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30.05.2005, 01:55
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B3 in eröffnungen
Da ich ja, wie immer, auf der Such nach offensiven eröffnungen bin, hab ich (wieder mal) ne Frage dazu.
In welchen eröffnungen spielt b3 eine rolle bzw. kann man b3 sinnvoll mit einbauen? Larsens idee kenn ich schon, aber welche andren gibts noch?
peace
ps: bevor die admins wieder stressen, ich hatte keine ahnung in welchen bereich mein Post reinpasst
Geändert von Phate (30.05.2005 um 01:58 Uhr)
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30.05.2005, 14:05
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Also, ich spiele gerne in der sizilianischen Eröffnung nach 1.e4 c5 2.Sf3 e6 das Damenfianchetto 3.b3. Desweiteren gäbe es natürlich auch Damenindisch, auch wenn dort das Fianchetto auf schwarzer Seite stattfindet und daneben kann man es noch sicherlich genügend Nebenvarianten in Englisch oder nach 1.d4, die alle spielbar sind.
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31.05.2005, 22:14
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hmmm..wie siehts mit nimzowisch-larsen aus? ist die eröffnung solide genug?
und kann man d4 mit b3 "paaren"?
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31.05.2005, 23:18
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Garry des Forums
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Solide genug ist 1.b3 auf jeden Fall - es bleibt nur die Frage, ob es zu harmlos ist.
Wie ich im betreffenden Thread unter "Spezialsysteme" schon angedeutet habe, sollte Weiß sehr flexibel sein, wenn er aus 1.b3 etwas herausholen möchte. Manchmal muß er a la Bird mit e3+f4 spielen, manchmal englisch mit e3+c4, manchmal a la Colle-Zukertort mit e3+d4, manchmal a la Reti mit Sf3+g3, manchmal konkret/taktisch mit e3+Lb5, manchmal a la Hippo im Anzug. Jedenfalls, wenn er mehr als Ausgleich will. Wenn Weiß immer nur eines dieser Schemata runterspult, gibt es immer irgendeine sehr bequeme Fortsetzung für Schwarz. Umgekehrt muß Weiß also erstmal 1.b3/2.Lb2 (und vielleicht noch das relativ universale 3.e3) spielen und dann genau gucken, inwieweit Schwarz sich im Zentrum festgelegt hat. Und dann flexibel reagieren, wozu er aber ALLE oben genannten Stellungstypen (und noch paar weitere) gut kennen sollte.
Sowas wie Colle-Zukertort bzw. Tartakower im Anzug (d4+e3+Sf3+Le2+b3+Lb2) kann Weiß natürlich immer spielen, ohne gleich schlechter zu stehen. Richtig sinnvoll nach 1.b3 ist es aber nur nach 1.b3 d5 2.Lb2 c5 3.e3 a6!? 4.Sf3 Sc6 5.d4! . Hier kann Weiß argumentieren, daß a7-a6 ein halber Tempoverlust ist: Der Lf1 will sowieso nach d3/e2 und nicht nach b5, und in Colle-Zukertort ist a6 nicht immer notwendig oder sinnvoll. Aber dies sind sehr kleine Feinheiten.
tracke
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31.05.2005, 23:32
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hmmmm..nimzowitsch-bird hast du garn nich erwähnt oder? ich spiele bird-larsen, also b3 mit f4, damit ich angriff kriege, was oft genug der fall ist...allerdings langweiligt mich die eröffnung auch des öfteren, weil es halt immer das gleiche ist. Ich hab ehrlich gesagt auch nicht allzuviel lust, viele nebenvarianten zu büffeln sondern will einfach ne gute eröffnung spielen, wo ich angriff hab. Kann man nicht auch als weißer die eröffnung lenken? also anstatt mit b3 zu eröffnen es erst später spielen? bei bird-larsen gehts...
nimzowitsch-bird ist doch b3 und sf3 oder?
Thx das du immer so viel postest tracke
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01.06.2005, 00:50
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Hallo Phate!
