Hallo schachschwabe!
1. ist es nicht üblich sondern vielmehr irreführend, in der Kurznotation den weißen und den schwarzen Halbzug durch einen Bindestrich zu trennen. Das kann auch durch ein Leerzeichen oder ein Komma geschehen. Der Bindestrich kommt in der Schachnotation nur bei der Rochade vor oder als "zieht-nach-Strich" bei der Langnotation. Also etwa: 1. e2-e4, e7-e5 usw.
2. soll der 5.Zug von Weiß bestimmt d2-d3 sein, oder?!
3. ist die Eröffnung eindeutig Italienisch. Wenn man will, erst Italienisch, dann Zweispringerspiel, dann ruhiges Italienisch oder Italienisches Vierspringerspiel. Das ist aber keine neue Eröffnung sondern höchstens eine neue Variante. (Vermutlich noch nicht mal das)
4. lohnt die Variante aber keine große Untersuchung (oder gar einen eigenen Namen), da sie tendenziell minderwertig ist. Wie Wolfgang01 schon bemerkte, ist das Springeropfer wohl einfach inkorrekt! Schwarz spielt vermutlich am einfachsten 9...Lc5-e7 und hebt die Fesselung einfach auf, wonach der weiße Angriff schon größtenteils verpufft ist.
5. schreibst Du nicht genau, für welche Seite Du eine neue Idee hast. Vermutlich ist das Weiß, aber dann solltest Du entweder angeben, ab wo Deine Idee beginnt oder aber viele (alle plausiblen!) schwarze Alternativen gleich mitanalysieren!
6. ist die Idee des Springeropfers auf g5 natürlich eine wichtige taktische Idee, insbesondere FALLS Schwarz h6+g5 spielt, NACHDEM er kurz rochiert hat UND NACHDEM er mit ...d6 seinen Lc5 ausgeschlossen hat. Besonders, FALLS Weiß mit Sc3-d5 oder Öffnung der f-Linie fortsetzen kann, was aber auch nicht immer einfach ist (...Lc5-b4xSc3, ...Lc8-e6xSd5). - Schwarz kann auch versuchen, den gefesselten Sf6 anders als mit der Dame zu decken, etwa den Tf8 nach e6 oder g6 bringen. Oder Sc6-b8-d7. Vermutlich möchte Weiß seine Dame nach g3 oder h4 bringen (Df3, Kg7 hält zunächst einmal): auf h4 wird sie eventuell durch Tf8-h8 belästigt, nach Dg3 geht manchmal ...Sf6-h5 mit indirektem Damentausch.
Dies alles sind nur ein paar Ideen, manchmal ist so ein Opfer gut, manchmal schlecht, häufig unklar - da muß man jeweils ganz genau und tief rechnen! Bzw. es ausprobieren und dann irgendwann die Erfahrung besitzen!
7. folgt aus dem eben Gesagten im Umkehrschluß natürlich auch einiges andere: z.B. daß Schwarz vielleicht ...g5 nicht spielen sollte, oder vielleicht ist auch die schwarze Rochade bißchen früh (lieber erstmal ...d6, um Dg4 zu verhindern und immer Lc8-e6 zur Verfügung zu haben). Und Weiß sollte Lg5 auch erst spielen, wenn Schwarz schon rochiert hat?!
8. ist die konkrete Zugfolge schon allein deswegen unwichtig, weil Schwarz viel früher deutlich besser spielen kann, nämlich das Scheinopfer 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6
4.Sc3 Sxe4! mit mindestens gleichen Chancen für Schwarz!
9. ist natürlich eine Zugumstellung möglich, statt 4.Sc3 also
besser 4.d3 Lc5 5.Sc3 mit Übergang in Deine Variante. Aber hier ist Schwarz natürlich nicht zu 4...Lc5 verpflichtet (was aber auch nicht schlecht ist, sofern man es richtig weiterspielt!), möglich (und üblicher!) sind 4...Le7 oder 4...h6, was zwar nicht so aktiv aussieht, aber dem Nachziehenden doch gute Chancen (in einer asymmetrischen Stellung!) verspricht, da 4.d3 auch nicht so furchtbar aggressiv war.
10. solltest Du Dich von all diesen Einwänden nicht allzu sehr abschrecken lassen, aller Anfang ist schwer!
Beste Grüße, tracke