bessere Spiel. Der Damenspringer des schwarzen ist schon abgetauscht wodurch der Druck gegen den Königsflügel hier alles ausmacht. Weiß wird die leichtere Entwicklung haben und seinen Raumvorteil letzlentlich durch aktives Figurenspiel ersetzen.

Im Königsspringergambit ist h6 genau dazu gedacht Ali
Den Igel kannst du auch gegen Morra Gambit und b3 Sizi spielen und ebenfalls gegen den Alapin Sizi. Wenn dich das intressiert kannst du mal nach Statements und Partien von Frank Zeller dazu suchen.
Und als letztes noch eine Frage: bist du dir sicher, dass das Traxler Gambit korrekt ist? Sei froh, dass dein Gegner Sc3 spielt
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #4 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 12:20
GeDa
Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1493
 
Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 237
Zitat:
Zitat von Gorillababy
Auch nach Dxd4 Lxd4 hat weiß durch den vorgerückten e-Bauern und den bereits entwickelten Läufer das klar bessere Spiel. Der Damenspringer des schwarzen ist schon abgetauscht wodurch der Druck gegen den Königsflügel hier alles ausmacht. Weiß wird die leichtere Entwicklung haben und seinen Raumvorteil letzlentlich durch aktives Figurenspiel ersetzen.
Entwicklungsvorsprung u. Raumvorteil höhrt sich ja immer gut an, nur hier sind ja schon Dame u. Springer abgetauscht. Ich sehe da keine grossen Angriffsmöglichkeiten mehr und der Entwicklungsvorsprung ist auch irgend wann weg. Z.B. der Läufer kann auch mit Se7-c6 angegriffen werden.
Es kann ja sein das Weiss minimalen Vorteil hat, aber das könnte ich eh nicht ausnutzen.

Das sollte aber auch nur ein Beispiel sein für das Misshandeln von Eröffnungsvarianten in den unteren Spielklassen.

Geändert von GeDa (30.05.2005 um 12:22 Uhr)
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #5 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 13:17
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Das ist kein minimaler Vorteil mehr. Den kannst du auch ausnutzen ohne große Technikkunststücke vollbringen zu müssen. Se7-c6 ist sicher eine Möglichkeit die beiden kritischen Zentralfelder anzugreifen, aber einen großen gefallen tut sich Schwarz damit nicht, denn das Manöver verbraucht zuviel Zeit. Ich hab nach kurzem "Herumprobieren" ohne großartige Analyse ein Turmendspiel mit Mehrbauern und besserer Bauernstruktur bekommen. Also mehr kann man ja wohl erstmal nicht verlangen, wenn der Gegner keine groben taktischen Fehler macht. Du musst daran denken, dass ein Entwicklungsvorsprung oft in andere Vorteile verwandelt werden kann.
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #6 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 14:43
Ali
GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
@Gorillababy
gegen das morra gambit hasse ich es den igel zu spielen weil dann oft schnell Tc1 gegen meine Dc7 gespielt wird

frank zeller hab ich auch schon im internet als igel spezi gefunden
der hat ja auch das buch sizilianisch im geiste des igels geschrieben welches ich mir kaufen möchte wenn ich denn das geld dazu habe

trotzdem danke

Ali
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #7 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 17:52
Cresspahl
beinahe ein Schachjournalist
DWZ/Elo: 2002/2111
 
