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Schach - Eröffnung / Figurenentwicklung

Fragen zum Partiebeginn



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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #1 (permalink)  
Alt 10.11.2004, 11:16
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Ausrufezeichen Anmerkungen zum Eröffnungsstudium

Hallo allerseits!

Ein paar der folgenden Themen wurden schon woanders gestreift, insbesondere im Thema "Eröffnungstraining" (s.u.), trotzdem halte ich einen neuen Post für sinnvoll.

Neben allem Endspiel- , Taktik- und Strategietraining (mal ehrlich, wer macht das schon) ist Eröffnungstraining etwas sehr sinnvolles, sofern es nur systematisch geschieht. Was bei den meisten Schachfreunden (ich spreche aus eigener Erfahrung) leider nicht der Fall ist. Deswegen einige Anmerkungen in loser Reihenfolge:

1. Die eierlegende Wollmilchsau
Wir wünschen uns eine "aktive" und "dynamische" Eröffnung, die positionell wohlbegründet ist, die trotzdem taktische Schärfe besitzt mit vielen Tricks und Fallen, die gegen jeden gegnerischen Aufbau anzuwenden ist, die einfach und schnell zu lernen ist, die trotzdem neu ist und für die meisten Gegner als Überraschung kommt.
Also bitte, wer glaubt denn an sowas!? Vermutlich selbst die Autoren entsprechender Eröffnungspamphlete nicht!
Wer wenig lernen will oder ziemlich unflexibel immer dieselbe Schablone spielt, muß eben Abstriche an der objektiven Güte machen.

2. Hauptvarianten sind Hauptvarianten sind Hauptvarianten!
Hauptvarianten sind deshalb Hauptvarianten, weil sie von den besten Spielern am häufigsten gespielt werden, und sie werden deswegen von den besten Spielern am häufigsten gespielt, weil sie den größten Erfolg versprechen! - Für die ca. 3000 Vollprofis auf der Welt bedeutet jeder Partiegewinn bares Geld für den Lebensunterhalt; wer glaubt denn, daß die ihre Eröffnungen nach Gewohnheit und Laune auswählen?! Es ist doch nicht so, daß irgendwelche Theoretiker mal diese und jene Variante zu "Theorie" erkoren hätten, und jetzt halten sich alle einfach daran.
Natürlich kann man nicht von jedem Amateur das Repertoire eines GM erwarten, aber man sollte sich wenigstens bewußt sein, daß man aus Zeitmangel oder aus psychologischen Gründen nicht die allerbesten Varianten spielt.

3. Black is good but white is better!
Es ist nunmal so, daß vom objektiven Standpunkt aus (wo immer der ist) Weiß in JEDER Hauptvariante mindestens minimal besser steht. Natürlich gibt es aktive solide Verteidigungen (z.B. Sizilianisch-Najdorf, Französisch-Winawer) und ruhige solide Verteidigungen (Geschlossener Spanier, Caro-Kann 4...Lf5), aber wenn Schwarz von Anfang an "aktiv" angreifen will (Lettisch, Spanisch-Jänisch, Budapester, Albin), dann ist das eben in letzter Instanz risikoreich bis ungesund!

4. "Genetisches Lernen"
Viele Eröffnungen stehen in einem geschichtlichen (und damit logischem) Abhängigkeitsverhältnis zueinander, deren Reihenfolge man durchaus nachfolgen sollte.
Z.B. lernt man in den offenen Spielen zunächst den Angriff gegen f7. Nach der Schäfermatt-Phase spielt man zunächst Italienisch. Irgendwann schlagen die Angriffe nicht mehr durch, man verstärkt den Angriff durch ein Bauernopfer (Königsgambit, Schottisches Gambit, Göring-Gambit, Evans-Gambit, etc.) . Dann kommt der Zeitpunkt, wo Schwarz immer rechtzeitig ein Teil des Materials zurückgibt oder mit dem typischen Gegenschlag d7-d5 den weißen Angriff zum Stehen bringt. Irgendwann sollte man begriffen haben, daß ein Angriff meist erst im 15.Zug Sinn macht und durch vorherige Zentrumskontrolle vorbereitet werden muß, man fängt an Spanisch zu spielen! (Meinetwegen auch Schottisch, da wird auch nicht sofort auf f7 losgegangen)
Ebenso wird man Nimzowitsch-Indisch nur richtig begreifen, wenn man vorher mal das abgelehnte Damengambit gespielt hat. Nicht umsonst nannte Nimzowitsch selbst seine Verteidigung ein "ideales Damengambit".
Und "1...g6 gegen alles" macht eigentlich nur Sinn, wenn man die Hauptvarianten in Pirc und Königsindisch schon beherrscht.
(Ich selbst z.B. bin ein Hardcore-CaroKann-Spieler, aber ich würde jedem davon abraten, der nicht vorher mal Französisch oder Sizilianisch gespielt hat)