Ich weiß nicht, was Du unter Nimzowitsch-Bird verstehst. Unter Bird-Larsen verstehen wir alle f4 nebst b3, unter Nimzowitsch-Larsen verstehe ich (sowie eigentlich alle mir bekannten Autoren) 1.b3 oder 1.Sf3/2.b3 : Sf3 (ohne vorheriges f4) kommt also sehr häufig vor, ist aber kein Systemzug (es gibt nach 1.b3 Varianten mit Se2 oder gar Sh3), auch wenn Nimzowitsch selbst meist 1.Sf3 gezogen hat (oft mit 2.e3 oder gar 1.e3 vor späterem b3).
Nach 1.f4 ist Bird-Larsen kaum zu erzwingen. Nach 1...g6 sowieso nicht, und nach 1...d5 wäre 2.b3?! ungenau, nach 2.Sf3 oder 2.e3 hat Schwarz aber 2...g6!.
Nach 1.b3 muß man nicht Nebenvarianten büffeln sondern Hauptvarianten kennen und verstehen. Nimzo-Larsen ist ein Zugumstellungs-Universum, falls man Bird-Larsen, Zukertort, Reti, Englisch usw schon verstanden hat. Natürlich gibt´s auch paar eigenständige Varianten nach 1.b3, etwa 1...e5 2.Lb2 f6 3.e4! oder 1...d5 2.Lb2 Lg4 3.f3!?. Aber viel macht das nicht aus.
Ähnlich wie 1.g3. Es ist Blödsinn, mit 1.g3 der Theorie auszuweichen. Aber wenn man Reti, Katalanisch, Grünfeld-im-Anzug, Königsindisch-im-Anzug, 2.g3 gegen Holländisch, Geschlossenen Sizilianer usw. alles verstanden hat (und auch deren Theorie beherrscht!), dann kann man mit 1.g3 Zugumstellungsschweinereien versuchen.
Ohne eine gründliche Kenntnis von 1.e4 und 1.d4 sind alle anderen ersten Züge zum Scheitern verurteilt: das endet nur in Kaffeehaus-Schach.
Es gibt keine guten Eröffnungen ohne Theorie; was für ein naiver Gedanke!
Und wenn doch, dann bildet sich sofort Theorie dazu. Wenn Weiß irgendwo großen Vorteil hat, spielt Schwarz das nicht mehr. Wenn Schwarz irgendwo klaren und einfachen Ausgleich hat (oder gar Vorteil), sucht Weiß sich was anderes. Nur dort, wo Weiß langfristig so 52-55% scort, haben beide Seiten ein Interesse daran, die Variante auch weiterhin zu spielen und zu untersuchen: es entwickelt sich Theorie!
Das ist fast schon Evolutionsbiologie: nur lebensfähige Varianten vermehren sich. Und Symbiosen entwickeln sich nur, wenn beide Einzelorganismen den anderen nicht zerstören. Selbst Parasiten müssen ganz sachte mit dem Wirtstier umgehen.
tracke
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01.06.2005, 08:29
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wenn man also sf3 im ersten oder zweiten zug spielt, kann ja, zumindest vorläufig der f bauer nicht mehr bewegt werden, was ja dann schon einen krassen unterschied zu bird-larsen eröffnung macht...was für ziele hat dann nimzowitsch-larsen?
gruß
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01.06.2005, 10:13
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Ziele ??
1. Man entwickelt mit b3/Lb2 eine Leichtfigur
2. Man kontrolliert wichtige Zentrumsfelder
3. Man ist flexibel bezüglich des weiteren Verlaufes
4. Man ärgert die 1...g6/2...Lg7-gegen-alles-Idioten
tracke 
PS:
Wenn ich 1.b3 spiele, kommt Sg1-f3 (wenn überhaupt)
frühestens im 4.Zug, eher im 5. oder im 6.Zug.
Aber das weiß ich bei 1.b3 doch noch nicht.
PPS:
Dieser Thread gehört wirklich unter "Spezialsysteme".
Unter den dortigen Threads wurde auch schon einiges
gesagt, langsam wiederhole ich mich. - Von meiner
Seite ist alles gesagt, ich will hier ja kein Buch über
1.b3 schreiben, davon gibt´s schon genügend.