Registriert seit: 01.2005
Ort: Heidelberg
Beiträge: 262
Zitat:
Zitat von Gorillababy
Das ist kein minimaler Vorteil mehr. Den kannst du auch ausnutzen ohne große Technikkunststücke vollbringen zu müssen. Se7-c6 ist sicher eine Möglichkeit die beiden kritischen Zentralfelder anzugreifen, aber einen großen gefallen tut sich Schwarz damit nicht, denn das Manöver verbraucht zuviel Zeit. Ich hab nach kurzem "Herumprobieren" ohne großartige Analyse ein Turmendspiel mit Mehrbauern und besserer Bauernstruktur bekommen. Also mehr kann man ja wohl erstmal nicht verlangen, wenn der Gegner keine groben taktischen Fehler macht. Du musst daran denken, dass ein Entwicklungsvorsprung oft in andere Vorteile verwandelt werden kann.
Die Frage, die bleibt (@ Ali, IG, da_Roman et altera): Was nützt all das Theoriepauken wenn

a) der völlig ahnungslose Gegner was anderes spielt und
b) man im Fall, dass tatsäclich die bekannte Variante aufs Brett kommt, mangels Technik/Ideen den Vorteil nicht ausnutzen kann?

Hier glänzen in diversenThreads einige Leute mit "Spezialwissen", bzw. diskutieren Varianten (Portugiesisch ??), die meist völlig irrelevant sind, anstatt mal die wirklich wichtigen Fragen zu Mittelspiel und Endspiel zu stellen bzw. zu erörtern. Aber Hauptsache, man spielt die Eröffnung der großen Stars bzw. grösstmögliches Freistilschach (wofür man allerdings schon eine solide schachliche Grundausbildung braucht, denn wenn ein 1500er solche Sachen spielt, wird er einfach nur zerlegt). Jungs, ich weiss, ihr werdet nicht darauf hören, aber so kommt ihr nicht weiter. Ich behaupte mal, dass diverse Forumsmitglieder auch 1...a6 und 2...h6 gegen diese Theoriespezialisten spielen könnten und gewinnen würden, aber was beweist das?

Diese Posts a la "1.e4 e5 2.Lb5 - wer kennt diese Eröffnung und kann mir dazu die Hauptvarianten erklären" - sind doch völliger Blödsinn.

MfG
Cresspahl
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #8 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 18:23
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Hi,

ich bin übrigens auch ein "Theoriepauker" - allerdings nur von korrekten Systemen

@Ali du musst es natürlich mit d3 ablehnen um einen Igel zu bekommen. Ansonsten könnte keiner entstehen, denn Weiß wird ohne c-Bauern wohl auch nie c4 spielen
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #9 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 19:16
Ali
GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
ich werde das ma versuchen
danke

aber ich spiel auch igelähnlich ohne c4
tja

gruß ali
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #10 (permalink)  
Alt 30.05.2005, 20:55
Gorillababy
FM des Forums
 
Registriert seit: 02.2004
Beiträge: 372
Dann wirst du ein großes Problem mit der solidität deiner Stellung bekommen. Ein Igel ist nicht umsonst auch durch c4 definiert. Die halboffene c-Linie ist sehr oft eine taktische und strategische Resource für den Igelspieler ohne die er schnell Probleme bekommen kann. Die gegnerische Schwer- aber auch Leichtfigurenaufstellung wird durch die komplette Öffnung der c-Linie sehr eindeutig, was du im Klassischen Aufbau gegen das Morra-Gambit gut sehen kannst. Ein igelartiger Aufbau würde hier zu einer Spielerei werden, die sich der Schwarze gegen den schnellen Zentralen Druck nicht leisten kann.
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #11 (permalink)  
Alt 07.06.2005, 15:32
Gast5546
Gast
 
Beiträge: n/a
Schottisch 4.Sxd4

Weiß könnte doch auch 7.Dxb6 ziehen.7.-ab6 8.Sc3 c6 9.Lc4 b5 10.Lb3 b4 11.Se4
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #12 (permalink)  
Alt 07.06.2005, 15:40
GeDa
Forumsvollprofi mit Prädikat
DWZ/Elo: 1493
 
Registriert seit: 04.2005
Beiträge: 237
Die Variante mit 7.Le3 und klar besserer Stellung war aus dem Kallaibuch.
Wo bei man ja sagen muss das er die schwächeren Züge wenigstens noch behandelt.
In anderen Büchern gehen die Erläuterungen erst beim 10. Zug los.
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #13 (permalink)  
Alt 07.06.2005, 16:28
Reo
Sehr erfahrener Benutzer
DWZ/Elo: Anfänger!!!!
 