5. Nur die Kranken spielen auf den Flanken!
An die modernen/hypermodernen Eröffnungen sollte man sich erst heranwagen, wenn man das klassische Zenrumsspiel a la Tarrasch hinreichend beherrscht.
Insbesondere sollte man als Weißer nicht gleich auf 1.f4, 1.c4, 1.Sf3, 1.g3, 1.b3, 1.Sc3 ausweichen, bloß weil man bei 1.e4 oder 1.d4 vor der Theorie zurückschreckt. Es ist zwar ungemein praktisch, erstmal 8 Züge Englisch,Reti,KIA,Bird nach Schablone zu spielen, die Krise kommt allerdings genauso unvermeidlich wie in den umgangenen 1.e4/1.d4-Varianten. Wenn auch paar Züge später, allerdings merkt man nicht, WO man den Fehler gemacht hat! Also: erst Damengambit/Katalanisch spielen, dann eventuell auf Englisch/Reti wechseln.

6. Schablonen
Im Schach ist es wie im richtigen Leben, es gibt keine Patentrezepte! Natürlich gibt es in etlichen Eröffnungen so etwas wie typische Pläne (insbesondere dann, wenn die Eröffnung wesentlich durch eine Bauernstruktur geprägt ist), aber jeder Zug des Gegners hat einen Anspruch darauf, individuell ernstgenommen und taktisch konkret berechnet zu werden! Sonst kann es ein böses Erwachen geben.
Und natürlich ist es z.B. nützlich, ähnliche Eröffnungen gegen 1.e4 und 1.d4 zu spielen (Pirc/Königsindisch, Caro-Kann/Slawisch, Französisch/Nimzoindisch). Aber langfristig sollte man lernen, viele (oder zumindest einige) verschiedene Strukturen zu spielen.

7. Prinzipielle Eröffnungen spielen!
In einigen Eröffnungen (nämlich genau den wichtigen Eröffnungen) lernt man bezüglich Bauernstrukturen, Zentrumskontrolle usw. mehr als in anderen Eröffnungen. Es ist jedem Schachspieler anzuraten, sich mit mindestens einer der folgenden Varianten einmal gründlich vertraut zu machen (d.h. über mehrere Monate hinweg anhand von Meisterpartien gründlich zu studieren und selbst zu spielen):
- Spanisch-Tschigorin: 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0-0 Le7 6.Te1 b5 7.Lb3 0-0 8.c3 d6 9.h3 Sa5
- Klassisches Französisch: 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.Lg5 Le7 5.e5 Sfd7 6.Lxe7 Dxe7
- Klassisches Sizilianisch: 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5 e6
- Damengambit/Abtauschvariante: 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Sf6 4.cxd5 exd5 5.Lg5 c6
- Damengambit/Tarrasch: 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5 4.cxd5 exd5 5.Sf3 Sc6 6.g3
Danach vielleicht Klassisches Königsindisch, Wolgagambit oder Grünfeld-Abtauschvariante!?

