Gegen wen spielt man nicht Wolga?
Gute Frage

Wenn man sich auf einen Spieler mit um die 2200 vorbereitet und sieht, dass er eine sehr angesehene Variante spielt mit der er sogar den ein oder anderen 2400´er schon geschlagen hat gehen ein paar Signallampen an. Könnte sein, dass er die Stellung verstanden hat, oder zumindest gut analysiert hat.
Unangenehm wäre es mir gegen Leute zu spielen, die Wolga Unterricht bei Zoltan Gymesi genommen haben. Guckt Euch mal an wie dieser GM seinen Springer nach c4 manövriert...
Auch Nebenvarianten können unter Umständen abschrecken. Es wäre nicht unbedingt klug sich in ein Wespennest von einer Mehrerfahrung von 20 Turnierpartien zu setzen, besonders wenn man davon ausgehen kann, dass der Gegner gewissenhaft seine Partien nachbereitet.
Genau wissen gegen wen man Erfolg mit Wolga hat und gegen wen nicht ist natürlich sehr schwer.
Es gibt aber eine Sorte von Spielern gegen die Wolga besonders "aussichtslos" ist.
Theoriehaie mit computergecheckten Schachretortenübersichten. In diesen Tabellen finden sich alle Infos zum zerstören der schönen schwarzen Stellung. Meist erkennt man diese Leute irgendwie.
Ich spiele Wolga besonders gerne gegen Leute die theoriefaul sind, oder von denen ich denke, dass ihnen der Stellungstyp nicht besonders liegt.
Auch unerfahrene Spieler tun sich oft schwer mit Weiß.
Ein Grund Wolga zu spielen ist natürlich auch, dass der Gegner eine Variante spielt die man als problemlos, oder sogar wünschenswert für Schwarz einstuft.
Wirklich aussichtslos ist Wolga freilich nicht, aber man muss individuell von Gegner zu Gegner entscheiden ob man mit Schwarz nicht doch das angenommene Damengambit oder die Tartakower Variante spielt um ein remis zu erreichen (wenn man solche Alternativen hat).