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28.02.2005, 19:24
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1.Sh3
Hat schon mal einer diese Eröffnung probiert: 1.Sh3?
Das sieht zwar reichlich unlogisch aus, aber der Springer strebt nach f2 und hat von dort e4 und g4 im Visier. Der weitere Aufbau des Königsflügels könnte so aussehen: g3, Lg2, f4 und dann Sf2.
Man könnte eigentlich nicht davon reden, dass Weiß das Zentrum aufgibt. Besetzt Schwarz das Zentrum mit Bauern, hat man die Möglichkeit, mit Figurendruck und eigenen Bauern dieses Zentrum anzugreifen.
Den Eröffnungsvorteil wirft man damit jedenfalls nicht so offensichtlich weg, wie bei Grobs 1.g4, oder?
Ich würde das gern mal als unorthodoxe Überraschungswaffe ausprobieren. Hat jemand damit mal Erfahrung gemacht?
Edit:
Die Eröffnung heißt Amar- oder Pariser Eröffnung. Ein verrücktes Gambit gibt es auch:
(aus einem anderen Thread über ECO-Codes)
Zitat:
[ECO "A00"]
[Opening "Amar gambit"]
1. Nh3 d5 2. g3 e5 3. f4 Bxh3 4. Bxh3 exf4
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Sieht sogar ganz lustig aus.
Geändert von Yossarian (28.02.2005 um 21:40 Uhr)
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01.03.2005, 08:12
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Im Kaissiber Nr. 5 (1998) ist ein längerer Artikel von IM Welling über die Amar Eröffnung bzw. über das Amar Gambit zu finden. Ist sehr informativ und nett geschrieben.
Selber gespielt habe ich es noch nie......
Geändert von Unorthodox (01.03.2005 um 08:47 Uhr)
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01.03.2005, 15:22
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Garry des Forums
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Sf3 muss besser sein als Sh3, da der Springer von f3 aus mehr Zentrumsfelder bzw. Felder generell unter Kontrolle nimmt...
logisch oder? *gg*
also wer das wirklich spielen will, sollte erstmal obige Aussage widerlegen
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01.03.2005, 16:35
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Sf3 blockiert aber den f-Bauern, der in dieser Eröffnung sicher nicht selten nach vorn gespielt wird.
Versuch doch erstmal diese Aussage zu widerlegen 
Also ich würde wnen ich Sh3 spielen will wohl eher 1. h4 spielen... Okay, auch ziemlich verrückt, aber warum nicht? So schlimm finde ich 1. Sh3 übrigens gar nicht, auch wenn es gewiss bessere Züge gibt (wie gleich 1. f4  )
MfG Falco
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01.03.2005, 17:02
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*Heul*
Diese Eröffnung wurde auch schon getestet!
sicher kannst du Sh3 spielen nur was bringt das??
1.Sh3 d5 2. g3 e5 3.f4 lxh3 lxh3 exf4
welche kompensation hast du????
und 1. h4 verhindert schon mal die kleine rochade und bietet daher den könig als angriffziel im zentrum oder am D-Flügel
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01.03.2005, 17:53
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Nach den Zügen 1.Sh3 e5 2.g3 d5 3.f4 Lxh3 4.Lxh3 exf4 5.0-0 fxg3 6.hxg3 stellt sich die Frage nach der Kompensation:
Weiß hat rochiert, der weißfeldrige Läufer besitzt die Diagonale h3-c8 und strahlt ins gegnerische Lager, Tf1 fokusiert f7, Weiß besitzt das Läuferpaar in einer offenen Stellung - insgesamt erinnert die Stellung an ein Königsgambit! Und ähnlich wie im KG hat der geschwächte K-flügel erstmal nur sekundäre Bedeutung. Weiß hat daher m.E. ausreichend Kompensation und anscheinend reicht die auch zum Gewinnen, wie folgende Partiebeispiele mit namenhaften Weißspielern belegen:-).