Bevor ich jetzt vom hundersten ins tausendste komme, hör´ich erstmal auf. Kritik,Fragen??

tracke :-)
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #2 (permalink)  
Alt 12.05.2005, 21:39
Scipio
Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
 
Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
Joar, vielleicht findet Tracke ja noch ein wenig Motivation einen zweiten Teil zu schreiben

Allerdings würd ich das nächste mal nicht das Copyright
vergessen *harbgieriggugg*

Ulf
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #3 (permalink)  
Alt 14.06.2005, 14:32
silvicola
Neuling
 
Registriert seit: 06.2005
Beiträge: 4
werde mir diese Eröffnungen auch genauer anschauen, ist übrigens das erste mal seit ich Schach spiele, was noch nicht sehr lang ist, das ich mich speziell mit Eröffnungen beschäftige.

/edit
wie kann ich diese Eröffnungen am besten Üben? gibt es Schachprogramme wo ich diese Eingeben kann? Oder wo ich diese Nachspielen kann?

entschuldigt meine ganzen Fragen

mfg
silvicola

Geändert von silvicola (14.06.2005 um 15:23 Uhr)
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #4 (permalink)  
Alt 14.06.2005, 16:50
Scipio
Garry des Forums
DWZ/Elo: 2095D/2123E
 
Registriert seit: 03.2004
Ort: Gelnhausen ( Hessen)
Beiträge: 681
Im 6. Punkt hatte Tracke erwähnt, dass es nützlich ist, ähnliche Eröffnungen auf 1. e4 und 1.d4 zu spielen...
Diese Aussage hörte ich sehr oft, aber mir wurde ebenfalls auch oft gesagt, dass man sich mit verschiedenen und vor allen dingen fremden stellungstypen auseinandersetzen muss, um besser zu werden - natürlich nicht im selben maße, wie mit denen, die man am häufigsten bekommt...

Wenn ich diese Aussage nun akzeptiere, was sind denn weitere "Päärchen" - also Eröffnungen für schwarz, die zu anderen Eröffnungen passen...
Als weißer wird das wohl ein wenig komplexer, deshalb frage ich nur nach Schwarz...
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #5 (permalink)  
Alt 08.04.2006, 15:31
hwarangdo
Forumsvollprofi
 
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 225
hallo,

habe schon ein sehr schönes Eröffnungsrepertoire, dazu auch gute Literatur und eigentlich ist alles wunderbar, aber ich komme dann doch teilweise in Stellungen, in denen ich mich nicht so wirklich zurecht finde, deswegen möchte ich gerne einige dieser "prinzipiellen Varianten spielen", allerdings ohne jetzt wirklich nochmal viel geld in literatur zu investieren, einfach nur spielen und versuchen die strategien davon mitzubekommen, datenbanken für die ein oder andere variante stehen ja zur verfügung. deswegen wollte ich mal fragen, was du mir empfehlen könntest tracke, welche "klassischen" varianten eignen sich besonders um jetzt noch einen strategischen leistungssprung machen zu können.

repertoire bisher:
weiß: e4 mit geschl. spanier, sizi offen HV (najdorf pendel ich zwischen Le3/Lg5), franz+CK 3.Sc3 etc. eigentlich das Khaliman rep.
schwarz: drachen (normal via d6 und selten auch beschl via Sc6) und grünfeldindisch + ZU gegen Englisch reti etc

habe jetzt schon angefangen gegen e4 e5 zu spielen und mir auch Davies Repertoirebuch gekauft. wollte dann gegen d4 auf d5 gehen und mit weiß gerne auch einige prinzipielle d4 Eröffnungen reinnehmen. englisch + reti lohnt mM nach eher nicht, da das oft nur ZU sind, aber doch die ganze Sache unnötigen verkomplizieren ?! (weil ja d4 nicht unbedingt meine erste Wahl werden soll )

ja würde mich wirklich freuen, wenn du evtl auch unter Berücksichtigung meines jetzigen Repertoires einige Eröffnungen empfehlen könntest, die es zu studieren gilt.