Registriert seit: 06.2005
Ort: Goslar, Niedersachsen, Deutschland
Beiträge: 108
Zitat:
Zitat von WilhelmHH
Weiß könnte doch auch 7.Dxb6 ziehen.7.-ab6 8.Sc3 c6 9.Lc4 b5 10.Lb3 b4 11.Se4
Weiß ist hier klar im Vorteil würde ich sagen. 2 Figuren entwickelt gegenüber keiner von Schwarz. Der Bauernstruktur ist von Schwarz auch nicht soooo besonders. Er hat halt ne offene a-Linie, aber eben ne Doppelbauern auf der b-Linie.

Eine Besserung wäre hier wohl noch:
10. ... d6 (oder d5)
11. exd6/d5e.p. Lf6xd6

Weiß steht zwar immer noch besser, aber Schwarz hat zumindest einen Läufer entwickt.

Im Grunde steht Weiß hier immer etwas besser, würde ich mal so sagen.

Ich verstehe nicht so ganz, wieso 7. Le3 besser sein soll. Wie schon gesagt, es gibt die Möglichkeit Sg8-e7-c6 mit Angriff auf die beiden Zentralfelder. Ich würde die Variante von WilhelmHH bevorzugen und eben meine Verbesserung für den schwarzen Zug im 10. Zug einbauen. So steht Schwarz nicht ganz so schlecht.
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #14 (permalink)  
Alt 07.06.2005, 19:52
Ali
GM des Forums
DWZ/Elo: 1888
 
Registriert seit: 03.2005
Ort: Oldenburg
Beiträge: 462
Zitat:
Zitat von Gorillababy
Dann wirst du ein großes Problem mit der solidität deiner Stellung bekommen. Ein Igel ist nicht umsonst auch durch c4 definiert. Die halboffene c-Linie ist sehr oft eine taktische und strategische Resource für den Igelspieler ohne die er schnell Probleme bekommen kann. Die gegnerische Schwer- aber auch Leichtfigurenaufstellung wird durch die komplette Öffnung der c-Linie sehr eindeutig, was du im Klassischen Aufbau gegen das Morra-Gambit gut sehen kannst. Ein igelartiger Aufbau würde hier zu einer Spielerei werden, die sich der Schwarze gegen den schnellen Zentralen Druck nicht leisten kann.
wenn ich das morra gambit angenommen habe habe ich auch nie igel gespielt aus den gründen
da habe ich dann immer anders gespielt
nun spiel ich nach c3 d3 und hab meinen igel
aber igelähnlich zu spielen ist auch ohne c4 von weiß möglich (von frank zeller wird das igelspiel mit c4 als volligel bezeichnet und ohne ist das halt nur igelähnlich)

Ali
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  "Un"theoretische Eröffnungen Beitrag #15 (permalink)  
Alt 10.06.2005, 00:12
Gast5546
Gast
 
Beiträge: n/a
Kallai verbessern

Ich finde die schwarze D auf g6 besser plaziert. Nach Lxd4 ist f6 am besten, um auf der langen Diagonale etwas zu installieren, nämlich den S nach f6. Die Stellung nach Lxd4 ist unkompliziert. Schwarz kann natürlich im 4.Zug mehr versuchen als diese Verflachung.
"Se7-c6 .......... Ich hab nach kurzem "Herumprobieren" ohne großartige Analyse ein Turmendspiel mit Mehrbauern und besserer Bauernstruktur bekommen."
Dann ist dein Urteil auch nicht fundiert Gorillababy. Nach Se7-c6 zieht sich der Ld4 nach c3 zurück.
7.Dxb6 ab6 8.Lc4 werde ich bald nochmal betrachten.

Geändert von WilhelmHH (10.06.2005 um 00:20 Uhr)
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