Tartakower - Lilienthal (Paris 1933)
1.Sh3 d5 2.g3 e5 3.f4 Lxh3 4.Lxh3 exf4 5.0-0 fxg3 6.hxg3 Sf6 [6...Ld6 7.e4 Dg5 (7...Lxg3? 8.Df3; 7...dxe4 8.Dg4±) 8.Df3 Dxg3+ 9.Dxg3 Lxg3 10.Lc8!] 7.d3 Sc6 8.Sc3 Ld6 9.Lg5 Lxg3 10.Lxf6 gxf6 11.e4 Tg8 12.Sxd5! Le5+ 13.Kh1 Dd6 14.c3 Tg3 15.Dh5 Txd3 16.Tad1 Txd1 17.Txd1 Se7 18.Se3 Dc5 19.Dxh7 [19.Ld7+!] 19...Sc8 20.Dg8+ Schwarz gab auf!
IM Welling - Peleman (Gent Open 1986)
1.Sh3 d5 2.g3 e5 3.f4 Lxh3 4.Lxh3 exf4 5.0-0 fxg3 6.hxg3 Dd6 7.Tf3 Sd7 8.d4 0-0-0 9.Lf4 Dg6 10.Sc3 Ld6 [10...c6 11.Sxd5!] 11.Sxd5 Lxf4 12.Sxf4 Dh6 13.Lg2 Sgf6 14.Tb3 Sc5 15.Tb5 g5 16.Sh3 Sce4 17.Dd3 c6 18.Ta5 Kb8 19.Tf1 The8 20.Taf5 Td6 21.c3 Tde6 22.Te5 a6 23.Tff5 Sd6 24.Txg5 Sd7 25.Txe6 Txe6 26.Tg8+ Ka7 27.Sf4 Tf6 28.e4 Txf4 29.gxf4 Dxf4 30.Df1 De3+ 31.Df2 Dc1+ 32.Kh2 Dh6+ 33.Lh3 Sxe4 34.Df3 f5 35.Dxf5 Sdf6 36.Tg2 Dh4 37.Te2 Dg3+ 38.Kh1 h5 39.Lg2 Dh4+ 40.Kg1 Sg3 41.Dc5+ Kb8 42.De5+ Schwarz gab auf!
Harnett - G.Müller (Guernsey 1980)
1.Sh3 d5 2.g3 e5 3.f4 Lxh3 4.Lxh3 exf4 5.0-0 fxg3 6.e4? (das inkorrekte kompromittierende Amar Gambit) gxh2+? [6...Dh4! 7.Df3 Sf6 8.Df5 Sc6 9.Kg2 Dxe4+!-+] 7.Kh1 dxe4 8.d3 Sf6 9.Sc3 exd3 10.Lg5 Le7 11.Df3 0-0 12.Tae1 Sc6 13.Dg2 Sh5 14.Lxe7 Sxe7 15.Lg4 d2 16.Te5 Sf6 17.Txf6 gxf6 18.Td5 Db8 [18...Sxd5? 19.Lf5+ Kh8 20.Dh3;
18...Dxd5!? 19.Sxd5 Sxd5 20.Dxd5 Tad8÷] 19.Th5 Kg7 20.Dxd2 Th8 21.Dh6+ Kg8 22.Se4 Schwarz gab auf!
Aber ich weiss schon, es kommen trotzdem sicher Posts mit Varianten und "Schwarz steht solide"-Kommetaren*g*. (Achtung: Schachprogramme raffen diese Art von "modernen" Eröffnungen (noch?!) nicht....also lieber selbst ein bißchen probieren*g*).
Letztlich ist bis jetzt keine Widerlegung des Amar gambits bekannt.
Geändert von Unorthodox (01.03.2005 um 18:44 Uhr)
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01.03.2005, 22:25
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Zitat:
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Zitat von Unorthodox
Nach den Zügen 1.Sh3 e5 2.g3 d5 3.f4 Lxh3 4.Lxh3 exf4 5.0-0 fxg3 6.hxg3 stellt sich die Frage nach der Kompensation:
.....
.....
Weiß hat daher m.E. ausreichend Kompensation und anscheinend reicht die auch zum Gewinnen, wie folgende Partiebeispiele mit namenhaften Weißspielern belegen:-).
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Najut, als Beleg sähe ich dann aber lieber auch namhafte Schwarzspieler als Gegner. 