mfg

hwarangdo
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #6 (permalink)  
Alt 10.04.2006, 17:20
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Hallo hwarangdo,

ehrlich gesagt weiß ich jetzt nicht, was ich darauf antworten soll

Mit Deinem Repertoire ist nichts falsch - im Gegenteil gefällt es mir sehr gut: alles ambitionierte Hauptvarianten!
(Mit Schwarz ist es vielleicht etwas sehr scharf. Aber okay, das ist dann wohl eher eine Geschmacksfrage)

Dies gilt jedenfalls dann, wenn ich Dein Repertoire als Summe von Varianten begreife. Andererseits scheint es ja doch irgendwie Probleme zu geben, denn sonst hättest Du ja kaum gepostet. Was sind denn das für Stellungen, in denen Du Dich nicht wirklich zurechtfindest? Und wie sollte ich Dir konkrete Hilfestellung geben, ohne Dein letztes Dutzend Turnierpartien zu kennen? - Mir ist nicht ganz klar, was für eine Art von Antwort Du erwartest. Erstens habe ich die Weisheit auch nicht mit großen Löffeln gefressen, zweitens gibt es auch keine eindeutige und klare Antwort.
Ganz offenbar bist Du jetzt schon weit über das Stadium hinaus, wo man die falsche Theorie falsch studiert. Andererseits scheinst Du noch nicht die richtige Theorie richtig zu studieren. Eher ist es so, daß Du die richtige Theorie falsch studierst (oder zumindest noch "halbfalsch").
Wie ich schon sagte, ist Dein Repertoire gut und ambitioniert. Aber fast schon überambitioniert. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du diese Eröffnungen (Spanisch/Sizilianisch/Französisch/usw-Hauptvarianten mit Weiß, Drachen/Grünfeld mit Schwarz) auch nur ansatzweise hinreichend "studiert" hast, und nun willst Du auch noch u.a. "einige d4-Eröffnungen mit Weiß reinnehmen" sowie e4-e5 und d4-d5 mit Schwarz?! Wahnsinn! Des Rätsels Lösung besteht meines Erachtens (und damit bin ich in guter Gesellschaft) darin, sich die Eröffnungsvarianten viel punktueller zu erarbeiten, dafür viel tiefer und genauer. Wenn da irgendwo im Buch steht "Nicht so stark ist 14.Lf4 d5! mit zum Ausgleich reichenden Gegenspiel", dann muß man die Stellung mal aufbauen und 1-10 Stunden analysieren, worin denn nun genau das Gegenspiel besteht! Man muß mal mit anderen Quellen vergleichen, sagen die dasselbe?! Man kann sich mal 30 aktuelle Partien aus der Datenbank ziehen, die kurz durchspielen und dann die interessantesten 5 ausführlich analysieren. Usw,usf. Ich will und kann hier jetzt nicht einen Aufsatz über die Techniken des Eröffnungsstudiums schreiben. Auf jeden Fall muß man sich viel eingehender mit dem vorhandenen Material befassen: in Hauptvarianten, die mich interessieren und die für mein Repertoire halbwegs relevant sind, ist eine Seite pro Tag schon das höchste der Gefühle, mehr geht einfach nicht! - Der Begriff der "prinzipiellen Eröffnung" ist eher eine (durchaus sinnvolle) Bezeichnung von mir als ein gängiger Terminus: es sollte dadurch ausgedrückt werden, daß viele Motive des Eröffnungsspiels (und des Übergangs Eröffnung->Mittelspiel) in manchen der Hauptvarianten eben noch klarer zutagetreten als in anderen (vielleicht "gleichguten") Hauptvarianten. In Spanisch/Französisch/Damengambit kann man die meisten Bauernhebel, Linienöffnungen, Blockaden usw. eben viel elementarer studieren als in anderen Eröffnungen, in denen diese Strategeme noch viel komplizierter miteinander und mit taktischen Problemen verwoben sind.
Innerhalb Deines angegebenen Repertoires gibt es schon etliche Stellen, wo man ein Studium von prinzipiellen Varianten beginnen könnte. Falls Du gar nicht weiß, wo Du anfangen sollst: nimm Französisch mit Sc3 oder den klassischen Drachen (mit Le2+Le3+0-0).

