Hallo BlindGuardian,
die mit weitem Abstand wichtigste theoretische Quelle dazu ist sicherlich:
Emms/Flear/Greet: Dangerous Weapons - 1e4e5
http://www.everymanchess.com/chess/b...ons%3A_1_e4_e5
Die letzten drei Kapitel enthalten auf 100 Seiten eine ausführliche Darstellung
des Mittelgambits mit 3.Dxd4 und zwar aus weißer Sicht!
(Ob das Buch bald ins Deutsche übersetzt wird, ist mir nicht bekannt, halte ich aber für möglich)
Interessant ist es allemal, auch wenn es bei exaktem schwarzen Spiel dem Anziehenden keinen Vorteil geben sollte. Vermutlich ist es eher so, daß "bei perfektem Spiel" (aber wer spielt schon so?) Schwarz nach 3.Dxd4 (oder auch schon nach 2.d4?!) minimal besser steht.
Praktisch dürfte das System natürlich gute Chancen bieten, wenn man sich einmal bißchen hineingefuchst hat, vor allem beim Spiel gegen Nicht-Meister und bei kürzeren Bedenkzeiten. Und wenn man es nicht ständig und als einzige Waffe gegen 1...e5 anwendet.
Es dürfte ähnlich wie viele andere Nebenvarianten zu bewerten sein: auf unterem Niveau kann es lange eine gute Waffe sein, auf höherem Niveau zumindest eine Zeit lang. Es ist nettes Taktik-Training und eine lustige Überraschungswaffe aber zum langfristigen Besser-Werden taugt es nicht viel.
tracke