Ich hab heute mal versucht, per Google etwas zur Amar-Eröffnung zu finden. War leider nicht viel außer eines Verrisses durch Eric Schiller hier.
Damit und ein paar Partien von Chessbase hab ich mich etwas beschäftigt. Zum Amar-Gambit (1.Sh3 e5 2.g3 d5 3.f4 Lxh3 4.Lxh3 exf4 5.0-0 fxg3 6.hxg3)
Schiller verreißt es in dem PDF zunächst mal völlig: "The Paris Gambit was perhaps inspired by an overconsumption of wine, because it combines a pawn sacrifice with a drunken knight move and stations the bishop somewhat unnaturally at h3."
Ich finde, er übertreibt etwas. Je nachdem, wie Schwarz jetzt fortsetzt, wird es für den weißen König aber durchaus gefährlich, wenn Weiß jetzt nur einen winzigen Fehler macht. Schiller führt aber nur 6...Sf6 aus der genannten Partie Tartakower-Lilienthal an.
- 6...Sf6 7.d3 Sc6 8.Sc3 Ld6 (Das sieht Schiller wohl als besser an: 8...Le7 9.Lf4 d4 "and White is already in deep trouble." Aber warum 9.Lf4 spielen?) 9.Lg5 Lxg3 10.Lxf6 gxf6 11.e4 Eigentlich eine nette Stellung.
- 6...Ld6 7.e4 (7.d4 Sf6 8.Lg5) 7...Dg5 (7...Lxg3 8.Df3) 8.Df3 Dxg3+ 9.Dxg3 Lxg3 10.Lc8
- 6...Dd6 7.Tf3 Sd7 8.d4 0-0-0 9.Lf4 Dg6 ("9...Db6 is simpler, and stronger." Nach dem simplen 10.Tb3 immer noch?) 10.Sc3 Ld6
- 6...Dg5 7.De1 oder 7.Kg2 (Zum Verlust dürfte das routinemäßige 7.Tf3 führen.)
Ich habe nur etwas in dem Gambit mit Shredder herumgespielt, um weiße Verlustzüge zu finden und zu umgehen. Schwarz hat es nicht so einfach, wie Eric Schiller so meint. Im Gegenteil - manche Sachen scheinen recht tricky zu sein.
Aber man muss das Gambit ja gar nicht spielen. Die Hauptvariante im Amar dürfte so aussehen: 1.Sh3 d5 2.g3 e5 3.Lg2
(Schiller sieht übrigens 3.c3 Nf6 4.Lg2 Le7 5.O-O O-O 6.d4 Sbd7 7.f4 exd4 8.cxd4 Te8 9.Sf2 Sb6 10.Sc3 Lb4 als Hauptvariante.)
Aber was macht Schwarz nach 1.Sh3 d5 2.g3 e5 3.Lg2 ? In den Partien, die ich habe, wurden diese 5 Züge gespielt:
- 3...Sf6
- 3...Lc5
- 3...f5
- 3...Le6
- 3...c6
Damit konnte ich mich noch nicht befassen, aber dass Weiß hier schon auf dem Abstellgleis steht, wage ich zu bezweifeln. Wenn jemand sich mit Amar beschäftigt hat, dürfte er mit Sicherheit auf einen Schwarzen treffen, der auf wackligen Füßen die Eröffnungsprinzipien abarbeitend einen Fehltritt befürchtet.
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02.03.2005, 08:10
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Zitat:
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Zitat von Yossarian
Najut, als Beleg sähe ich dann aber lieber auch namhafte Schwarzspieler als Gegner.
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Es ist immer auch ein guter Beleg, wenn so starke Spieler wie z.B. Tartakower diese Eröffnung gespielt haben. Denn würde so ein starker Spieler das Spielen einer solchen Eröffnung erwägen, wenn er sie auch nur im Ansatz für "schlecht" hält? Nein!
Zitat:
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Zitat von Yossarian
Ich hab heute mal versucht, per Google etwas zur Amar-Eröffnung zu finden. War leider nicht viel außer eines Verrisses durch Eric Schiller.