tracke
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #7 (permalink)  
Alt 10.04.2006, 20:32
hwarangdo
Forumsvollprofi
 
Registriert seit: 12.2004
Beiträge: 225
ok scheinbar ist es leider zu missverständnissen gekommen.

also ich möchte mein repertoire nicht ändern, weil ich damit zufrieden bin, und wie du gesagt hast, ist es durchaus ambitioniert. Andererseits hast du sicher recht, dass die Varianten mit schwarz doch ziemlich scharf sind, und sich gerade der Drachen mM immer am Rande des theoretischen Abgrundes befindet. meine letzten Turnierpartien kannst du nicht sehen, weil es keine gibt, bin im moment in keinem Verein, spiele nur Fernschach! (ist es eigentlich sinnvoll in einen Verein einzutreten, in dem kein Training angeboten, sondern "nur" gespielt wird ) bin im moment an einem Punkt, wo ich glaube mit dem Eröffnungstraining nicht mehr wirklich weiter zu kommen, mir fehlen die elementarsten Endspielkenntnisse (wird sich aber hoffentlich bald ändern :hy: herr Dworezki, danke, dass die Endspieluniversität doch noch erschienen ist) und auch im Taktik/Kombinationsspiel ist sicher noch einiges rauszuholen. ich habe eben einfach nur in einigen Stellungen gemerkt, dass ich evtl noch nicht reif für das dynamische Figurenangriffsspiel gegen das weiße Zentrum a lá Grünfeld, oder eben das Gegenspiel auf der c-Linie im Drachen, und habe einfach mal etwas e4 e5 gespielt und das ist einfach wesentlich logischer und läuft einfach so von der Hand, ich kann ohne groß Theorie zu kennen diese Stellungen einfach mM wesentlich besser behandeln, deswegen dachte ich eben, dass diese Eröffnungen mit der möglichkeit die Bauernhebel, etc viel "reiner" zu studieren einfach zu spielen, Varianten kann ich im Fernschach ja problemlos in Datenbanken nachschlagen. Sicher sollte auf dieser Grundlage dann ein Eröffnungsstudium wie von dir beschrieben an meinem Hauptrepertoire erfolgen, nur hab ich halt irgendwie das Gefühl, den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht zu haben außerdem kann es ja nicht schaden dann für später als schwarzer auch die soliden alternativen d5/e5 im Varaintenkoffer zu haben, wenn mir mal nicht danach ist das brett beim jugoslawischen Angriff in Flammen zu sehen, wobei ich falls ich mal "richtige" Partien spielen sollte, sicher kaum in ein Stärkeniveau einsteige, auf dem Drachen und Grünfeld theoretisch wirklich schon problematisch werden.

zu dem zeitlichen Argument, sicher ist es nicht machbar wirklich intensiv an den weißen HV und Drachen Grünfeld d5/e5 zu arbeiten, ist im Moment einfach auch nicht unbedingt mein Ziel, da ich ja mein jetziges oben beschriebenes repertoire behalten möchte, nur brauch man ja auch gewisse grundlagen zur Analyse eben der daraus resultierenden Stellungen und da scheinen mir noch diverse zu fehlen, die ich gerne durch das Spielen der "genetisch frühen" Eröffnungen erlangen würde, deswegen die Frage nach Eröffnung diesen Typs. Hab mir gerade auch überlegt, dass es wahrscheinlich doch nicht notwendig ist mit weiß d4 zu spielen, sollte reichen die typischen Strukturen mit schwarz nach d5 zu spielen.

so höre jetzt mal auf und hoffe mich jetzt verständlicher ausgedrückt zu haben.

mfg

hwarangdo
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #8 (permalink)  
Alt 11.04.2006, 17:27
tracke
Garry des Forums
DWZ/Elo: ~2200
 
Registriert seit: 02.2004
Ort: zuhause
Beiträge: 678
Hallo hwarangdo,

es wird jetzt für mich immer undurchschaubarer - ich weiß wirklich nicht mehr, woran ich mit Dir bin!?

