So - dann will ich 'mal versuchen dem Beitrag neues Leben einzuhauchen!

(weil das Thema ja auch so schön umfangreich ist

)
1. Ich kann die weiter vorne zitierte Jussupow-aussage nachvollziehen, dass man in der Jugend positionell klarere, und damit für die Entwicklung nützliche Systeme alá Spanisch dem KG vorziehen sollte.
Meiner (und offensichtlich so - oder so ähnlich - auch seiner) Meinung nach ergibt das KG (im Besonderen das angenommene KG) sehr schnell einen Dschungel von konkreten und z.T. hochgradig irrationalen Varianten, in denen viele - sonst sehr nützliche - allgemeine Grundsätze über Entwicklung und (absichtliche) positionelle Schwächen in der Eröffnung wechselseitig ignoriert werden (müssen).
Die Gründe warum man das KG heute relativ selten sieht, sind imho vielschichtig.
a) auf Spitzenniveau herscht scheinbar die Ansicht, dass ein so früher (weißer) Versuch (unter Inkaufnahme positioneller und materieller Nachteile) unmotiviert ist, und wenig seriöse Aussicht auf einen w Vorteil birgt.
b) damit ist es keine "Modevariante" und wird in den darunter liegenden Leistungsklassen nicht so oft "kopiert".
c) in eben jenen (unter Profi) liegenden Klassen herscht (notwendigerweise) ein gewisser Pragmatismus im Aneignen eines Repertoires, womit - zum Reduzieren des anzueignenden Materials (lerntechnisch), die S en zu einer schnellen Abweichung im 2 oder längstens 3, 4. Zug neigen.
Man stelle sich vor: - ich erarbeite ein S Repertoire - gg. 1.e4 - mit 1. ... e5 -und wenn man methodisch tut müsste man sich lange vor der Verzweigung in Spanisch, Italienisch, Schottisch (im 3. w Zug) auch noch mit diversen Abarten des (ach so selten vorkommenden

) KG's herumschlagen - was also tun?
Richtig! - raus aus der Hauptvariante! - also 2. ....Lc5 - oder 2. ... d5
- alleine nach 2. ... ef4: gibts 3 ernsthaft in Frage kommende Systeme:
*) 3. Sf3
*) 3. Lc4 und
*) 3. Sc3 (und ev. 3.d4 - was oft zu ähnlichen Stellungen führt)
hmm - ist schon spät! - ich schreib' in den nächsten Tagen weiter!