Geändert von tracke (01.06.2005 um 10:21 Uhr)
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01.06.2005, 11:49
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Noch ein kleines Variantenbeispiel zum Abschluß
(bzgl. notwendiger Theoriekenntnis bei 1.b3):
Man schaue sich mal die Hauptvariante des Geschlossenen Sizilianers (B25) an:
1.e4 c5 2.Sc3 Sc6 3.g3 g6 4.Lg2 Lg7 5.d3 d6 6.f4 e6 7.Sf3 Sge7 8.0-0 0-0 9.Le3 Sd4
Eine klassische Stellung, gehört zur Allgemeinbildung eines Turnierspielers.
Zu dieser Struktur findet man z.B. Weißpartien von Smyslow, Spasski oder Short;
mit Schwarz hat wohl jeder Weltklassespieler das mal auf dem Brett gehabt.
Diese Stellung ist strategisch sehr interessant und auch taktisch nicht ganz ohne (10.e5!?).
Vermutlich herrscht unklarer Ausgleich, mit mikroskopischem Vorteil für Weiß, der aber
viel zu klein ist, um das System für die Mehrheit der 1.e4-Profis interessant zu machen.
Sobald man dies alles verstanden hat (bzw. als Amateur zumindest halbwegs inhaliert hat),
kann man sich natürlich fragen, wie es denn mit Schwarz am Zug wäre. Das wäre dann Englisch
(A26, 1.c4 e5 2.Sc3 Sc6 3.g3 g6 ...), dann sieht "die Theorie" einen mikroskopischen Vorteil
für Schwarz (in der Sizilianisch-Stellung mit Schwarz am Zug; also für Weiß in Englisch)
nach Se7-c6 oder Ta8-b8 (also 10.Sec3 bzw. 10.Tb1). Man kann aber die vorherigen Pläne
nicht einfach eins-zu-eins übertragen, das eine Tempo macht schon kleine/große Unterschiede,
auch in Bezug auf vorherige Abweichungen. Wer die Sizilianisch-Stellung also perfekt beherrscht,
muß in der Englisch-Stellung immer noch genug denken (egal welche Seite er spielt).
So, und nun nimmt Schwarz in der Sizilianisch-Stellung einen Zug zurück (nämlich 0-0),
spielt dafür aber zwei Züge (b7-b6 und Lc8-b7), dann ist Weiß wieder am Zug!
Wie ist denn nun diese Stellung zu bewerten?? Gar nicht so einfach, dabei ist dies von
größter Wichtigkeit für den 1.b3-Spieler (1.b3 e5 2.Lb2 Sc6 3.e3 d6 4.c4 g6 5.Sc3 Lg7
6.g3 f5 7.d3 Sf6 8.Lg2 0-0 9.Sge2 Le6 10.Sd5, tausend Zugumstellungen sind möglich),
denn dies ist der einzige Weg für Weiß, gegen 1.b3 e5 2.Lb2 Sc6 3.e3 d6 etwas herauszuholen!
Vermulich hat Weiß (aus 1.b3-Perspektive, also Schwarz im doppelt modifizierten Sizilianer)
tatsächlich einen leichten (winzigen?, mikroskopischen?) Vorteil. Um den aber auszuspielen,
sollte er möglichst die umfassende Theorie der Sizilianisch-Stellung sowie die nur etwas
umfangsärmere Theorie der Englisch-Stellung beherrschen, auch wenn es zur eigentlich
interessierenden 1.b3-Stellung praktisch keine Theorie gibt!
Und von dieser Art gibt es noch paar Dutzend weitere Standard-Theoriestellungen aus
diversen Eröffnungen (Englisch, Reti, Colle, Holländisch, Nimzo-/Damenindisch, Königsindisch),
die man als Weißspieler beherrschen sollte, bevor man zu 1.b3 greift!
Jedenfalls, wenn 1.b3 Erfolg bringen soll.
Dazu kommen natürlich noch einige Varianten, die taktisch bedingt nur über 1.b3 entstehen
können, die weder durch Zugumstellung noch farbvertauscht woanders vorkommen.