Letzlich kannst Du doch am besten beurteilen, ob Du nur eine der üblichen klitzekleinen Eröffnungskrisen hast oder ob von Grund auf etwas getan werden muß.
Die ganze Problematik ist auch etwas verschwommen: offenbar bist Du kein Anfänger mehr, warst eventuell schon mal im Schachverein, im Moment aber nicht mehr, willst jetzt durch Fernschach Eröffnungen studieren?!
Nach meinem Eindruck ist dies jetzt auch nicht unbedingt der richtige Thread für Dein Anliegen, anscheinend ist Deine Suche nach weiteren "prinzipiellen Eröffnungen" nur eine nachrangige Teilfrage zu Deinem Schachtraining überhaupt.
Vielleicht solltest Du das Problem noch mal gründlicher/klarer schildern (hier oder unter "Schachtraining" o.ä.). Oder mir eine PN schreiben.

tracke
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #9 (permalink)  
Alt 02.01.2007, 20:15
Benutzerbild von Angie
Angie
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Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
Zitat:
Zitat von SupaNova
Hallo,
ich habe mal ne Frage. Kann mir jemand mal einen Link schicken, wo man die ganzen Eröffnungen mit Namen und so heraussuchen kann? Ich habe zwar schon ein Buch mit Eröffnungen, aber da stehen nicht alle drin.
Und um meinen Horizont zu erweitern, würde ich gerne neue Eröffnungen kennenlernen.
Wie wärs damit? klick (ist übrigends der zweite Treffer auf Google, wenn man "Schacheröffnungen" eingibt)

*************

methodisch hätt' ich noch eine Anmerkung - gerade für "Anfänger":
Ich würde einem "Neuen" erst raten sich die Prinzipien der Entwicklung zu verinnerlichen, und dann schauen, was man so spielt. Ich denke, dass man danach auch besser mit den oft recht kargen Anmerkungen zur Motivation bestimmter Eröffnungszüge umgehen kann.
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #10 (permalink)  
Alt 04.01.2007, 15:19
SupaNova
Neuling
 
Registriert seit: 08.2006
Beiträge: 7
Hi,
Vielen Dank für diesen Link. Bin erst seit 8 Monaten im Verein, aber spiele schon mit den Erwachsenen bei der Stadtmeisterschaft mit, obwohl ich ja erst 16 bin ^^. Die Eröffnung ist eigentlich nie so richtig meine Stärke. Ich spiele schon ziemlich viel Theorie, aber ich versuche eigentlich immer, etwas wegzuschlagen, um Materialvorteil rauszuholen. Wann bekommst du denn deinen Bauern- bzw. Qualitätsvorteil im Verlauf einer Partie? Im Mittelspiel, Endspiel oder sogar schon in der Eröffnung? Weil eigentlich ist ja alles so ausgeglichen, dass beide Parteien nach den Hauptvarianten etwa gleich gut stehen.

MfG
SupaNova
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #11 (permalink)  
Alt 08.01.2007, 00:10
ermattet
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Registriert seit: 10.2006
Beiträge: 73
Ich halte für den 1. d4-Spieler die CD "Roman´s Lab Volume 5: Complete and rapid opening repertoire for the tournament player-WHITE" für SEHR empfehlenswert. Wenn man dort zehn Stunden Zeit reinsteckt (besser nicht am Stück ..) sollte man eigentlich immer in ein jedenfalls ausgeglichenes Mittelspiel reinkommen, in dem man dann auch weiß, was zu tun ist. d.h. einen klaren Plan hat.

Die CD "Roman´s Lab Volume 6: Complete and rapid opening repertoire for the tournament player-BLACK" kann ich bezüglich ihrer Vorschläge auf e4 nur sehr bedingt empfehlen (Roman rät zu etwas, was der Philodorverteidigung ähnelt... sicher spielbar, aber nicht mein Geschmack), während der komplette Nimzo-Inder (d4 Sf6/ c4 e6/ Sc3 Lb4) sehr gut behandelt wird. Auch sonstige Züge im dritten Zug (an Stelle von Sc3) werden ausreichend dargelegt. Schließlich wird einem noch eine etwas spartanische, aber klare und brauchbare Ausrüstung gegen 1. c4 und 1. Sf3 an die Hand gegeben.