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Das ist typisch für Eric Schiller....polemisch, provokant....scheint m.E. die Konzeption dieser "scheinbar schlechten" Eröffnung nicht ernst genug zu nehmen. Und häufig sind die Varianten bei ihm sehr fehlerhaft. Halte dich daher lieber an den "Kaissiber" von Stefan Bücker - das Magazin ist gut, fundiert und seriös.
@Yossarian: Trotz der Spielbarkeit des Systems, würde ich dir von der Eröffnung abraten. Ist wegen der Komplexität was für stark fortgeschrittene Spieler.
Geändert von Unorthodox (04.03.2005 um 17:16 Uhr)
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02.03.2005, 09:59
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Also abraten von 1.Sh3 würde ich auch, das ist einfach zu anti-positionell!
Und ich glaube, daß von 100 IMs/GMs, die auf einem Open als Schwarzer 1.Sh3 vorgesetzt bekommen, sich kein einziger auf das Amar-Gambit einlassen würde (3...Lxh3). Was nicht bedeutet, daß das Gambit korrekt wäre, sondern eher: Wozu soll sich Schwarz auf einen taktischen Nahkampf einlassen, wenn Weiß positionelle Schwächen hat?!
Ich kenne auch so einen Sh3-Spezi, der mir das schon paarmal beim Schnellschach/Blitzen vorgesetzt hat. Ich spiele fast jedesmal was anderes dagegen, aber immer solide ins Zentrum hinein:
- 1.Sh3 e5 2.g3 Lc5 3.Lg2 Sc6
- 1.Sh3 d5 2.g3 c5 3.Lg2 Sc6
- 1.Sh3 d5 2.g3 c6 3.Lg2 Sf6
Einfach irgendwie. Komischerweise steht Schwarz nach 10 Zügen immer besser.
tracke
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02.03.2005, 10:51
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Zitat:
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Zitat von tracke
Also abraten von 1.Sh3 würde ich auch, das ist einfach zu anti-positionell!
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Das schreckt mich auch nicht sonderlich. Von positionellem Spiel habe ich ohnehin kaum einen Schimmer. Was ja auf meinem Level auch nicht weiter schlimm ist, da die Partien hier sowieso taktisch entschieden werden.
Zitat:
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Zitat von tracke
- 1.Sh3 e5 2.g3 Lc5 3.Lg2 Sc6
- 1.Sh3 d5 2.g3 c5 3.Lg2 Sc6
- 1.Sh3 d5 2.g3 c6 3.Lg2 Sf6
Einfach irgendwie. Komischerweise steht Schwarz nach 10 Zügen immer besser.
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Siehe oben. 
Zitat:
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Zitat von unorthodox
Halte dich daher lieber an den "Kaissiber" von Stefan Bücker - das Magazin ist gut, fundiert und seriös.
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Dann werd ich mal den Keller durchsuchen müssen. Irgendwo müssen die ganzen Ausgaben da noch versteckt sein.
Zitat:
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Zitat von unorthodox
@Yossarian: Trotz der Spielbarkeit des Systems, würde ich dir von der Eröffnung abraten. Ist wegen der Komplexität was für stark fortgeschrittene Spieler.
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Die Komplexität ist aber durchaus reizvoll.
Komplex ist die Eröffnung aber auch für den Schwarzen, wenn er sie prinzipiell widerlegen will, oder? Macht er das nicht, hat Weiß nicht einmal so etwas, wie beengtes Spiel, aus dem man sich schliesslich auch wieder herauswurschteln kann.
Ausserdem spiele ich Eröffnungen mit ähnlichen Stellungen, wie z.B. 2.g3 auf Sizilianisch oder auch Königsgambit. Ganz so ungewohnt sieht es hier also für mich auch nicht aus.
Wohlgemerkt gegen etwa gleichstarke Gegner. Gegen 2000er und höher würde mir ja auch keine hyperkorrekte Betonabwehr auf Dauer etwas nutzen.
(Das bezog sich jetzt alles nur auf die Eröffnung ohne das Gambit.)
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02.03.2005, 11:50
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Ja, Yossarian, der Punkt ist nicht der, daß es eine konkrete taktische Widerlegung von 1.Sh3 gäbe. Höchstwahrscheinlich nicht, sonst hätten Tartakower und Welling das kaum gespielt. Und es kann auch gut sein, daß ein positionell geübter Fortgeschrittener theoretisch mit Weiß unklares Spiel herausholt.