Also: bitte erst 1.e4 und 1.d4 verstehen. Wenn 1.d4 gefällt, kann man mal 1.c4/1.Sf3 versuchen.
Und wenn man damit einige Erfahrung hat, darf man vielleicht mit 1.g3 oder 1.b3 herumspielen.
tracke
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04.06.2005, 15:57
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1.e4 c5 2.Sf3 3.b3
Ich möchte James Bond 007 in der sizilianischen Eröffnung nach 1.e4 c5 2.Sf3 in 3.b3 bestätigen und fragen, warum nur nach 2.-e6 3.b3?
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05.06.2005, 18:29
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Zitat:
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Zitat von WilhelmHH
Ich möchte James Bond 007 in der sizilianischen Eröffnung nach 1.e4 c5 2.Sf3 in 3.b3 bestätigen und fragen, warum nur nach 2.-e6 3.b3?
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Bei mir hat sich das in der Zeit einfach so aus meinem Repertoire ergeben. Nach 2. ...d6 bevorzuge ich lieber die klassischen Hauptvarianten, nach 2. ...Sc6 ebenfalls. Eigentlich könnte ich auch nach 2. ...e6 die Hauptvarianten spielen, aber wenn jemand das Paulsen-System in der Hauptvariante spielt, wird er sich im Normalfall besser auskennen, als ich, selbst wenn ich die ein oder andere Variante nach 3.d4 gebüffelt habe.
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05.06.2005, 20:36
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Ich spiele 1. f4 und habe eigentlich keine Ahnung von Aufbauten mit b3...
Ist ein Aufbau mit d5 und Sc6 ( ohne c5!) schlecht gegen b3 Aufbauten?
Weil ggf. könnte ich das ein wenig in mein Reportoire aufnehmen...
Oder allgemeiner gefragt...
wann spielt man im Larsen f4 ( und erhält mindestens Ausgleich von der Theorie her und praktische Chancen auf Vorteil...)....
kann ich mir larsen mit f4 so vorstellen, dass der Weiße sich damit auf einen Angriff am Königsflügel festgelegt hat oder gibt es noch eventuelles Zentrumsspiel?
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05.06.2005, 20:58
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Nimzowitsch-Bird???
Hallo Phate, ich weiß auch nicht, was Du unter Nimzowitsch-Bird verstehst.
Nimzowitsch-Larsen ist 1.b3.
Hallo Scipio, Aufbau mit d5 und Sc6 (ob mit oder ohne c5) gegen b3 Aufbauten lassen Lb5 zu. Wie bei NimzoIndisch geht es um Zentrumsfelder.
1.b3 legt sich noch nicht allzu fest wie 1.f4. Welchen Aufbau bevorzugst du
bei 1.f4 d5?
Das du als 1. f4-Spieler keine Ahnung von Aufbauten mit b3 hast überrascht mich bei deiner DWZ. Bist du noch Jugendlicher?
Aber es gibt natürlich auch 2.g3 nach 1.f4 d5. Aus dem Stonewallansatz 2.e3, 3.Le2 oder Sf3 nach 1.f4 d5 kann sich auch noch b3 ergeben.
1.b3 e5 2.Lb2 Sc6 3.e3 d5 4.Lb5 Ld6 5.f4 Zentrumsspiel.
Geändert von WilhelmHH (05.06.2005 um 21:11 Uhr)
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05.06.2005, 21:09
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Okay, der Titel dieses Threads ist natürlich etwas schwammig - ich hatte "b3 in Eröffnungen" bisher schwerpunktmäßig auf 1.b3 und 1.f4/Sf3 nebst b3 bezogen. Es gibt natürlich sehr viele Eröffnungsvarianten, in denen Weiß b3 in der Eröffnungsphase spielt.
1.) Zentral ist natürlich der Nimzowitsch-Larsen-Angriff 1.b3 nebst 2.Lb2, wo Weiß unmittelbar die Diagonale besetzt.