Fazit: Aus meiner Sicht sehr zu empfehlen!

Geändert von ermattet (08.01.2007 um 00:19 Uhr)
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #12 (permalink)  
Alt 08.01.2007, 23:33
Morgan
Neuling
 
Registriert seit: 01.2007
Beiträge: 4
Hallo ich muss sagen, es ist schon ein spitzen Thread.

Aber mir bleiben da jetzt schon einige Fragen.

Ich bin jetzt Siebzehn und durch reines Spielen komme ich einfach nichtmehr weiter...

So nun gehts ans studieren, dazu findet man hunderttausend Eröffnungsbücher und so weiter, habe mir jetzt noch mal den Chess Tutor angeschaft und werde ihn gründlichst durcharbeiten um versteckte elementar defizite aufzuspüren und auszumerzen!

Aber ich bin nun schon am überlegen wie ich das Training weiter gestalten soll, nun schreibst du man spielt das und das und merkt das und das und das das doch besser ist...

Nun will ich einfach mal freischnautze fragen, was soll ich nun Lernen und wie genau. Das wird mir noch nicht so richtig klar, nein ich erwarte keinen Trainingsplan aber schon einen Schubs in die richtige Richtung, an Lektüre habe ich, 102 mal kniffel Schach von Krystek, Schachbuch für kinder fortgeschrittene Markus Spindler (peinlich) und Spiele gute Eröffnungszüge von Edmar Mednis...
Hab nun aber auch nicht unbedingt das Geld mir neue anzuschaffen (die meist wirklich teuer sind), also was kann ich da nun machen?

Wir haben kein Training im Verein, geschweige den Leute die stark genug wären um andern was zu zeigen, bzw die Kenntnisse!

Danke im Vorraus für die Hilfe

Morgan
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #13 (permalink)  
Alt 08.01.2007, 23:58
ermattet
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 10.2006
Beiträge: 73
@ Morgan

Kuck dir mal auf dieser Seite die DVDs an. Ich gebe diesen Link, weil ich bisher keine andere Seite gefunden habe, wo die Scheiben so detailliert und übersichtlich beschrieben sind.

http://www.chessindiamart.com/chess_shop.htm
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #14 (permalink)  
Alt 09.01.2007, 00:37
Benutzerbild von Angie
Angie
IM des Forums mit 2 GM-Normen
DWZ/Elo: 2053
 
Registriert seit: 12.2006
Beiträge: 426
@ Morgan

- wie stark/schwach ( - sorry!) bist Du?

- die genannten Bücher sind imho nix Besonderes (aber es gibt Leute die saugen selbst aus "durchschnittlichen" Büchern Wissen auf wie ein Schwamm - wir haben einen im Club der hat nach 2 Jahren Kaffeehausschach und der Lektüre eines roro Taschenbuchs über Schach eine Ersteinstufung von 2150 erzielt! )

- und wir haben einen 2400er, der überhaupt nur Naturschach spielt (der hat noch nie ein Schachbuch von innen gesehen)!

- und wir haben Leute, die zumindest behaupten, eine Bibliothek von mehreren Dutzend Büchern abgearbeitet zu haben, die haben keine 1700.....
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  Anmerkungen zum Eröffnungsstudium Beitrag #15 (permalink)  
Alt 09.01.2007, 01:13
Bogoljubow
GM des Forums
 
Registriert seit: 09.2006
Beiträge: 449
Es gibt wohl kaum einen guten Spieler der jemals ein Schachbuch gelesen hat
Gehört wohl zur Selbstverklärung dazu Da kenne ich auch so einige - und von Eröffnungen haben sie natürlich auch keine Ahnung. Erzählen die doch alle. In Wirklichkeit findest du dann mehr Schachlektüre auf der Toilette als bei einem 1700er im Bücherregal Gehört irgendwie dazu.
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