Und es geht auch nicht darum, daß Du auf Deinem 1400-1500er-Niveau mit diesem Kaffeehausschach halbwegs gut punktest, weil Dein gleichstarker/-schwacher Gegner damit noch weniger zurechtkommt.
Es geht darum, daß Du Dich kaum oder nur sehr, sehr langsam verbessern wirst, wenn Du solche Systeme spielst!
Wie unorthodox schon sagte, ist das System positionell sehr komplex (~wirr), und Du wirst weder aus Deinen Siegen noch aus Deinen Niederlagen etwas lernen, weil Du die tieferlegenden Stellungsmerkmale gar nicht verstehst. Das Spiel wird immer vor sich hinplätschern (besser: wild vor sich hersprudeln) und durch relativ kurzzügige taktische Fehler entschieden werden. Wenn Dir das Spaß macht, bitte sehr, viel Spaß!
Wenn man Fußball trainiert, spielt man auch nicht bei Sturm&Nebel mit einem Windei auf holprigem Rasen - obwohl das sehr lustig sein kann.
tracke
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02.03.2005, 14:14
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@tracke
Wahrscheinlich verstehst du mein Interesse hieran etwas falsch. (liegt wohl auch an meinem letzten Post)
Zunächst mal suche ich eine nette kleine Zweit-/Dritteröffnung, die der Gegner zu 99% nicht kennt oder wenigstens hirnrissig findet.  Ich habe mich schon mit 1.g4 (Grob) befasst, was mir gar nicht gefällt, weil man da fast zwangsläufig in Schwierigkeiten kommt. Allerdings hat mich diese kurze 1.g4-Macke auf 1.c4 g5 als mögliches Anti-Englisch statt meines bisherigen königsindischen Aufbaus gebracht. Du wirst lachen: Der Zug des g-Bauern wirkt hier spielbarer als im echten Grob. Aber das würde in einen anderen Thread gehören.
Aber ich denke auch nicht, dass es für das eigene Spiel schlecht sein kann, dann und wann in solchen Systemen zu wildern. Wenn doch müsste man ja auch zwingend die Finger von Blitzschach oder Schach960 lassen.
Meine DWZ wird sich irgendwann zw. 1600 und 1700 einpendeln und das muss mir als Hobbyspieler auch genügen.
Zitat:
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Das Spiel wird immer vor sich hinplätschern (besser: wild vor sich hersprudeln) und durch relativ kurzzügige taktische Fehler entschieden werden. Wenn Dir das Spaß macht, bitte sehr, viel Spaß!
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Die kurzzügigen taktischen Fehler ärgern mich natürlich immer (vor allem, wenn der Gegner sie macht), bleiben aber nicht immer aus und haben nie direkt etwas mit der Eröffnung zu tun und sind zum Glück auch nicht so häufig.
Die meisten taktischen Fehler entstehen (zumindest unter DWZ 2000-2300) nach meiner Beobachtung übrigens, wenn der Verteidiger dauerhaft, starkem Druck ausgesetzt ist. Als Angreifer kann man förmlich auf den entscheidenden Fehler warten, wenn man nur beständig den Druck erhöht bzw. aufrecht erhält.
Um solche Stellungen überhaupt zu erhalten, braucht man sicherlich positionelles Verständnis oder man lernt zumindest gängige Eröffnungen auswendig und merkt sich das jeweilige strategische Ziel, dafür habe ich aber keine Zeit und auch kein echtes Training im Verein. Also improvisiere ich meistens schon ab dem 5. Zug nur mit einer groben Zielrichtung. (meist Königsangriff  )
Hier im Bereich "Eigene Partien" ist so eine typische Partie von mir zu finden - ok, gegen ein Kind zwar, aber die Dramaturgie gegen erfahrene Spieler ist selten anders.
Aber wer weiß? Vielleicht werde ich doch ein besserer Spieler, wenn ich die innere Mechanik solcher unorthodoxer Eröffnungen verstehe.
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02.03.2005, 16:14
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Zitat:
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Zitat von Yossarian
Vielleicht werde ich doch ein besserer Spieler, wenn ich die innere Mechanik solcher unorthodoxer Eröffnungen verstehe.