2.) Weiter gibt es einige dem Nimzo-Larsen-Angriff sehr nahestehende Varianten, wo Weiß anders als mit 1.b3 beginnt, oft um der prinzipiellen Antwort 1.b3 e5! auszuweichen. Also etwa (Bird, Reti, Englisch):
1.f4 d5 2.Sf3 Sf6 3.e3 e6 4.b3
1.Sf3 d5 2.c4 e6 3.e3 Sf6 4.b3
1.c4 c6 2.g3 d5 3.Sf3 Sf6 4.b3
Hier paßt b2-b3 sehr gut ins System, aber (abhängig vom schwarzen Aufbau nach 1.f4/1.Sf3/1.c4) nicht immer.
3.) Dann gibt es etliche Varianten in Haupteröffnungen nach 1.d4 oder 1.c4, wo Weiß b2-b3 oft erst um Zug 5-8 herum spielt, nachdem die grundsätzlichen Zentrumsfronten aber schon geklärt sind, etwa:
1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.e3 e6 4.Ld3 c5 5.b3 (Colle-Zukertort)
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 e6 5.e3 Sbd7 6.Dc2 Ld6 7.b3 (Anti-Meraner)
1.d4 f5 2.g3 Sf6 3.Lg2 e6 4.Sf3 Le7 5.0-0 0-0 6.c4 d6 7.b3 (Klassisches Holländisch)
1.d4 f5 2.g3 Sf6 3.Lg2 g6 4.Sf3 Lg7 5.0-0 0-0 6.b3 (Leningrader System)
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sf3 Lg7 4.g3 0-0 5.Lg2 d6 6.0-0 Sbd7 7.Sc3 Te8 8.b3 (Königsindisch-Fianchetto)
sowie unzählige weitere Varianten in vielen indischen Systemen.
4.) Im Gegensatz zu 2+3, die auch nach frühem b3 (1.-3.Zug) entstehen können und dies auch oft tun, haben die exotischen b3-Systeme nach 1.e4 eigentlich sehr wenig mit 1.b3 zu tun. Der weiße Bauer auf e4 ist eben ein konkretes Angriffsziel für Schwarz (Sg8-f6, d7-d5) und b2-b3 ist eben ein "langsamer" Zug, sodaß weißes b2-b3 meist sehr harmlos ist, da Schwarz Zeit zum Zentrumsgegenschlag erhält.
1.e4 e6 2.b3
1.e4 c6 2.b3
1.e4 c5 2.b3
1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.b3
1.e4 Sf6 2.e5 Sd5 3.c4 Sb6 4.b3
5.) Und dann ist mir noch was eingefallen, wo b2-b3 bar nicht zu Entwicklungszwecken sondern zur Verteidigung gespielt wird:
1.d4 d5 2.Lg5 c6 3.e3 Db6 4.b3
b3-Varianten wie bei 4. und 5. haben eigentlich keinen inneren Zusammenhang, weder untereinander noch mit 1.b3, es sind halt einzelne Varianten mit sehr konkreten Gegebenheiten.
* * *
Sizilianisch mit 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.b3 wird fast eigentlich nur von Spielern angewendet, die sonst 2...Sc6/d6 3.Lb5(+) spielen. Die also 2.Sf3 spielen aber keinen offenen Sizilianer haben wollen. In diesem Sinne paßt 2...e6 3.b3 sehr gut zu den Lb5-Varianten. Zum einen kann das Spiel mit 4.Lb5(+) noch übergehen, falls Schwarz 3...Sc6/d6 folgen läßt. Zweitens wirkt b3/Lb2 genau wie Lb5 gegen die schwarzen Zentrumsfelder. Drittens bekommt das Spiel auch eher einen strategischen Charakter. Und im Unterschied zu 2.b3 verliert Schwarz nach 2.Sf3 e6 3.b3 ein Tempo, falls er die optimale Zentrumsstruktur c5+d6+e5 anstrebt.
tracke
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05.06.2005, 21:16
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Nunja, ich war auch bis vor kurzem 1.f4 - Spieler, kam aber zu dem Schluss, dass wenn ich mich auch technisch verbessenr will, ich wohl vorerst mit einer gewöhnlicheren Eröffnung spielen muss. Dieser Entschluss erwies sich übrigens spieltchnisch als positiv, zumal ich wohl "zu der Zeit" (is ja max. nen halbes Jahr her) zu stark auf baldigem b3 fixiert war. Jetzt meine ich, dass es, wenn man schon 1. f4 spielen muss (was ich immer noch manchmal als kleine Überraschungswaffe tue), baliges g3 dem b3 vorzuziehen ist. Nach b3 fiel mir oft das Entwickeln des Damenspringers schwer.
Naja, generell gibt es nicht besonders viele Varianten, die schlecht gegen die Bird-Eröffnung wären. Mir selbst machen mehr diese sorgen, wo früh ... e5 gespielt wird. Ich denke mal du hast die Vermutung, dass durch b3 auch bald c4 vorgestoßen werden kann. Dieser Vorstoß lohnt sich meines Erachtens aber nur, wenn Schwarz nicht irgendwann mal c5 gespielt hat und dahinter seinen Springer postierte. Naja, also ohne c5 kann Weiß auch am Damenflügel aktiv werden, bekommt aber durch beiderseitige Bauernschwäche gegen ruhige Spieler bald Probleme...
Also mir gefällt der Aufbau nicht (mehr) ^^
Im Larsen kommt auch nicht selten der Zug f4, dann aber meist erst, wenn er auch wirklich Angriff verspricht. Ich selbst wählte sogar einmal den Umweg über 1.b3 d5 und 2. f4 um in die Bird-Eröffnung zu gelangen, um das sofortige Froms-Gambit zu umgehen.
Man sollte aber noch sagen, dass nach 1.b3 e5 der Zug f4 langfristig erstmal blockiert ist. Als Bird-Spieler also eine heikle Sache zuerst den Damenbauernzug zu wählen.
So, die erwähnte Partie von oben:
Nogatz,F (1196) - Krannich,S (1525) [A01]
3. Apotheken-Turnier Görlitz 2005 (3), 24.03.2005
1.b3 d5 2.f4 b6 3.e3 Lb7 4.Lb2 e6 5.Sf3 Sd7 6.a4 Sgf6 7.Sa3 a6 8.d3 c5 9.h3 h5 10.Le2 h4 11.Dd2 Dc7 12.0-0-0 Sh5 [12...0-0-0 13.Se5 Sxe5 14.Lxe5] 13.Se5 Ld6 14.Lxh5 Lxe5 15.Lxf7+ Kxf7 16.fxe5 Sxe5 17.d4 Sd7 18.Thf1+ Sf6 19.Tf2= Taf8 20.e4 Ke8 [20...dxe4 21.dxc5] 21.dxc5= Sxe4 22.Txf8+ Txf8 23.cxb6 Dxb6 24.De2= g5 25.Ld4 Dc7 26.Le3 Df7 27.Ld2= Df2 28.Dh5+ Kd7 29.Lxg5 Tf5?? 30.Dh7+ ½-½
So, in der aktuellen Rochade steht ebenfalls noch ne Partie dazu drin:
Quelle: Rochade Europa 6, Juni 2005, Seite 36
Koch, H. - Siegmund, R. [A03]
Liechtenstein-Open Seniorenklasse
1.b3 c5 2.Lb2 d5 3.e3 Sc6 4.Lb5 Ld7 5.Sf3 Sf6 6.Lxc6!? Lxc6 7.Se5 e6 8.0-0 Le7 9d3 Tc8 10.Sd2 0-0 11.f4! b5! 12.Tf3 Lb7?! 13.Th3 c4 14.Ld4! cxd3 15.cxd3 Dc7 16.Sdf3 Dc2 17.De1! Tc7 18.Dh4 h6 19.g4! Se4 20.g5 Sd2? 21.Se1
1:0
(Alle Angaben wie immer ohne Gewähr ^^)
Falco
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gibt es die Eröffnung
1.e4 g6 2.d4...
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Aljechin-Verteidigung: HI,
kennt jemand die Aljechin-Verteidigung: ...
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