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Nix gegen dich, Yossarian....aber "die Mechanik solcher unorthodoxen Eröffnungen" zu verstehen, ist unwahrscheinlich, wenn man nicht die "Mechanik der orthodoxen" versteht und die damit einhergehenden allg. Prinzipien verinnerlicht hat. Weil fast immer stellen die unorthodoxen Eröffnungen ein Verstoß gegen die üblichen Eröffnungsprinzipien dar. Die unorthodoxen bauen also darauf auf.
Sogar viele Spieler über 2000 haben mit dem Verstehen von unorthodoxen Eröffnungen erhebliche Probleme (zumindeswt habe ich diese Erfahrung gemacht).
Aber letztlich bleibt es natürlich dir überlassen, was und wie du's machst. Langfristig wirst du aber bei 1.Sh3 wohl nichts lernen, um dich zu verbessern. Aber egal, hauptsache du hast Freude und Spaß am Schach.....natürlich trotzdem danke, daß du die Diksussion über 1.Sh3 angeregt hast! Sowas kannste ruhig öfter machen:-).
Lieben Gruss
Geändert von Unorthodox (02.03.2005 um 16:20 Uhr)
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02.03.2005, 16:57
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Zitat:
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Zitat von Unorthodox
Nix gegen dich, Yossarian....aber "die Mechanik solcher unorthodoxen Eröffnungen" zu verstehen, ist unwahrscheinlich, wenn man nicht die "Mechanik der orthodoxen" versteht und die damit einhergehenden allg. Prinzipien verinnerlicht hat. Weil fast immer stellen die unorthodoxen Eröffnungen ein Verstoß gegen die üblichen Eröffnungsprinzipien dar. Die unorthodoxen bauen also darauf auf.
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Ich denke dass hier viel zu viel "nach dem Mund" der GMs geredet wird. Ob un- oder orthodox ist doch oft nur eine Frage des Zeitgeistes, siehe zB. Skandinavisch Boom dank Wahls, oder Tschigorin dank Morosewitsch oder KG dank Fillipov. Vorher waren alle drei genannten Eröffnungen als unorthodox zu bezeichenen, im Sinne wie es hier vermittelt wird. Sh3 hat durchaus gewisse Grundlagen und Eröffnungsziele, es gibt aber eben einfachere Möglichkeiten eine gute Stellung zu erhalten. Darum wird Sh3 als unorthodox abgetan. Dabei ist die Idee Sf4 oder Sf2 nebst e2-e4 doch durchaus ein sinnvoller Aufbau.
Was ich eigentlich sagen will. Nur weil es nicht Mainstream ist ist es noch lange nicht schlecht solange es fundierten Zielen folgt. Und sollange es im Bereich > 2000 gespeilt wird ist es sowieso so gut wie jede andere Eröffnung auch.
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02.03.2005, 17:04
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Zitat:
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Zitat von JoelH
Ich denke dass hier viel zu viel "nach dem Mund" der GMs geredet wird.
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Verstehe nicht warum du ausgerechnet mich diesbezüglich zitieren mußt. Schließlich habe ich mich hier eindeutig (unter bestimmten Vorraussetzungen)als Befürworter von 1.Sh3 geoutet; einer Eröffnung also die von fast allen GMs sicher für schlecht gehalten wird. Ich sehe also nicht, wo ich nach "dem Mund von GMs" geredet habe.
Nix für ungut.
P.S. Mal ganz davon abgesehen, daß z.B. das uralte Königsgambit wohl noch nie ernsthaft als "unorthodox" tituliert wurde. Aber gut wahrscheinlich gehen wir da beide von verschiedenen Begriffen aus...meiner ist angelehnt an Bückers "Groteske Schacheröffnungen" S.8-18 und hat mit Mode-/nicht-Modevarianten nichts zu tun. Aber ok, das ist Haarspalterei:-).
P.P.S. Desweiteren ist meine zitierte Aussage mehr oder weniger eine "Tatsache" und daher kein Beweis, daß ich GMs nach dem Mund rede.
Geändert von Unorthodox (02.03.2005 um 18:36 Uhr)
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